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HX. Jahrgang

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Marburg, Mittwoch, 28. Mai 1884.

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Deutscher Reich

: Nr. 5.

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wird, von leeren Versicherungen und grammen zu reden, zum Schweigen glauben dies um so sicherer annehmen guten Dienste, welche von dieser Seite kommen des UnfallversicherungSgesetzeS

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zu bringen. Wir zu dürfen, als die für das Zustande- in Aussicht gestellt

Die Reise zum Herrn Vetter.

Aus dem Tagebuche eines alten Hallenser Studenten von Albert Jaenich.

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a. d.S Sonnet«1 Belohn«

und die Annahme desselben ist Mar wahrscheinlich. In parlamentarischen Kreisen, in betten man Gelegenheit hatte, die Haltung der Nationalliberalen in der Unfitllkommisstdn zu beobachten und zu sehen, wie sie ohne Scheu ihre eigenen früheren Anträge mit niedersttmmten, ist man voll­ständig überzeugt, daß die Nationallibevalen ingsnügmder Zahl für den Börsensteuerentwurf stimmen werden, über deren Haltung dann weiter geschrieben wird: Auf der einen Seite die klerikal-konservative Koalition, die das Unfall- verstcherungSgesetz nach ihren Rezepten fertigstellt, auf der anderen der Reichskanzler als gefälliger Mann, der mit überraschender Geschwindigkeit bei der Hand ist, die Sehn­sucht seiner neuen Freunde nach etwas Börsensteuer zu stillen. Und ringsum die Zahl der Spötter, die bei dem Schaden niemals zu fehlen pflegen. DieKreuz-Ztg." meint sehr richtig, aus blvssubjektiver Ergebenheit" mache sich der Kanzler gar nichts, die habe er ja auch von feiten Laskers genossen und sein Dank dafür beweise, waS ihm solche Liebe wert sei. Die Börsensteuer komme deshalb

sind, Dank dem unerwarteten Entgegenkommen des Zentrums ihre praktische Bedeutung verloren haben." DieGer­mania" führt aus, daß der Börsensteuer-Entwurf auf beiden Flügeln des Reichstags Befriedigung Hervorrufen wird,sowohl bei den entschiedenen Gegnern der Börse, welche eine energische Besteuerung wünschen, als auch bet dem Fortschritt und den Sezesstonisten, welche der Sympathie und der Unterstützung aller Geldmanner bet den nächsten Wahlen um so sicherer sein können, je energischer sie den Entwurf bekämpfen."

Bremen, 26. Mai. Gestern mittag fand die Eröff­nung der von der hiesigen geographischen Gesellschaft mit Hülfe der argentinischen Regierung veranstalteten argen­tinischen Ausstellung statt. Der Präsident Albrecht wies in der Eröffnungsrede auf die steigende Bedeutung Argen­tiniens für Deutschlands Handel und Industrie ht«. Der Delegierte der argentinischen Regierung dankte der Gesell­schaft und brachte ein Hoch auf Kaiser Wilhelm aus. Die Ausstellung ist sehr reichhaltig, besonders an Rohprodukten.

,.en nimmt entgegen. pUnedition d. Blattes, ^i.iAnnoncen-Bureaux ^-senstei» und Vogler

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Noch einmal indes wandte sie sich nach mir um, bevor sie hinter der Thür verschwand, dann sprang die Feder inö Echlvß und ich stand, mit dem laufenden Talgltchte in der Unten Hand, allein da.

Rasch kleidete ich mich auS und nach wenigen Minuten dehnte und streckte ich mich in den weichen Kiffen. Doch »«gebens suchte ich bald einzuschlafen. Ich warf mich von einer Seite auf die andere, aber der Schlaf wollte sich nicht einstellen. Fortwährend stand Margaretens liebliches Bild »»r meinen geschloffenen Augen, sah sie mich mit ihren »unkten Augen an, tönte ihre melodische Stimme In meinen ö|)ten. Ein vorher noch nie gekanntes wonniges Gefühl »Udchströmte, eine eigentümliche, aber durchaus nicht unan- stevehme Unruhe beherrschte mich.

So schildern die Dichter ja immer die Stimmung der ^«liebten", murmelte ich vor mich hin, mich wiederum von »« linken auf die rechte Seite wälzend.Spund, Spund, «m Ende bist Du auf dem besten Wege, Dich ernstlich zu »«Heben--1 Was würde das auch schaden?--

®at nichts I Im Gegenteil, es wäre für dich in jeder Be­gehung nur ein Segen! Erstens nämlich würdest »8 endlich ein solider, vernünftiger Mensch! Zweitens würdest »u fleißig arbeiten, um so bald als möglich dein Ziel zu Zeichen! Drittens wäre Margarete ein ebenso schönes, wie jeder Beziehung vortreffliches Mädchen, eine außerordent- 8H paffende Frau sür dich und viertens würdest Du »bendretn gar noch durch diese Verbindung Deinem Alten *> den du übrigens morgen schreiben mußt eine riesige Mrud« bereiten! Vier Fliegen mit einer Klappe, hurrah!

!W0hM vermich werden. ; Nr. b.

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(rtibenft ein. Exped. der Oberh. Ztg.

zur rechten Zeit, um die Nationalliberalen auf die Probe zu stellen;wir werden also noch vor den Wahlen erfahren, wo sie hingehören, ob sie Freunde oder Gegner der Re- forrnpolttik des Kanzlers sind." Und noch boshafter die Leipz. Ztg.":Wir find überzeugt, daß die Nationalliberalen es den Regierungen nur Dank wissen werden, so schnell von denselben beim Worte genommen zu werden und auf diese Weise die beste Gelegenheit zu erhalten, die Spott- und Zweifelsucht im gegnerischen Lager, welche nicht müde InhaltSlostn Pro-

Adolf StM« '.Hambuvg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipüy; I. Barck u. Co. in Halle ; W. Thisnes in Elberfeld.

'ten Strdi ; sicher, 1 Konetri bet Rats chnLeid^ ugsschrsd m nicht »reif, una

b«Ei. n 'M 'n flS LZ II? »sicht, k »es bet j (tenbettk 'bet ich l errn?M1( en. btat anbei,» itf nett» wäre d,ch «eicht» lahmsix!, 'ertnLd!, 3t ' oertütjj ubmatbf. Nr. 3

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition1 d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux Iägerfche Buchhandlung in

Freilaffung der Effekten- und Waren-Urnsätze bis zum Be­trage von mindestens 5000 Mk., für das Offenlaffen deS Rechtswegs bei Steuerreklamationen. Die Kommission be­absichtigt, Vertreter aller deutscher Handelskammern zu einer in nächster Woche hier abzuhaltenden Konferenz zu be­rufen. Betreffs der beabsichtigten Erhöhung der fran­zösischen Eingangszölle auf Mehl und auf Vieh sagt die Nordd. Allg. Ztg.", eS sei bemerkenswert, daß sich daS Bedürfnis, dem Ackerbau den gebührenden Schutz angedeihen zu lassen, gleichzeitig in den verschiedenen Ländern in auf­fälliger Weise zu erkennen gebe. In dem Prozesse gegen die Gründer desPreußischen Leihhauses" wurden die An­geklagten Landccker, Waldmann, Geirn der wiffentltchen Ver­schleierung der Bilanz, letztere beide auch der Untreue und Unterschlagung für schuldig erkannt; Landecker wurde zu 1500 Mk. Geldbuße event. 4 Monate Gefängnis; Wald­mann zu 10 Monaten Gefängnis und 900 Mk. Geldbuße event. zu 2 Monaten, Geirn zu 8 Monaten Gefängnis ver­urteilt. Im Reichstage ist noch immer nicht volle Ferten- ruhe eingetreten, denn die Kommission für das Aktiengesetz hält auch in dieser Woche, zunächst heute abend, Sitzungen ab. ES geht auS dieser Beschleunigung der Arbeiten der Kommission hervor, daß man allen Ernstes daran denkt, das Aktiengesetz noch an das Plenum zu bringen., Der dem Reichstage jetzt zugegangene Gesetzentwurf über die Verwendung von Geldmitteln auS Reichsfonds zur Einrichtung und Unterhaltung von Post-Dampffchiffsver- bindungen mit überseeischen Ländern hat im Bundesrat kleine Veränderungen erfahren, die im wesentlichen darauf hinauS- geheu, dem Reichskanzler bei der Ausführung des Projektes mehr freie Hand zu lasten. Der Gesetzentwurf lautet jetzt: § 1. Der Reichskanzler wird ermächtigt, die Einrichtung und Unterhaltung von regelmäßigen Post-Dampf schiffsverbin- dnngen zwischen Deutschland einerseits und Ostasien bezw. Australien andererseits auf eine Dauer bis zu 15 Jahren an geeignete Privatunternehmungen zu übertragen und in den hierüber abzuschließenden Verträgen Beihülfen bis zum Höchstbetrage von jährlich 4 Millionen Mark aus ReichS- mitteln zu bewilligen. § 2. Die nach § 1 zahlbaren Be­träge sind in den ReichS-HauShaltSetat einzustellen."

Zur Börsensteuer will ein hiesiges Börsenblatt zu­verlässig erfahren haben, daß in den Regierungskreisen bereits Bedenken über die Ausführbarkeit des neuen Börsen- steuerentwur^S aufgestiegen feien. Man glaube auch nicht an die Annahme des Entwurfs, der nur auf direkten Be­fehl Bismarcks in aller Hast ausgearbeitet fei, um die Nationalliberalen beim Worte zu nehmen. Man sei sogar schon mit der Ausarbeitung eines neuen abgeschwächten Entwurfs beschäftigt. Diese ganze Auslastung klingt Im höchsten Grade unwahrscheinlich und hat wohl nur den Zweck, etwas Dämpfer zu fein. Nach anderen Informa­tionen ist es dem Reichskanzler mit dem Gesetz sehr ernst

Es wird sich verheiratet! Das liebe Gretchen! Lange werde ich sie wahrlich nicht auf eine Erklärung warten lassen l Bei mir muß alles schnell gehen! Herr Gott, wird das himmlisch---WaS ist daS? Ruft nicht jemand um

Hilfe?!"--

Ich setzte mich im Bette in die Höhe und lauschte mit angehaltenem Atem. Ich hatte mich nicht getäuscht. Un­heimlich und ängstlich schrillten entsetzliche Töne: II Ah! Oh! Aeh! durch die Stille der Nacht.

DaS ist der Vetter! Sie haben den Vetter überfallen! Dieser Gedanke fuhr mir blitzschnell durch den Kopf. Mit einem Satze war ich auS dem Bette, faßte meinen neben demselben stehenden Stock mit dem übersponnenen, schweren Blciknopfe und eilte, wie ich war, hinaus auf den Flur, wo ich einen Augenblick stehen blieb. Richtig. Die Töne kamen aus des Vetters Schlafkabine!. Ich stürze auf die Thüre zu. Sie ist von innen verriegelt. Ein kräftiger Fußtritt, sie fliegt krachend auf, der Vetter aber mit einem furchtbaren Schreckensschrei aus dem Bette und in die Fensterecke, wo er sich angstvoll zusammenkauert.

Hilfe! Diebe! Mörder!" schreit er aus voller Kehls.

Wo denn? Wo find fit?" schreie ich mit hochge­schwungenem Stocke.

Mensch, Du blsts? WaS fällt Dir ein? WaS willst Du hier? Bist Du verrückt?" schreit er immer noch In der Ecke kauernd.

Wo find ste, die Diebe, die Mörder?" schreie ich, immer noch mit geschwungenem Stocke.

Ein ungeheures Gelächter tönt jetzt auS der Fensterecke, aus der sich endlich der Vetter, natürlich ebenfalls im Nacht­kostüm wie ich, hervorwagt.

Sage mir nur um Gottes willen, Mensch, waS fällt

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""^scheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentliche Beilage ,, äsiustrtrte» SonntagSblatt' ' durch die Ap^üion (K c $ Buchdrucker-i) bezogen 2*/t Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark »0 Pfg (excl. Bestellgebühr.) Jnsertionsgebühr für Me gespaltene Zeile 10 PfS»

Für in der Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 28 Pfg. berechnet.

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Dir eigentlich ein! Bist Du mondsüchtig, oder was ist mit Dir los?" ruft er, sich auf den Bettrand fetzend.

Mondsüchtig? Gott bewahre! Aber Du hast doch um Hilfe gcschrieen l Ich habe ja ganz deutlich Deine Jammer- laute in meinem Äabinet vernommen: I! Ah! Ohl Aehä 1 Da bin ich Dir < ben zu Hilfe geeilt, weil ich glaubte, man habe Dich überfallen 1 Die Thüre war von innen verriegelt. Ich dachte, das hätten die Spitzbuben gethan und trat ste daher ein! Da springst Du aus dem Bett, schreist: Hilfe! Diebel Mörder! und verkriechst Dich in die Ecke am FensterI ES sind aber, wie ich sehe, gar keine Spitzbuben da 1 Sage mir deshalb blos, weshalb schriest Du so?"

Der Vetter konnte vor Lachen kein Wort hervorbringen. Endlich bekam er die Sprache wieder.

Na, die Sache ist gut!" rief er, sich die Thränen aus den Augen wischend.Ich werde Dir sagen, weshalb ich so geschrieen, fo schreien mußte: Ich bekam nämlich Waden- krampf. Ich weiß nicht, ob Du dieses nichtswürdige Gefühl kennst? Es zog mir meine linke Wade rein zu einem Knoten zusammen. Ich wollte zwar nicht schreien, aber der ent­setzliche Schmerz preßte mir wider meinen Willen die Töne heraus l So, da hast Du die ganze Geschichte! Aber nimm nur vor allem meinen Dank für Deine, wenn auch, Gott sei Dank, unnötige Hilfe. Du bist ein braver, mutiger Junge, der seinen Vetter nicht im Stiche läßt! Das werde ich Dtr nie vergessen!"

Jetzt war die Reihe, zu lachen, an mir.

Nun wollen wir aber doch noch ein paar Stunden schlafen! Der Schmerz ist vorüber! Nein, die Geschichte ist gar zu drollig! Na, nochmals gute Nacht, Vetter!"

Gute Nacht! Von jetzt an angenehmere Ruhe!" rief ich, auch in mein Zimmer zurückkehrend. (Fortsetzung folgt.)

Berlin, 26. Mai. Der Kaiser empfing heute die Mlmäßigeu Vorträge und mehrere militärische Meldungen int) arbeitete dann mit dem Zivilkabinett. Der Kaiser nirb am Donnerstag die Frühjahrsparade der hiesigen und Zpindauer Gardetruppen abhalten, nach dem Paradediner Babelsberg übersiedeln und Freitags die Parade der Potsdamer Garvetruppen abnehmen. DerReichsanz." möffe-tlicht eine königliche Verordnung, nach welcher daS Uetz über das Schuldbuch am 1. Oktober 1884 In Kraft tritt; ferner einen königlichen Erlaß über die Errichtung dn Direktion der Berlin-Hamburger Eisenbahn in Berlin mb die Vereinigung der Verwaltung der Tilsit Jnsterburger öahn mit der Eisenbahndirektion Bromberg, sowie der Oels- gneener Bahn mit der Eisenbahndirektion BreSlau. Die Abendblätter veröffentlichen eine Zuschrift deS Vor- ßtzindin der UiffallverstcherungS-Kommifston, Freiherr von IMckenstein, worin es heißt, er sehe sich gegenüber der vom Abg. Löwe namens der deutsch - freisinnigen Partei gebrachten Erklärung zu der öffentlichen Erklärung veran­laßt, daß in den Verhandlungen der Kommission nichts mgekommen sei, was mit der Geschäftsordnung des ReichS- lageS ober mit dem parlamentarischen Herkommen im Wider- spmche gestanden hätte. DieNordd. Allg. Ztg." teilt das vom Reichskanzler In der Angra-P.quena-Angelegenheit antnm 24. April an ten deutschen Konsul in der Kap­stadt gerichtete Telegramm in der Uebersetzung mit, welche also lautet:Nach Mitteilungen deS Herrn Lüderitz zweifeln die Kolonialbehörden, ob seine Erwerbungen nördlich des

aSecrtti vrangefluffeS auf deutschen Schutz Anspruch haben. Sie i Jjum vollen amtlich erklären, daß et und seine Niederlassungen vermich unter dem Schutze des Reiches stehen. Bismarck." Die »Nordd. Allg. Ztg." fügt hinzu: Weiteres liegt bisher in dieser Angelegenheit nicht vor. DaS Aeltesten-Kollegium der Kaufmannschaft wählte eine Kommission zur Spezial- Prüfung des neuen BörsensteuerentwurfeS. In der vorauS- Wngenen allgemeinen Besprechung wurde der Entwurf im allgemeinen bekämpft, namentlich sprach man sich auS gegen die Strafbestimmungen, die Kontrollbestimmungen, für die

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