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XIX.| Jahrgang.

Marburg, Sonnabend, 29. November 1884.

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»reis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jllustrtrte» SonntagSdlatt" durch die Expedition (K o ch'sche - _ ' _ _ __ _ — X» >n. , < in ri-ft__L;it__\ fAv Kia a»IhaI tarta K«tl» 111 tKlA

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der und der ist. alS

Der Weg zum Herze«. Novelle von Beruh. Frei-

5 bis 20 a und von 20 a bis 1 ha einen sehr bedeuten­den Platz in der Zahl der landwirtschaftlichen „Betriebe* ein (2323316 von im ganzen 5276344) und würden eS wahrscheinlich in noch viel stärkerem Maße thun, wenn nicht doch viele Besitzer oder Pächter kleinster Flächen r» Unterlasten hätten, sich mit denselben als Landwirte in die Zählungsformulare rinzutragen. Namentlich dürften von den allerkleinsten „Betrieben*, die in ein paar Ar Gemüse- oder Kartoffelland bestehen, in Wirklichkeit noch viel mehr vorhanden sein, als die Statistik nachweist, so daß die „frei sinnigen* Rechner, welche für ihren Krieg gegen die Ge- treidezölle einer großartigen Maste „kleiner Lmdwirte* bedürfen, um sie in Gegensatz zu der „verschwindend kleinen* Anzahl wirklicher Getreidebauer zu setzen, offenbar noch zu kurz gekommen sind. Der Fläche nach freilich fallen diese kleinsten „Bet'iebe* nicht ins Gewicht; die Ge­samtheit aller bis zu 1 ha hat nur 777 958 ha und wenn aus dem eben erwähnten Grunde selbst 50 Prozent fehlen sollten, so fällt das für die ganze landwirtschaft­lich- Fläche (31868972 ha) doch nicht inS Gewicht und jener mutmaßliche Mangel hat auch keinen nennens­werten Einfluß auf den Wert der ganzen Betriebsstatistik. Diese ist übrigens, beiläufig bemerkt, so korrekt ausgefallen, wie daS nur immer von einer solchen Aufnahme erwartet werken durfte; denn auS den vom kaiserlichen statistischen Amt (im Septemberheft seiner Monatshefte) gelieferten Be­rechnungen geht hervor, daß die bet Gelegenheit der Berufs­zählung eingetragenen Flächengrößen um nur ca. 2 pCt. hinter denen zurückbleiben, welche bei anderen Aufnahmen, bei denen die Kataster u. s. w. zur Kontrolle benutzt wer- den konnten, gefunden wurden, also eine fast überraschende Uebereinstimmung der Ergebviste verschiedenartiger Auf­nahmen vorhanden ist. Die Aufnahme dieser kleinsten „Betriebe* war nun durchaus zweckmäßig, um so weit wie möglich annähernd zu erfahren, wie weit die Gewinnung landwirtschaftlicher Erzeugnisse als Nebenerwerb bczw. als Erwerb neben einem anderen betrieben wird, und damit

maß sagen, eS ist schwer, da zu entscheiden, w-m man den Vorzug geben möchte! Mein Fall ist mehr diese, sic ist aparter unv giebt einem Manne entschieden mehr zu raten auf, — wäre sie noch zu haben, — ich könnte mich toll in sie verlieben!*

Wie würde Albrecht Meinhardt noch vor einer Stunde über diesen Ausspruch gelächelt haben, — wie hätte er sich beeilt, ihn Elsa wortgetreu zu berichten!

Jetzt----er faltete unwillig die Stirn und

schalt den Hauptmann im Stillen einen faden Schwätzer.

Rings um ihn her lachte uns plauderte man, kredenzte Erfrischungen, stellte vor, verbeugte sich, drückte und kugle einander die Hände. Hier und da gesellte sich ein Bekannter zu Meinhardt, die durcheinander flutenden Menschevgiuppm trennten ihn immer weiter von seiner Frau, nur aus ver Ferne sah er daS blaßrosa Gewand zu sich herüberschimmern! Jetzt erblickte er die Baronin Zernter an ihrer Seite, sah ste angelegentlich mit ihr reden, und dann bot der General, der Elsas treuer Begleiter geblieben war, dieser den Arm und führte ste zu der erhöhten Estrade, die den Konzert­flügel trug. — Ein paar einleitende Akkorde, — ein Mur­meln und Flüstern in der Menge, — dann tiefe Stille.

Else spielte daS Chopinsche Notturno in C moll. ---

--Wie konnte sie? Wir war eS ihr möglich? Dies Stück, gerade dies! — Albrecht sah sich in dem großen Hotelzimmer de» „weißen Hirsches* in Schwarzburg, — rr,sah den drohenden Gewitterhimmel durch das Fenster und die Gestalt am Klavier, — ste, die er für ruhig und verstandeskühl gehalten hatte und die nun mit so sort- reißender Leidenschaft spielte, — und hörte ihre Worte„Ich bin viel zu glücklich gewesen, um jetzt nicht sehr unglücklich

Anteil der Mittelklaffc auf 22,2 Prozent der Betriebe 48,8 Prozent der Fläche, so daß also nahezu die Hälfte landwirtschaftlichen Gesamtfläche im bäuerlichen Besitze Mau wird mit uns übereinstimmen, wenn wir dies

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Illustrierter TorurtagDblatt

Postanstalten Bestellungen entgegen, auf dem Lande

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daS Interesse der Bevölkerung an der Landwirtschaft thun- lichst in seinem ganzen Umfange festzustellen; wenn eS sich aber um die im engeren und eigentlichen Sinne so zu nennenden Landwirte handelt, so dürfen die „Betriebe* unter 1 Hektar füglich ganz außer Ansatz bleiben. Wenn wir nun die Betriebe von 1 Hektar und mehr landwirt­schaftlich benutzter Fläche al« eigentlich landwirtichastliche annehmen, so ergiebt sich eine Zahl von 2953028 Land­

er im Stich gelassen, die zweite ihn, was ja eine ganz ge­sunde N-mestS wäre! Jedenfalls, er geht frei umher und ist daher doppelt gefährlich l*

Der General lachte herzlich über seinen Witz und freute sich, daß das Ehepaar mit einstimmtr. Zwanglos und munter ging dir Unterhaltung vor sich, ein Paar höhere Offiziere ahmten daS Beispiel ihres Vorgesetzten nach und ließen sich Elsa vorstellen, — Albrecht wurde wenig In’« Gespräch gezogen, — eine Thaisache, die ihm sonst wahr- lich nicht begegnet wäre; er war aber einsilbig und zerstreut, gab halbe Antworten aus die Fragen, dir man an ihn rich­tete, und suchte mit den Augen den Grasen, den er endlich unter der violetten Sammetporticre einer vettentbür ent­deckt«, — er stand dort isoliert und fixierte Elsa. Die Offiziere hatten sich redliche Mühe gegeben, den intelligent und gut anSseheaden Journalisten mit inS Gespräch zu ziehen, — da er absorbiert und mit seinen Gedanken anders­wo zu sein schien, überließen sie ihn sich selbst und wid- meten sich ausschließlich der reizenden Frau. —

Albrecht stand beiseite und nagte zornig die Unterlippe. Wie konnte der Mensch da drüben sich erfrechen, so unaus­gesetzt seine Frau anzustarren? Dieser verächtliche Mensch. Wie ste ihn nur hatte lieben können! Aber freilich, ein so schönes, stolzes Gesicht, so herrliche blaue Augen! Sie blickten träumerisch unv schwermütig zugleich, al» suchten ste nach einem ewigen Glück, ohne eS zu finden,---

wie gefährlich l —

„Das ist ja ein Hauptkerl, dieser Doktor Meinhardt!' sagt- ein jüngerer Offizier in seiner Nähe. „Ich habe die erste Frau gekannt, — eine süße, liebliche Blondine, rosig, zart, wie ein PfingströSchen, - zum Küsten l Und nun vtese blasse Brünette mit dem stolzen, pikanten Erficht: Ich

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ein erfreuliche- und bedeutsames Ergebnis der land­wirtschaftlichen Statistik begrüßen. — Nach dem vom Adg. v. Wedell - Malchow mit Unterstützung seiner (der deutsch- konservativen) Partei beim Reichstage eingebrachten Gesetz­entwurf«, der sich auf die Vorlage der vorigen Session stützt, sollen Gegenstand der Besteuerung nicht mehr die ausge­stellten Schriftstücke (Schlußnoten und Rechnungen), son­dern die Geschäfte selbst, auch die außerhalb der Börse ge- schlostenen sein. Der tu Aussicht genommene Abgabensatz, bisher 0,20 bez. 1 M. (Zeitgeschäfte), ist ein prozentualer, er beträgt */io vom Wert des Gegenstandes des Geschäfts. Die Grenze des Beginns der Abgabcnpfltchttgkeit ist bei Warengeschäften aus 10000 M. normiert. Ferner ist be­stimmt, daß Geschäfte über solche Waren abgabenfrei sein sollen, welche von einem der Kontrahenten selbst erzeugt, oder Handwerks- oder fabrikmäßig hergestellt, oder welche zum Weiterverkauf nach vorgängiger Be- oder Verarbeitung durch einen der Kontrahenten bestimmt sind. Auch ist an- geordnet, daß die erhobene Abgabe erstattet werden soll, wenn der Nachweis geführt wird, daß die über inländische Sachen und Waren abgeschloffenen Geschäfte unmittelbar unter den Kontrahenten durch wirkliche Auslieferung an den Erwerber erfüllt worden sind. Zur Kontrolle hat jeder, der ein» der abgabepflichtigen Geschäfte für eigene Rechnung oder als Kommissionär gewerbsmäßig betreibt, ein auf seinen Namen lautendes, von der Steuerbehörde beglaubigtes Steuerbuch zu führen und die abgeschloffenen, abgabepflichtigen Geschäfte einzutragen.

vrauuschweig, 26. Nov. Heute vormittag sind hier Exellenz Windthvrst, Geh. Rat Brüel, sowie der Finanzrat Kniep aus Wien etngetroffen. Dieselben konferierten mit dem Kurator des Nachlasse» de« Herzogs, Finanzdirekior Hantelmann, und begaben sich dann zum Landgerichte. Es handelt sich selbstverständlich um die dem Herzog von Cumberland zugefallene Erbschaft. Bis gestern war seitens des Herzogs von Cumberland noch kein Schritt irgend welcher Art behufs Antritts de« ihm testamentarisch ver­machten Privatvermögen- de« Herzogs geschehen. Wann die Herren wieder von hier abreisen, ist zur Stunde noch unbestimmt, ebenso ist eS noch nicht möglich, Authentisches über ihre Mission mitzutetlen. — Die der „N. A. Z." von hier übermittelte und jetzt durch die Blätter gehende Nachricht, daß die herzogliche Hoshaltung am 1. April vollständig aufgelöst werden solle, daß die Hosbeamten Dienstwohnungen und Gehälter u. s. w. dann verlieren würden, ist wieder nur ein leereS Gerücht. Auf dem Hof­marschallamte weiß man von einer solchen beabsichtigten Auflösung gar nicht«. ES ist auch nach Lage der Sache

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Deutsches Reich.

Berlin, 27. Nov. Die BundeöratSauSschüffe werden am nächsten Montag in die Beratung der Ausdehnung der Unfallversicherung auf die landwirtschaftlichen Arbeiter ein­treten. — Zu den erfreulichen Ergebnissen der landwirt- chaftlichen Betriebsstatistik, auS der wir schon wiederholt Mitteilungen machten, gehört die ziffernmäßige Feststellung der Thatsache, daß In unserer Landwirtschaft der besitzende Mittelstand einen so breiten Platz zu behaupten gewußt hat. Nach jener Statistik wurden am 5. Juni 1882 Im Rkiche 653941 Betriebe in der Größe von 10—100ha land' wirtschaftlich benutzter Fläche mit zusammen 15159 621 ha solcher Fläche gezählt. Da bei der Betriebsstatistik die Ein­teilung nach WirtschastSflächen, nicht nach EigentumSflächen gemacht ist, so rofitben diese Zahlen zunächst noch kein Be­weis für das Vorhandensein einer großen Schicht wirklicher bäuerlicher Besitzer sein; glücklicher Weise ist aber auch die Zahl der Pächter und die Fläche deS gepachteten Lande» für jede Größenklaffe ermittelt Daraus ersehen wir denn, daß unter jener Zahl nur 15 527 Betriebe sind, die aus ausschließlich gepachtetem Lande (1276196 ha) wirtschafteten, während alle anderen entweder nur eigenes Land (508884 Betriebe) oder eigene« und gepachtetes Land bewirtschafteten. Wir dürfen somit diese Klaffe fast vollständig als eigent­lichen bäuerlichen Besitz bezeichne, sofern man mit un« darin einverstanden ist, daß die Flächengrenzen von 10 und 100 Hektar im großen und ganzen als den landwirtschaft­lichen Mittelstand umfaffend richtig gewählt seien. Wenn wir nun un« veranschaulichen wollen, einen wie großen Teil an der Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe und der Größe ihrer Fläche die in Rede stehende Klaffe hat, so kann man ste nicht ohne westercS mit Zahl und Größe aller Betriebe, welche unS die landwirtschaftliche vcru:S stattsttk angst bt, vergleichen. In derselben sind nämlich alle landwirtschaftlich benutzten Flächen, sei e» auch de« kleinsten UmsangS, alS „Betriebe* gezählt, so bald sie von einer Person al« die ihr zustehende WirtschastSfläche angegeben wurden. Jnsolgedeffen nehmen die untersten in jener Sta- tifiik g-bilocten Größ nklaffen: bis a, von 2 bi« 5 a, von

IflC* Auch für den Monat Dezember nehmen auf die

Oberßesfische Zeitung

nebst deren Beiblätter

Amtlicher Aiyeiger

für die Kreise Marburg und Kirchhain

„Und die Herrschaften gehen viel in die Gesellschaft?* fragte der Graf.

„Soviel als es die geschäftlichen Verpflichtungen meines Mannes mit sich bringen.*

„Herr Doktor--Sie verzeihen — wie war doch

gleich Ihr Name?*

„Meinhardt, Herr Graf!' -

Es lag eine kleine scharfe Pointe in dieser Antwort, und Elsa sah trotz de« höflichen Tons, in dem ste gegeben wurde, fragend zu ihrem Manne empor. DaS Gefpräch, das für alle drei gleich peinlich zu werden drohte, wurde zum Glück im Krim erstickt, da die besternte Exzellenz, welche Elsa im Vestibül bewundert hatte, sich der jungen Frau durch den Hausherrn verstellen ließ. Mit einem verbindlichen Abschiedsgruß wandte ste stch um und dem General zu, der ein lebhafter, heiterer Herr war.

„Sind Sie mit dem Grafen Herrlingen bekannt, meine Gnädige?' fragt« er rasch.

„Soeben hat Baron Z mter uns einander vorgestellt!

„Nun, er ist natürlich auch heute weitaus der schönst« Mann im ganzen Sa tt 1" bemerkte der General mit einem komi ch schwermütigen Lächeln, in em er seinen langen Bart durch die Finger zog. „Unmöglich mit dem Menschen auf­zukommen! Unsereiner fängt lieber erst gar nicht an und räumt ihm ohne Schwertstreich das Feld l* Er warf einen bedauernden Blick auf seine Nachbarin.

„Ist bet Graf verheiratet?' konnte stch Albrecht nicht ^Oh bewahrter wird stch hüten! DaS heißt, ich hörte sv uwa« raunen von zwei jungen Damen, — die erste har

Sn,eigen nimmt entgegen: bie Expedition d. Blattes, sowie d-Annoncen-Bureaux »onHaasenftein undVogler ;n Frankfurt a M. Ham» bürg, Üftagbeburgu. SBien; Uudols Masse in Frankfurt , Berlin, München und ojj[n; G- L Daube und 6o- m Frankfurt a. M>, Berlin, Hannover u. Pari».

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux Jägersche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Hermann- scheLuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle. W. Thienes in Elberfeld.

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. (Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage ,, jUUftrtrte» »"nmassvtan ”r7 0lc q if. , ' Buchdruckerei) bezogen 2'/. Mark? durch die Postämter deS deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf« (excl. Bestellgebühr., - JnsertronSgebübr für die gespaltene Zeile 10 Pf«.

Reklamen die Zeile 25 Pfg. Für in der Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 2r» Pfg. berechnet.

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