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JRatßurg, Dieuriag, 9 Dezember 1884.

XIX. Jahrgang.

ObttWsche jcitinig

Erscheint täglich außer an

Buchdruckerei) 1

i den Werktagen nach Tonn- und Feiertagen. (Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlluftrtrteS TonntagSblatt" durch die ^kpedUion(K o ch sch« bezogen »«/. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf«. (excl. Bestellgebühr.) - JnfertronSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf«.

Reklamen die Zeile 25 Pfg. Für in der Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg berechnet.

«.-eigen nimmt entgegen: die Expedition d. BlatteS, lewie d.Ünnoncen-Bur-aux »on Haasenst-in undVogler

Frankfurt a M. Ham­burg, Magdeburg u. Wien; «udolf Moffe in Frankfurt . yi Berlin, München und Mn: ®- L Daube und 6e. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover u. Pari».

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux Jägerschi Buchhandlung in Frantfurt a M.; Hermann- scheBuchHandlung daselbst; Adols Steiner i- Hamburg Jnvalideudank in Berlin Dresden und Leipzig- I. Barck u. Co- in Halle. W. ThieneS in Elberfeld.

1882:

1883:

70597

74 393

1883:

1447798916

1525873948

68992090

74092560

2515410

2594 370

6935580

7090230

301354290

284

283

Sefamt-AnSgaben . . M. 137 017 998 M. 130116 653

85

158190404 Etatsjahr 1883/84

2870124

1186

4391

10,482

12279

2395975

1204

4443

10,456

12003

Im Auslände besitzt das Reich Konstantinopel.

1. Gesamtzahl der Beamten, Unterbeawten, Posthalter

2a (Briefe, Post­karten, Drucksach. Warenprob.,Post­anwels. Postauftr.

Postnachnahme- brtrfe, Zeitung«- nummern u. Zei­tungsbeilagen .

2b Pakete o. Wert­angabe . . .

2c Pakete «.Wert­angabe . . .

2d Briefe mit Wertangabe . .

3. Gesamt«, der durch die Post ver­mittelten Geldsen-

Der Weg zum Herren.

Novelle von Beruh. Frei.

Ge'amizahl der mit den Posten befördert Personen

Bestand an Posthalterrien .

Zahl der Postillone . .

Bestand an Postpferdm .

Bestand an Postwagen und

Schlitten.....

Endziltig unbestellbar blie­ben auf 1 Mill. Briefe .

Gsamteiunahme < d.Reichr-

Post-Anstalten. . . . Mk.

151453855

EtatSjahr 1882/83

Gesamtgewicht der durch die Post beförderten Paket- sendungen.....Klgr. 320051460

---Wenn er sie liebte l Wie huuocrtmal in dieser traurigen Nacht suchte sein Blick sie, heimlich und scheu, und streifte da« zarte Oval ihres Gesichts, ob es sich nicht veröndert zeige! Wie oft berührte er, scheinbar zu­fällig, ihre Hand, die meist auf des Kinde« glühender Stirn lag, um zu fühlen, ob sie noch fieberfrei sei! Al« sie sich einmal tief über den Knaben neigte und lange in dieser Stellung verblieb, um seinen Atem zu prüfen, umfaßte er sie plötzlich und zog sie empor, und seine starkin Hände zitierten.

Zwei qualvolle Nächte waren vergangen, die dritte kam heran, noch immer wehrte stch de« Kinde« kräftige Naiur, aber schon flackerte da« LrbenSflämmchen matt unq stoßweise. Der Ton vrr hellen Stimme, die vor wenigen Tagen noch in frischem Lachen die hohen Räume durch­klungen, war ganz verstummt, aber die Lippen formten beharrlich dasselbe Wort, und an ihrer Bewegung erriet man e«--.Mama 1" Ihr liebliche« Gesicht s h ver­

weint unv verwacht au« und hatte breite dunkle Schalten um die Augen. Immer noch redete st« dem Kinde zu mit der weichen, beschwichtigenden Stimme, erzählte Märchen und war unermüdlich in ihrer sorgenden Liebe, aber dann und wann saßt: ein nervöse« Zittern ihre Glieder, und ihre Augen n hmen einen seltsam starren, gespannten Aus­druck ar.

Da« gedämpfte Licht der Nachllampe erhellte unvoll­kommen den großen Raum, Albrecht saß in einem großm Lehnstuhl zu Häupten de« Bette« und schien vor lleber- rnütung ein wenig zu schlummern. Elsa« Augen waren weit geöffnet, da» Kind schien etwa» ruhiger, seine kleine« Hände lagen still ans der Bettdecke. (Schluß folgt.)

M. 15 367 715 420 M.15 623723444

Km. Wafferfläche) mit 37978165 Einwohnern nach der Zählung vom 1. Dezember 1880. Die Gesamtzahl der Postanstalten betrug im Jahre 1883 11646 gegen 10582 im Jahre 1882. Die Vermehrung liegt hauptsächlich in der Neuschaffung von Postagenturen und Posthilf«stelleu.

~ " rin deutsches Postamt in

düngen

Der Ausfall liegt in den Paketen mit Wertangabe: 1883: 1882:

Deutsches Reich.

Berlin, 6. Dez. Die Afrikanische Konferenz hat ihre arbeiten während der letzten Tage in der Form von Kom- misstonSb-ratungen fortges tzt. So hat gestern die Sub kommission für die SchiffahrtSakte ihre vierte Sitzung ge­halten, welche bis nach 6 Uhr dauerte. Einem Berichte der Nat.-Ztg.* zufolge brachte zunächst Herr Sanford (Amerika) einen ameudirrten Entwurf seiner Eisenbahn (Vivi-Stanley-Pool) ein. Dieser Entwurf, obgleich derselbe annehmbarer erschien als der ursprüngliche, stieß dennoch auf Wverstand seitens der Delegierten Frankreichs und Portugals, wurde aber schließlich mit 3 gegen jene 2 Stimmen btt Kommission zur Annahme empfohlen. Sodann kam eS «sehr lebhaften Erörterungen in betreff der künftigen inter­nationalen SchisfahrtS Kommission. England nimmt dieselbe für den Congo an, aber verwirft ste unbedingt für den Niger. Die anderen Mitglieder der Subkommisston find geneigt, hierin England nachzugeben, doch hat der fran- rösifche Delegierte sein Votum Vorbehalten. Demnach wird die Beschlußfaffung der großen Kommission überwiesen werden. WaS die Frage der Neutralität der Ströme in Kri-gsz-iten anbelangt, so herrschte zwar im allgemeinen hierüber Einstimmigkeit, jedoch mit Ausnahme der Türket in betreff der Steinkohlen. England betrachtet bekanntlich letztere als KrtegS-Kontrebande, während die übrigen Mächte die» nicht zugedrn. Die Subkommisston hat deshalb auch über diesen Puntt die Entscheidung der großen Kommisston anhcimgegeben. Generals ldmarfchall Frhr. v. Mwteufsel wird, wie man der ,Nat.'Z»g." berichtet, nachdem sein Aller- höchsten OcteS bei seiner jüngsten Anwesenheit in Berlin angebrachte« Gesuch um Enthebung von seinem verantwort- liehen Posten nicht erfüllt worden ist, vorläufig in seiner Stellung als Statthalter der Reichstande verbleiben. Ob er auch da» Kommando über das XV. Amtte-Korp« bei­behalten wird, ist fraglich. Als fein -vmt. Nachfolger wird jetzt nicht mehr der Kommandeur der 1. Garde-Infanterie« Division Generalleutnant v. Kleist, sondern der komman­dierende General ter VI. Armee-KoipS General der Kavalle.ie v Wichmann genannt. Die Gründe, die den Statthalter b^zm haben, um feinen Abschied zu bitten sollen nicht aus den persönlichen Verhält» ssen de« G-ntr.lseldmar chsll«, sondern d-r Lage von Elsaß - Lothringen gnm worden bin, un der ReichSregterung die Möglichkeit -in S Systemwcchfc S zu eröffnen. Man hat Herrn v. Manteuffel- Wunsch in Be Un nicht erfüllt, sondern ihn unter aus­drücklicher B zcugung vollsten Vertrauen« zu bestimmen vermocht, seinen Posten beizubehalten. Die Stärke der Fraktionen dc« Reichstage« ist gegenwärtig folgende. Die Deutschkonservaiiven zählen 75 Mitglieder (und 1 Hospi- tauten); die Retchspartei 28 Mitglieder; die Zentrums, fraktion 99 Mitglieder (und 10 Hospitanten) ; dle FE°n der Polen 16, die nationalliberale Fraktion 50 Mitglieder, die deutschfreifinntgr Partei zählt 60 Mitglieder (u'd

Sie nickte stumm, - Paul umklammerte wieder ihren Hal« und zog ste zu sich nieder. ie

.Küssen Sie da« Kind nicht um «o^-will-n^ rief der Arzt warnens. .Meinhardt, ich bitte Sie, Sie dürfen da« nicht dulden!' ,

I* So angstvoll, so liebevoll klang seine Stimme, sie wandte stch nm und sah ihre« Mann-« Äugen in selbstvergeffeuer Sorge und Zärtlichkeit auf ste g.rich et. .Du wirst e« nicht thun, wenn ich Dich bitte, Er'vollendete nicht, e« war, al« raube ihm die Angst bU A" werde r« nicht thun!' sagte Elsa ernst. .Aber ach, - Herr Profeffor,' s.tzte sie flüsternd hinzu und ihre Lugen schwammen in Thränen, .steht e« sehr schl mm um f ,E» steht sehr schlimm, ich kann e» Ihnen nicht verhehlen- sagte der Arzt. .Ich bleibe eine Welle hier und gebe Ihnen die nötigen Instruktionen I

Langsam verrannen die Stunden dieser Nacht. Der schöne Salon war in ein Krankenzimmer umge«andelt, der Flügel in eine Ecke geschoben,«ÄSmrn« entfernt. Die Portiern, welche M inharst« Arbeitszimmer vom Salon trennten, waren weit zurückgeschlagen, uns Pau.a« lebensgroßes Bild schaute mit großen, sprech-ndenAugkn herein, al« «olle sie sehen, wie .« um ihren «ohu: stehe. Um ihn, den armen Kleinen, stand e« ichlecht; bte Lugen starr und unnatürlich west geöffnet, ein heisere« Röcheln

1 Hospitanten); die Volkspartei 7; die Sozialdemokraten 22 Mitglieder. Bei keiner Fraktion sind 23 Mitglieder; darunter die 15 Elsaß Ls hringer, außerdem die Abgeordneten v. Bertram, Graf v. H cke, Freiherr v. Hornstein, Jung- Orten, Frhr. Langwerth v. Simmern, Lenzmann, v. Wedell- PteSeorf und Sander. Erledigt sind zur Zeit 5 Mandate.

Berli«, 7. Dez. In einer Besprechung der Reichstags- Verhandlungen vom Mittwoch sagt die .Nordd. Allg. Zig.*, daß die dabei von Windthorst dargelegten Anschauungen nur noch mehr dazu beitrügen, die Unmöglichkeit einer wel fischen Thronfolge in Braunschweig nachzuweisen. Die .Nordd. Allg. Ztg." schließt sich durchweg den Ausführungen der .Köln. Ztg." an und fügt hinzu: .Durch seine aus die Zerstörung deS Reich« anspielendcn Re en hat der Man­datar Cumberland«, Windthorst, deffen Erbfolge in Braun- schweig vollständig unmöglich gemacht. Wenn Cumberland nunmehr jede Aussicht verloren hat, so mag er stch dafür bei seinem Bevollmächtigten bedanken. Die Bundesregierungen werden niemand in ihrer Mitte dulden, der e« sich zur Aufgabe macht, von der Reichstag« - Tribüne den Aufruhr gegen Kaiser und Reich zu verteidigen * Die Kommisston der Konferenz beriet gestern über den Bericht der Sub- kommiision in betreff der Schiffahrt« Akte für den Congo. Der Bericht der Subkommisston schlägt folgende« vor: Die Schiffahrt auf dem Congo und seinen Nebenfiäffrn, sowie der Verkehr auf den eventuellen Seitenkanälen und Eisen­bahnen ist frei. E« dürfen nur Taxen für die Bestreitung der kosten der Schiffahrt und de« Berk hr« erhoben werden. Eine eventuell von Stanley Pool behuf« Umgehung der Katarakte nach dem unteren Teile de» Congo zu bauende Eisenbahn soll derjenigen Macht übertragen werden, welche an den Katarakten am Ufer liegt. Diese Macht kann den Bau einer Eisenbahn einer Gesellschaft übertragen. Die einzusetzende internationale Kommisston kann rvent. behw« deS Eiscnbahnbaue« eine Anleihe negoziieren mit Gench- mtgung der in der Kommisston vertretenen Regierungen. Seit n« der internationalen Kommission wird an der Congo- mündung eine Quarantäne errichtet. Die Ausführung der Schiffahrt« - Akte unterließ der Ueberwachung der inter­nationalen Kommisston.Der Bericht der Subkommisston enthält ferner u ter anderen Vorschläge Deutschland» und B.lgienS betreffend die Neutralität de« Congo und seiner Nebenflüsse. Bon Amerika wurde ein Vorschlag wegen Neu­tralisierung de« ganzen Congogebiet« Vorbehalten.

Die Statistik der Deutschen ReichS-Pvst- und Trle- graphen-Berwaltung für da« Kalenderjahr 1883 ist soeben erschienen und bei dem großen Jntereffe, welche« diese populäre öffentliche Verkehrsanstalt, mit der ja so zu sagen jeder Mensch in mehr oder minder ausgedehnte Beziehungen tritt, in allen Kreisen erweckt, erscheint e« angezeigt, einige Z ihlen au« dieser vorzüglichen statistischen Arbeit hervor­zuheben. DaS Deulsche Reichspost- und Telegraphengebiet umfaßt 445147.22 Qi.-Km. (ausschließlich 4343.81 Qu.- im Halse, die Händchen unruhig an der Bettdecke zupfend, da» runde, blühende «indergestcht in der kurzen Zeit vrr- fallen so lag der Knabe in den weißen Kissen und nur zuweilen flüsterten seine heißen, vertrockneten Lippen: .Mama!"

Sie war immer da, dicht an seinem Bettchen. Wenn er die müden Augen erhob, sah er ste vor sich sitzen, und geduldig atmete er heiße Dämpfe ein und nahm schlecht schmeckende Merizin, wenn sie ihm mit ihrer leisen, sanften Stimme gurebttf.

Meinhar t hatte morgens In die Redaktion gehen müffen, wo wichtige Schreibereien, die allein er erledigen konnte, seiner harrten. E« war ihm unsäglich schwer ge- wor en, dreimal kehrte er in der Thür um und trat mit einem schmerzliche - Seufzer vor da« kleine Lrger. Er strei­chelte die muten Händchen und küßte leise Elsa« Haar. Ihm war namenlos bange um ste, die Furcht, daß t ie böse, ansteckende Kea kheit auch sie ergreifen weroe, verließ ihn keinen Augenblick. Sie wollte ihm ermutigend zulächeln, aber zwei schwe-e Thränen rollten au« ihren Auzen herab, und sie mußte stch h'sttg «'wenden.

Der Mittag, der Abend brachte keine Veränderung, darf Ibt ausweichende Achselzucken dc« Arztes, endlich seine Worte: .So lange der Mensch noch atmet, ist noch Hoff­nung dal"

In der Nackt verschlimmerte stch der Zustand, da« Kind tag In wil^n Phantasten und erkannte tie Umgebung nicht Albrecht« Zureden, Elsa solle wenigsten« ein Paar Stunden zu schlafen versuchen, ihm die Sorge allein aber taffen, war nutz'o». .Wenn Du mich liebst, laß mich hi«! bat ste angstvoll.

uns Postillone . . .

2. Gesamtzahl der durch die Post beförderten Sen­dungen ..... 1609651108 1 526241996

Darunter Briefsendungen:

1882: