Einzelbild herunterladen
 

des Liberalismus zugeschnitten worden; und sie wird dar­auf noch mehr zugeschnitten werden, wenn Ihr Euch nicht aufrafft, wenn Ihr nicht bald begreift, daß derjenige, der in einem überstürzenden Strome nicht überflutet werden will, fest stehen, d. h. konservativ sein und im konservativen Sinne handeln muß. Jetzt bezahlt Ihr die Kosten des liberalen Treiben-, die internationale Geldmacht sitzt oben und Ihr unten.... Und es soll sich nicht lohnen, bei den Wahlen in« Zeug zu gehen und zu wählen; und zwar zu wählen solche Leute, die Euren Gedankenkreisen am nächsten stehen, die den Willen zeigen, für die Erhaltung Eures Standes und Eurer Erwerbsgrundtagen einzutreten? Meint Ihr, die Liberalen würden so gewaltig bei den Wahlen ins Zeug gehen, würden Euch selbst auf die sie zu anderen Zeiten so hochmütig herabsehen durch schöne Redensarten zu ködern suchen, Euch Eure eigensten Jnter- effen als Teufel an die Wand malen und Euch sogar weis machen, durch Vertretung dieser Eurer Jnteresien würdet Ihr Euch des Neides schuldig machen wenn sie nicht wüßten weshalb?

Ihr habt ja seit Jahren liberal gewählt I... nun fragt Euch doch, was haben denn Eure liberalen Abgeordneten für Euch gethan? Nennt nur Eins . . . aber Ihr findet nichts. Meint Ihr aber, die Liberalen hätten nichts für sich gethan? Haben sie denn ihre »Zünfte", die Privilegien, von denen sie Vorteil ziehen, etwa auch beseitigt, wie sie Eure Zünfte, leider vielfach unter Eurer Mitwirkung und jedenfalls im höchsten Grade begünstigt durch Eure Gleichgiltigkeit be­seitigt haben? ES ist ihnen nicht eingefallen. Vielleicht kommt auch der Tag noch, wo die Handwerker ihr Jnteresie erkennen und sich über den Weg, den sie zu gehen haben, klar werden. Aber es will vielfach so scheinen, daß sie für die bevorstehende Wahl diese Erkenntnis noch bei weitem nicht gebührend zum Ausdruck bringen werden.

Deutsches Reich.

Berlin, 24. Okt. Der Kaiser konferierte heute vor­mittag mit dem Fürsten Bismarck. Nach der morgen um 2 Uhr im Kgl. Schlosse unter dem Vorsitze des Kronprinzen stattfindenden Eröffnung deS Staatsrates findet um 5 Uhr ein Diner im Adlersaale des Kaiser!. Palais statt, zu welchem die Kgl. Prinzen und die anwesenden Mitglieder des StaatSratS geladen sind. Am gestrigen Tage trat der Bundesrat unter Vorsitz des Staats-Ministers, Staats­sekretärs des Innern von Bötticher zu einer Plenarsitzung zusammen. Vorlagen, betreffend den zu Athen am 9. Juli/27. Juni 1884 unterzeichneten Handels- und Sch'ff- ahrtövertrag mit Griechenland den Besoldungs- und Pen- ionSetat der Reichsbank für 1885, den Entwurf eines Ge- etzeS wegen Verwendung von Geldmitteln aus Reichsfonds i ur Einrichtung und Unterhaltung von Post-Dampfschiffs­verbindungen mit überseeischen Ländern, den Entwurf eines Gesetzes über die Ausdehnung der Kranken- und Unfall­versicherung auf Transportgewerbe und andere Betriebs­zweige, den Entwurf eines Gesetzes über die Unfallversiche­rung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben be­schäftigten Personen, wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Sodann machte der Vorsitzende Mitteilung über den Beitritt der Königlich großbritannischen Regierung zu der internationalen Meter-Konvention von 1875, sowie über die erfolgte Verpflichtung von Mitgliedern der preußischen Hauptverwaltung der Staatsschulden. Nach dem Vorschläge deS Vorsitzenden soll in einer der nächsten Sitzungen über die Besetzung zweier MitgliedSstellen bei dem Kaiserlichen Reichs-BersicherungSamt Beschluß gefaßt werden. Auf den Bericht der AuSschüffe für Handel und Verkehr und für Justizwesen wurde beschlossen, den Reichskanzler zu ersuchen, eine Eingabe deS lippischen Zieglervereins und anderer lippischer Ztegelarbeiter, betreffend die Abänderung der Ge­werbeordnung und des Krankenkassengesetzes, der Fürstlich lippischen Regierung mitzuteilen und deren Aeußerung über dieselbe herbetzuführen. Auf den Bericht derselben AuSschüffe wurde beschlossen, einen Antrag, betreffend die Befreiung von der Unfallversicherung-Pflicht, als gesetzlich unstatthaft ab­zuweisen. Eingaben, betreffend die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in Spinnereien re. und die Erweiterung der täg­lichen Arbeitszeit jugendlicher Arbeiter in Baumwolldrucke­reien, beschloß die Versammlung keine Folge zu geben. Zum Schluß wurde über Rekursgesuche in Disziplinar- UntersuchungSsachen und über die geschäftliche Behandlung von Eingaben Beschluß gefaßt. In der nächsten BundeS- ratSfitzung dürfte die Vertretung Braunschweigs im Bundes­rate zur Sprache kommen und demnächst die durch den Regentschaftsrat legitimierten Vertreter ihren Sitz im Bundes­räte einnehmrn. Ueber den Stand der Medizinalreform in Preußen liegt jetzt ein Bericht des Regierungsmedizinal­rat- Dr. Roack (Oppeln) im ärztlichen Vereinsblatte nach dem Protokolle des jüngsten Aerztetages vor. Danach ist der Entwurf eine- Gesetzes über die Umgestaltung des MedtzinalwesenS bereits den zuständigen Staatsbehörden zur Aeußerung, allerdings vertraulich, zugegangen. Es besteht die Absicht, dies« Entwurf demnächst dem preußischen Land­tage vorzulegen. Der Entwurf steht in keiner Weise im Widerspruche mit den Beschlüssen des zehnten deutschen Aerztetages und auch nicht mit den, auf dem neuesten deut­schen Aerztetage aufgestellten Thesen. Im großen Ganzen entspricht der Entwurf den Wünschen der Mehrzahl der preußisch« Aerzte und das Abgeordnetenhaus wird schwer­lich wesentliche Abänderungen beschließen.

Braunschweig, 24. Ott. Im Landtage teilt Minister von Wrisberg mti, der Herzog von Cumberland habe sein Besitzergreifung-patent dem Ministerium übersandt mit der

Aufforderung, solches zu kontrastgnieren und zu publizieren. Dasselbe hat folgende Wortlauts:Wir, Ernst August von GotteS Gnaden Herzog zu Braunschweig und Lüne­burg, König!. Prinz von Großbritannien und Irland, Herzog von Cumberland rc. rc. thun hiermit kund und zu wiffen: Demnach eS dem unerforschlichen Willen der gött­lichen Vorsehung gefallen hat, Unseres Hochgeehrten Herrn Oheim- und Vetters, des durchlauchtigsten Herzogs und Herrn, Wilhelm, Herzogs zu Braunschweig und Lüne­burg Liebden am heutigen Tage aus dieser Zeitlichkeit ab­zuberufen, dadurch aber die Nachfolge in der Regierung deS Herzogtums Braunschweig auf Uns übrrgegangen ist kraft der Rechte, welche in Unserem fürstlichen Gesamthause Braunschweig-Lüneburg bestehen, so entbieten Wir allen Behörden, Dienern, Vasallen und Unterthanen des Herzog­tums Braunschweig Unsere Gnade und eröffnen ihnen hier­durch, daß Wir mittelst dieses Patents das Herzogtum Braunschweig in Besitz nehmen und die Regierung über dasselbe antreten. Wir werden die Regierung deS Herzog­tums nach Maßgabe der Verfassung des deutschen Reiches, sowie der Landesverfassung führen und Wir versichern bei Unserem fürstlichen Worte, entsprechend der Bestimmung in § 4 der Landschaftsordnung vom 12. Oktober 1832, daß Wir die Landesverfassung in allen ihren Bestimmungen beobachten, aufrechterhalten und beschützen wollen. Alle Diener, geistlichen und weltlichen Standes, bestätigen Wir in ihren Dienststellen. Von allen Unseren Unterthanen erwarten Wir, daß sie Uns stets in Treue und Siebe zu- gethan sein werden. Dagegen versprechen Wir die Wohl­fahrt des Landes mit gleicher Zuneigung ftcis im Auge zu behalten, wie Unser erlauchter Vorgänger. Wegen der einzunehmenden Huldigungen werden Wir das Erforderliche demnächst verordnen. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedruckten Siegels. Gegeben Gmunden, den Achtzehnten Oktober Eintausend Achthundert Vier und Achtzig. Ernst August." Minister Wrisberg verlas dann das Antwortschreiben des Ministeriums an den Herzog von Cumberland; daffelbe besagt, daß nach der Ansicht des Ministeriums der im Regentschaftsgesetze vorgesehene Fall eingetreten sei und deshalb der Regentschastsrat sich kon­stituiert habe, daß das Ministerium daher außerstande sei, der Aufforderung zur Kontrasignierung und Publikation des Patents Folge zu geben, vielmehr vom Regentschafts­rate ermächtigt sei, die Aufforderung abzulehnen. Die Geltendmachung seiner Thronfolge-Ansprüche bleibe dem Herzoge von Cumberland überlassen. v. Wüsb rg teilte ferner mit, das Ministerium habe sofort den Reichskanzler Fürsten BiSmarck von dem Schreiben des Herzogs von Cumberland benachrichtigt und hinzugefügt, es werde allen weiteren derartigen Kundgebungen unverzüglich entgegen­treten. Noch in der nämlichen Nacht habe ihm der preußische Gesandte eine Depesche deS Fürsten Bismarck witgeteilt, welche besagt, daß der Kaiser das Schreiben deS Regent- schastSratS mit Dank ausgenommen habe und sämtliche Anträge des Regentschaftsrats genehmigen werde, v. Wrisberg fügt hinzu, der Regentschaftsrat und das Ministerium hielten die Fortführung der Regierung durch den R-gentschaftSrat für vollständig gesichert und seien überzeugt, die Thronfolge werde auf Grund der Rechte des Landes und deS Reiches erledigt werden. Die beantragte Adresie-Antwort, welche die Eröffnungsrede paraphrasiert, wird einstimmig ange­nommen. Der Herzog ist nun vorvergangene Nacht wieder heimgekehrt als Leiche. Genau um Mitternacht traf der Zug hier ein in Begleitung der obersten Hofchargcn und des HofpredigerS Abt Dr. Thiele. 18 Unteroffiziere des braunschweigischen HusarenregtmentS trugen den in schwarzen Samt gehüllten Sarg durch die reich geschmückte große Halle des Bahnhofes über den eilens dazu erbauten Perron nach dem Leichenwagen. Unter dem Geläute aller Glocken durchschritt der Zug seinen Weg. Das Ganze hatte man verzeihe den Ausdruck etwas Gespenstisches oder Geisterhaftes. Auf den Straßen lag wegen der schwarz verhüllten Laternen tiefe Dämmerung, so daß man Per­sonen und Dinge nur halb erkannte. In diesem mitter­nächtlichen Dämmerlicht, zwischen zwei schweigenden Mauern von zahllosen Menschen mit entblößten Häuptern und ernsten Gesichtern zieht es nun langsam, drohend, schattenhaft in lautloser Stille heran: 2 Schwadronen Husaren, Hofbeamte, die Stadtgeistlichkeit im Ornat, dann der Sarg auf seinem mächtigen Wagen, gezogen von sechs schwarzverhüllten Rosien mit schwarzen Federbüschen auf den Köpfen; dieser Sarg allein beleuchtet von 20 Fackeln, zwischen denen Palmen­träger gehen, und umgeben von den 18 militärischen Trägern. Ihm folgt kein Verwandter, eS hat ihm keiner nahe gestanden der Hosprcdiger und Hofmarschall, ein großes OsfizierkorpS, die Spitzen der sämtlichen Lande«, und Stadt­behörden und abermals 2 Schwadronen Husaren, alle mit gezogenem Säbel. Hätten die Hufe der vorsichtig auf­tretenden Pferde nicht leise gcttappert auf dem Pflaster, man hätte das Ganze sehr wohl für eins jener wunder­samen Nachtgeflchte halten können, wie sie Hellseher zuweilen haben sollen. Und über dem Ganzen wogten leise, ernste Töne wie aus ferner Höhe durch die Luft und sangen diese Weise:Memento mori, memento moril Was ist des Lebens Herrlichkeit, wie bald ist ste verschwunden!" Gestern morgen begann die Paradeausstellung der Leiche. Die Ausstattung ist überaus schön und würdevoll gehalten. Schwarze Stoffe und grüne Orangerie, Silber- und Lichter­glanz bilden die Umgebung, in deren Mitte der hohe Tote schläft. Ein friedliches, edles Gesicht, das bei der großen Zurückgezogenheit des Herzogs mancher Braunschweiger heute zum erstenmal, mancher andere anders steht, als er

es gewohnt war, denn die Leiche zeigt graues Kopfhaar und grauen Bart, während der Entschlafene im Leben eine schwarze Perrücke und den Bart in schwarzer Färbung trug, nicht aus Eitelkeit, sondern die Zeichen deS heran- nahcndrn Alters waren ihm verhaßt. Dem Sarge gegen­über ist durch Orangerie eine halbrunde Nische gebildet, in welcher die Büsten deS Großvaters, des VaterS und der Mutter des Verewigten ausgestellt sind ein sinniger Gedanke, der keiner Deutung bedarf. Dir Besucher gehen zu einer Thür de« Saales hinein, um dem Sarg herum und zur anderen hinaus. Jede Thür ist besetzt von einem Husaren - Doppelposten. Zu Füßen des Sarges halten zwei Husarenoffiziere die Leichrnwacht.

A«rla«d.

Rom, 24. Okt. Cholerabericht vom 23. Okt. (Der Zähler deS Bruchs bedeutet die Zahl der Erkrankungen, der Nenner die Zahl der Todesfälle.) In den Provinzen Aquila 5/1, BrcScia 6/2, Neapel 15/13, davon Stadt 9/12, Novara 6/4, Reggioemilta 4/3, Salerno seit zwei Tagen 8/5. General Ricotti ist zum Kriegsminister ernannt.

Turin, 24. Okt. An dem Bankette, welches der Acker­bauminister zu Ehren des Phylloxerakongresies gab, nahmen 200 Gäste teil. Nach dem Toaste auf den König unv die Königin von Italien begrüßte der Minister die sremoen Delegierten, während Planchon Italien als Lehrerin der Zivilisation feierte.

Petersburg, 24. Okt. Der Kaiser begnadigte die im letzten Hochverratsprozeffe zum Tode verurteilte Vera Figner, Ludmilla Wolkenstern, Artilleriekapitän Pochitonvff, Jnsan- tcrieoberstleutnant Aschenbrenner, Jnfanteriesekonsrleutnant Tischanowitsch und Fähnrich im Ftotten-Steuermannskorpö Insvatscheff zu lebenslänglicher, respektive fünfzehnjähriger Zwangsarbeit. An den ebenfalls zum Tode durch den Strang verurteilten früheren Flotten - Leutnant Baron Alexander Stromberg und dem Artillerieleutnant Rogatscheff ist das Urteil am 22. Oktober vollzogen worden. Die Uebrigen sind zu Zwangsarbeit von 4 bis 20 Jahren ver­urteilt.

Koustautinopkl, 24. Okt. Der Sultan verlieh dem deutschen Botschafter von Radvwitz die goldene Jmtiaz- mcdaille.

Rewyork, 24. Okt. Gouverneur Cleveland verzichtet auf die grichtliche Verfolgung des Angriffes gegen ihn. Der Attentäter wurde infolge dessen auf freien Fuß gesetzt, nachdem er seiner Reue über die That Ausdruck gegeben hatte.

Washington, 24. Okt. Die Meridian Konferenz nahm eine Erklärung an, in der alle gefaßten Beschlüsse zusammen- gefoßt sind.

Hesse«-Nassau.

Marburg, 24. Okt. (Strafkammer.) In heutiger Sitzung gelangte als erster Verhandlungsgcgenstarid ein kleiner am 17. Februar d. I. auf der Station Treysa stattgrfundcner Eisenbahnunfall zur Aburteilung. Es war nämlich der an jenem Tage um 3 Uhr nachmittaoS von der Station Marb .rg dort anlangende Gütcrzug Nr.' 251a der M-tn-Wescrbahn infolge unterlasiener Weichcnstellung in ein falsches Geleis etngcfahren und hatte einige in demselben stehende Güterwagen so heftig angerannt, daß ein Reparatur- schaden in Höhe von 30 Mark entstand, ohne jedoch eine weitere Betriebsstörung zur Folge zu haben. Zur Verant­wortung hierfür wurccn gezogen der ehemalige Stations- Assistent zu Tr.ysa Ed. Kujus und der Weichensteller Dersch daselbst und durch richterliches Erkenntnis in der Utteilsmoiivierung als erwiesen betrachtet, daß ersterer weder seiner Verpflichtung, bet der Einfahrt des Zuges sich von der richtigen Stellung der W-iche zu überzeugen, nachge­kommen war, noch sich instruktionsgemäß auf dem Perron befand als der Zusammenstoß erfolgte und bezüglich de« zweiten Angeklagten, daß er die ihm zur Besorgung über­gebene Weiche Nr. 1 für die Einfahrt des Zuges zu stellen unterlasien habe. U'ter Annahme mildernder Um­stände hinstchllich der Geringfügigkeit deS entstandenen Schadens wurde dann der Stations-Assistent zu 1 Woche und der Weichensteller zu 4 Tagen Gefängnis und in die Kosten des Verfahren« verurteilt. Die 32jährige Ehe­frau de« Schuhmachers Adam Diebel, Barbara geb. Ditzel, zu Wahlshausen war unter Anklage gestellt, am 10. Aug. d. I. durch Fahrlässig! it den Brand zweier fremder Ge­bäude veranlaßt zu haben. Dieselbe wohnte bei Ihrer Schwester zur Miete un dkochte an jenem Morgen auf dem in dem Hauögange befindlichen offenen Rostherde Kaffee, entfernte sich während desien jedoch auf einige Zeit um die Ziege im Stalle zu besorgen und wenige Worte mit ihrer Schwester zu plaudern. Auf ein verdächtiges Knistern hin zurückeilend, fand sie das vor dem Herde liegende Tonnen- holz in hellen Flammen und da« Feuer hatte sich durch eine in der Decke befindliche Lucke bereits dem mit brenn­baren Stoffen gefüllten Bodenraum mitgeteilt. Zwei unter einem Dache ^befindliche Wohnhäuschen brannten hierdurch vollständig nieder und mit ihnen die unversicherte Habe der Angeklagten. Der Gerichtshof nahm als erwiesen an, daß letztere das Feuer am Herd verließ, während leicht brenn­bare« Holz vor demselben lag und hierdurch den Brand eine« zur Wohnung von Menschen dienenden Gebäude« verursacht habe und verurteilte dieselbe zu einer Geldstrafe von 30 Mark event. 6 Tage Haft und in die Kosten. Al« StrafmilderungSgrund wurde die Armut der Angeklagten in Betracht gezogen.