Einzelbild herunterladen
 

r. 146

Marburg, Dienstag, 24. Juni 1884.

HX. Jahrgang.

Deutscher Reich

ieweise

i hier-

[2511

'b, so blickten doch cllabendlich aus den Logcnrethen be-

Au,

hm d Handl

'igte Gesichter auf eie anspruchslosen Leistungen herab, c diese Zeiten sind für immer dahin, der Pulsschlag

*anz, eigen

mg.

:en.

. Kafi 884.

vc|u,tiutlltl Ul juiuii 4tii|viviiuuynl. $)o8 Äonjert ^e« durchreisenden Künstlers reichte für Wochen hin, die

iteutung, auch finanziell schwer ins Gewicht fallen und 18 in einem Augenblick, wo die Reichskasse wegen des ückgangeS der Zuckersteuer einen nicht unbeträchtlichen Aus­

fall zu verzeichnen hat. Daß die Börsensteuer, wie sie jetzt in Aussicht genommen ist, diesen Ausfall reichlich ersetzen würde, bezweifelt niemand. Um so mehr bedauern wir, wie gesagt, daß der BundeSrat auf diese Einnahmequelle zur Zeit noch verzichten zu wollen scheint." Die Wahl- prüfungskommisston des Reichstags hat die Wahl des Abg. Szapaniccki (4. Marienwerder Wahlkreis: Thorn - Kulm) für ungültig erklärt, weil in mehreren Ortschaften die Wählerlisten nicht ordnungsmäßig ausgelegt waren. Die Wahl des Abg. Ebert (19. Wahlkreis: Stolberg im König­reich Sachsen) erklärte die Kommission für gültig. Hobrecht und Gneist reisen heute abend zum morgigen schlesischen nationalliberalen Parteitage nach Breslau. Laut amtlicher Meldung trifft in den nächsten Tagen ein englisches Panzergeschwader von 9 Fregatten in den deutschen Nordseegewäsiern ein.

Wie dieMagd. Ztg." berichtet, erzählte der Reichs­kanzler gestern bei der Frühschoppen-Versammlung u. a. fol­gendes von der Kapitulation von Paris und dem Besuche ThierS' in Versailles. Für die Nichtbesetzung der fran­zösischen Hauptstadt, auf welche ThierS großes Gewicht legte, habe er zuerst, als Thiers eine Entschädigung anbot, 1000 Millionen Franks gefordert. Er habe so viel gefordert, da er ursprünglich nicht die Absicht gehabt habe, auf den Wunsch deS kleinen Thiers einzugehen. ThierS habe einen Schreck bekommen und diese Summe zu hoch befunden. Dann sei auf anderes die Rede gekommen und nachdem alles übrige abgemacht war, fei ThierS auf der letzten Treppenstufe beim Fortgehen noch einmal auf die Ange­legenheit, die ihm fo sehr am Herzen lag, zurückgekommen und habe ihn (den Kanzler) gebeten, eine niedrigere Summe zu nennen. Da habe er sich denn schließlich mit 200 Mill. Franks befriedigt erklärt. Er sei dann zum Kaiser ge­gangen und habe ihm davon Mitteilung gemacht. Eigent­lich habe er die 200 Millionen den Süddeutschen zugedacht, um ihnen den Schaden zu ersetzen, den sie 1866 durch Zahlung einer Kriegskontribution an die Preußen erlitten hätten. Dieser Vorschlag habe viel Widerspruch gefunden, der Kaiser sei zwar darauf eingegangen, habe jedoch die Unterschrift des Kanzlers gefordert. Diese habe er zu geben Bedenken getragen, vielmehr vorgeschlagen, der Kaiser möge als oberster Kriegsherr über dieseKriegsbeute" befinden und die Sache so zu sagen militärisch abmachen. Das sei jedoch nicht geschehen und so habe sich seine Absicht nicht erfüllen lassen. Der Reichskanzler sprach auch den Wunsch auS, daß der Reichstag die Dampfervorlage noch beraten möge.

Von dem Ende des Kaisers Napoleon III. giebt der Geheime Regierungsrat Meding in dem bereits er­wähnten dritten Bande seinerMemoiren zur Zeitge­schichte" die folgende Darstellung: Wie fehr in seiner letzten

der Welt geht heute rascher, stürmischer. Sie kann ihren Durst nichk mehr an kleinen Quellen löschen, sie will aus dem Vollen und Großen schöpfen. Die alten Familien­häuser stehen leer, seitdem die Freuden der Residenz so nahe gerückt sind. Meistens sind sie in andere Hände überge­gangen und nur die Namen sind im Volksmund geläufig geb!i,b:n. Biele dieser Namen sind auch verschwunven und vergesien, wie das Geschlecht, das ihn geführt. Manche haben die Heimatsscholle verlassen und blühen und gedeihen auf fremdem Boden. Die meisten aber halten fest an dem Erdenflock, den sie von ihren Vorfahren geerbt. Unter diesen find eS besonders die Freiherrn von Horth, welche sich in Start und Umgegend einer hohen Popularität erfreuen. Ihr altes Familiengut Ostau, das schon fist mehreren Jahr­hunderten von Vater auf Sohn vererbt ist, liegt kaum eine Vicrtelmeile von der Stadt entfernt. Man steht das Herren­haus am jenseitigen Ufer vor sich liegen, sobald man auS dem Westthore der Stadt ins Freie tritt. Der Pappelallee folgend, di- gleich hinter dem Nikolai-Kirchhofe sich links von der Chaussee abzweigt, gelangt man zum Fluß hinab, der zwischen hohem Erlengebüsch, von weiten Wiesenflächen umsäumt, ins hügelige Land hineinfließt. Das jenseitige User erreicht man auf einem jener breiten flachen Prähme, die hier zu Lande den Transport von Ufer zu Ufer ver­mitteln. Dann steigt der Weg allmählich aufwärts, erst im tiefen Schatten des Parks, dann an der niederen Gartenmauer hin, über welche hinweg man das alte Haus erblickt.

Es ist stets ein gastliches Haus gewesen, dieses alte Herrenhaus von Ostau, und die breite altväterische Rampe vor dem Portal könnte manchen hohen und berühmten Namen unter der Zahl der Gäste nennen, die hier an der Steinbalustrade gestanden und in das Land hinausgeblickt haben. Sie alle hab n unter dem Dache des loyalen Hauses

sicher geruht. Einfach und würdig, wie der Sinn der Horths immer gewesen, war auch ihre Gastfreundschaft. Die einfache Schlichtheit des HauseS ist nie ein Hindernis gewesen, nie hat eS dem alten Geschlechte Eintrag gethan, daß sein Name glänzender war, als sein Heim.

Nach und nach freilich halte man den Anforderungen der Zeit Konzessionen machen müsien. Der Eine und Andere hatte der bescheidenen Wohnstätte seiner Voreltern je nach Bedürfnis und Geschmack hier und da etwas hinzu- gefügt. So war nach der Parkseite zu ein Seitenflügel entstanden, ein Bau, der mit seinen hohen Fenstern und schwebenden Balkons dem Ganzen schon einen vornehmeren, schlvßähnlichen Anstrich gab. An den alten Bau aber hatte keiner der Nachkommen die Hand gelegt, die Pietät für diejenigen, die in seinen Räumen ein glückliches, thättges und würdiges Leben geführt, war in den Enkeln zu mächtig gewesen. Auch der letzte Besitzer, der vor etwa einem halben Jahre verstorbene Baron Gerhardt von Horth hatte ihn geschont, obgleich er an dem alten Hause die augenfälligsten Veränderungen vorgenommen, die eS in der langen Zeit seines Bestehens erfahren. Er hatte nicht nur dm schon vorhandenen Seitenflügel durch eine von schlanken Säulen gebildete Loggia und durch reiche Stukkatur verschönern lassen, sondern auf der anderen Seite einen zweiten Neubau hinzugefügt, kürzer, als der erste, und von einem hohen, schlanken Aussichtsturm überragt. In seinem jetzigen statt­lichen Zustande würde es den Titel: Schloß reichlich ver­dienen. Jedoch hat es seinen altgewohnten Namen beibe- halten muffen, und noch heute wird eS von Alt und Jung viele Meilen im Umkreis deralte Hof" genannt, zum Unterschiede von den vielen Schlösiern, Schlößchen und Villen, die in der Gegend erstanden sind.

(Fortsetzung folgt.)

1884. nHmter- ersohn: t£.

t Diens- hmittags keine be- t. [2510

vpani n weil

Autland.

Wien, 21. Juni. .DasFremdenblatt" erfährt ans Marinekreisen, daß eine Vermehrung der Kriegsfahrzeuge auf der Dona» zu einer kleinen Donauflottille, wie andere Staaten sie auf ihren Hauptströmen besitzen, erwogen werde.

Pest, 21. Juni. Nach den bis jetzt vorliegenden Resul­taten sind 229 Liberale gewählt; in der Zusammensetzung der übrigen Parteien hat sich seit der letzten Meldung über die Wahlresultate nichts geändert. Heute und morgen finden die Wahlen in den noch rückständigen Wahlbezirken statt, alsdann 6 Stichwahlen.

:igt

Freund ung, daß 8ater, kodier ning Ute nach ruft ent:

Abonnements - Einladung.

Für das mit dem 1. Juli beginnende dritte Quartal scheu wir, die Bestellungen auf die Oberhessische Zeitung

A deren Gratisbeilagen

Amtlicher Anzeiger für die Kreise Marburg und Kirchhain und

Illustriertes SormtagSblatt

j der Post recht bald machen zu wollen, damit in der Versendung keine Unterbrechung stattfindet.

Neu zugehenden Abonnenten deS nächsten Quartals «den auf Wunsch die bis dahin erschienenen Nummern M nachgeltesert. Expd. der Oberh. Ztg.

nimmt entgegen: Spedition d. Blattes, i, S Ännoncen-Bureaux S-al-nstein und Vogler irantfurt a M , Ham» " Magdeburg u. Wien; Elf Msse 'n Frankfurt «Berlin, München und Jr. ®. L. Daube und in Frankfurt a. M., M Hannover u. Paris.

LebenSepoche Napoleons körperlicher Zustand mit seinen quälenden Leiden bestimmend und maßgebend für ihn war, beweist in tragischer Weise die Geschichte seines Todes. Um die Jahreswende 1872/73 war alles in Frankreich zur Wiederherstellung deS Kaiserreichs vorbereitet, die Greuel der Kommune hatten in dem französischen Volke die Sehn­sucht nach einer festen Regierung immer lebhafter erweck!, und der Marschall Mac Mahon wäre mit Freuden bereit gewesen, dem zurückkehrenden Kaiser eutgegenzureiten. Für die Landung war alles in Bereitschaft, und man hatte in Berlin durch eine vertraute Person von Chiselhurst aus anfragen lasten, wie sich Deutschland, dessen Occupations- Armee damals noch in Frankreich stand, einer Landung des Kaisers gegenüber verhalten werde. Die bestimmte und präzise Antwort war erfolgt:Wir werden Gewehr bei Fuß stehen I" Alles schien dem Unternehmen einen günstigen Erfolg zu versprechen, aber bet Kaiser litt unsäglich an den Schmerzen seines Blasensteins. Die Kaiserin Eugeni- drang in ihn, sich vor der Ausführung deS Unternehmens einer Operation zu unterziehen, für welche die Aerzte mit Sicherheit einen günstigen AuSgang versprachen. Napoleon verweigerte diese Operation; er erklärte, daß er trotz seiner Krankheit die Anstrengungen deS Zuges nach Frankreich überwinden könne, daß er aber die peinvollen Qualen einer Operation nicht aushalten werde. ES kam zu einer hes- ttgen Scene. Endlich gab der Kaiser den dringmden Vor­stellungen, die sich bis zu Vorwürfen steigerten, nach die Operation wurde vollzogen. Sie verlies vollkommen glücklich, wie es die Aerzte vorhergesagt hatten; aber auch Napoleon hatte die Empfindlichkeit seiner Konstitution richtig erkannt, die gequälten Nerven versagten den Dienst, er schlief ein, um nie mehr zu erwachem Diese Geschichte seines Todes, deren Tragik nur noch durch den verhäng­nisvollen Untergang seines Sohnes, des letzten Trägers des napoleonischen KaiserprinzipeS, überboten wird, ist wie Meding schreibtwenig bekannt, die Quelle aber, aus der man sie geschöpft, schließt jeden Zweifel an ihrer vollkommen historischen Wahrheit auS."

! kurzes, b-r Gatts bnLads

»vtz alledem eie Mehrheit, wenn auch nur eine ziemlich geringe. Die Nationalliberalen brauchen wir gar nicht. Latz auf sie in der Börsensteuersrage nicht zu rechnen ist, harten na$ ihren eigenen Erklärungen fest. Die Annahme t f leeren würde aber, abgesehen von ihrer grundsätzlichen

Berlin, 21. Juni. Es herrscht immer noch selbst in kichslagskreisen Ungewißheit darüber, ob der Schluß der itchStagssesston sich bis nächsten Sonnabend wird ermög- WWM hm lasten. Es ist nämlich doch fraglich geworden, ob, ---- - j£ xs die Mitglieder der Kommission wollen, das Plenum

[Nachdruck Oerboten.]

Heimkehr.

Erzählung von Hans W a r r i n g.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux Jägersche Buchhandlung in Frankfurt'a.M.; Hermann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg j Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I Barck u. Co- in Halle; W. Thienes in Elberfeld

M1881

rtbet statt 4 Uhr Friedhof ung nify

[250g

K sich genügen ließ an den anspruchslosen Freuden, welche M i! bescheidenen Mittel der Stadt ihm bieten konnten. Zu fanoitet Ait, als die Ferne noch nicht nah gerückt war, war "'M bescheidener in seinen Anforderungen. Das Konrert h»nb<t äT1 rurwreuenoen «uniucn» reupie jut Lvvrhru yui, vir tnC£"Gemüter zu erhellen. Und obgleich in den schlichten Räumen romp 6te Stadttheaters kein berühmter Mime seine Vorstellungen

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. [Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrtrtcS SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2*A Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg (excl. Bestellgebühr.) - Jnsertiousgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg.

Für in der Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme von Adressen »erben 25 Psg. berechnet.

ner, Gri er. [251

Rädcht»

Peilen «

Lohn ® sagt d

[236

c ist eine alte, sehr alte Stadt, die älteste der Provinz, welche dort vom Flußuser auf das gesegnete, in !Mten Wellenlinien sich hindehnende Land blickt. Dicht '' r-u« drängt liegen die Straßen des ältesten Stattteils ringö V** im den Dom, der mit seinen altersgrauen Mauern hoch in a il« ste Luft hinaufragt, ein uraltes, weithin sichtbares Metk- II m pichen christlich - germanischer Baukunst. ES ist eine stille, 7" Wge, alte Stadt, und weder die am Flusse breit hinge- ch, 3"J*8erten neuen Stadtteile, noch die Eisenbahn, welche ste l der großen, lärmenden, volkreichen Residenz verbindet, >och auch die großartigen Mühlenwerke unv hohen Dampf- lote vor der Statt haben ihr den Charakter einer be- bigen, ruhigen Landstadt nehmen können. Es giebt lratzen, wo zwischen den Pflastersteinen Gras ausschießt, o Ler Stritt des Wandelnden einen lauten Widerhall ckt. Einst freilich ist eS in diesen stillen, ringe um bett omplatz gelegenen Straßen lebhafter zugegangen. Noch . gen die stattlichen Häuser, echte, solide Familien- Mjer, von dieser Zeit, wo alljährlich während der Hintermonate der umwohnende Landadel diese Häuser bezog

is Akliengesetz kurzer Hand und vht-e weitere ArnendierungS- «suche annehmeu wird. ES werden wahrscheinlich von me bei Hurtiger Seile Abäuderungsanträge gestellt werden, welche beuren ir Beratung wesentlich verzögern. Ferner scheint doch noch tr Versuch gemacht werden zu sollen, die Dampserjubvention , u zweiten Lesung zu bringen. Die Buvgetkommission hält rstubl- icntay QbenD oie zweite Sitzung über dies Gesetz. Dr. Ham- [2511 cher hat angekündigt, daß er die Regierung darin über den >cke chmmenhang des Gesetzes mit ihrer Kolonialpvlitik toter« ' [liieren werde, und es verlautet heute, Fürst Bismarck i ude selbst in der Kommission erscheinen, um über seine - Hchteu bezüglich der Kolonialpolitik Mitteilungen zu L - » machen. Bestätigt sich daS, so dürfte die Sitzung sehr £ iieressant werden. Das Börseusteuergesetz kommt offenbar ä itji mehr an den Reichstag. DieKrcuzztg." bedauert - iises sehr und sagt:Wenn Konservative unv Zentrum, lit in den letzten Tagen, auf dem Platze sind, haben sie

460 ethen.

Nr. 2.