xn. Jahrgang
JllarÖUrg, Dienstag, 22. April 1884.
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aa| «otfomnicn. — Am kommenden Dienstag, 22. April, nehmen IIIIm Reichstag und Abgeordnetenhaus ihre Arbeiten wieder auf.
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Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die zweite Be-
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Durch die R-ihen der Stiftsdamen aber ging ein leifeS
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Mittlerweile war da« Mahl beendet und Fürst Johann Georg hatte schon einigemale seine Blicke suchend durch den Uaal schweifen lasten.
„Wo ist das Stiftsfriulein von Wülknitz?* fragte er
dm Aufgaben sollen sich in Zukunft, wie der Minister der öffentlichen Arbeiten der technischen Ober Prüfungskommission zur Pfl cht gemacht hat, vornehmlich auf solche Gebäude, Bau- und Maschinenanlagen beziehen, welche im Gebiete btt StaatSvauvrrwaitung und im prattischen Leben häufig
4238 M., die Wechselstempelsteuer 109 028 Mk. und die Börsensteuer, d. h. die Stempelabgabe bet Wertpapieren, Schlußnoten, Rechnungen und Lotterielosen 2 022 311 Mk. mehr. Während die Börsensteuer im Jahre 1882/83 um 1 Million hinter dem Etatsvoranschlage zurückblteb, hat dieselbe im Jahre 1883/84 den Voranschlag im Etat um über eine Million Mark überschritten.
Pose«, 19. April. Heute fand hier eine aus der Pro« vinz und der Stadt zahlreich beschickte Versammlung von Vertrauensmännern der freikonservativen und deutschkonser« vativen Partei statt; dieselbe beschloß die Gründung einedeutschen Zentralvereins der vereinigten Konservativen der Provinz Posen und ein gemeinsame- Vorgehen bet den Reich-tagS- und Landtagswahlen mit entgegenkommender Haltung gegen die Nationalliberalen.
Darmstadt, 19. April. Der deutsche Kronprinz trifft am 29. April, der Prinz und die Prinzesstn von Waletreffen am 28. April hier ein.
München, 19. April. Im Geographentage hielt der Afrikareisende Stecker (Berlin) einen Vortrag über die Be« deutung von Abessinien und Galla- für Europa, Kirch« hoff (Halle) einen solchen über die Methode der Forschungen für die Landeskunde. In der Schlußsitzung wurde der von Wagner (Göttingen) aufgestellte Statutenentwurf en bloc angenommen. In den permanenten Ausschuß wurden so» dann gewählt Ratzel (München), Reis (Berlin), Neu« mayer (Hamburg), Fischer (Marburg) und Berghau» (Gotha). Der 5. Geographentag wird zu Ostern 1885 stattfinden. — In dem Prozesse gegen den Hoffourter Schmidt wegen eines Einbruchdiebstahls in der königlichen Residenz während des vorigen Jahre- erkannte da- Land» geeicht auf Freisprechung des Angeklagten, auf Freigabe der Kaution und auf Ueberweifung der Kosten an die Staatskaste.
jttzt die Frau Dechanisstn.
Ganz betroffen ob dieser hohen Anrede, blickte die Dame »uf; sie hatte ohnedies, waS Gertrude v. Wülknitz betraf, kein ganz reines Gewisten, in anbetracht all der Freiheiten, die dem holden Äinoe gestaltet wurden. „Sie mag nach ’ittm Zimm r gegangen sein*, erwiderte sie schüchtern dem Men Fragesteller. Befehlen Durchlaucht, daß ich sie Wn laste?'
„Wir werden dem Fräulein einen Besuch in ihrem Simmet abstatten, e« verlangt mich, da« Gemach zu sehen,
DaS LtiftSfräulei«.
Historische Novelle von F. Stöckert.
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(Srfdieint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS SonutagSßlatt" durch die Expedition (-0 ch'sche w Buchdruckerei) bezogen -«/. Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiche- S Mark 50 Pfg (erd. Bestellgebühr.) - Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf».
Für in der Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 85 Pf», berechnet.
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- “ Magdeburg u. Wien; filf Moste in Frankfurt ^«Berlin, München und G L. Daube und in Frankfurt a. M., Httlin, Hannover u.PariS-
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ge Wch Probcarbelt von jetzt ab binnen einer Frist von neun Mo» । freund! roten abgeliefert werden, doch kann diese Frist auS erheb
lichen Gründen bis zu zwölf Monaten erstreckt werden. CaflH Ist die eiliger eichte Arbeit für genügend erachtet, fo wird dies dem Kandidaten mltgrtellt, welcher fich dann binnen ferneren drei Monaten — welche Zeit auch in diesem Falle,
uno zwar bis zu sechs Monaten, verlängert werden kann — ger dem zur weiteren Prüfung zu melden hat. Denjenigen Kandi- sitzend ! baten, welche die Probearbeit gegenwärtig bereit- erhalten
Verzollung von Zündhölzern. Die Sitzung ist auf Nachmittag 1 Uhr anberaumt. Die Sitzung de- Abgeordnetenhauses dagegen beginnt um 10 Uhr. Zur Verhandlung stehen außer vier kleineren Gesetzentwürfen (darunter der, bett, den Betrieb des HnfbefchlaggewerbeS) in dritter Beratung, namentlich die Gesetzentwürfe, betr. den weiteren Erwerb von Eisenbahnen für bett Staat und betr. die Feststellung eines Nachtrags zum Staatshaushaltsetat in erster Beratung. Endlich stehen auf der Tagesordnung die Uebersicht über die Verwaltung der fiskalischen Bergwerke, Hütten und Salinen während des Etatsjahres 1882/83, und der Bericht Über die Bauausführung und Beschaffungen der Eisenbahnverwaltung während deS Zeitraums vom 1. Okt. 1882 bis dahin 1883. — Dem Centralblatt für das Deutsche Reich ist Über die Einnahmen ans den Zöllen und der gemeinschaftlichen Ver« brauchsstenern im EtatSjahr 1883/84 zu entnehmen: die Einnahme aus den Zöllen Übersteigt allerdings die wirk» liche Einnahme deS Vorjahr« um 2053039 M., bleibt aber um 517 569 Mk. gegen den Etatsanschlag für 1883/84 zurück. Erheblicher ist der Rückgang der Einnahme aus der Tabakssteuer. Im Jahre 1882/83 war dieselbe veranschlagt auf 11029 240 Mk., die wirkliche Einnahme betrug dagegen 11376630 Mk. In Erwartung einer weiteren Steigerung wurde die Einnahme für da« Jahr 1883/84 auf 13650590 Mk. veranschlagt. Die wirkliche Einnahme ist aber auf 7738255 Mk. gesunken, daS heißt sie bleibt hinter der Einnahme de« Jahre« 1882/83 um 3 638 395 Mk., hinter dem Voranschlag für 1883/84 um 5912355 Mk. zurück. Gegen den Etat für 1883/84 werden also aus den Cinnahmen der Zölle und der Tabakssteuer 6729924 Mk. weniger zur Verteilung an die Einzelstaaten gelangen. WaS die Verbrauchssteuern betrifft, so ist der Ertrag der Rübenzuckersteuer trotz der Herabsetzung der Ausfuhrvergütung um 8508678 Mk. hinter dem Ertrage des Jahres 1882/83 zurückgeblieben und um 6577627 Mk. hinter dem Voranschlag- im Etat für 1883/84. Auch der Ertrag der Branntweinsteuer ist hinter der Einnahme im Jahre 1882/83 um 1938 602 Mk., hinter dem Voranschlag im Etat für 1883/84 um 1409 817 Mark zurückgeblieben, während im Jahre 1882/83 die Mindereinnahme gegen den Etatsvoranschlag nur eine halbe Million betrug. Dagegen ist der Ertrag der Salzsteuer gegen die Einnahme im Vorjahre um 128 091 Mk. gegen den Etatsvoranschlag um 1012755 M., der Ertrag der Brennsteuer gegen die Einnahme deS Vorjahres um 980883 M., gegen bett Etatsvoranschlag für 1883/84 um 1595822 Mk. gestiegen. Demnach reduziert sich der Minderertrag der Verbrauchssteuern gegen den Voranschlag im Etat für 1883/84 auf 5379467 Mk. Die Stempelabgaben endlich weisen teilweise erhebliche Mehrerträge auf, und zwar gegen daS Vorjahr, der Spielkartenstempel
von Rath unbefangen auf deS Fürsten Fragen und öffnete im selben Moment die Thür.
Gertrude stieß einen leichten Schrei au«, al« nun der Fürst mit noch einigen Damen und Herren vom Hofe über die Schwelle trat. Ihre eltele Sehnsucht nach Menschen, die sie bewunderten, war auf einmal gestillt, denn Aller Blicke schienen gefeffelt von der lieblichen Mädchengestalt. Wie ein Bild stand sie in dem Rahmen be« dunkeln getäfelten Zimmers, bunte Lichter fielen durch die gemalten Fensterscheiben und spielten phantastisch auf dem rosa seidenen Stoff und dem goldgelockten Köpfchen, welche» sie demütig und verwirrt zur Erde senkte.
„DaS sind also Ihre Bußübungen, schöne» Kind!* rief jetzt bet Fürst mit einem jovialen Lachen.
Die schöne Sünderin hob flehend die Hände empor. „Verspotten Sie mich nicht, Durchlaucht", bat fie, „es geschah ja nur der Erinnerung wegen.*
„Ach, also der Erinnerung wegen, wohl an Tanz und Lustbarkeiten? Mich dünkt, ein Stist-fräulein sollte dergleichen losen Gedanken gar nicht nachhängen, und die Eitelkeit ist ein schlimm Ding, sagt Doktor Luther.*
„Ja, da» ist sie*, erwiderte Gertrud demütig, „sie kann un» in arge Verlegenheit bringen.*
„Nun, wir wollen für diesmal ein Ange zndrücken, kleine Leichtsinnige*, rief der Fürst launig. „Ich werd'S auch meiner Tochter, der Prinzesstn Aebtisstn, nicht verraten, wa« wir hier geschaut. Mit der Zeit werden Sie ja wohl eben so ernst und würdig werden, wie die Frau Dechanisstn und die alten Kanonisfinnen.*
Gertrud seufzte tief auf; diese alten Damen erinnerten sie stet« an graue Steinbilder, wie man sie auf Gräbern fand. Großer Gott, sollte sie denn auch einstmals so ein alte» graues Steinbild werden. Sic mit ihrem goldenen
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eben in
»ureigen nimmt entgegen r die ^Expedition b. Blattes, sowie d. Annonccn-Bureaux Jägerschr Buchhandlung in Frantsurt!a.M; Heruumn- wheBuchhandluna daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; W. Thienes in Elberfeld.
'apck §r.
ei gegen
tatiutg des Gesetzentwurfs, betreffend die Abänderung des Gesetze« über die eingeschriebenen Hilfskassen, sowie die zweite trh. 3N Beratung de« Gesetzentwurfs, betreffend die Anfertigung und
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ifert, Beff u“umrt acnauen, c» cmuiiyi uuw, gu nyiu,
irner, ßd « welchem Gertrude v. Wülknitz ihr frommes beschauliche« n u. beste führt', srgte der Fürst und hob die Tafel auf.
[iriaateit- her ®tift«bamen aber aina ein leise«
^griffe!
Eine Freundin GertmdS, Marie v. Rath, wurde ge- Oj khsen, den Fürsten nach deren Gemach zu geleiten, in sichern ca« leiatfinnige Stiftsfriulein im rosa weltlichen ®(®anbe, ganz in ihren liebreizenden Anblick versunken, doch vor dem kleinen Spiegel stand, an Georg denkend und 8i| all die schönen vergangenen Stunden in Deffau.
.«so hier haust die Kleine? Vielleicht betet sie hier der Abendstille, man darf sie ^vohl kaum stören!* tönte I'tzi die Stimme be» Fürsten vor ihrer Thür unb ließ sie schreckt zusammcnfahren.
»Ich glaube kaum, daß sie jetzt betet*, erwiderte Marie
SfaiUntb«
Wien, 19. April. Nach der Meldung der „Preffr* hat der Kaiser die Aufhebung der unter dem Namen Wladi« Karina bekannten KultuSabgabe der Griechisch-Orthodoxen in Bosnien verfügt. Durch blefen der Initiative de» Kaiser« entspringenden Gnadenakt werden die Orthodoxen von einer Abgabe befreit, welche von den anderen Konsesstonen in Bosnien nicht geleistet wird.
Prag, 19. AprU. In Grund bei Rumburg stellten 200 Arbeiter der Richterschen Fabrik die Arbeit ein. Die meisten Arbeiter in den Rotfärbereien von BraSz und In Niedergrund stellten gleichfalls die Arbeit ein, nahmen dieselbe aber andern Tages wieder auf.
Pari-, 19. April. Depeschen anS Tonking melden da« Eintreten der Regenperiode, sowie, daß die militärischen Operationen infolge besten suspendiert find. — Der russisch, Haar, ihren Rosenwangen und ihrem warmen jungen Herzen, und Georg, ach Georg! Erriet denn bet Fürst ihre sehnenden Gedanken gar nicht?
„Vorher sollen Sie aber noch einmal in Ihrer schönen Heimat sich deS Lebens freuen*, fuhr er fort. „Wir haben den Bau der Elbbrücke jetzt begonnm, und wenn derselbe fertig ist, werden wir ein große» Fest mit Tanz und allerhand Lustbarkeiten veranstalten, dazu wir die Aebtissin nach Destau entbieten werden und da ich Sie schon vor Jahren zu diesem Fest eingeladen, fintemal Sie nicht wußten, wann unb von wem die Elbbrücke zerstört, so mögen Sie die Aebtissin begleiten, Ihre historischen Kenntnisse zu bereichern! Da« rosa Festgewanb mögen Sie meinetwegen auch mitbringen."(Fortsetzung folgt.)
Ans dem Lebe« einer englische« Alma Mater.
(Briefe eine- alten Rotburger Studenten.) (Schluß.)
Auch fie läßt sich zurück verfolgen bi» in die ältesten Zeiten, au» denen uns glaubwürdige Quellen erhalten sind. Eine wirkliche Bühnenkunst, wenn auch anfangs mehr oder weniger primitiv, bildete sich bann früh aus, und waS wir von ihr zu sagen haben, gilt für die Komödie nicht weniger als die Tragödie. Beide gehen neben einander her und haben sich so friedlich vertragen bis in unsere Tage, lieber» all unb zu allen Zeiten gab eS gute unb schlechte. Nicht immer die guten sind uns am besten erhalten. Nie wird es aber schwer halten, den Weizen von der Spreu zu scheiden. Die wahrhaft guten find eben wieder diejenigen, welche den bleibendsten Wert haben, welche am meisten von dem Ewigen enthalten, das uns jede wahre Kunst offenbart Unb warum soll in biefer Beziehung ba« Trauerspiel etwa« vor dem Lustspiel voran» haben? Wenn man von Lust-
heben, kann auf befonberen Antrag eine neue Aufgabe nach Maßgabe ber vorstehenden Bestimmungen erteilt werden, f , i jtioct) erst nach Vollendung ber zweijährigen praktischen Beschäftigung. Ein solcher Antrag auf Erteilung einer Men Aufgabe ist binnen Jahresfrist, und zwar längstens bi» zum 10. April 1885, bei der technischen Ober-PcüfungS» ;n Immission einzureichen. Die für die Probearbeit zu stellen-
rBerlin, 19. April. Der Kaiser nahm heute vor- brina.. mittag» mehrere Vorträge entgegen. — Die Kaiserin ist fiten zwar noch bettlägerig, doch macht deren Befinden stetig
echter', Littorittc. — Zu den bei der Prüfung ber angehenden . gr: ’ £taat« - Bau- und Maschinenbaubeamten hervorgetretenen " ■ Mißständen, deren Abhilfe besonders dringlich erscheint, ge-
dSren in erster Reihe der Mangel einer Fristbestimmung sgr die Ablieferung der schriftlichen Arbeit für die Bau- Nkisterprüfung und die Bestimmung im 8 9 ber gegen- willigen Prüfungsvorschriften vom 27. Juni 1876, wo- 1!aj die Erteilung ber Ausgabe zu dieser Arbeit bereits roch einjähriger praktischer Beschäftigung nachgesucht werden inge SDijJ tann. Der Minister ber öffentlichen Arbeiten hat beShalb hi sigk angeorbnet, daß in bezug auf bie genannten beiden Punkte ch als tz bereits jetzt — noch vor Erlaß der in Aussicht stehenden, _____4 z„r Zeit in der Vorbereitung begriffenen neuen Vorschriften ner gt'n über die Ausbildung und Prüfung für den Staatsdienst Unten« im Bau- unb Maschinenfach — Abhilfe geschaffen werde, Rusik, und hat durch Verfügung vom 10. b. M., deren Wortlaut iSIekertm im „Zentralblatt der Bauverwaltung* veröffentlich ist, ent- zur Ftz sprechende vorläufige Bestimmungen getroffen. Danach muß - die von ber technischen Ober - PrüsungSkommisfion erteilte