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Alarkurg, Dienstag, 13. Januar 1885.

XX. Jahrgmg.

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Der verwunschene Prinz. Novelle von T h e 0 d 0 r E ch e f f e l. (Fortsetzung.)

~ Der vatikanische Korrespondent de« .Reichsboten' schreibt demselben au« Rom: Herr v. Schlözer hat bereit« wegen der Limburger Sedisvakanz mit verschiedenen maß- senden Prälaten vorläufige Besprechungen gehabt. Der Herr Gesandte äußerte fich darüber zw,r ziemlich reser« vier , aber durchaus nicht p-sstmistisch. Im Vatikan er- wartet man fehnlichst den Augenblick, da der abgerissene NegociationSfaden wieder angeknüpft werden kann. Bis f<W«t «bet He preußische Regierung noch nicht ge- 3’5 abwartenden Rolle zu gunsten einer frag« würdigen Initiative herauszotreten. Schweigen ist auch hier eine Antwort, manchmal sogar die effektvollste, ©eiten« ber Äutie werden deshalb fortgesetzte Anstrengungen ge­macht, um endlich von dem Riff loszukommen. Leo XIII. soll, wie versichert wird, über diese Stagnation sehr ver- stimmt sein. — Italien hat bereit« einen neuen Konflikt ju verzeichnen, nämlich mit der Pforte. Veranlassung fflPniÄ dn Waldbesttz in Albanien, den eine italienisch? Gesellschaft um einen Spottpreis erworben hat. Da sich der dortige Gouverneur aber der Holzausfuhr widersetzte intervenierte der italienische Botschafter Graf Corti bei der l,nuffen mit rinem Hinweis auf die be- ^,5le Feindseligkeit der Albanesen gegen die Frerndm aus­weichend antwortete. Der Großvezier Said Pascha soll sogar entschiede« für die Albanesen eintreten. Es ist dieser« halb (bereit» zu recht lebhaften diplomatischen Pourparlers gekommen, die noch schweben. Bekanntlich ist kürzlich da» italienische Mittelmeergeschader in die albanestschen Gewässer etI* k ba&et wohl in der Annahme nicht H'"'. daß Jtolien durch eine diesbezügliche Flotten« demonstratione ne« Druck auf die Pforte ausüben will. -

de« Miösen italienischen Militärblatt „L'Jtalia Militare begegne« wir einem EensationSartikel, der — uuchdem er die italientschm Streitkräfte im Kriegsfälle IS Ö trtof6en k“ !° «"klingt: .Die Zukunft ist

* ;fnken^bkbatL Propheten aufwerfen. Vielleicht wird sich das Jahr 1885 durch wichtige Ereig- niffe kennzeichnen.' Dieser offiziöse Allarmschrei hat tüt Äs, .und, Auslande einige- Befremden erregt, zumal auch . zD^itto ähnliche inspirierte Orakel laut werden ließ. £ "UN an- Rom berichtet wird, darf man diesen Feder-ArabeSken — denn nur um solche handelt e« sich — keinerlei diplomatische Tragweite beimeffen. Wenn hier übrigen» behauptet wird, die italo - deutsche Freundschaft

durch die Mancinische Gravitation nach Engend SV? Eingebüßt, so müffen wir, gestützt auf gute Informationen, noch einmal da» Gegenteil behaupten.

(Olinlicflifdjc Jdtinij. WZ?-

2bod)fiitli(|c «cilngeu: Amtlicher Anzeiger f. D. Kreise Marburg 11. Kirchhain. -Illustriertes SmmtaMlatt

Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug Koch “ *

, d^om, 10. Jan. Der „Opinione" zufolge sind die naTffl?em,@arlb0lbP unb -^spucci' in der letzten Nacht nach Messina abgegangen, von wo ste ihre Fahrt nach dem Au-gange der ganzen »ffaire hoffen und Sie wollen sich Sh,I$rokarit* ?"b^ vormalen, Herr von Ravenstein,' erwiderte der Arzt. .Morgen früh erfahren wir ganz ge« nb ße02 unb baDn werden wir unter allen SMtÄ- ■**eWm . fo, ganz meine Meinung, lieber Doktor," gab der Gut-Herr zurück. .Wir wollen auch unsere nächtliche Beratung nun beendigen und uu- in unsere Schlafzimmer Kaü°n°ck?/ Suiten, daß ich Sie, als meinen werte« Gast, nach den Ihrige« geleite." k>c^A'Enigm Worten höflicher Abwehr nahm der Arzt diesen Ehrendienst von seinem vornehmen Wirte an und Wbe §eten begaben sich hierauf zur Ruhe, nachdem der Gut-Herr noch vorher seinem Diener den Auftrag einae- schärst hatte, noch vor Sonnenaufgang ihn und den Doktor zu wecken.---

6rmtben M am andem Morgen noch im Schloßhofe der Befitzung de» Herm von Raven- l .o.an; u btr Umgebung au», al« dieser In Gesellschaft be« Arztes und begleitet von bem Diener Joseph und dem ' @Äitnet au« dem Schlöffe herau-trat und alle vier Männer chre eiligen Schritte hinüber nach der Gegend lenkten, wo die Ruine Eulenftein lag. Auch bei sehr raschem Saufen war unter einer guten halben Stunde die verfallene Bura ÄJTk ^mfchloffe Ehrenstein au« zu erreichen unb . wihrend der Edelmann, der Arzt und die beiden dienenden Sen 8819 zurücklegten, wichen allmälig die ble 8anbf^°f‘ noch bedeckten, zurück, d« tm ®flÄben60Dke b» ^p^sommers stieg hinter b‘"‘m Südostm «egenden Bergen in goldiger Majestät em*°r* (8ortf*ma folgt.)

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1 Profess Bedeut im hist am nfy piacir, iorstays imlui uar,

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.Sie gelten ja in dieser Beziehung als amtliche Person", fuhr Herr von Ravenstein in seinem Gespräche mit dem Arzte fort, „und es wäre mir sehr lieb, wenn diese häßliche Waire gleich mit Stumpf nnb Stiel au» ber Welt ge- nur irgend welchen weiteren Anlaß Lvls müßigen Gerebe und Geklatsch giebt. Ich bitte Sie ^anl n?r no^ deshalb hier zu bleiben, um der rätselhaften ‘ Mn die eine oder andere wahrscheinlich nötige ärztliche N M Mfe zu bringen; ich könnte ja auch de« Unglückseligen * "^''wundet haben, denn ich habe au« Notwehr auf ihn ae- Stracl hoffen und wie ich gestehe, dabei ordentlich gezielt, denn * «0 Steinbombardement, welche- er über unfern Köpfen

------" Mete, hatte mich wütend gemacht «nd ich glaubte e< »at>Lchlich mit einem elenden Schurken zu thuu z« haben.

. ( Der Arzt schien anfang« zu zögern, ob er der Bitte

’ 3U ' " «delmanne» Folge leisten werde, aber die Höflichkeit

tuar 18 8tn den vornehmen Gut-Herrn und die Teilnahme, welche Doktor an ber sonderbaren Affaire nahm, bestimmten

Hnjeigtn. nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von Haascnstein undVogler in Frankfurt a. SR., Kastel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfurt

wodurch Deutschland drei Sitze int Rate be« Königreich» er&SIt: ®ie Wirkung dieser Konzession werde den deutschen Einfluß in Samoa wesentlich erhöhen. — Die Budget- Kommission beriet heute den Marineetat. Auf Befragen Rickert« erklärte ber Chef ber Admiralität, General von Caprivi: Die Marineverwaltung habe an maßgebender Stelle dem al« berechtigt anerkannten Drängen de« deutschen Volkes nach einer kolonialen Expansion Folge geben müffen. Die dadurch erwachsenden Mehrausgaben betrügen rund 5 Mill. Di- Entsendung be« Geschwader« nach Westafrika erfolgte, um den Sch varzen, welche an ber Macht Deutschlands zweifelten, einen sichtbaren Beweis derselben zu geben. Die« erschien um so nötiger, als in Westafrika sich eine wachsende Neigung zeigte, unsere Konsularagenten zu insultieren. Ob in künftigen Jahren weitergehende Anforderungen gestellt würden, laffe sich schwer beantworten; für die nächsten zwei Jahre genüge das vorhandene Personal; es würde in der nächsten Zeit auch kaum möglich sein, mehr Leute zu finden. Die Vermehrung der Offiziersstellen sei un- avweiSlich; in Kammerun sei, wie daS neueste Telegramm beweist, auf längere Zeit die Anwesenheit der Kriegsschiffe «ölig, namentlich die von flachgehenden Booten, die man bis jetzt nicht in genügendem Umfange habe, sei erforder­lich. Ueberhanpt sei die Kompletierung des Schiffsmaterials entsprechend den Fortschritten der Neuzeit notwendig. Die Schlachtschiff- entsprächen nicht mehr den Anforderungen. UebrigenS stehe er noch auf dem Boden ber Denkschrift und d-nk-nicht baran, zu dem Systeme der großen Panzer« schlachtschiffe überzugehen. Die Kommission genehmigte darauf die Kapitel 45 bi« 51 unverändert. — Bezüglich ber bon ber Konferenz immer noch aufgeschobenen Neu­tralisierungsfrage verlautet jetzt, daß wahrscheinlich nicht ba« ganze Kongobecken, aber boch ber ganze Kongostaat al« neutral erklärt werden wird, dessen Grenzen feststehen, wen« die Association sich mit Frankreich einigt. — Im «Hotel de Rome" fand heute abend eine Gedächtnisfeier für den verstorbenen Abgeordneten Kopp statt, welcher zahlreiche Freunde des Verstorbenen, sowie viele Reichs­tagsabgeordnete beiwohnten. Die Feier begann und schloß mit Gesang. Die Gedächtnisrede hielt der Reichstags- abgeordnete Bunsen, welcher einen Abriß von Kapps Leben und schriftstellerischer Thätigkeit gab und Kapp als Bürger Deutschlands und Amerikas schilderte, und die Wahrhaftig­keit und Kernigkeit seines Wesens rühmte. — DerReichS- tageprästdent v. Wedell, Fürst Hatzfeld-Trachenberg, Ober­bürgermeister Forckenbeck, Polizeipräsident Madai, Geheim- rat Mendelsohn, Präsident der Seehandlung Rötger, General­konsul Landau forderten zahlreiche Personen au- alle« Kreisen der Bevölkerung zur Beratung über zweckmäßige Maßregeln zur Unterstützung von den durch Erdbeben in Spanien in Not geratenen Menschen auf. Die erste Sitzung findet am Dienstag im Reichstagsgebäude statt.

betonte der Gutsherr. „Ich wollte allerdings erst den KreiSgenSdarm zur Untersuchung der Sache herbeirufen lassen, aber wir können auch ohne diesen gehen."

jWtottt sogar besser sein, wenn der Gendarm nicht dabei ist,' meinte der Doktor. „Sie sagten mir vor- hm, Herr von Ravenstein, daß Sie auf die rätselhafte Person drüben auf der Ruine geschossen hätten. Ich nehme nun an, die Person sei verwundet, so muß der Gendarm seine Anzeige machen unb Sie haben sich vor Gericht zu verantworten, jedenfalls eine unangenehme «ffaire I Gehen wir aber ohne den Gendarm, finden vielleicht die Person verwundet, pflegen ste, stellen sie wieder her, jso vermeiden wir wahrscheinlich da« gerichtliche Nachspiel."

„Doktor, Sie haben einen vortrefflichen Gedanken ' rief freudig der Edelmann. „Wir gehen ohne den Gendarm sobald der Morgen graut, nach der Ruine, ich nehme wieder meinen Diener unb den Gärtner mit, ba« genügt, und droht nnS Gefahr, die wir zu Vieren nicht beseitigen können, fo holen wir noch mehr Männer herbei. — Im Uebrigen bin ich aber thatsSchlich in Sorge darüber, einen armen Teufel verwundet ober gar totgeschossen zu haben. Gott gebe, baß e« nicht so schlimm ist, wie ich fürchte!'

„Nur nicht verzagen, nur Mut fassen t" meinte der Doktor.

„3a, Mut! WaS nützt mir ber Mut, den ich genug besitze, wenn ich Jemanden erschossen habe," antwortete ver­drießlich der Herr von Ravenstein. „ES ist allerdings in einem Zustande der Notwehr geschehen, aber wer weiß, ob daS Gericht meine Meinung darüber teilt, und Kummer würde e« mir trotzdem bereiten, wenn ich die Person er­schossen hätte, auch wenn ich freigesprochen würde."

«Nun, ba «ollen wir wenigsten« da« Best« von Hern

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Deutscher Reich.

verli«, 10. Jan. Der Chef der Admiralität von Caprivi hat gestern abend dem Kaiser über die Vorgänge in Kamerun Vortrag gehalten. Die Nachrichten au« Kamerun beherrschten heute da- allgemeine Interesse und jede Unter­haltung auch im Reich-tage. Die ernste Mahnung und Bedeu­tung dieses ersten blutigen Aktes in unserer jungen Kolonial­politik wird von den Volksvertretern mehr gewürdigt, al- ei nach den heutigen Reich-tag-verhandlungen scheinen könnte. Man hielt eS nun angesichts der Thatsache, daß

NMiUtz die Ehre unserer Flagge bereit- engagiert ist, für patrio­tische Pflicht, jedes Wort einer öffentlichen Kritik zu ver­meiden. — Zur Ergänzung de- bereit» mitgeteilten Tele­gramms de- Geschwader-AdmiralS Knorr an die Admiraliät liegen noch folgende weitere Nachrichten der „K. Z." aus Kamerun vom 23. Dezember vor: Unsere Kriegsschiffe „BiSmarck' und „Olga" langten am 18. Dezember in Kamerun an und landeten am 20. daselbst 330 Mann mit vier Kanonen, weil die Neger von Hickorytown und Foßtown den König Bell verjagt, die Kaufleute bedroht und Belltown verbrannt hatten. Hicko ytown wurde bei geringem Wider­stände ohne Verlust genommen. Ein Offizier der „Olga", Rie -el, welcher erfahren hatte, daß die Foßleute Wörmann- Agenten Pantanins gefangen genommen, beschloß, mit seiner

ire 1 Li Steilung dessen Rettung zu versuchen. Unter heftigem ö Feuer landete die Abteilung in Belltown und stürmte einen hundert Fuß hohen Abhang mit Verlust von einem Toten und sieben Verwundeten. Sech-zig Mann hielten da- Plateau jwcl Stunden lang gegen 400 au« Buschwerk und englischen Missionen feuernde Feinde. Die Munition wurde knapp, als Unterstützung vom Bismarck anlangte; Foßtown wurde mit Hurrah gestürmt und niedergebrannt. Inzwischen er­mordeten die Empörer PantaniuS. Nach Verlust von zwanzig Toten und vielen Verwundeten, darunter vier Häuptlinge, entkam der Feind in» Innere. Am 21. Dezember wurde da« verödete Foßtown abermals besetzt; am 22. bombar­dierte die „Olga" den Fluß befahrend Hickorytown. Die Ordnung ist jetzt völlig hergestellt. Die Neger beginnen die bethöiten Genossen auszuliefern. Eine Bekanntmachung de« Admiral» verbietet den Waffenverkauf und droht weißen Helfern der Empörung mit Ausweisung. — Daß man auf diese Ereignisse vorbereitet war, beweisen die heutigen Mit teilungen des Reichskanzler» im Reichstag. — Die Nach­richt, daß die Regierung von Neuseeland Lamva annektieren »olle, ist hier sehr kühl ausgenommen worden. Man ist sicher, daß England seine Zustimmung dazu nicht giebt, Mal zwischen Lamva einerseits und D utschland, England und Nordamerika andererseits Freunrschasts« und Handels­verträge bestehen, in denen implicite die Selbständigkeit Ja««« Lamvas anerkannt ist. Außerdem melden Privattelegramme ms London, daß zwischen dem «König von Samoa und dem dortigen deutschen Konsul ein Vertrag geschlossen sei,

"nftein zu sein.

,®le müssen auch unbedingt morgen früh mit hinüber «ch ber Ruine, ich bitte Sie inständig dämm, Herr °nor, sagte dann noch Herr von Ravenstein, al» der °rtvr eingewilligt hatte, da zu bleiben.

Skonzesi । ich schon sehr gern thuu, vorausgesetzt, daß

von Ä frühen Morgen geschieht unb ich nicht nötig habe, ter vo« ., S°nzen Tag von meinen Patienten in der Stadt weg- "ieiben,' erwiderte der Arzt.

1 "Gwiß, in aller Frühe gehen wir «ach ber Ruine,'