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XH. Jahrgang.

Marburg, Donnerstag, 8. Mai 1884.

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, g., * yie aber könnten sie ein so dringendes Bedürfnis aner- retihnf M«, um aus der Initiative deS HauseS heraus eine rnegof. Äderung der Städteordnung herbeizuführen.

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Fta Jugendjahren nicht- weiter al- WichsterS waren.

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In der dritten Beratung wird ferner der von dem dg. Bachem beantragte Gesetzentwurf, betreffend die Be- wmung des Wohnsitzes der Beamten im Sinne der rhei- flhen GemeindeverfasiungSzesetze angenommen.

Auch der Gesetzentwurf, betreffend den weiteren Erwerb a Eisenbahnen für den Staat, veranlaßt vor seiner defi- liden Annahme im ganzen keine weitere Debatte, als daß

und zunächst dem preußischen Staatsministerium unterbreitet worden. Man darf, nach denBerl. Pol. Nacht.", an» nehmen, daß der Bundesrat sich in Bälde mit der Ange« legenheit befassen wird. DieKreuz-Zlg." schreibt: Die Verhandlungen in der letzten Sitzung der Sozialistengesetz» Kommission, welche in der Hauptsache der Feststellung bet Berichtes gewidmet waren, boten kein besonder» bemerkens­wertes Moment; nur bei der Diskussion darüber, welche Form dem seitens der Kommission vor das Plenum zu bringenden Anträge zu geben sei, wmrde. von gegnerischer Seite eine eigentümliche Taktik beliebt; da die Kommission die Regierungsvorlage bekanntlich mit 10 gegen 10 Stimmen abgelehnt hatte, wäre das Natürlichste gewesen, daß der bezügliche Antrag der Kommission dahin gelautet hätte: Der Reichstag wolle beschließen, den Gesetzentwurf abzu» lehnen und daneben die gegen die Dynamitattentate gerichtete Resolution anzunehmen," wie das auch beantragt wurde; die Mehrheit der Kommission beliebte aber nach längeren Auseinandersetzungen den Schluß des Berichtes so zu fasten, daß, nachdem der Gesetzentwurf in der Kommission eine Mehrheit nicht gefunden habe, der Reichstag beschließen wolle, die (Dynamitattentats') Resolution anzunehmen. An den Thatsachen wirs ja damit nichts geändert, aber eS mußte auffallend erscheinen, daß dieFreisinnigen" auf daS eifrigste bemüht waren, dieser eigentümlichen Fassung, die vom Zentrum vertreten wurde, durch ihre Stimmen die Mehrheit zu sichern. Glaubt man damit für daS Plenum freiere Hand zu haben? Die Empfindlichkeit in diese« Punkte ping sogar so weit, daß dieselbe Mehrheit eS ein­fach ablehnte, des entgegengesetzten Antrages, welcher der Situation einen klaren Ausdruck gab, im Bericht auch nur Erwähnung zu thun. Wie viel Zartgefühl gegen das Plenum deS Reichstages, das plötzlich hervortrat und fast als Ausdruck ter Reue über das Pro - nihilo- Resultat der KommissionS - Beratungen gelten muß! Wie berechtigt war also die Auffastung, welche von vorn­herein einer KommissionS - Beratung widerstrebte und die Entscheidung einfach im Plenum herbeiführen wollte. DieNordd. Allg. Ztg.", an die Meldung anknüpfend, daß ver nordamerikanische Staatssekretär die Flagge der internationalen afrikanischen Gesellschaft als eine befreun« bete anerkenne, erörtert die Frage: Wer ist die afrikanische Ges.llschast? und sagt: Die Gesellschaft habe einen Ehren- Präsidenten und einen geschäftSsührenden Präsidenten, ihre Statuten seien aber nicht veröffentlicht und eS sei nicht be­kannt, ob sie Korporationsrechte besitze. Man habe eine Anzahl Gesellschaftsorgane, sei aber im Dunkeln darüber, wer das Rechtssubjekt der Gesellschaft sei, von wem die in den Verträgen mit den Negerhäuptltngen stipulierten Rechte erworben fiten und wer über dieselben weiter verfügen

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[ft. Berlin, München und

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Die Reise zum Herr« Better.

Aus dem Tagebnche eines alten Hallenser Studenten von Albert Jaenich.

($> X.» uuüc uitv rin Frankfurt a. M., Ain, Hannover u. Paris.

vom Landtag.

Berlin, den 6. Mai.

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Loose v6i SIS, 1214 67

».scheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage ZllustrirteS IonntagSblatt" durch die Expedition (Klch'sche Buchdruckerei) bezogen 2V. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark »0 Pfg (excl. Bestellgebühr.) - Jnsertwnsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf-.

Für in der Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 2» Pfg. berechnet

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Marburg, «r. 44.

Deutsche- Reich.

Berti«, 6. Mai. Vorgestern nachmittag fand eine Sitzung des Staatsministeriums unter dem Vorsitze deS Fürsten BiSmarck statt; nach derselben wurde der Reichs­kanzler vom Kaiser empfangen. Zu gestern mittag war im ReichSamt deS Innern eine Plenarsitzung des Bundes­rats anberaumt; die Tagesordnung derselben enthielt nur: Eine Mitteilung des Präsidenten deS Reichstags über die Beschlüsse des Reichstages zu dem Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Anfertigung und Verzollung von Zündhölzern, ferner den mündlichen Bericht deS AuSschustes für Handel und Verkehr über den Antrag Sachsens, betreffend den Entwurf eines Gesetzes wegen Abänderung der Maß- und GewichtSordnunz vom 17. August 1868 und die Ernennung von Kommistarien zur Beratung von Vorlagen im Reichs­tage. Der Ministerrat soll sich u. a. auch mit der Vor­lage, betreffend die Abänderung der Rübenzuckersteuer be­schäftigt haben. Die bezügliche Vorlage ist auf Grund der Vorschläge der Zuckersteuer-Cnquete, welche im wesentlichen berückstchti t sein sollen, im Reichsschatzamte ausgearbeitet

So also ist, wie gesagt, der Wichsier daö unentbehrliche Faktotum der Hallenser Studenten, von dem er sich sogar stellenweise seinen Bildungsgrad zu bereichern und zu er­weitern bestrebt und gelehrte Brocken aufschnappt, die er dann an paffender wie unpaffem et Stelle, aber stets mit einem unverkerinbaren Ausdrucke selbstbewußter Würde an­zubringen sucht.

Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt; der weite Weg, Graf Jsolan, entichuldigt Euer Säumen!" rief ich Ender- lein zu, der bereits im Begriffe war, meine Stiefeln unter dem Bette hervorzulangen.

Schiller!" erwiderte er mit stolzem Lächeln ob seiner Kenntnis der klassischen Litteratnr.

Tritt näher, Enderlein, und ziehe Deine Schuhe au«, denn Du stehst auf geheiligtem Boden! Vernimm meine Worte uud achte auf meine Rede, denn ich will zu Dir sprechen. Sela!

Würdevoll trat der Angeredete bis in die Mitte des Zimmers und sagte:Herr, Dein Knecht höret!"

Nimm, o Freund, alle Weisheit zusammen, so in Deinem Haupte ist, schachte empor alle Klugheit und Pfiffig­keit, so bei Dir in der Tiefe der Seele ruht; denn waS Du zu vollbringen hast, ist ehrenvoll, aber schwierig, sehr schwierig und bedarf absonderlicher Kraft!"

Bestimme, o Herr, über Deinen Knecht!"

So höre denn: Du mußt cerevisiam, Stoff, Bier besorgen, aber auf Pump!"

EnderleinS Gesicht nahm einen AuSdmck an wie daS eines Menschen, der sich bisher ganz wohl gefühlt hat und plötzlich von heftigem Leibschneiden befallen wird.

Bier, Stoff, cerevisiam auf Pump!" repetierte er gedehnt und mit dumpfer Stimme, während er den rechten Zeigefinger sinnend an die Nase legte und den Blick zur Decke richtete.

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Ur Gerichtsvollzieherstellen erledigt. Die Kommission be­tragt, die Petitionen der Staatsregierung zur Erwägung |i Überweisen.

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Abg. Janssen empfiehlt dagegen, die Petitionen der Regienung zur Berücksichtigung zu überweisen. Er glaube, daß daS Haus damit den richtigen Weg einschlage, um den Leuten zu ihrem Rechte zu verhelfen. Die Position des Justizministerö würde auch durch die Annahme seines An­trages wesentlich verstärkt; jedenfalls empfehle eS sich nicht, die Petenten einfach der Gnade der Regierung zu über­antworten. Nach einiger Debatte wird der Antrag Janffen mit großer Majorität vom Hause angenommen.

Den folgenden Gegenstand bildet der siebente Bericht der UnterrichtSkommisston über Petitionen, betreffend die Einführung des technischen Handarbeitsunterrichts.

Die Petittonen gehen von angesehenen Männern der Stadt Posen aus und sind auf Einführung deS technischen Handarbeitsunterrichtes in die Lehrerseminare der Monarchie, auf Errichtung einer ZentralbildnngSanstalt für Handarbeits­lehrer und auf Gewährung von Mitteln zur Förderung genannten Unterrichts im Lande gerichtet.

Die Kommission beantragt: In Erwägung, daß die Staatsregierung bereit ist, den Bestrebungen der Petenten eine wohlwollende Berücksichtigung, soweit eS thunlich ist, zu teil werden zu laffen, über die Petition zur Tages­ordnung überzugehen. DaS Haus schließt sich diesem Anträge debatteloS an. Zum Schluß wird auf Antrag der Geschäftsordnungs-Kommission daS Mandat des Abg. UnterstaatSsekretärS Marcard durch seine Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rat als nicht erloschen erklärt.

Nächste Sitzung Sonnabend 10 Uhr. (Dritte Beratung de« Kommunalsteuer-Notgesetzes.)

.tqen nimmt entgegen: 'Expedition d. Blatte-, !*:,&Annoncen-Bureaux Nassenstein und Vogler *Mnlfurt a M. Ham- 8 - jpju. äSten; Frankfurt

Bekommst auch zwei Flaschen davon und, wen» erst der Mammon vom Alten eingetroffen ist, eine fürstliche Be­lohnung!"

Da drängt- ihn, den köstlichen Preis zu erwerben und er stürzt sich hinunter auf Leben und Sterben! Schiller! Hic Romeo, hic salutal wie wir Lateiner sagen!"

Enderlein streckte nach diesem klassischen Erguffe die Rechte mit auSgespreizien Fingern wie beschwörend zum Himmel empor, während et zugleich mit unnachahmlicher Geberde der Thüre zuschritt und bald hinter derselben verschwand.

Ist doch ein ganz prächtiger Kerl, dieser Enderlein", sagte Horst,man könnte von ihm verlangen, et sollte de» Knopf vom Kirchturme herunter holen und et würde sich nicht einen Augenblick besinnen, den Auftrag zu versuchen."

Nahezu eine Viertelstunde verging, da erschien Enderlein wieder, keuchend, puterrot und schweißtriefend, an jedem Arme einen riesigen Flaschenkorb, aus deren jedem Fache der ver­korkte HUS einet Flasche einladenv hetvotguckte.

Huttoh, Ende lein, Du sollst leben vivat hoch!" tönte es im Chore und schmunzelnd und geschmeichelt durch die ihm gebrachte Ovation stellte der Gefeierte allmählich zwei Dutzend Flaschen sorgsam auf die Diele und wischte sich dann mit dem rechten Zipfel der blaukattunen Schürze die Schweißtropfen vom Gesichte.

Wie hast Du da« gemacht, Enderlein, daß man Dir so schnell das Gewünschte gab?" fragte Weißpflok.

Hm, daS ist eigentlich Amtsgeheimnis, indeflen will ich eine Ausnahme von der Regel machen und Ihnen die Sache mittetlen. Sehen Sie, ich ging also hinein in die Niederlage und that, als ob ichs ungeheuer eilig hätte. Geben Sie mir so schnell als möglich zwei Dutzend Fläschchen Bier für meinen Herrn, sagte ich, aber schnell, sehr schnell. Ja, da- ist recht schön, sagte der Expedient, aber Ihr Herr

. f ., Äußerten Bedenken gegen den Ausbau der Linie Lauen- <35 jlx . krg OldeSloe wie erholt.

yig Darauf wurden Petitionen wegen Gleichstellung der ________ Kvilanwärter mit den Militäranwärtern bei der Besetzung

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d. Amwnccn-Bnreaux Jägersche Buchhandlung in Frankfurtia. M; Herman«- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalideudant in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Hall«; W. Thienes in Ekderfeld,

fiigkeit, rH 83.Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses. Auf nbelangt,, Tagesordnung steht zunächst die dritte Beratung der jeber ben Abgg. vr. Straßmann-Zeile beantragten quelle zur Städteordnung für die östlichen Provinzen.

In der allgemeinen Besprechung erklärt zunächst Abg. latkt 49 t .,hn namens seiner politischen Freunde sich gegen die (13 ^tiage. Sie seien nach wie vor der Meinung, daß der |79 bet Städteordnung genüge, nötigenfalls den Ungleich- Mgkciten in den Wahlbezirken zu begegnen. In keinem

Weißt Du, geehrter Leset, der Du nicht Student, " taentlich nicht Hallenser Student warst, was ein Wichstet JH Kennst Du seine immense Bedeutung für den Hallenser fi hbenten, seinen gewaltigen Einfluß in seiner ganzen Größe? K fen, voll und ganz weißt Du das nicht. So vernimm ' it»; Der Wichstet ist dem Hallenser Studenten sein un- I ^ehrliches alter ego, sein Ein und Alle«, sein Anfang ; dd Ende, fein Alpha und Omega. Er muß ihm, so zu tzn, Batet und Mutter, Bruder und Schwester, Onkel '' V Tante, Neffe und Nichte, Freund und Freundin ersetzen, j « ist sein Vertrautet, Kammerdiener und Ratgeber, sein ; itzollmächtigtet Minister in allen äußeren und inneren An- , 1 ^egenhetten, sein Schutz und Schirm gegen jegliche Ver- * talbeiten, sein Mädchen für alles, zuweilen selbst fein j tetillon damour. Er putzt die Stieseln, er reinigt die tl leibt-r, er besorgt bei allzu heftigem Katzenjammer die < Met ine zum schwarzen Kaffee mit einem Worte: er

*gt nach bestem Gewissen und mit aufopfernder Hingebung

l das Wohl seines Herrn.

Daß diese Zuneigung aus Gegenseitigkeit beruht, liegt * tet Natur der Sache, und bet Bruder Studio läßt «htm getreuen Wichstet auch dafür zukommen, so viel er ht immer kann. Da nun ein solcher Wichstet nicht nur tat, sondern eine ganze Anzahl von Studenten bedient, ratis. ! kommt es nicht feilen vor, daß er sich nach und nach > Laufe der Jahre ein hübsches Sümmchen zusammen- ^tt, mit dem er dann den Grund zu irgenb einem Ge- Kst und häufig zu späterer Wohlhabenheit legt. Wir

Abg. v. O e r tz e n (Jüterbog) spricht für die Aufrecht- jwtutig der Beschlüsse zweiter Lesung. Et und seine poli- Ehen Freunde wollten die Auflösung der Berliner Stadt- zu k ^ordneten-Versammlung, die auf Grund des 8 79 der "t. 3 Meotdnung rechtmäßig erfolgt sei, von diesem Gesetz- (iz «dvurf ganz fern halten. Eine derartige Maßregel müsse ,---- ß aber in einem gewissen Zeitraum immer wiederholen,

lsabethenbri es empfehle sich deshalb, die Materie durch den ge- chnltchen Gang der Gesetzgebung zu regeln, um den Frte- A in ten Gemeinden nicht zu stören.

all««g Reg.-Kommissar, Geh. Reg.-Rat Halbey widerspricht «t Auffaffung des Vorredners, daß es sich bei der Auf- Ufiing einer Stadtverordneten-Vetsammlung um eine AuS- ieuwobM iihmemaßregel handle. Der 8 79 sehe eben eine Maß- «gil vor, deren Anwendung dann eintrete, wenn sie von 7-0 to Verhältniffen geboten uns opportun erscheine. Ebenso L_ jtitig könne zugegeben werden, daß eine Auflösung eine einige Ad« Ädseligkeit gegen die bisherige Stadtverordnetenvetsamm- etgeben. tng enthalte und zum Unfrieden in den Gemeinden führe. slP bittet wiederholt, dem Anträge keine Folge zu geben. Der Antrag wird indes drfinttiv genehmigt.