Marburg, Freitag, 6. Juni 1884.
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J geringen Schwankungen und ist auch im Freien allenthalben 9<k Z ß^ich, und wahrscheinlich auch solange die Erde bewohnt
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Die Lust in unseren Ausenthaltsräumen.
Ein jedes lebende Wesen bedarf zu seiner gedeihlichen Entwickelung und zum Wohlbefinden Speise, Trank, Luft «ad Wärme In bestimmtem Maße und von einer gewiffen Beschaffenheit. Die Güte der eigentlichen Nahrungsmittel, »tnn nicht absichtliche Fälschungen vorgenommen werden, läßt sich meistens aus ihrem Wohlgeschmack beurteilen und in paffende Wärmegrad bestimmt sich meistens nach dem Gefühl Ncucrzeit sind zur Bestimmung der Bestandteile der Nahrungsmittel eine Reihe von Untersuchungsstationen eingerichtet, welche den Menschen vor groben und vor nachteiligen Fälschungen zu schützen bestimmt sind und hat eS jerer mehr oder weniger in der Hand, ungeeignet« Stoffe ton sich fern zu halten. Auch zur Regulierung der Wärme find uns durch Kleider, Oefen und btt gl. auf der einen Sette, u»d durch Fenster, Thüren, Eis rc. auf der anderen Seite Mittel geboten. . o
In gleichem Maß- läßt sich diese- nicht von der Luft, welche wir keine fünf Minuten entbehren können, sagen. Hierin sind wir in bezug auf Güte großen Schwankungen «urgkfetzt, zu deren Beseitigung wir bis zu einem bestimmten Stave zwar die Mittel besitzen, aber nur höchst selten an
stück auf. Der Präsident de« Reichstags übergiebt dem Kaiser unter einer Ansprache den Hammer; der; Äat)er vollzieht die drei Hammerschläge; danach folgen die Kaiserin, der Kronprinz, die Kronprinzessin, die Großherzogin von Baden, sowie die Prinzen und Prinzessinnen deS königlichen Hauses, sodann der Reichskanzler, die Generalfeldmarschalle, die dazu befohlenen kommandierenden Generäle, die Ritter d-S Schwarzen Adlerordens, die stimmführenden Bundesrats- Bevollmächtigten , der Präsident, der Vize - Präsident: ,, bic Schriftführer und Quästoren des Reichstags, die Mitglieder des preußischen Ministeriums, die Chefs der Reichsamter, die Mitglieder der Reichstagsbaukommission und die beiden Architekten des Baues. Nack einem Gesänge des Domchors folgt der Weihespruch des Oberhofpredigers Kögel. Nachdem der Segen gesprochen ist, singt die ganze Versammlung zwei Verse des Liedes: „Nun danket alle Gott . Der Reichstagspräsident bringt ein Hoch auf den Kaiser aus und die Musik intoniert das „Heil Dir im Sieger- kranz", welches Lied die ganze Versammlung singt.
Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 15. Mar 1884 in Betreff des Verfahrens bet der Umfüllung von Flüssigkeiten auf Niederlagen die Annahme der nachstehenden Bestimmungen beschaffen: 1. Wenn bei Flüssigkeiten in Fäffern, welche in einer allgemeinen oder beschränklen Niederlage lagern, der Inhalt eines FaffeS ganz oder teilweise zum Auffüllen anderer Fäffer benutzt wird, so ist dies als eine Umpackung anzusehen, auf welche die Bestimmungen in den §8101 und 103 d-S Vereinszollgesetzes, sowie in den §8 21 fr des Niederlage-Regulativs Anwendung finden. In Gemäßheit des 8 23 des Niederlage-Regulativs ist also bei jeder Auffüllung das Gewicht der alten und neuen Fäffer scst- zustellen. Auf den Antrag des NiederlegerS kann jedoch, um eine Beunruhigung der Flüssigkeiten durch Verwiegung zu vermeiden, gestattet werden, daß: a eine Verwiegung der Fässer, welche aufgefüllt werden sollen,^unterbleibt und nur das Gewicht der in jedes Faß umgefüllten Flüssigkeit ermittelt und dem Einlagerungsgewicht desselben zugeschrieben wird, und b. das zur Auffüllung benutzte Faß nur nach bewirkter Auffüllung verwogen und das vor der Auffüllung vorhandene Gewicht desselben durch Zurechnung deS Gesamtgewichts der in die einzelnen Fässer umgefüllten Flüssigkeit festgestellt wird. — Ist daS Faß nicht villständig entleert und soll noch auf der Niederlage verbleiben, so bedarf eS auch bet diesem Fasse einer Verwiegung nicht, sondern nur einer Abschreibung des Gesamtgewichts der auS demselben entnommenen Flüssigkeit von dem Einlagerungs- Gewicht. 2. Handelt es sich um eine im Niedcrlageregister summarisch ungeschriebene Post (8 7 Absatz 3 Niederlage-Regulativs), von der ein Faß zum Auffullen der I übrigen benutzt werden soll, so kann nicht nur von einer
Verwiegung der Fäffer, sondern auch von einer Gewichts- I ermittelung der umgefüllten Flüssigkeit und von einer An- I und Abschreibung derselben bei den einzelnen Fässern abge
wöhnlicher Temperatur mit der Mehrzahl der Grundstoffe verbindet. Derselbe ist ebenso nötig zur Verbrennung der Heiz- und Beleuchtungsmaterialien, wie zum Athmen. Im Durchschnitt gelange» bet etwa 1000 Athemzügen in einer Stunde 500 Liter Luft in die Lunge und ebenso viel werden wieder ausgeathmet, aber die Zusammensetzung derselben ist eine andere geworden, ka dieselbe 4 Prozent Kohlensäure enthält, waS für die Stunde 20 Liter ausmacht. Ein höherer Gehalt an Sauerstoff ist auf den Organismus ohne wesentlichen Einfluß und bewirkt keine größere Aufnahme in die Lunge, was daraus geschloffen werden kann, daß keine größere Kohlensäureentwicklung eintritt, selbst nicht beim Einathmen von reinem Sauerstoff. Ein geringerer Gehalt bewirkt erst, wenn derselbe unter 15 pCt. stakt, tiefere und häufigere Athcmzüge und erst bei 7 pCt. treten Athembeschwerden ein, wenn die Luft sonst rein ist.
Der Stickstoff ist ebenfalls ein färb-, geschmack- und geruchloses GaS, etwas leichter als die Luft und besitzt wenig Verwandtschaft zu den gewöhnlichen Stoffen, weßbalb dessen Menge bei der ein- und auSgeathmeten Luft gleich groß ist.
Als ständige Bestandteile finden sich in der Luft Kohlensäure und Waflerdampf. Die Kohlensäure ist ein farbloses GaS von säuerlichem Geschmack und Geruch, 17« mal so schwer als die Lust und ziemlich gleichmäßig in der Lust, die davon 3 bis 6 Raumteile in 10000 Th-ilen enthält, verteilt. Sie entsteht, wie schon erwähnt, durch den AthmungSprozeß, durch Verbrennung, Gährung uub Fäulnis, und ist hum Einathmen, sowie zur Verbrennung absolut untauglich. Ihre Anwesenheit ist für den LebcnSprozeß von der größten Wichtigkeit, wie weiter unten gezeigt werden wird.
der Großherzogin von Baden namens der Kaiserin von den übrigen Prinzessinnen empfangen wurde. Auf ganzen Wege dorthin wurden die Kaiserin und der Szjier von der zahlreich zufammengeströmten Bevölkerung «l enthusiastischen Hochrufen empfangen. — Im Laufe deS
Kronprinzessin, die Großherzogin von Baden, sowie die Prinzen und Prinz-ssinnen des königlichen Hauses bcgsben sich alsdann nach der Stelle des Grundsteins. Der baye- tische stimmsührende Bevollmächtigte beim BundeSrate über- nicht hierauf rem Kaiser unter einer Ansprache die Kelle; der Kaiser wirft den Mörtel auf den Stein und die Meister des Maurer- und Steinmetzgewerkö setzen daS Verschluß-
ehen werden, es sei denn, daß daS zur Auffüllung benutzte Faß aus der Niederlage entfernt werden soll, in welchem Falle das Gewicht desselben nach bewirkter Auffüllung durch Verwiegung sestzustellen und von dem Gesamtgewicht der Post abzuschreiben ist. 3. Sollen die in der Niederlage befindlichen Fässer mit Flüssigkeiten aus dem freien 93er» !ehr — zu denen auch die auS bet Niederlage abgemeldeten und verzollten Flüssigkeiten gehören — aufgefüllt werden, so ist nach der Vorschrift im letzten Absatz des 8 21 des Niederlageregulativs zu verfahren, jedoch bedarf eS auch in diesem Falle einer Verwiegung der Fässer dor und nach der Auffüllung nicht, vielmehr nur einer Zuschreibung deS Gewichts der in die einzelnen Fäffer übergeführten Flüssigkeit. — Die „Nordd. Allgem. Ztg." erklärt die in Kapstadt verbreiteten Gerüchte, die deutsche Regierung beabsichtige, überseeische Strafkolonieen anzulegen, für aus der Lust gegriffen.
Görlitz, 3. Juni. Bei sehr zahlreicher Betetligung deS Publikums begannen heute vormittag die Verhandlungen des 5. deutschen Lehrertages. Die Versammlung wurde mit dem vom Görlitzer Lehrer-Gesangverein vorgetragenen Psalm: „Gott ist mein Hirte" eröffnet. Alsdann nahm daS Wort Geheimer RegierungS- und Schulrat Dr. Bock (Liegnitz): Hochgeehrte Versammlung! Von der König!. Regierung zu Liegnitz habe ich bett ehrenvollen Auftrag erhalten, die hochgeehrte Versammlung deS 5. deutschen Lehrertages zu begrüßen. Ich freue mich umsomehr, die Versammlung begrüßen zu können, da hier Delegierte von Lehrervereinen erschienen sind vom Pregel bis zum Rhein, von Hamburg und Rendsburg bis weit über die Grenzen des Main hinaus. Die Königliche Regierung hegt die feste Zuversicht, daß die Arbeiten dieser Versammlung im Interesse unserer lieben Jugend nicht ohne Erfolg bleiben werden.' Die Königliche Regierung hegt die feste Zuversicht, daß die Verhandlungen dieser Versammlung einen bleibenden und dauernden Erfolg haben und ganz befon- ders dem Schulwesen dieses Regierungsbezirks zum Heile gereichen werden. In diesem Sinne begrüße ich namens der Königlichen Regierung die Versammlung und heiße sie auf dem Boden unserer Provinz herzlich willkommen. (Lebhaftes Bravo.) — Bürgermeister Heyne (Görlitz) begrüßte hierauf die Versammlung namens der hiesigen städtischen Behörden und Bürgerschaft, HauptlehrerTöp ter I (Breslau) namens des schlesischen Provinzial-LehrerverbandeS. — Der Vorsitzende Lehrer Thier sch (Berlin) bemerkte hierauf: die Reden und Beschlüffe auf dem letzten, 1882 zu Küffel stattgehabten deutschen Lehrertage haben zu vielfachen Angriffen Veranlassung gegeben. Man habe die Forderungen deS deutschen Lehrertages anmaßend genannt. Die Bezeichnung „anmaßend" sei ein sehr dehnbarer Begriff. Der deutsche Lehrertag sei stets lediglich bestrebt gewesen, für das Wohl der Volksschule und für das Heil des Vaterlandes thätig zu sein. Von diesem Bestreben werde auch ___________ ■ _---------------------
dasselbe gewesen. _
Der Sauerstoff ist ein färb-, geschmack, und geruchloses Gas, ttwa V1() schwerer als die Luft, welche« sich schott bet gc»
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Der Wassergehalt kommt in die Luft durch Verdunstung und zum geringen Teile durch den AthmungS- und Verbrennungsprozeß und ist großen Schwankungen ausgesetzt. Für die Gesundheit wird ein Gehalt von 50 bis 70 pCt. der Sättigung als zulässig angesehen. Ein geringerer Gehalt macht die Luft trocken und reizt die Lunge und Schleimdäute, ein höherer macht die Luft schwül und vermindert die Hautthätigkeit. Der menschliche Körper scheidet in der Stunde beim AuSathmen etwa 20 Gramm aus, ferner durch die Poren noch 20 bis 80 Gramm Je nach Umständen.
Außer diesen ständigen Bestandteilen können noch eine Menge anderer schädlicher Stoffe in der Lust enthalten sein. Abgesehen von solchen, welche durch Gewerbebetrieb rc. entstehen, kommen in den bewohnten Räumen noch vor:
Kohlenoxydgas, geruch- und geschmackfrei, entsteht durch unvollkommene Verbrennung, so bei unseren gewöhnlichen Feuerungen, Lampen rc. und ist im Rauch von Tabak, Räucherkerzen rc. vorhanden. Dasselbe wirkt schon bei geringem Gehalt in der Lust schädlich auf den Körperein und ist die Ursache von den so häufigen ErstickungSMen beim Schließen von Ofenklappen.
Schwefelwasserstoff kommt in schlecht gereinigtem Steinkohlen,Gase vor und entsteht bei Verwendung von schwefelhaltigen Brennmaterialien, durch Fäulnis schwefelhaltiger organischer Stoffe oder solcher nicht schwefelhaltiger in Gegenwart von schwefelsauren Salzen. Dasselbe hat einen ivtenftcen durchdringenden Geruch und ist in geringen Mengen schon tötlich. (Fortsetzung folgt.)
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Liaen nimmt entgegen: KLbition d. Blattes, Annoncen-Bureaux
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d. Annonem-Bureaux JSgersche Buchhandlung in Frankfnrt'a.M.; Hermann- sch-Lüchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Klibenbant in Berlin, den und Leipzig;
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j Uhx beim Kaiser ein Galadiner statt, an dem auch die Kroßfürstiuueu Katharina und Helene, der Prinz Walde- «r von Dänemark und olle Mitglieder des königlichen b-ufes, sowie die Mitglieder der russischen Botschaft teil« chmen. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Fest- , * r« Mung zur Grundsteinlegung des ReichstagSgebäudeS, aus ____^«och folgendes hervorzuheben ist: Die Geistlichen nehmen IP, mischen dem Podest der Abgeordneten und der davor ge- aL. tarnen Kanzel Platz. Bei dem Herannahen des Kaisers soerm E Ne Musik eine Fanfare. Sobald der Kaiser vor dem imerich« Milon erscheint, nähert sich der Reichskanzler dem Kaiser rdam IStyib fragt, ob die Feier beginnen solle. Auf den dazu er- k. 1.201 ttihen Befehl singt der Domchor einen Choral. Der ReichS- . " 7.1 -taia bitt4 hierauf um die Erlaubnis zur Verlesung der [2 jür den Grundstein bestimmten Urkunde und verliest die- 7 Selbe. Die zur Versenkung in den Grundstein bestimmten Schriften und Münzen find: Der Erlaß an daS deutle Ak von Versailles, 17. Januar 1871, betreffend die Erneuerung der deutschen Kaiferwürde, die deutsche ReichS- dnfassung, das Handbuch für das deutsche Reich von 1884,
«erliu, 4. Juni. Die Kaiserin von Rußland ist mit- um 12 Uhr hier eiugetroffen; sie wurde am Bahnhofe Kaiser, dem Kronprinzen, der Kronprinzessin, den i»en Prinzen, der Prinzessin Viktoria und der Erb- Lffht von Meiningen empfangen. Die Begrüßung der .»«bkchsten Herrschasten war sehr herzlich. Die Kaiserin mit der Kronprinzessin und der Großfürstin Xenia in
Galawagen nach dem russischen BotschaftS - Hotel,
WaS86 «mittag« empfing die Kaiserin von Rußland den Kaiser, nunaäe Kronprinzessin, die Großherzogin von Baden und die uS\ Mtiflen Prinzessinnen des königlichen HauseS zum Besuche. V . , 0, Ihren der Kaiserin von Rußland fand nachmittags um rruchi l f"’im 6'v,ii<"' p!n Galadiner statt, an dem auch die
dne Baugeschichte des ReichstagStzebäudes, die Pläne der
Stadt Berlin und ihrcS Weichbildes, sowie ein vcüständiger 23 ^r Reichömünzm aus den Prägungen aller deutschen c Art, ( Mnzstättcn. Während der Versenkung dieser etflcte er« unter s« tint Musik. Der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz, d e Aufstcll« ' - ' ~ '--------■- — m.
• W % bet Kaiser, die Prinzen, sowie die genannten Prin- ö J en ben hoben Gast begleiteten und wo die Zarewna LK 5 hCr Grokberzoain von Baden iousktch 216