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fllarBurg, Sonntag, 4. Mai 1884.

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ÜSHerersHierzu beantragt Abg. vr. H ammachr r-Essen (nat.- [1): In Alinea 2 statt31/* prozentige" zu sagen

^ie alte Krone zu Homberg tu Niederhefseu.

Jim 21. März d. I. erfuhr der Unterzeichnete bei seiner Wesenheit in Homberg, daß eins der schönsten alten Holz­er in Hessen dieKrone" dortselbst in andere Hände gegangen sei, und demnächst einer Renovation unterzogen müsse. Er ergänzte deshalb eine bereit» 1882 ge-

Me photographische Aufnahme de» Gebäude« durch ge- *Ete Detailaufnahmrn, machte den neuen Besitzer auf den /^fchichtlichen Wert derselben aufmerksam und berichtete ! °su Konservator der Monarchie, Herrn Geh. Baurat ^Drhn-Rotfelfer. Bereit» am 31ten d. M. erwiderte ^be, daß er dem Antrag gemäß Herrn Bauinspektor ^ju Homberg aufgefordrrt habe,alle ihm zu Gebot ^iden Mittel anzuwenden, um eine beklagenswerte Ent» zu verhüten." Am 1. April begab sich der ^irichnete wiederholl nach Homberg, um die Gelegen» !*» Umbaues zu eingehenden Studien und Aufmesiungrn. ^Hauses zu benutzen, welche« wohl in denBauden!»^.

mit den Wortengothifcher Fachwerkbau mit zwei Ln «ach einer Inschrift vom'Zahre 1480" erwähnt ist, Alert für die Kunde de» Holzbaues in Hessen aber

sich erst infolge seiner Spezialstudien über hessische Fach­werkbauten ergeben halte, und weiteren Kreisen auch durch Einsendung jener Aufnahmen an königliches Kultusministerium bekannt gegeben war Diese Studien basieren sich außer den erforderlichen Skizzen rc. auf ca. 170 photographischen Auf» nahmen und werden demnächst zu einem vollständigen bild­lichen Inventar erweitert werden. DaS Hau« hat übrigens nichl zwei sondern drei gothische und einen Renaisianceerker, von denen erstere mit spitzen Dächern bis zur Dachfirst auf- ragten und deren in daS Dachwerk bei Reparaturen ver­baute Reste von dem Unterzeichneten jetzt wieder gefunden, und somit eine ganz zutreffende Restauration ermöglicht wurde, wozu auch die Aufdeckung der reichen Profile de» ursprünglichen Spitzbogenthores, das leider vorerst nicht frcigelegt werden kann, wesentlich gehört. Interessant ist auch die Konstruktion der Hinterwand mit durch alle Etagen reichenden Pfosten, Streben und eingezapfteu Decken­balken; Nachklänge der ältesten nachweisbaren HauS- konstruktion, von welcher der Unterzeichnete durch ganz Heffen Spuren und ganze Bauten gefunden, und somit deren allgemeine Anwendung in unserer Heimat nachge» wiesen hat. Auch der Dachstuhl ist intereflant und für die gleichzeitigen Häuser typisch. Den von Setten de» Herrn Bauinspektor Jahn und deS Unterzeichneten gethanen Vorschlägen zur Rrnovatian kam der neue Besitzer, Herr Metzgermeister Tippe, mit seltener Bereitwilligkeit entgegen, so daß der merkwürdige Bau voraussichtlich wieder auf eine längere Zeit gesichert ist.

Selbstverständlich nahm der Unterzeichnete auch alle anderen wertvollen Holzhäuser in Homberg auf, auch ge­lang es, über den in den Baudenkmälern erwähntenab­gebrochenen romanischen Bau' völlige Klarheit

Abg. Dr. Hammacher begründet seinen Antrag, in­dem er betont, daß durch Abzug von nur 3 Prozent des Anlage, bezw. Erwerbskapitals das steuerpflichtige Ein­kommen der Staatsbahnen, unter Zugrundelegung des Jahres 1882/83, von 55 auf 72 Millionen steigen würde. Der Abzug von 3V, Prozent fei viel zu hoch und drücke das abgabenpflichtige Staatselsenbahneinkommen auf ein bedenkliches Maß herab, welches den billigen Ansprüchen der Gemeinden nicht genüge.

Reg.-Kommissar Geh. Rat Gleim widerspricht den Ausführungen des Vorredners und widerlegt an der Hand amtlicher Ermittelungen die Behauptung, daß durch Abzug eines 3V»Prozenttgen Zinses des Anlage« und Erwerkskapitals daS abgabepflichtige StaatSeisenbahn-Einkommen in unbil­liger Weise herabgedrückt werde. Die Herabsetzung des abzug-fähigen Zinses auf 3 Prozent würde unverhältnis­mäßig höhere Summen zur Besteuerung durch die Gemeinden stellen als bisher, und dadurch diejenigen Gemeinden, welche im Besitze von Eisenbahnen und dadurch den anderen Ge­meinden gegenüber ohnehin in erheblichem Vorteil seien, noch in unbilliger Weise begünstigen, da die dadurch der Staatskaffe erwachsenden EinnahmeauSfälle durch Steuern, an denen auch die letzteren Gemeinden partizipieren würden, gedeckt werden müßten. Aus diesen Gründen und im Interesse des Zustandekommens des Gesetzes könne die Staatsregierung nur die Ablehnung de» Antrages Ham­macher empfehlen.

Finanzminister v. Scholz giebt zu bedenken, in welch ausgedehnter und teilweise dem reinen StaatSintereffe un­günstiger Weise die Regierungsvorlage den Gemeinden ent­gegenkomme. Von meinem Standpunkte als Ftnanzminister konnte ich dieser Vorlage auch nur zustimmen, einmal, weil es sich lediglich um ein Notgesetz handelt, und andererseits, weil der Staat bis zu den äußersten Grenzen der Kon­zessionen gegangen ist. Wir können den Staat nicht zum Lohnsklaven der Kommunalbesteuerung machen, außerdem wird durch die Annahme des Antrages Hammacher die Freiheit de« Staatsbudgetrechts erheblich eingeschränkt. In diesem Sinne bitte ich Sie daher, sowohl den $ 5 wie den 8 6 in der Fassung der Regierungsvorlage wieder herzu­stellen. (Bravo! rechts.)

Abg. Schmidt- Sagan (freikons.) erklärt sich ebenfalls gegen den Antrag Hammacher, während die Abgg. Büchte- manu (v.-fress.) und Schmieding (nat.-ltb.) dafür etn- treten.

Abg. vr. Wagner-Osthavelland (kons.) hält e« prin­zipiell für bedenklich, jetzt, nachdem die Verstaatlichung der Eisenbahnen fast gänzlich durchgeführt, die Betriebs Ein­nahmen überhaupt in der Weise zur Besteuerung heranzu­ziehen. In gleicher Weise könne man beispielsweise die Einnahmen deS Telegraphen- und Post-BetriebeS in Berlin zur Kommunalsteuer heranziehen wollen. Früher war der

NF In der nächsten Nummer beginnt eine höchst Itanenbe Studenten - Humoreske:

Die Reise zum Herr« Vetter.

Lus dem Tagebuche eines alten Hallenser Studenten von Albert Jaenich.

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« Maen nimmt entgegen: «Mdition d. Blatte«, ^.dAnnoncen-Bureauk s« ntfurt a M, Ham- Magdeburg u. Wien; Äf iJioffe in Frankfurt ^Berlin, München und L7 A L. Daube und r in Frankfurt a. M., ^lin Hannover u. Pan«.

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Reichtztag.

Berlin, den 2. Mai.

Der Reichstag erledigte in seiner heutigen (21.) Plenarsitzung eine Reihe von Wahlangelegenheiten nach den «trägen der Kommission, genehmigte in einmaliger Be- mtiing die Kaiserliche Verordnung, betreffend die Au»- «faiing von Zvllermäßigungen zu dem deutsch-italienischen ab dem deutsch«bremischen Handels- und SchiffahrtSver- trjge vom 20. Oktbr. 1883, und nahm alsdann den Ge- Mntwurf, betreffend die Anfertigung und Verzollung von Ändhölzern endgiltig in dritter Lesung an. Den letzten Kgenstand der Tagesordnung bildete die zweite Beratung tu# Gesetzentwurfs über den Feingehalt der Gold« und Werwarm, welcher nach den Beschlüssen der Kommission genommen wurde. Nächste Sitzung: Donnerstag, 8. Mat, Vl-gS 12 Uhr; Tagesordnung: zweite Beratung des MrlistengesetzeS.

vom Landtag.

Berlin, den 2. Mai. i 80. Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses. HauS U Tribünen sind mäßig besetzt. Am Mtnistertische: Mister des Innern v. Puttkamer, Finanz-Minister ».Scholz und mehrere Regierungskommissare. Präsident ».Köller eröffnet die Sitzung um IO1/* Uhr.

Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der zweiten Beratung des Gesetzentwurfs, betreffend Ergänzung und Minderung einiger Bestimmungen über Erhebung der auf N Einkommen gelegten direkten Kommunalabgaben. ! Der 8 4 wird debattelos nach der von der Kommis- m unverändert gelassenen Regierung» - Vorlage angr« men.

F Der 8 5 lautet nach der KommissionSfaffung:

IDie gesamten Staats- und für Rechnung des Staats k verwalteten Eisenbahnen sind als eine abgabepflichtige Unternehmung anzusehen.

[ Als Reineinkommen gilt der rechnungsmäßige Ueber- i schuß der Einnahmen über die ordentlichen Ausgaben i mit Ausnahme derjenigen für Renten, Zinsen und Amor- tifaticnen, welche an die Aktionäre und Obligationen» Inhaber der für Rechnung des Staates verwalteten Eisenbahnen gezahlt find, mit der Maßgabe, daß unter s die Ausgaben eine 3Vsprozentige Verzinsung de« Anlage- beziehungSweise Erwerbskapitals nach der amtlichen Stati­stik der im Betriebe befindlichen Eisenbahnen zu über­nehmen ist. Der sich danach ergebende abgabepflichtige Gesamtbetrag ist durch Resolut deS Ressortminister« all­jährlich endgiltig festzustellen und öffentlich bekannt zu machen."

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux Jägersche Buchhandlung in Frankfurt!a.M; Hermann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i.Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barst u. Co. in Halle; SB. ThieneS in Elberfeld.

Erschaut täglich außer an den Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. PretS für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS IountagSblatt" durch die Srvedition (R o tbfdbe Buchdruckeret) bezogen 2/. ^^rk, durch bte Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg (excl. Bestellgebühr.) Jnsertionszebühr für die gespaltene Zeile 10 Psa.

gflt tn der Expedttton zu erteilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet

Eisenbahnbetrieb lediglich ein Erwerbsmittel für die Unter- nehmer, heute ist er ein staatliche- VerkehrStnstitut im höchsten Sinne. Mit der Annahme des Antrages Ham­macher werde ja vielleicht eine Mehrsumme von etwas über V2 Million erzielt, allein um diesen Betrag vermindert sich dann einfach der Etsenbahnüberschuß. (Sehr wahr! rechts.) Uebrigens ist noch zu erwägen, daß die Essenbahnämter und Werkstättenbetriebe den Gemeinden entschieden Vorteste bringen. Ich bitte daher, unter Ablehnung de» Antrages Hammacher die Regierungsvorlage im 8 5 dem (mittler« weile handschriftlich eingereichten) Anträge v. Quast (kons.) gemäß wiederherzustellen. (Bravo! rechts.)

Darauf wird der 8 5 und ebenso der 8 6 nach der RegiWmgSvorlage wiederhergestellt.

AWvr. Hammacher beantragt:

Hinter § 6 folgenden $ 6a einzufügen:

»ES wird den abgabeberechtigten Gemeinden anhrim- gestellt, mit den nach § 1 Abgabepflichtigen im voraus ein Abkommen über die Höhe der jährlichen Abgabe zu treffen. Ein solches Abkommen darf jedoch jedesmal nicht für einen längeren als einen dreijährigen Zeitraum getroffen werden und unterliegt der Genehmigung der staatlichen Gemetndeaufstchtsbehörde."

Auch dieser Antrag wird, nachdem ihn die Abgg. Schmidt.Stettin und v. Quast bekämpft, abgelehnt, worauf sich das Haus auf morgen (Sonnabend) 11 Uhr vertagt; Tagesordnung: Fortsetzung der heutigen Beratung. Schluß 12'/. Uhr.__________

Deutscher Reich.

Serif«, 2. Mai. Die Kommission des Reichstages zur Vorberatung des Entwurfs, betreffend die Arbeiter- Unfallversicherung, genehmigte die 88 22 und 23 (Genossen­schaftsvorstände und deren Wahl) unverändert und den § 24 mit einem Zusatze, nach welchem die Wiederwahl soll abgelehnt werden können. Die Diskussion zu 8 28 wurde schließlich bis Montag vertagt. Im Laufe der Diskussion hatte Minister von Bötticher erklärt, daß eine Berufs» genvssenfchaft ohne Gcfahrentarif nicht bestehen könne; eS sei indessen jeder Berufsgenossenschaft überlassen, so viele Klassen zu bilden, als sie für erforderlich Halle. An dem Standpunkte des Ausschlusses der PrivatverstcherungSgesell» schäften müßten die verbündeten Regierungen festhalten. Die Kommission des Reichstags zur Vorberatung des Aktien- Gesetz - Entwurfs beschloß, die Bestimmung deS Art. 210, daß der eingeforderte Betrag vor der Einschreibung in die Handelsregister in bar dem Vorstande zu übergeben ist, dahin abzuändern, daß auch die Zahlung tn Reichsbanknoten, oder in Noten deutscher Notenbanken als Barzahlung er­achtet wird, diese Zahlung aber sich im Besitze des Vor­standes zu der Zeit befinden muß, wenn die Anmeldung beim Handelsregister erfolgt. 8 240 A wird nach der Re-

M verschaffen. Die dort erwähnten Säulen existieren zum Teil noch als Träger einer Veranda der auf derselven Stelle errichteten Villa Lamm, doch haben sie keine Würfel« knäufe, sondern quadratische Deckplatten mit KarnieSgesimS und großer Hohlkehle, welche von dem zylindrischen SLulen- stamm durchdrungen wird, und sind laut Inschrift vom Jahr« 1596. Stücke deS Dachsimses rc. re. fanden sich im Sockel der Maschinenfabrik von Wigand am andern Ende der Stadt. Die Säulen tragen zum Teil Steinmetzen« Zeichen im Zeitcharakter. Der Bau war, wie der noch jetzt übliche Name der Oertlichkeit beweist, einfach die alte Horn­bergerBadstube". Außerdem fanden sich in einer Gar­tenmauer auch Fragmente der alten HoSpitalSkapelle, welche über die Architekturformen des sonst spurlos verschwun­denen Baues Aufschluß geben. Mit derKrone" gleich­zeitige Holzbauten sind Nr. 182 (Bierbrauerei von Ulrich) mit schönem Sockel und Erkerresten, sowie das Hinterhaus von Nr. 58.

Marburg, am 1. Mai 1884.

8. Bickell, Konservator der AllertumSsammlung deS Hessischen GeschichtSvereinS.

^d.: Nach vorstehendem dürfte sich die in Nr. 12139 der .Hessischen Morgenzeitung" gebrachte Notiz, deren Berfaffer offenbar nicht mit der Sachlage bekannt gewesen ist, berichtigen.)

Oxford, 29. April. Die Universität hat eine wichtige Aenderung getroffen. Es sollen nämlich fortan auch Frauen zu den Prüfungen in Mathematik, Natur­wissenschaften und moderner Geschichte zugelassen werden. Dieser Beschluß wurde heute mit 464 gegen 321 Stim­men gefaßt.

Indem wir hierauf besonder- aufmerksam machen, 6t« An wir, daß Abonnements auf die Monate Mai und i M von allen Postanstalten wie auch von unserer Expe- ',|t noch angenommen werden.