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XIX. Jahrgang

Marburg, Donnerstag, 20. März 1884.

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Die Schützlinge des Große« Kurfürsten.

Historische Erzählung von Max Ring.

artilleristischen und Torpedo-Armierung 2. Herstellung unterseeischer Torpedobatte- rtcen an der Küste der Ostsee einschließ­lich der dazu gehörigen Torpedos . . 3. Anlage von elektrischer Beleuchtung von den Werften Kiel und Wilhelmshaven 4. Vervollständigung der KrtegSbekletdung

Die Vorlage enthält in ihren 5 ersten Paragraphen vorzugsweise Bestimmungen über daö Nichtverweilen von Kindern und jugendlichen Arbeitern in gewissen Räumen der Zündholzfabriken. Der Schlußparagraph 6 will den gegenwärtig auf 3 Mark für 100 Kgr. normierten Zoll Zündhölzer und Zündkerzchen auf 10 Mark erhöhen.

Abg. Dr. Baumbach (freis.) ist für den ersten Teil der Vorlage, da ein legislatorisches Vorgehen aus diesem Gebiete durchaus notwendig sei. Ebenso entschieden ist er aber gegen den § 6 und beantragt schließlich die Ueber- weisung an eine Kommission.

Staatssekretär v. Burchard verweist auf die bezüg­lichen früheren Resolutionen deö Hauses, denen gegenüber die verbündeten Regierungen gar nicht anders konnten, als die Zollfrage mit dem vorliegenden Gegenstände in Zusammenhang zu bringen. Die in Aussicht genommene Steigerung der gesundheitspolizcilichen Anforderungen an die Einrichtungen und den Betrieb von Phosphorzündholz« fabriken wird voraussichtlich zu einer Einschränkung in der Fabrikation der Phosphorzündhölzer, sowie zu einer Er­höhung der Fabrikationskosten führen und demzufolge eine Verteuerung der im Jnlande hergestellten Phosphorhölzer verursachen. Soll deshalb die inländische Fabrikation in der Konkurrenz mit der ausländischen auf dem inländischen Markte nicht empfindlich geschädigt werden, so muß im Wege der Zollerböhung Vorkehr getroffen werden, daß der voraussichtliche Minderverbrauch an inländischen Phosphor­zündhölzern nicht der Einfuhr ausländischer phosphor­haltiger Zündhölzer, sondern vielmehr der Fabrikation amorpher Zündhölzer zu gute kommt. In diesem Sinne möge man auch dem Zoll«Paragraphen zustimmen. (Bei­fall rechts.)

Abg. Sonnemann (Volksp.) ist zweifelhaft, ob die Bestimmungen der 15 eine hinreichende Sicherheit

bieten. Auch er ist, wie der folgende Redner Abg. Dr. Barth (freis.) entschieden gegen die Zollerhöhung.

Auf Antrag des Abg. Dr. Baumbach (freis.) wird die in Aussicht genommene zweite Beratung der Vorlage von der Tagesordnung abgesetzt.

Nächste Sitzung: Donnerstag, 20. März, 11 Uhr vormittags; Tagesordnung: Gesetzentwurf, betreffend die Verlängerung des SozialtstengesecheS; Wahl­prüfung. Schluß 2Vj Uhr.

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Unsere Leser ersuchen wir fteundlichst um Erneuerung des Postabonnements auf das mit dem 1. April beginnende zweite Quartal.

9 Exped. d. Oberh. Zeitung.

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Zur Nufallverficheruug.

Der Kommission, welcher daSUnfallversicherungS- gesetz am 15. d. M. überwiesen worden ist, fällt mit dieser Aufgabe eine schwere Verantwortung zu. Die dreitägigen Verhandlungen der letzten Woche haben die Hoffnung auf das Zustandekommen eines brauchbaren Kompromisses zwar nicht zerstört, will man aber ganz offen sein, so liegen die Dinge doch so, daß ein solches Kompromiß nur dann er-

Reichslag.

Berlin, den 18. März.

8. Plenarsitzung. Haus und Tribünen sind mäßig besetz'.

Am BundesratLtische: Staatsminister v. Bötticher, Chef der Admiralität Generalleutnant v. Caprivi, Staats­sekretär des ReichsschatzamtS von Burchard und Kom- missarien. ,

Präsident von Levetzow eröffnet die Sitzung um 12 V* Uhr.

Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung des Gesetzentwurfs, betreffend die Bewilligung von Mitteln zu Zwecken der Marineverwaltung. (Als Anlage ist bei­gefügt die Denkschrift über die Ausführung deö Flvtten- gründungsplanes vom Jahre 1873.)

Der Entwurf verlangt die Flüssigmachung einer Summe von 18790000 Mk. im Wege des Kredits zu folgenden

Sa. 18790000 Mk.

Abg. Rickert (freis.) anerkennt den gedeihlichen Auf­schwung, welchen die deutsche Flotte genommen, und hat im Interesse der Weiterentwickelung derselben keinerlei prin­zipielle Bevenken gegen die Vorlage. Insbesondere hofft er, daß das Haus dem verlangten raschen Ausbau^ des Torpedowesens seine Zustimmung erteilen werde. Seine Bedenken seien lediglich formeller Natur, insofern die Vor­lage eine regelmäßig wiederkehrende Forderung enthalte und deshalb in G:stalt eines Nachtragsetats hätte eingebracht werden müffen. Diese Bedenken lasten sich tnres auf kal­kulatorischem Wege beseitigen, zu welchem Zwecke er die Überweisung der Vorlage an die Budgetkommisston beantragt.

Staatssekretär v. Burchard: Was die Einbringung der Vorlage betrifft, so kann sich dabei nur um die Frage der Zweckmäßigkeit und der Zulässigkeit handeln. Erstere ist ja allgemein anerkannt und was die formelle Zulässigkeit betrifft, so handelt eS sich nicht um die Einstellung eines

ernstlich böse machen. Wer selbst ein Schelm ist, hält den Andern dafür."

Sei vernünftig, liebe« Bärchen, und laß uns offen mit einander sprechen, wie es sich für gute Freunde schickt. Wir befinden uns in derselben Lage und tragen das gleiche Leid. Darum wüsten wir fest zusammenhalten iimb einander beistehen, so viel wir können, Ein Vertrauen ist des andern wert."

Aber was sollen wir anfangen? Der Vater wird nie einwilligen, daß wir*

Ich werde dem Vater sagen, daß ich Dir Dein sWort zurückgegeben habe, weil ich eine Andere liebe."

DaS wolltest Du? HanSl Du bist wirklich der beste Mensch, zu gut für mich, ein wahrer Engel."

Und einen Engel", scherzte er,kann man nicht heiraten."

Natürlich konnte ein Geheimnis, das so viele Mitwisser hatte, nicht lange verschwiegen bleiben. So erfuhr auch bald die Familie Roustel die edle Selbstverleugnung de« guten, ehrlichen Hans, der dadurch in ihren Augen ebenso viel gewann, als er bei der Zunft verloren hatte.

0 Monsieur Ans 1 sagte der französische Golvschmied bewegt,Sie sein ein cxcellentes Mensch, un homme de coeur comme un vrai Frangais."

Ehrlich und wahr", fügte Raoul hinzu,wie ein echter Deutscher."

Am meisten aber freute sich die holde Gabrielle, die ihm mit dem süßesten Lächeln dankte. Noch nie hatte sie ihn so freundlich angebltckt und so zärtlich seinen Hände­druck erwiedert, so daß er darüber den Zorn seines Oheims und die Anfeindungen seiner JnnungSgenossen vergaß und sich so glücklich fühlte, daß er mit keinem König getauscht hätte.

(Fortsetzung folgt )

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1 Bau von 70 Torpedobooten einschließlich der dazu gehörigen - 16800000 Mk.

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Ich bin nicht würdig', sagte er bewegt,Meister zu werden, da ich gegen die Satzung unserer Zunft schwer gesehlt habe, die uns streng verbietet, bet Anfertigung de« Probestückes unS fremder Hilfe zu bedienen "

Und das habt Ihr gethan?'

Zu meiner Beschämung muß ich Euch gestehen, daß ich mich von meinem Ehrgeiz verführen ließ, die Zeich­nungen eines Andern zu benutzen."

Das ist freilich nicht in der Ordnung", versetzte der Hans und dem Zunftmeister günstig gesinnte Obmann. Indes ist eS unter Umständen gestattet, nach fremden Entwürfen zu arbeiten, da nicht jedermann das Ingenium der Eifindung hat. Wenn nur die Ausführung von Euch herrührt, so würde daS schon hinreichen."

Leider ist die Ausführung nur zum geringen Teil mein Werk. Zwar die Schüffeln und die Teller habe ich nach den mir gegebenen Zeichnungen selbst gearbeitet, aber die Armleuchter und Salzfäsier, besonder« die Zierraten und Figuren daran hät eine andere, geschicktere Hand gebildet.

Wer aber", fragte der Obmann,ist der Meister, der Euch geholfen und ein solches Kunstwerk geschaffen hat? ES liegt uns daran, den Namen zu wiffen."

Kein hiesiger", erwiederte HanS,ein Fremder.

Gewiß Euer Augsburger Lehrherr, den Ihr dämm angegangen seid."

Auch nicht mein AugSburger Lehrherr, sondern ew eingewanderter Franzose,Pierre Rouffcl in derDorotheenfladt.

Ein Franzose, der nicht einmal zu unserer Innung gehört I Da« ist unverzeihlich."

Anzeigen (nimmt entgegen: die.Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaur Jägersche Buchhandlung in granlsurtla. M.; Hermann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; W. Thienes in Elberfeld.

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bestimmten Mehrbedarfs, sondern vielmehr um die Fest­stellung einer Maxi! algrenze. Beliebt die Kommission jedoch eine anderweitige formelle Faffung der Vorlage, so wird diesseits kaum ein Einspruch dagegen erhoben werden.

Abg. Graf v. Holstein (deutschkons.) steht mit seinen Freunden der Vorlage durchaus wohlwollend gegenüber. Auf die erfreuliche, ten Frieden betonende Wendung der jüngsten Thronrede hinweisend, hebt Redner die Notwemig- keit einer festen nationalen Wehrkraft hervor. Ist in diefer eine Lücke, wie die Vorlage dies hinsichtlich der Marine konstatiert, so werden wir dieselbe ohne weiteres auszufüllen haben. (Bravo! rechts.)

Abg. v. Benda (nat.-lib.) ist materiell mit der Vorlage einverstanden, hat aber dieselben formellen Bedenken, wie Rickert, und erwartet, daß die Budgetkommission die Vor­lage bestimmt in die Form eines Nachtragsetats kleiden werde.

Chef der Admiralität v. Caprivi: Es handelt sich hier um eine Forderung, deren Gewährung aufzuschieben wohl niemand die Verantwortung auf sich nehmen wird. Die formellen Bedenken treffen lediglich mich, der ich ins Amt kam, als der Flottengründungsplan bereits abgelaufen war. Die Marine ist ein integrierender Teil der natio­nalen Wehrkraft, und das Schiff, welches in ferne Länder fährt, soll nicht allein die Handelsintereffen schützen, son­dern eS soll auch vor allem das deutsche Gefühl neu be­leben. (Bravo!) Diese Aufgabe wird aber die Marine nur dann erfüllen können, wenn sie von der Zuversicht getragen wird, daß man auch sie selbst lebenskräftig zu erhalten und auszubauen entschloffen ist. Diesem festen Entschlüsse giebt die Vorlage Ausdruck, und ich bitte Sie daher, dieselbe anzunehmen. (Lebhafte Zustimmung.)

Abg. Dr. Hänel (tret?): Der Vorredner habe sich mit Unrecht als Sündenbock hingestellt, denn die formellen Bedenken gegen die Vorlage gelten keineswegs deffen Person. Wir sind mit dem materiellen Inhalt der Vorlage einver­standen und wir werden nicht weniger wie andere ein­treten für die Aufrechterhaltung der nationalen Wehrkraft, soweit dieselbe erforderlich ist. Aber die Kritik dieser Not­wendigkeit lassen wir uns nicht nehmen. (Beifall links.)

Abg. Dr. Meier-Bremen(nat.-lib.) spricht seine be­sondere Freude darüber aus, daß man nicht wieder auf so lange Zeit einen bestimmten Plan für den Flottenausbau festgesetzt hat, weil fast alle Jahre neue Erfindungen auf diesem Gebiete gemacht werden. Mit der Vorlage ist er derart einverstanden, daß er sie am liebsten direkt beraten wissen möchte. Da dies aber nicht angehe, so sei auch er für KomwisstonSberatung. (Beifall.)

Darauf wird die Ueberweisung der Vorlage zur Vor­beratung an die Budgetkommission beschlossen.

Es folgt die erste (und event. zweite) Beratung des Entwurfes eines Gesetzes, betr. die Anfertigung und Ver­zollung von Zündhölzern.

Nach diesem offenen Geständnis, daS mit allgemeiner Entrüstung oufgenommen wurde, konnte Hans keine Nachsicht mehr erwarten. Sämtliche Aelteste erklärten ihn für unfähig, Meister zu ro-rben und legten ihm außerdem eine besondere Grlrbuße auf. Nur das Ansehen seines Oheims, der ihn nicht zu verteidigen wagte, schützte ihn vor härteren Strafen und vor der von einigen beantragten Ausstoßung aus der Innung.

So dankbar auch der Zunftmeister seinem Neffen für das ihm gebrachte Opfer und die ihm bewiesene Schonung war, so konnte er doch nicht die Vereitlung seiner Wünsche und Pläne verschmerzen, da unter solchen Umständen die beabsichtigte Verlobung aufgeschoben werden mußte.

Jetzt", sagte der Oheim unmutig,werdet Ihr noch warten müssen und eS kann darüber Jahr und Tag vergehen."

Mir eilt es nicht", meinte Hans.

Und mir auch nicht", versetzte Agnes ruhig.

In der That schien sie das Ereignis mehr zu freuen als zu betrüben, besonders als sie von ihrem Vater in seinem Aerger den genaueren Sachverhalt und den wahren Grund seines Zorns gegen Hans erfuhr, über besten Un­geschicklichkeit uhd dumme Wahrheitsliebe er sich laut beklagte.

Du hast recht gethan", sagte sie zu Hans, ihm die Hand reichend.Das heißt, wie ein Ehrenmann handeln. Ich freue mich, daß Du so brav bist."

Und noch mehr", versetzte er lachend,daß au« unserer Verlobung nichts wird."

Wie kannst Du so wa« glauben", erwiderte sie errötend.

Du weißt ja, wie lieb ich Dich habe."

Aber einen Andern noch lieber."

Du wirst mich noch mit Deinem dummen Gespräch

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Magdeburg u.Wien; qhibötf Masse in Frankfurt $1 /Berlin, München und lign; G L. Daube und |o in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover u. Paris._________________________________________