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Marburg, DonuerStag, 28 August 1884.
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1884.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen'Bureaux Jägersche Buchhandlung in Frankfurt o. M.; Hermann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin,
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unb das war am Abend des 5. September 1870 gar nicht gleicht; denn wäre es leicht zu finden gewesen, so bitte 1'4 wohl manch' Anderer unter den Kameraden die Mühe des Suchens nicht verdrießen lasten. Es war den Dreien eigentNch wohl auch mehr um einen Ritt in Ruhe, abseits vom Schlachtfelde, zu thun gewesen und sie hatten über die scherzenden Abschiedsrufe bet Kameraden .bringt un» "ur auch etwas von den fetten Gänsen mit« selbst gelacht
Schweigsam, jeder mit seinen Gedanken beschäftigt, batten die Drei das Städtchen Corignan, das vollständig von fc Einwohnerschaft verlassen schien, passiert, die treue Büchse in der Hand und jeder etwaigen Gefahr gegenüber zum Anschläge fertig. Es fing bereits an zu dämmern und der Unteroffizier Knöffke meinte:
„Es giebt nix, Herr Leutnant, wir werden schon auf die Dörfer gehen mästen, da finden wir vielleicht noch so ne abjelegte Ente oder ein verloofeneS Huhn."
„Wir thuns auch —
„Billiger" hatte Feldwebel Rienick sagen wollen, aber statt besten entrang sich ein urkräftigeS „Donnerwetter" dem Gehege seiner gewaltigen Zähne und er starrte auf ein Haus, an das die kleine Cavalcade mittlerweile gelangt war und das, außerhalb der Stadt ganz allein liegend, gleich den Häusern des Städtchens völlig verlassen schien.
„Da, Herr Leutnant" rief jetzt der Feldwebel und wie« mit den Finger auf ein Fenster de« Hauses, an dem sich der Kopf eines Mädchens zeigte, das halb furchtsam, halb neugierig auf di- fremden Männer herabblickte.
„Rekognoszieren," rief Leutnant Felder und war mit einem Satze vom Pferde, „Sie Rieneck gehen mit und Knöffke hält die Pferde."
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Amtlicher Anzeiger für die Kreise Marburg und Kirchhain und
Illustriertes SouutagSblatt
werden von allen Postanstalten und in Marburg von der Expedition angenommen.
Oberhesfische Zeitung
nebst ihren Beiblättern a
Deutsches Reich.
Berlin, 26. Aug. Unser Kaiser geht bett kommenben Manövertagen vollkommen neugekräftigt entgegen, doch wirb er ben Truppenübungen nicht mehr zu Pferde sitzend beiwohnen, sondern sich eines dazu bequem h-rgerichteten Wagens bedienen. — Die Taufe des jüngsten Sohnes des Prinzen Wilhelm ist verschoben. Der Staatssekretär Graf Hatzfeldt trat nunmehr seinen Urlaub an und begab sich zunächst nach Frankfurt a. M. Der frühere portugiesische Minister Serpa Pimentel ist hier eingetroffen. - Der französische Botschafter Baron v. Courcel ist morgens nach Barzin abgereist. — Unte.m 12. d. M. hat der Staatssekretär des Reichsschatzamtes an den Reichsbevollmächtigten für Hölle und Steuern in Magdeburg nachstehende Verfügung, betreffend die Frage, in wieweit die Herstellung von Spielkarten außerhalb der Räume der Spielkartenfabrik zulässig sei, zur Nachachtung erlassen: „Ew. Hochwohlgeboren er . widere ich auf den Bericht vom 10. März d. I. ergebenst daß das von der Spielkartenfabrik des Dr. Schröter in Jena bei der Herstellung von Spielkarten beobachtete Verfahren mit den bestehenden Bestimmungen nicht zu vereinbaren ist. Nach § 5 des Gesetzes vom 3. Juli 1878 betreffend den Spielkartenstempel, darf die Fabrikation von Spielkarten nur in den Fabrikräumen betrieben werden« außerhalb der letzteren, insbesondere in den Wohnungen der Arbeiter, darf nur das Kolorieren der Kartenblätter mit steueramtlicher Genehmigung ausgeführt weroen. Durch den BundesratSbeschluß vom 13. Juli 1879 hat im Hin blick auf die Bestimmung im 8 4 des Regulativs, betreffend den Betrieb der Spielkartenfabriken, lediglich festgestellt werden sollen, daß die Herstellung des Buntdruckes in I Druckereien dem Kolorieren der Kartenblätter mit der Hand steueramtlich gleichzuachten sei. Es sei dabei davon aus- gegangen, daß besondere Buntdruckbogen hergestellt werden, I welche in den Spielkartenfabriken auf die Kartons anfgeklebt werden. Erscheint hiernach die Zulässigkeit des Bedruckens der Vorderseiten von Kanons außerhalb der Räume der i Spieckartenfabrik schon zweifelhaft, so darf das Bedrucken der Rückseite der Karton« jedenfalls nur innerhalb der
fNachdruck verboten.)
Revanche.
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>se. In % Brief.-
** Bestellungen für den Monat September | Fabrikräume ausgeführt werden, weil das letztere als ein 1 k* *'1 Kolorieren der Kartenblätter nicht angesehen werden kann.
Indem ich übrigens bemerke, daß nach dem abschriftlich an- I üegenden Berichte des Reichsbevollmächtigten für -lölle und
Stenern zu Dresden vom 28. April d. I. auch die ver- I einbarten Kontrollen nicht in ordnungsmäßiger Weife aus- gefuhrt zu fein scheinen, ersuche ich Sie, auf die Abstellung des zur Sprache gebrachten Verfahrens hinzuwirken und über den Erfolg Ihrer Schritte weiter zu berichten." — S e "^Murger Zig.« schreibt: „Wie erinnerlich, hat der Kultusminister dem Landtage feiner Zeit eine Denkschrift über den Stand der Fortbildungsschulen vorgelegt, in welcher unter anderem auch die Grundsätze entwickelt waren, welche die Unterrichtsverwaltung bisher in der Frage der Benutzung des Sonntags für den Fortbildungsunterricht befolgt hat. Au« statistischen Uebei sichten, welche der Denkschrift beigefügt waren, war ersichtlich, welche Katego i-en von Schulen und wie weit dieselben den Sonntag zum Unterricht verwenden. Es waren dort die Schulen aufgeführt, in welchen nur am Sonntag Vormittag, aber außerhalb der gewöhnlichen Zeit des HauptgotteS-ien'teS, unterrichtet wird, ferner die Schulen, in welchen der Unter» rW in diese Zeit hineingreift, und endlich die Schulen, welche meist den ganzen Sonntag Vormittag zum Unterricht verwenden und deren Zahl sich auf ungefähr 70 b-läuft. Wie verlautet, hat j tzt der Kultusminister sich dahin entschieden, tn betreff der anderen Kategorie der Schulen ttege kein Grund zur Aenderung der Unterrichtszeit vor. Bezüglich der letztgenannten Kategorie, zu lenen im allgemeinen die am besten entwickelten und auch am zahl- rerchsten besuchten gewerblichen FortbildungS- und Fachschulen der größeren unb mittleren Städte gehören, werde es noch einer sorgfältigen Prüfung bedürfen, wie die zur Zeit bestehende Kollision ohne Schädigung der Anstalten allmählich beseitigt werden könne. Dagegen werde es schon jetzt möglich sein, bei den Schulen, welche eine meist nur zweistündige Unterrichtszeit so gelegt haben, daß die Stunden de« vormittägigen HauptgotteSdienstes dadurch mit betroffen werden, eine Verschiebung des Unterrichts In der Weife herbeizuführen, daß jene Stunden frei bleiben. ES soll daher auf dem Wege der Verständigung mit den Ort«» bchörden und unter lhunlichster Wahrung der Interessen der Anstalten die Kollision mit dem Beginn des neuen angestrebt wer en." Das ist wenig genug; es bleibt also beim Alten. Wir können das nur sehr beklagen; Sonntags-Fortbildungsschulen könnte man mit seltenen AuS- na&mcn auch „Fortschrittsschulen" nennen. — Der offiziöse ungarische „Nernzet" bezeichnet die Nachricht, daß Fürst Bismarck in einer besonderen Note an das römische Kabinett seine Anerkennung für die Haltung Italiens auf der Londoner Konferenz ausgedrückt habe, als völlig nnbe- grundet. — lieber bie unserem K a i s e r iu der vergangenen ^iöod&e von seinem russischen Grenadier-Regiment auf tcle-
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Die beiden Krieg, r waren eben bis an die oberste Stufe der Treppe dcS Hauses gelangt unb hatten eben noch »eit gehabt, das über der Thür hängende Schild zu studieren
in Goldlettern „Paul Meunier" stand, als sich die Thür öffnete und eine hohe, stattliche Frauengestalt auf ^Schwelle erschien und höflich aber mit eisiger Kälte „Was wünschen Sie, meine Herren?"
f "°ng in fließendem Deutsch, wenn schon mit etwas fremden Accente.
„Herrgott, eine Deutsche", rief Rieneck, lasten Sie sich N.bunier, wenn sie auch einen französischen Namen führen. 0
Die, Frau war zurückgetreten und es klang womöaliL noch kälter und schneidender denn zuvor, al« sie sagte ^und wiederum In fließendem Deutsch: “
~ 'N ""bitte mir alle Zudringlichkeiten, ich bin eine Französin, obschon ich mit Ihnen, meine Herren, deutsch ^ecbe, weil ich annehmen muß, daß die deutschen Bar? baren unsere schöne Sprache nicht verstehen. Und nun meine Herren, was wünschen Sie?"
Rieneck war vor solcher Sprache doch etwas kleinlaut geworben, Knöffke rückte auf seinen Schimmel unruhig hin “J k^i-nant Felder, der inzwischen alle französischen Vocabeln seiner Schulzeit in seinem Gedächtnis zusammengesucht hatte, «eß sich nicht so leicht verblüffen und vov an:
„Oii chöre madame, nous ne sommes bas barbares nous ne voulons pas vous deranger, nous ne vou- ons que. (Fortsetzung folgt )
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von Haasenstein undVogler in Frankfurt a M., Ham- bürg, Magdeburg u. Wien: Rudolf Moffe in Frankfurt o M., Berlin, Münchenund Mn; G. L Daube und Co- in Frankfurt a. M., Berl in, Hannover u. Paris.
graphischem Wege bargebrachte Huldigung teilt die „N. Fr. Pr. die folgenden Einzelnheiten mit: Am 18. d. Mts. Ei Regiment sein Jubiläum, und diesen
?urko zu einer imposanten mili- die „russisch-deutsche KriegS- bruderschaft. Nach dem Gottesdienste und dem üblichen Toaste auf den Zaren brachte General Gnrko folgenden Trinkspruch aus: „Ich trinke auf das Wohl Er. Majestät des Kaisers von Deutschland und Königs von Preußen, * und berühmten Chefs unseres Regiments
""b des mächtigen Bundesgenoffen unseres Herrscher«." Nach diesem Toaste erhob sich ein wahrer Sturm von Hurrarufen. Da« Regiment senkte seine Fahne, und die anwesenden vier Militär-Musikkapellen der 3. Garde-Division K i" n. V«uHische VEshymne, welche viele mitsangen. Dabei entblößten alle Generale, Offiziere, Beamte und totK °»f. cin Kowmando, ihre Köpfe. Die
Geistlichkeit sang daSLies „Mnogaja Ljeta" („VieleJahre") für den Kaiser von Deutschland. Hierauf entsendete General Surfe an den Kaiser Wilhelm eine Gratulations-Depesche, und »och im Laufe desselben Tages traf vom Kaiser Wilhelm folgeude Dankdepesche, deren Worllaut einigermaßen von dem ursprünglich gemeldeten Texte abweicht, im Moskotvws- kischeu Lager ein: „Ich danke Ihnen für das liebenswürdige Telegramm und wünsche dem Regiment- am heutigen Tage Gluck. Dieser Tag dient für die preußische Armee al« derTagdesNuhmesbei St. Privat uns zur Erinnerung an jene Thaten, welche in den Jahren 1813 und 1814 ben Grund gelegt haben zu der Kriegsbruderschaft zwischen der russischen und der preußischen Armee. Wilhelm." Der ^ubel, welchen die Verlesung dieser Depesche unter ben Generalen, Offizieren unb Soldaten im Lager hervor- r e' na,ie te,rC Grenzen. „Es lebe unser deutscher Bunde«- genoffe ! Es lebe unser deutscher Kriegsbruder I" „ES re« m verbündete berühmte deutsche Armee I" „ES lebe die russisch-deutsche KriegSgenoffenschaftI" — va« ""ren die Ausrufe, die sich stürmisch wiederholten. De« Abends fand ett, Feuerwerk statt. Eine Fassade trug die ltbe unfct Bundesgenosse, Kaiser Wilhelm l" 7 Vorsitzende der Kommission für die Ausarbeitung ein. s deutschen bürgerlichen Gesetzbuches, Wirkt. Geh. Rat Or. Pape, ist gest rn hierher zurückgekehrt. Auch die Mitglieder und Hilfsarbeiter der Kommission sind nach Beendigung der Ferien hier eingetroffen und haben ihre Thätigkeit w der aufgenommen. Bereits an einem der nächsten Tage wird lle Kommission wieder eine Sitzung abgehalten. - 130 bm^.®l!tnren be8 Finanzministers von Scholz ist eine we,en,licheBerä.nerung bisher nicht eingetreten; doch nimmt die Krankheit einen normalen Verlauf.
Potsdam, 26. Aug. Der Telegraph meldete bereits die Erk'onkung der Prinzessin Wilhelm. Die Frau Prinzessin K Wochenbette vollständig erholt und
Mtestch noch wahrend einer Spazierfahrt, die sie Sonn-
Dresden und Leipzig;
I. Barck u. Co. in Halle;
• Eine Keine Sedan-Geschichte von Eugen Rahden.
ES war am Abend des 2. September 1870. Der denkwürdige Sieg war erfochten, der eine ganze große Armee in die Hände des Sieger« lieferte. Groß war die Begeisterung der deutschen Truppen über den unerwarteten großen Sieg uns jedes deutsche Herz jubelte hoch in Freude auf über eine Waffenthat, wie sie selbst des „großen Friedrich" würdig gewesen wäre. Aber der Soldat lebt nicht von der Begeisterung allein im Felde unb sein Magen verlangt, wenn bas Herz sich gelabt hat, nach etwas Reellem, Iv man Speise unb Trank nennet. Das dachte auch augenscheinlich bet Leutnant Felder, der „feine Eugen" zuweilen von den Kameraden genannt, weil er die Eleganz und
Noblesse seine« Auftreten«, ohne dabei den Gecken zu spielen, auch in den Strapazen de« Feldzuges nicht ganz eingebüßt halte. Und was der Herr Leutnant dachte, das schien auch seine beiden Begleiter, ben Unteroffizier Knöffke und d-n Feldwebel Rieneck in Gedanken zu beschäftigen und die vtößlein der drei — dieselben waren von den Kameraden °vn der Kavallerie nur für einen RekoznoszirungSritt ge- «e&en und sollten am nächsten Vormittag wieder abgeliefert •®erben. — wieherten in einer so eigentümlichen Tonart, 2° ein aufmerksamer Zuhörer recht gut herauShören kennte: Kifer schmeckt gar zu gut, wenn man ihm bekommen
•" Hafer war es nun allerdings nicht, was sich vor »en Blicken bet drei müden, hungrigen uns durstigen KriegS- - U"nei* malte, sondern ein wohlbesetzter Tisch, einige gute ~ - A'ne und ein gute« Bett. Alle drei Dinge waren den
^Negern wohl zu gönnen, wenn sie e« nämlich fanden,
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