kN
■pecient
larlmei
:n.
»berg,
i find
rg 12.
iterrich
ildhau-K
M
|0f
id
10« 1021
Mk. 2.. n feind
kaufmW baar tg ein alt« les Mm ScschLst! en Kra,! i zu ribn t
tu,
'gstraßk.
egt bfi-
igrr
'S
irk, 3176 assen l bk: durch
102|
681
771
981
1021
99
60
77$ 76?
292
96 218* 120'
591
egend ® (teilen?! isionsch
cburg, 40.
6. Mlj. irobe £
> Verk^ itz««, 2 O.d.« Wohnii^
et».**
101j -
i J al 21» 'S
101 '
1024
1031
ff- u, M riff. t
Rr. 196
3Rarßurg, Donnerstag, 21. August 1884.
XIX. Jahrgang.
«„.eigen nimmt entgegen: hie Expedition b. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux vonHaasensteinundVogler i" Frankfurt a M.. Hamburg, Magdeburg u. Wien; »udolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, Münchenund Mn: ®- 2. Daube und (j0. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover u. Paris.
GnhkM 3 ritmig
Anzeigen (nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux Jägersche Buchhandlung in Frankfurt o.M.; Hermann- scheBuchhandluna daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; W. ThieneS in Elberfeld.
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. (Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS SonutagSblatt" durch die Expedition (K och'sche Buchdruckerer) bezogen 2'/» Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg (excl. Bestellgebühr.) — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.
Für in der Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet
Handwerk «udnLandwtrtschaft.
Die Lage deS Handwerks ist in ihrer Art ebenso schlimm, wenn nicht noch schlimmer als die der Landwirtschaft. Der Handwerkerstand, welcher früher den Kern der Bürgerschaft der Städte bildete, anS dem die Magistrate der Städte hervorgingen — ist jetzt durchweg verarmt, bewohnt in der Regel in größeren Städten die Keller-, Hof- und Dachwohnungen und dec größte Teil kann gar kein eigenes Geschäft mehr treiben, sondern fristet sein kümmerliche« Dasein als Lohnarbeiter der großen Magazine von Handwerks« waren, welche jetzt das Handwerk in immer größerem Maße aus- und aufsaugen, und muß sich sehr oft mit Löhnen, die geradezu Hungerlöhne find, zufrieden geben. Einen offenen Laden und direkte Kundschaft im Publikum können nur die allerwenigsten noch unterhalten. Schon die hohe Ladenmiete macht ihnen daS unmöglich — und die Handwerker, welche eigene Häuser besitzen, sind sehr selten geworden. Die Folgen dieser Zustände sind, daß nur die ärmsten und unfähigsten Knaben sich dem Handwerke zuwenden ; Eltern, welche eS irgend können, suchen ihre Söhne in andere Stellungen hinelnzuschieben. Daher die Ueber- süllung der höheren Schulen; die Söhne sollen die Berech» tigung zum Einjährigen - Dienst erlangen. Verlassen sie dann im 18. Jahre die hohen Schulen, so sind sie zum Handwerk verdorben, sie mögen sich nicht mehr auf den Schusterstuhl setzen oder an die Hobelbank stellen, die Fever dünkt ihnen nur noch als das alleinige menschenwürdige Werkzeug, und so suchen sie Kaufmann, d. h. Ladendiener oder Kontor« unv Büreauschreiber bei städtischen und staatlichen Behörden zu werden oder drängen sich in die Post« und Eisenbahnkarriere hinein. Alles will Beamter werden, um eine, wenn auch noch so dürftige, so doch gesicherte Existenz zu erhalten. Die Unsicherheit, welche durch den wütenden Konkurrenzkampf ums Dasein auf dem gewerb- ltchen Gebiete herrscht, ist der Schrecken aller, die nicht die Waffe besitzen, welche in diesem Kampfe allein zum Siege führen kann — nämlich ein hinreichendes Kapital. Und selbst solche scheuen sich, in diesen Kampf einzutreten, weil sie diejenigen hier thätigen Elemente fürchten, denen alle Mittel recht sind, deren Geriebenheit sie sich nicht gewachsen fühlen und die in immer höherem Grade, obgleich sie nie ein Handwerk wirklich gelernt haben, sich doch des Gewerbebetriebes bemächtigen. In Hunderten und Tausenden von Beispielen steht es vor ihren Augen, daß früher selbständige Handwerker durch die Konkurrenz der Magazine mit fertigen Handwerkerwaren ruiniert und zum Aufgeben des selbständigen Geschäfts und zum Zurücklrcten in die Reihe der Lohnarbeiter oder zur Uebernahme einer Stelle als Portier, Laternenanzünder, Droschkenkutscher, Dienstmann, Ausläufer, Leichenträger, Feuerwehrmann, Straßenkehrer oder Tagelöhner genötigt wurden. So geht daö Handwerk immer mehr zurück. Die Magazine drücken die Löhne immer mehr
17 Eine unglückliche Königin.
Historische Erzählung von R. Hoffmann.
Der König schwieg verdrießlich und Lord Caffolk wie bk übrigen Herren fühlten den Stich, den ihnen der König mit diesen Worten bereitet hatte. Auch wußten sie jetzt, daß sich der König im Stillen selbst darüber ärgerte, den weißen Hirsch getötet zu haben und daß er es gern gesehen hätte, wenn im Momente der höchsten Jagdleidenschaft einer seiner LordS an seiner Seite gewesen wäre und ihn auf den glücklichen Einfall gebracht hätte, den weißen Hirsch lebend zu fangen. Einige der Herren suchten deshalb den Mißmut des Königs dadurch zu zerstreuen, daß st« ihn darauf aufmerksam machten, daß der fast zu Tode gehetzte Hirsch beim Niederstürzen sich höchst wahrscheinlich eine innere Verletzung zugezogen habe und deshalb wohl gar dicht am Leben zu erhalten gewesen wöre.
König Heinrich ließ sich diese Ausrede gern gefallen, denn so eigenwillig und leidenschaftlich Heinrich auch war, 1° ließ er sich doch auch leicht bereden und beeinflussm, wenn rS ihm trübe Gedanken vertreiben konnte. Heinrich hatte eben ganz den Charakter eines leidenschaftlichen Despo- ltn, der später zum vollständigen Tyrannen wurde.
Nachdem der Hirsch anSgeweidet und auf ein zu diesem oweckc mitgeführtes Lastpferd gelegt worden war, begann dnter fröhlichem Geplauder der Heimzug der königlichen Jagdgesellschaft.
König Heinrich war wieder recht guter Laune, denn er war ja der Held des ganzen Jagdgefolges, ohne ihn hätte w<M den weißen Hitsw nicht erlegt und dieses Bewußtsein ungeschwächten ritterlichen Kraft schwellte sein Herz wn Stolz und Freude.
herab oder holen sich ihre Waren in dem teilweise noch billiger produzierenden Auslande.
Fragt man nach den Ursachen dieser Erscheinung, so sagen die Liberalen: DaS sind die Folgen der Maschinen, der Eisenbahnen und der Dampfschiffe. Dadurch drängt alles auf Groß oder Fabrikbetrieb, der wieder den kaufmännischen Betrieb bedingt, und der Kleinbetrieb des Handwerks ist diesem Zuge der Zeit gegenüber nicht mehr haltbar. DaS ist teilweise richtig, aber ebenso richtig ist es, daß es rin großer Fehler war, daß die liberale Wirtschaftspolitik diesen kapitalistischen Großbetrieb auch noch über Gebühr begünstigte, während sie zur Erhaltung und zeitgemäßer Reform des Handwerks nicht allein nichts that, sondern im Gegenteil daö organisierte Handwerk durch die sogenannte Gewerbefreiheit und die schrankenlose Konkurrenz zu Tode hetzen ließ. ES wäre nicht nötig gewesen, durch die Gewerbefreiheit, welche der Organisation den Todesstoß gab, jedem Menschen, der nie ein Handwerk gelernt hat und der nur von kaufmännischen und spekulativen Interessen geleitet wurde, die Berechtigung zum Betrieb jedes beliebigen Gewerbes zu geben und überhaupt jeden Nachweis technischer Befähigung fortfallen zu lassen. Dadurch hörte diese Freiheit auf, eine Freiheit deS Gewerbes und zu gunsten deS Gewerbes zu fein, sondern wurde eine Freiheit für jedermann, der Geld hat, jedes beliebige Gewerbe betreiben zu können. Man sagte, die Pfuscher und Schwindler, welche sich dadurch eindrängen, wird daS Publikum bald erkennen und sich vom Leibe halten. Allein man vergaß, daß das Publikum die Pfuscher und Schwindler immer erst erkennt, wenn es von ihnen betrogen ist und das nächste Mal läßt eS sich vielleicht nicht von demselben Schwindler betrügen, allein eS fällt dann einem andern In die Hände — und was die Hauptsache ist: durch die Schwindler wird nicht bloß daS Publikum betrogen, sondern es werden auch die reellen tüchtigen Handwerker ruiniert, welche gegen die billigen Schleuderwaren nicht mehr aufkommen können. Wollte man die Ausübung der Medizin, der Theologie, Pädagogik, der Jurisprudenz rc. in ähnlicher Weise freigeben, so daß man nicht mehr nach Studium, Examen, Zeugnis und Befähigung fragte, sondern es dem Publikum, den Kirchengemeinden und Behörden überließe, die untauglichen Elemente abzuweisen, so würden diese Stände sicherlich bald ebenso korrumpiert und ruiniert fein, wie jetzt der Handwerkerstand.
Großbetriebe hat eS allezeit auch in früherer Zeit gegeben unb kann und soll es auch jetzt geben, aber eine Ueberstürzung war eS, daß man diese Großbetriebe nicht naturgemäß sich entwickeln ließ, sondern sie künstlich hervorrief durch die Gewerbefreiheit uns die Aktienfreiheit, welche es auch solchen, die selbst gar kein Kapital besaßen, ermöglichte, sich durch Aktien ein Kapital zusammenzu- schwindeln — anders kann man das Gebühren zahlloser Gründer p nicht bezeichnen — Fabriken zu gründen und
Nach einem letzten scharfen Trabe befand sich die Jagdgesellschaft vor den Zimmern des KönigsschlosseS Windsor. Auf einen Wink Heinrichs bliesen die Leibjäger in ihre Hörner und verkündeten mit jubelnden Fanfaren die Rückkunft des Königs von seinem Jagdzuge. Aber aus dem noch ungefähr fünfhundert Schritt entfernten Schlosse antwortete man diesmal nicht mit dem gewöhnlichen Signale, alles blieb dort stumm und auch keine Boten kamen dem Könige entgegen.
Alle stutzten einige Augenblicke und eben wollte Heinrich den Befehl geben, die Signale zu wiederholen, als stch das Schloßthor öffnete und der greife Schloßhauptmann Lord Chamberlain, im Galopp dem Könige entgegenritt, aber immer blieb es noch ganz still im Schlöffe und Alle fühlten, daß stch vafelbst etwas Außergewöhnliches zutragen müffe.
Inzwischen hatte Lord Chamberlain den Jagdzug erreicht und befand sich, das Haupt entblößend, vor dem Könige.
„Was giebt's? Was ist in unserem Palaste vorgefallen ?" fragte Heinrich ungeduldig.
„Ihre Majestät unsere allergnädigste Königin wird seit zwei Stunden von schweren Wehen heimgesucht und erwartet unter großm Schmerzen die baldige Genesung von dem, wa» Gott ihr unb unserem allergnädigsten Könige schenken wird."
Heinrich schaute bei dieser Nachricht betroffen drein und sagte dann:
„Unfern herzlichen Dank für diese Botschaft, lieber Lord. Hoffentlich wird alles für unsere Gemahlin gnädig vorübergehen und der Himmel uns und England den lang ersehnten Thronfolger schenken!"
en gros zu produzieren. So wurde eine Maffenproduk- tion und Massenkonkurrenz hervorgerufen, die nicht bloö das Handwerk, sondern auch den Großbetrieb ruinierte — und den Krach hervorrief, welcher den Wohlstand deS deutschen Volkes bis in seine tiefsten Schichten in der furchtbarsten Weise schädigte und erschütterte.
DaS Handwerk ruiniert, die Großindustrie verkracht, zum Bankerott und zur AibeitSeinstellung getrieben zu haben, daS war das Resultat der viel gepriesenen liberalen Wirtschaftspolitik, die sich rühmte, auf der Höhe der Zeit und der Wissenschaft zu stehen, in Wahrheit aber nur die Dienerin der Jntereffen, nicht einmal deS soliden Handels, sondern des kapitalistischen AuSbeutertumS war. Daß ein starkes gesundes Volk, wie daS deutsche, eine solche durch unb durch ungesunde, parasitische Politik auf die Dauer nicht ertragen kann, ließ sich voraussehen. Ueberall trat bald Erkenntnis zu tage: so kann es nicht bleiben, wir sind auf falschem Wege. Die liberalen Theoretiker freilich geben bas noch heute nicht zu; sie bleiben bei ihren manchesterlichen SchulverSchen, das sie ein englischer Sprachlehrer und ein deutscher jüdischer Advokat gelehrt: „das Spiel der freien Kräfte reguliert alles am besten." Sie vergeffen nur immer hinzuzufügen: „für die kapitalistischen Ausbeuter", aber nicht für di« reelle, solide Arbeit.
Allein, was hilft nun alles Bedauern und Klagen; die Fehler sind gemacht und die Aufgabe besteht darin, sie zu verbeffern. Das ist freilich schwerer als Fehler machen. Nichts war leichter, als eine Gesetzgebung machen, wie die liberale, welche das Handwerk als veraltet bei Seite warf, feine alte, durch die Jahrhunderte bewährte Organisation kurzer Hand aufhob, an ihre Stelle die schrankenlose Ge- werbefreiheit setzte, ihr dir Aktien-, Wucher- und Zugfreiheit als Gehilfinnen zur Seite gab und nun dem Volke zurief: „So, nun sind die Schranken zum Konkurrenzkampf ums Dasein geöffnet, nun los I Moralische Gesktze und Rücksichten haben in diesem Kampfe keine Geltung mehr, hier herrscht nur daS freie Walten der Naturgesetze und Naturtriebe!" — Nun, wir alle haben diesen wüsten Kampf und seine Folgen erlebt. Seit Jahren mühen stch die Regierung, die konservative Partei und das Zentrum ab, die Fehler zu verbeffern; es ist ja auch vieles geschehen. Die Wucherfreiheit und der Freihandel sind beschränkt, vaS Aktiengesetz ist geändert, den Arbeitern sind zuverlässige Versicherungen für Krankheit unb Unfälle garantiert, ben Haubwerkern hat man bie Hand gereicht, um ihre erprobte naturgemäße Organisation — die Innungen — wieder zu beleben, die direkte Steuerlast der ärmeren Klaffen ist vermindert und man hat Versuche gemacht, das Kapital und vor allem die Börse höher zu besteuern, aber leider vergeblich, denn der Widerstand der liberalen Parteien war noch zu stark und die Unterstützung deS verblendeten Volkes für die Bestrebungen der Regierung und der Konservativen noch zu gering — und jetzt erheben die liberalen Parteien, welche
„Gott gebe es!" erwiderte Lord Chamberlain und lang- sam legte der Jagdzug ben Rest be« Weges nach Schloß Winbsor zurück, während König Heinrich in eifrigem, halblautem Gespräch mit Lorb Chamberlain begriffen war, sich wieberholl eifrigst nach dem Befinden seiner damals noch heißgeliebten Gemahlin Anna erkundigte und den Lord über bie Gutachten bet Leibärzte befragte.
Vor bem Schlöffe angenommen, stiegen alle von den Pferden und übergaben diese zum Halten den herbeigeellten Dienern, denn kein Pferbegetrappel im Schloßhofe sollte jetzt die Königin in ihren schweren Stunden beängstigen oder ihr lästig fallen.
Der König, Lord Caffolk, Lord Chamberlain und die übrigen zu seiner nächsten Umgebung gehörigen Personen begaben sich daraus eiligen Schrittes in das Schloß, während die übrigen Herren, welche meistenteils nur dem Könige das Geleit gegeben hatten, vor dem Schlöffe warteten, um sobald als möglich die frohe Botschaft von der glücklichen Entbindung der Königin zu erfahren und die Nachricht gleich mit auf ihre heimatlichen Schlösser unb in bas Lanb zu bringen.
König Heinrich begab sich direkt nach ben Gemächern, wo stch bie Königin befanb. Aber et burfte feine Gemahlin noch nicht sehen, bie Entbinbung war noch nicht vorüber, bie Leibärzte unb bie dienstthuendcn Hofdamen gaben bem Könige nur tröstende Auskünfte und Heinrich der für ba« Leben von Mutter unb Kind fürchtete, schritt in bangen Erwartungen nach seinen eigenen Gemächern, wohin ihm sobald als thunlichst Nachrichten über die Entbindung und das Befinden der Königin gebracht werden sollten.
(Fortsetzung folgt )