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Marburg, Freitag, 19. Juni 1884.

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Anzeigen nimmt entgegen: Sie Expedition d. BlatteS, sowie d Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a M , Ham­burg, Magdeburg u. Wien; Rudolf Moffe in Frankfurt a. $L, Berlin, München und Köln; ®. L. Daube und Co. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover u. Paris.

tionSrat und Direktor im Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten, v. Born, Kommerzienrat in Dortmund, Brefeld, Wirklicher Geheimer Ober-RegierungS-Rat und Direktor im Ministerium der öffentlichm Arbeiten, Dr. Brück­ner, Wirklicher Ober-Konfistorial Rat, Propst und General- Superintendent von Berlin, v. Burchard, Wirklicher Geh. Rat, Staatssekretär des Reichs - Schatzamts, Burghart, Wirklicher Geheimer Ober-Finanzrat und General-Direktor der direkten Steuern, Dr. Busch, Unter-Staatssekretär im Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten, v. Caprivi, General-Leutnant, Chef der Admiralität, Dr. v. Dechen, Wirklicher Geheimer Rat zu Bonn, v. Dechend, Wirkt. Geheimer Rat, Präsident des Reichsbank - Direktoriums, Dietze, AmtSrat zu Barby, Donner, Landforstmeister, vor­tragender Rat im Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Graf v. Frankenberg LudwigSdorf auf Tillowitz bei Falkenberg in Schl., Glatzel, Präsident des Ober-LandeS- kulturgerichtS, Dr. Gneist, Ober-Verwaltungsgerichts Rat und ordentlicher Professor der Rechte, Dr. v. Goßler, Kanzler des Königsreichs Preußen, Präsident des Ober- LandeSgerichtS zu Königsberg, von Hänisch, Genalmajor, Direktor des allgemeinen Kriegs-Departements im Kriegs- Ministerium, Hamm, Ober-StaatSauwalt beim Ober-Landes- gericht zu Köln, Freiherr v. Hammerstein, Gutsbesitzer und Regierungs-Assessor a. D. zu Loxten, Amtes Börfenbrück, v. Hartrott, General-Leutnant und Direktor des Militär- Oekonomie - Departements im Kriegs-Ministerium, Dr. Heimsoeth, Wirklicher Geheimer Rat, Präsident des Ober - LrudeSgerichtS zu Köln, von Helldorff, Kammer­herr und Ritterguts - Besitzer auf Schloß Bedra bei Querfurt, Freier StandeSberr Graf Henckel von Donners­marck auf Neudeck, Erb-Ober-Land^ Mundschenk im Herzog­tum Schlesien, Dr. Hermes, Wirklicher Geheimer Rat, Präsident des Evangelischen Ober - Kirchenrats, Herr- furth, Unter - Staatssekretär im Ministerium dcS Innern, von Heyden, Regierungs-Präsident zu Frankfurt a. O., Dr. Koch, Geheimer RegierungS Rat tm Kaiserlichen Gesund­heitsamt zu Berlin, Dr.jKoegel, Ober-Hvfpredtger, General- Superintendent der Kurmark, von Köller, Landrat a. D. und Rittergutsbesitzer auf Cantreck i. Pomm., Dr. Kopp, Bischof von Fulda zu Fulda, Dr. Krementz, Bischof von Ermland zu Frauenburg, von Levetzow, Landes-Direktor der Provinz Brandenburg, Leuschner, Geheimer Bergrat in EiSleben, Graf zu Limburg-Stirum, Legations-Rat, Ge­sandter z, D., LncanuS, Unter-StaatSsekretSr im Ministerium der geistlichen rc. Angelegenheiten, Freiherr von Maffenbach, RegierungS-Prästvent zu Marienwerder, Mcinecke, Wirklicher Geheimer Rat, Unter-StaatSsekretär im Finanz-Ministerium, Dr. Mejer, Geheimer Justiz-Rat, ordentlicher Profeffor der Rechte zu Göttingen, Meviffen, Geheimer Kommerzien-Rat in Köln, Meyer, Wirklicher Geheimer Rat, Präsident des

eigentlich daS Entstehen der Idee mit und in dem Werke, ist daS Wesen desselben. Man könnte somit sagen: die ersten Sätze sind daS Werden deS letzten. Es weitet sich in der Symphonie der Raum der Subjektivität zu einem Weltraum, der persönliche innere Zustand ist Stimmung einer Allgemeinheit, einer Welt, konzentriert in einem musi­kalischen Abbilde.

Der zweite Satz an Stelle des sonstigen Scherzo giebt in seiner ersten Hauptpartie (D-moll) das Bild eines dämonischen Tanzes, iu der zweiten (D-dur) das eines ländlichen Festes unschuldiger Naturmenschen ein humo­ristisches Widerspiel der SchicksalSdämonen und der dem Frohsinn sich hingebenden Weltbürger. (Beethoven soll im Garten zu Schönbrunn einsam unter rauschenden Bäumen geruht, in seiner erregten Phantasie hüpfende Gnomen ge­sehen und jene« erste springende dämonische Motiv erfunden haben.) Wie die Krieger ihre Schlachttänze hatten, so etwa ist daS Scherzo als ein KampfeSfest zu deuten: hier waltet nicht der Kampf selber, sondern die Lust tm Vor- und Nachempfinden desselben. Damm die Furchtbarkeit im Kleide der Lust: daS Dämonische herrscht vor, um nur vorübergehend in dem idyllischen D-äur-Trio die FriedenS- freude auskommen zu lasten.

Im dritten Satz, dem Adagio B-dur in VartationS- form, vertieft sich daS Gemüt im inneren Erleben beglücken­der Versöhnung zwischen Schicksal und Mensch. Jenes ist die Macht, die gütig zu gewähren, aber auch mißgünstig zu verweigern vermag. DaS Adagio ist rin wacher Traum im Borgenuß seligster Befriedigung des sehnsuchtsvoll Be­gehrenden im Gefühle voller innerer Harmonie, die aber in der That noch zu erringen bleibt.

Der vierte Satz, das Finale, macht wieder den Emst der Wirklichkett gellend. Schneidend tritt der alte Zwiespalt

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Uebersendung keine Unterbrechung stattfindet.

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Heimkehr, von Hans W a r r i n g.

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Deutsches Reich.

Berlin, 18. Juni. DerStaatS.-Anz." veröffentlicht folgenden Allerhöchsten Erlaß Sr. Majestät des Kaisers und Königs an Se. Kaiser!, und König!. Hoheit den Kronprinzen: Nackdem Ich durch Meinen Erlaß an das Staatsministerium vom 20. April d. I. die Wiederein­berufung des Staatsrats befohlen habe, will Ich Ew. Kaiserliche und Königlich- Hoheit und Li-bden hierdurch zum Präsidenten der gedachten Körperscha t ernennen. Die Ihnen in dieser Eigenschaft zukommenden Befugntste und Obliegenheiten wollen Ew. Kaiserliche und Königliche Hoheit und Liebten aus dem beifolgenden Regulative, betreffend die Verhandlungen deS SiaatSratS, ersehen, welches Ich mittelst des abschriftlich anliegenden Erlöstes an das StaatS- Ministerium vom heutigen Tage genehmigt habe. Zu­gleich benachrichtige Ich Ew. Kaiserlich- und Königliche Hoheit und Liebden, daß Ich Meinen Reichskanzler und Präsidenten des StaatsmintsteriumS, Fürsten v. Bismarck, zum Vize-Prästventen, die in dem anliegenden Verzeichnisse auigeführten Personen zu Mitgliedern und den UnterstaatS- skkcetär v. Moeller zum Staatssekretär deS Staatsrats er­nannt habe. Dem Staatsministerium habe Ich Abschrift Meines gegenwärtigen ErlasteS zuzefertigt. Zu Mit­gliedern des Staatsrats wurden ernannt: Graf v. Arnim- Boitzenburg, Ober - Präsident a. D., Baare, Geheimer Kommerzienrat in Bochum, Dr. Becker, Oberbürgermeister zu Köln, v. Bennigsen, LandeSdircktor der Provinz Han­nover, Freiherr von Berlepsch, Regierungspräsident zu Düsseldorf, Dr. v. BojanowSki, Wirklicher Geheimer Lega-

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Beethovens neunte Symphonie.

Wir dürfen die heute bevorstehende Ausführung der neunten Symphonie Beethovens wohl als ein hervorragendes Ereignis für Marburg bezeichnen und es unS dämm ge­statten, derselben noch einiges über dieses unerreichte Ton­werk des Meisters, der es verstanden hat, was eS im Ge­dankenreiche Tiefstes und Höchstes für die Menschheit giebt, zuerst in den Tönen der Instrumentalmusik ausgesprochen zu haben, vorauszuschicken.

AuS jenem Gedankenreiche heraus entstand des Meisters letztes und größtes symphonisches Werk: Die neunte Symphonie in D-moll mit Schluß Chor über Schillers OdeAn die Freude", Op. 125 (vem Könige Friedrich Wilhelm III. von Preußen gewidmet). Sie wurde int November 1823 begonnen und im Februar des nächsten Jahres beendigt und zum erstenmale aufgeführt am 7. Mai 1824 zu Wien. Der Kapellmeister Umlauf dirigierte, währens der taube Meister neben ihm stand uvd die Tempi angab; dieser vermochte nicht den Applaus zu hören, der während und am Schluffe der Symphonie erschallte; er mußte darauf aufmerksam gemacht werden, damit er wenig- stenS die Aufregung im Publikum sah. Wahrlich, eine der ergreifendsten Szenen in der ganzen Musikgeschichte!

Will man auf den EntstehungSgrund der neunten Sym­phonie dringen, so kann man sie nur aus einer mit der Ode" an die Freude verwandten Idee herleiten, trotzdem Beethoven während der Komposition der ersten Sätze sicher nicht ahnte, daß er im Finale Schillers Gedicht verwenden werde; hätte er dies vorauSzewußt, so würde er gewiß nur allein den Sah mit dem Chor, das Finale, geschaffen haben. Das Nichtwiffen der treibenden Idee in den ersten Sätzen uns danach das bewußte Gipfeln derselben im Finale, also

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Kammergerichts, Dr. Michelly, Wirklicher Geheimer Ober- RegierungS - Rat, Direktor im Ministerium für Landwirt­schaft, Freiherr von Minnigerode, Majoratsbefltzer zu Rossttten, Dr. Miquel, Ober-Bürgermeister zu Frankfurt a. M., Dr. von Moeller, Unter-Staatssekretär int Ministerium für Handel uns Gewerbe (Staatssekretär), Dr. Mommsen, Konststorial-Prästsent, Universitäts-Kurator zu Kiel, Nebe- Pflugstädt, Unter-Staatssekretär im Justiz-Ministerium, de Neusville, Geheimer Kommerzien-Rat in Frankfurt a. M., Oehlschläger, Wirklicher Geheimer Ober-Justizrat, General- Auditeur der Armee, Dr. Pape, Wirklicher Geheimer Rat, Persius, Präsident deS Obcr-VerwaltungSgerichts, Herzog von Ratibor, Fürst von Corvey, Roetqcr, Wirklicher Ge­heimer Oberregicrungs - Rat, Präsident der Seehandlung, Dr. von Schelling, Wirklicher Geheimer Rat, Staatssekretär deS Reichs-Justizamts, Dr. Schmoller, ordentlicher Profeffor der StaatSwiff-nschaften zu Berlin, Schneider, Ministerial- und Ober-Baudirektor, Präsident der Akademie des Bau­wesens, Freiherr Dr von Schorlcmer-Alst, Kceisdeputierter und Rittergutsbesitzer auf Alst bei Horstmar, Schultz, Wirk­licher Geheimer Ober-Regierungs-Rat und Direktor im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Schwartzkepff, Ge­heimer Kommerzienrat in Berlin, Mitglied der Akademie des Bauwesens, Stellmacher, Ober-Staatsanwalt beim Ober- Landesgericht in Celle, Dr. Stephan, Wirklicher Geheimer Rat, Staatssekretär des Reichs-Postamts, Studt, Regierungs- Präsident zu Königsberg, Graf von Waldersee, General- Ltcutenant, General-Quartiermeister, Dr. Websky, Kom­merzienrat in WüstewalterSdors, von Wilamowitz-Möllen­dorfi, Sinteret a. D. und Rittergutsbesitzer auf Markowitz bei Joowraclaw, Graf von Zedlitz-Trützschler, RegicrungS- Prästdent zu Oppeln, Graf von Zielen-Schwerin, Ritter­gutsbesitzer auf Wustrau bei Neu-Ruppin.

Berlin, 18. Juni. Die Kommission des Reichstags zur Vorberatung der Abänderung der Strafprozeßordnung hat den Antrag der polnischen Abgeordneten, dem §. 186 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 27. Januar 1877 den Zusatz anzusügen:Ja den der Krone Preußen seit 1772 zugefallenen polnischen Landesteilen ist die polnische Sprache neben teer deutschen gleichberechtigt" mit Stimmengleich­heit abgelehnt. Die Rechnungsprüfungskommission des Reichstags hat die am letzten Freitag vom Reichstage an die Kommission zurückverwiesenen Rechnungssachen beraten. Horn (Zentrum) und Pilgrim (Reichspartei) traten für die strikte Aufrechterhaltung des ersten KommissionSbeschlufies ein. Schirmeister und Münch verteidigen den von Rickert und Richter in der Plenarsitzung eingenommenen Stand­punkt. Hammacher beantragte, Vie Dechargierung aufrecht zu erhalten, jedoch den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage einen Gesetzentwurf, betreffend die Verwal­tung der Einnahmen und Ausgaben des Reichs, vorzulegen.

ein, im Zerfallen der Menschen mit sich und der Welt, die sich ihm wieder als Jaminerthal aufdrängt und die er zum Leiden geschaffen wähnt; er sucht nach dem G e d a n k e n, in welchem seine Harmonie mit Gott ruht. Die Bäffe treten alsbald in einem wunderbar wirkenden Solo-Rezitativ her­vor, das nach Worten, nach dem Worte ringt, mit dessen Finden auch die Antwort auf das Warum gefunden ist; dasWort" heißt hier aber: sich der schönen Wahrheit bewußt werden, daß die Menschheit sich ein Dasein der Freude zu erringen, sich in Liebe zu verbrüdern habe, daß wir aber in demSchicksal, denVater überm Sternenzelt" erkennen sollen. Wir fühlen dann alsbald die Ahnung dieses Glaubens in uns aufsteizen, indem wir in dunkler Tiefe die in dem Busen leise ahnungsvoll unisono er­klingende Hymnenmelodie hören: sie hat mit dem Gefühle die Wahrheit ersaßt, nur das überzeugende Wort fehlt Euch noch, ihr armen Instrumente! Nun greift nach einem heroldartigen Rezttattve der Chor mit SchillersFreude schöner Götterfunken" in die Symphonie; er mußte hier als Vertreter teer Menschheit auftreten, die sich ihres hohen Zweckes und Berufes bewußt geworden ist und nun erst eigentlich sich selbst in ihrer Natur und Bestimmung er­kannt, selbst gefunden hat ein lyrisch-dramatischer Akt in einem musikalischen Erlebnis ohne Gleichen! Nun ist unS, als wäre bisher alles dunkel gewesen und plötzlich Licht geworden, als wäre alles stumm verharrt und hätte nun Ton, Gesang, Sprache erhalten; uns däucht, als wäre die höchste, jemals gebetete BitteZu unS komme dein Reich" nun gewährt waren, so schön gewährt, wie dies eben nur im Reiche der Kunst möglich ist.

So ist denn die neunte Symphonie in Wahrheit das bedeutsamste Musikstück der Welt und auch wohl dasjenige Kunstwerk, das nie und nirgend überboten fit. Es mit

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