Marburg, MUWoch, 23. Juli 1884.
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XIX. Jahrgang
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Gegen den republikanischen Kandidaten spricht aber noch
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but| H deshalb ist eS gut, daß ich meinen Aufenthalt fit der 14. äderet so lange wie möglich auSdchne. — Wenn Du
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zqA I Achtbarer Egoist ich gewest SS L^8 für Dich thun kann,
Freienwalde beizuwohnen, haft begrüßt, eine zunächst Zuschrift des
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männer der nationallibcralen Partei im Wahlkreise Alzey- Bingen mit, wo derselbe bekanntlich als Reichstagskandtdat an Stelle des bisherigen Vertreters des Kreises, des Herrn Bamberger, in Aussicht genommen ist. Wir entnehmen dieser Zuschrift, in welcher Herr v. Schauß sich zur eventuellen Annahme der Wahl bereit erklärt, die folgenden
Sie Wahlbewegvag in Nordamerika.
Am 4. November vieles Jahres finden in der nord-
rähm - - - ...
ifMMrf -len der republikanischen Partei proklamiert, während sich
1 e demokratische Konvention viel rascher entschied uns den
.eigen nimmt entgegen: Spedition d. Blattes.
».Und Du meinst, Heinz, ich werde Dich aus dem Hause ^siben, das ohne Dich zusammengestürzt wäre? — Du W, ich werde Dich in die Welt hinaus lassen, nachdem
Deine beste Kraft für uns geopfert? — Daß Du, 'Du, — der gütigste der Menschen, dies von mir ver- , konntest, beweist mir erst klar und deutlich, was für furchtbarer Egoist ich gewesen l — Ich weiß wohl, daß
V- füi Dtch .hu.. Iuu.i, — aber ich denke, wenn M^riele Dein Glück in ihre Hände nimmt, dann wird so " ^ich gesorgt fein, wie ich es Dir wünsche, Du bestes W^es Bruderherz! — Still, Heinz I Ich laste Dich nicht
■beteti dflußreichen Stellungen der Union zu bringen und schon >en.! Met Umstand müßte alle ehrlichen Leute davon abhalten,
le Korruption in den höheren Beamten - Kreisen und et Stellenschacher zu Hause ist, viel sagen. Seinem tgenkandtdaten Blaine kann man nun zwar nicht gerade lieft Gravierendes nachsagen, er ist aber ein hervorragendes Hitglleb einer gewissen Kokette innerhalb der republikant'chen taei, die kein Mittel unversucht läßt, ihre Leute in die
suverneur oes Staates Newyork, Cleveland, als Kan- dalen der Demokraten für den ersten Beamtenposten der ton auf den Schild erhob. — Es lasten sich natürlich Zeit noch nicht genau die Chancen beider Kandidaten Bigen, indessen scheint eS doch, al» ob diejenigen Cleve- ds größer seien als die seines republikanischen Gegner» ine. Während nämlich die demokratische Partei durchgeschlossen in den Wahlkampf tritt, ist die» bet den ublikanern nicht der Fall. Einem guten Teile der ren konveniert Blaine nicht und e» heißt darum schon l, daß die mißvergnügten Republikaner entweder einen dibaten nach ihrem Gusto ausstellen, oder aber für den didaten der Demokraten stimmen würden und die» urbe unter allen Umständen den Sieg für Cleveland
Iben. Mit seiner Kandtdterung ist von der demo- lischen Partei auch entschieden ein glücklicher Griff geworden; Cleveland gilt al» ein Mann von durch
fort, Du bleibst, — was wäre Ostau ohne Dich? — Ich soll es verwalten? — Nein, lieber Junge, — ich würde bald wieder verderben, wa» Du gut gemacht hast. Ich bin nicht zum Landwirt geboren, dazu fehlt mir die energische, ausharrende Stetigkeit, die der Grundzug Deines Charakters ist. Wa» ich zu thun gedenke? Deinen Rat befolgen will ich, den goldenen Rat, den Du mir gegeben! Ich habe mich mehr, als Ihr ahnen mögt, nach ernster, mein Leben ausfüllender Arbeit gesehnt. Ich will arbeiten, Heinz, — in der Arbeit liegt eine reinigende, regenerirende Kraft! Ein pflichttreuer, tüchtiger Beamter will ich werden, — ich fühle die Kraft dazu in mir!*
,Du hast immer gekonnt, waS Du ernst wolltest! Ich bin überzeugt, Du würdest bald eine hervorragende Stellung erringen, — aber, lieber Thilo, ich kann noch nicht recht glauben, daß es Dir wirklicher Ernst damit ist. Du bist nicht an strenge Arbeit gewöhnt!"
»Ich werde mich daran gewöhnen, — glaube mir, ich werde! — Entsinnst Du Dich, Heinz, daß Du mir in früherer Zeit Deine Lobsprüche immer in negativer Art zu ertellen pflegtest? Du bist nicht auf den Kopf gefallen, Thllo! sagtest Du, wenn ich eine Arbeit zu Deiner Zufriedenheit fertiggestellt hatte. Nun, — ich will Dir beweisen, daß mein Kopf auch heute noch ebensogut ist, wie früher!"
Sie lächelten beide bei dieser Erinnerung an die glückliche Ktnderzeit. Solche Erinnerungen aber sind ein feste» Band zwischen zwei Menschen, — besten wurden die Beiden sich auf» neue bewußt.
„Und nun Vertrauen gegen Vertrauen, Heinz! Auch ich habe Dir ein Geständniß zu machen, — indem geht
abqereist, um dem 200jährigen Brunnenfeste Er wurde am Bahnhof vom Publikum leb- — Die „N. A. Z." teilt an leitender Stelle vom „Rbein- Md Nahe-Boten" veröffentlichte Herrn Dr. von Schauß an die Vertrauens-
[2 tz selbst, nicht aber irgend welcher Protettion und W will in einem Land, wo, wie gerade in der Union,
®t hatte noch nicht ausgesprochen, al» er Thllo» Arm *■ Iriner Schulter fühlte.
Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; jy. Thienes in Elberfeld.
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ist« te Stimme Blaine zu geben. [5 *
•ntt über ein oder zwei Jahre selbst die Verwaltung überlist, dann ist die Sache auf alle Fälle zu Ende. Ich nw tann weit fort, vielleicht nach Australien, wo man
101 billig Land zu kaufen bekommt. Bi» dahin habe Ge-
1024; mit ihr UM dränge sie nicht! — Sie wird e» übrr-
Mea, — «brr hilf ihr dazu, — sei gütig gegen sie!"
auch an sich zum Teil beachtenswerten Sätze: .....Schon im Jahre 1879 (als Völk und Schauß .sich entschließen mußten, alte Beziehungen mit alten politische« Freunden zu lösen") bereitete sich die Koalition de» Zentrums mit dm Konservativen vor und war vollkommen klar, daß die verbündeten Regierungen notgedrungen von derselbm Gebrauch zu machen sich entschließen würden, wenn die national- liberale Partei eine absolut negative Stellung gegen die Reichsregierung für nötig hielte. Damals habe ich den Abgeordneten Rickert, der nun wieder Hauptredner in Sprendlingm war, nicht einmal, fondem wiederholt äußern hören, nun wüste ernstlich an die Entfernung des Reichskanzlers aus seinem Amte gegangm werden. Den Nachfolger hatte Herr Rickert schon in der Tasche; dieser war der frühere Minister v. Stosch, wie nun mit vollem Grund in Zeitungen berichtet wird. Der innerste Grund dieser Aktion war damals die Hoffnung, daß die preußischen Ostseeprovinzen und die östlichen Häfen (Memel und Danzig) in größere Protektion genommen würden. Die Leidenschaft dieser Kreise war hauptsächlich dadurch gesteigert, daß man vom Getreidezoll eine Beeinträchtigung des Exports dieser Gegenden fürchtete, welche deutsches und russische- Getreide zu mischen pflegten und noch pflegen, resp. Zoll auf die russische Quote bezahlen wüsten. Wenn man lange mitgearbeitet hat, findet man ja gar oft, daß hinter den ganz patriotisch und volkstümlich klingenden Reden ein ganz menschliches und nüchternes materielles Jatereste steckt. So ist die übertriebene Freihandelsbeweguug nichts weiter al- eine Bevorzugung des Händlers, dem ganz gleichgiltig ist, was er verkauft — gegenüber dem Produzenten, und das ist der Landwirt, der Fabrikant rc. Ich kann natürlich nicht ausführlich hier sagen, welche Ansichten ich im einzelnen über die große Frage habe; aber das will ich doch anfügen daß nufer autonomer, fast durchweg sehr gemäßigter Zolltarif absolut keinen Schaden gebracht hat. Alle Prophe- zeihungen find in dieser Richtung zu Master geworden. Die Preise sind zum Nachteil der Konsumenten nicht gestiegen; der Export hat in dem größten Umfange zugmom- men; die Industrie hat wieder zu thun und die Reichskaste hat noch dazu ein gutes Geschäft gemacht. — Was meine Stellung zum Reichskanzler betrifft, über welche, um wich politisch zu ruinieren, soviel Unsinn verbreitet wurde, so will ich darüber nur weniges sagen. Ich weiß, daß Fürst BtS- marck nur solche Männer hochachtet, welche ihre eigene Ueberzeugung haben und welche nichts erstreben wollen. Mit anderen Worten: Charaktervolle und unabhängige Leute! Ich werde nie und nimmer einer rückschrittlichen Maßregel zustimmen, durch welche etwa die konstitutionellen Frei« Helten, Wahlrecht, Geldbewilligung rc. beschränkt werdm wollten, und werde in diesen Fragen m!ch niemals von dm Freisinnigsten trennen. Dagegen unterstütze ich aus vollster Ueberzeugung alle Unternehmungen, welche auf die Stärkung des Reiches und feiner Machtstellung nach außm abzielen
es mir lange nicht so gut, wie Dir, denn ich weiß frellich, daß ich ein schönes, herrliches Mädchen mehr liebe, als ich je gedacht, Heben zu können, — ein Mädchen, da« mich wieder an alles Edele und Reine glauben gelehrt hat, — besten Worte den Umschwung in mir vollzogen, der mich heute zu Dir geführt. Ich weiß, daß sie mir Alle» in Allem ist, — aber ich weiß nicht, ob ich ihr jemals mehr sein kann als ein alter Jugendbekannter."
Als sie vor dem Hofthore vor Ostau anlangten, hatte Heinrich durch seine trostreichen Mitteilungen Hoffnung und Vertrauen in dem Herzen des Freundes angefacht. Seine Wahrnehmungen stimmten mit denen Heinrichs überein und schienen zu bestätigen was er kaum zu hoffen gewagt. —
.Du wirst die Mutter im Garlmsaale finden, da» ist ihr gewöhnlicher Aufenthalt zur Sommerzeit," sagte Heinrich, als sie sich auf dem Hofe trennten.
»Thilo« Hand zitterte, al» er die Tür zur Vorhalle öffnete. Hier wurde ihm der erste laute, frmdige Gruß zu Teil. Er kam von dem alten Diener seine» Vater-, der die Hand seines jungen Herrn mit Küsten und Thränm benetzte. Bei Anblick diese» vor Freude zitternden grauen Hauptes drangm tausend Erinnerungen auf Thilo ein. Bor seinem Blick dunkelte eS, — sein Athem ging rasch und schwer.
.Meine Mutter?" stammelte er leise, die stürmischen Liebkosungen de» Alten sanft abwehrend.
»Die Gnädige ist dort im Zimmer! O mein Gott, wa» wird da» für eine Freude sein, — für fle und unser Fräulein!' (Schluß folgt.)
i. e. durch ehrenhaftem Charakter, an seinem Namen hastet
... der geringste Makel und seine wichtige Stellung gfojK Gouverneur des Staates Newyork dankt er nur
Anzeigen nimmt 'entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d Annoncen-Bureaux JSgersche Buchhandlung in Frankfurt o.SJt.; Hermann- scheBuchhandluna daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin,
10'1 102!'!
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.Amerikanischen Union die Prästdentenwahlm statt, da die er« iollmachlen deS jetzigen Präfldenten der Sternenrepublik, Rr. Arthur, nur bis zu diesem Termin laufen. Die orbereitungen zu diesem wichtigen Wahlakte sind bereits llll tzt in vollem Gange und namenllich seit der vor kurzem Sstkli folgten Nominierung des republikanischen wie de» demo- W I, MchiN Prästdentenschasts - Kandidaten befindet fich der Mampf auf seiner eigenttichen Höhe. Wie immer bei ir«h $i allgemeinen Wahlen in den Bereinigten Staaten, m tzi chen sich auch jetzt nur zwei Parteien, die Demokraten lld Die Republikaner, gegenüber, beide Parteien haben in ^'eini- n unb derselben Stadt ihre Konventionen, welche sich - ' üt den Delegierten der einzelnen Staaten zusammen-
Hen, behufs Nominierung ihrer Prästdentschasts - Kandi- cn U iten, abgehalten in Chicago. Die republikanische Kon- mtion hat een Senator Blaine nach langen Debatten und
ein wichtiges politische« Moment. In dem jüngsten Programm der republikanischen Partei ist ganz offen der Gedanke ausgesprochen, -daß alle Republiken des amerikanischen Kontinents, von der großen Republik des Nordens an bis hinunter zum äußersten Süden, bis Chile und Argentinien, wenn auch nicht zu einem einzigen ungeheueren Staatswesen verschmolzen, aber einander doch möglichst genähert werden müßten. ES ist dies nur eine neue Variation der sogenannten Monroe-Doktrin, die man in dem Satze zu- jammenfaflen kann: .Amerika nur den Amerikanern!" und welche ihre Spitze gegen Europa richtet. Amerika den Amerikanern — das ist so ein Schlagwort der republikanischen Partei, über besten Bedeutung man fich in den Reihen der letzteren wohl selber unklar ist, besten prattische Anwendung aber die große transatlantische Republik in bedenkliche Verwickelungen mit den europäischen Mächten bringen würde und diese Gefahr läge, wenn Mr. Blaine den Prästdenten- stuhl im Weißen Hause zu Washington bestiege, sehr nahe, denn Blaine gilt als ein eifriger Verfechter der Monroe- Doktrin und konsequenterweise müßte dann seine auswärtige Politik zu emsten Kollisionen mit den europäischen Großmächten führen. Eine solche Politik wird aber von dem besonnen urteilenden Teile des amerikanischen Volkes nicht gewünscht und schon deshalb wird sich dieser Teil der Unionsbürger weigern, für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten zu stimmen. Auch die Deutsch-Amerikaner, welche sonst der Mehrzahl nach mit der republikanischen Partei zn stimmen pflegen, sollen dem Vernehmen nach entschlosten fein, diesmal dem demokratischen Kandidaten ihre Stimmen zu geben, und so liegt die Annahme nahe, daß bei den Wahlen des 4. November der Name Clevelands aus der Wahlurne hervorgehen wird — eine Entscheidung, welche für die weitere Gesamtentwickelung des nordamerikanischen Staatenbundes nur von glücklicher Bedeutung wäre.
Deutsches Reich.
Berli«, 21. Juli. Der Kronprinz ist um 93/* Uhr früh von dem festlich geschmückten Stettiner Bahnhof in Begleitung des Prinzen Heinrich, des Oberprästdenten Achenbach, des Regierungspräsidenten Pcefe, des Majors Rabe und des Hauptmanns Kestel mit dem Kurierzuge nach
rtbi 6 Heimkehr.
Peschs Erzählung von Hans SB ar ring.
11 »Mache mir hierüber keinen Vorwurf, lieber Thilo, —
I 1 hatte die Absicht, ihr meine Liebe zu verheimlichen —
—" N, stehst Du, — eS war stärker, al» ich, — und ich । mich betraten. Aber ich habe nie eine Hoffnung voran ' 1 knüpft, stlbst dann nicht, als sie mir gestand--daß
1--meine Liebe erwiderte. So stehe« wir, — und
ttttth lueo.ünnoncen-Bureaux
lltot «Ha-ltnst-mundVogler
6. Frankfurt °- M,Ham.
Magdeburg ».Wien:
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~ «r Berlin, Münchenund ö b> y.1. ®. L. Daube und auf j !n Frankfurt a. M., tttil’ !riin, Hannover u. Pans. ^ttI""Hcheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. (Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS AonntagSblatt" durch die Expedition (K och'sche Buchdrucker ei) bezogen 8*/» Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg (excl. Bestellgebühr.) — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.
Für in der Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme von Adreffen werdm 25 Pfg. berechnet-
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