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1 iTl <flltigen nimmt entgegen: • l|l Expedition d. Blattes, ’ *Lieb Annoncen-Bureaux ^Haasenstein und Vogler Frankfurt a M, Ham- a Magdeburg u.Wten; Slf Moffe in Frankfurt Berlin, München und Suhl • G L. Daube und | in Frankfurt a M, «erlin, Hannover u. PanS.
Marburg, Freitag, 29. Februar 1884.
XU. Jahrgang.
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux Jägersche Buchhandlung in Frankfurt a- M.; Hermann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barek u. Co- in Halle; W. Thienes in Elberfeld.
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „FllustrtrteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Ko ch'sche Buchdruckerei) bezogen 3‘/t Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg (excl. Bestellgebühr.) — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.
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vom Landtag.
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-M- Auch für den Monat März nehmen alle Postanstalten (auf dem Lande die Landpostboten) Bestellungen entgegen auf die
Oberhesfische Zeitung
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Amtlicher Anzeiger
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Berlin, den 27. Februar.
In der heutigen 55. Plenarsitzung (Schwerinstag) deS Abgeordnetenhauses rief zunächst der Antrag der Abgg. Dr Thilenius u. Genossen wegen Errichtung eines hydrographischen Instituts und Reorganisation deS meteorologischen Instituts eine längere Diskussion hervor. Entgegen den Ausführungen deS Antragstellers erklärte der Abg. Dr. Reichensperger (Köln) zwar, daß die Annahme deS Antrages ganz unverhältnismäßig große Kosten verursachen würde, machte auch darauf aufmerksam, daß die Erledigung der angeregten Frage der Initiative deS Reiches zu überlasten sei; dagegen konstatierte der Vertreter der königlichen Staatsregierung Geh. Reg.-Rat v. Bitter, daß regierungsseitig die geeigneten Schritte eingeleitet seien, um diese seit langem erörterte Angelegenheit demnächst dem Abschlüsse nahe zu führen, so, daß hoffentlich bereits im nächsten Etat die erforderlichen Summen für die bezüglichen Institute würden eingestellt werden können. — Bei Beratung der Petition eines FischeretpächterS, welcher in seinem Gewerbe durch die holländischen Fischer wesentlich beeinträchtigt wird, gelangte der Antrag der Kommission zur Annahme, welcher dahin geht, die Petition sowohl bezüglich deS Gesuches des Petenten wegen Ermäßigung deS bezüglichen Pachtbetrages, als auch gleichzeitig behufs Erörterung der Frage zur Berücksichtigung zu überweisen, wie der Raub- fischerei in den holländischen Rheinmündungen abgeholfen werden kann. Auch der Vertreter der Regierung anerkannte vollständig daS Vorhandensein der gerügten Mißstände, bemerkte indes, daß eS leider bisher der Regierung nicht gelungen ftl, dieselben zu beseitigen. — Eine längere Debatte knüpfte sich an eine Petition der Zivilgemeinde Hattersheim im Landkreis Wiesbaden, welche darum ersucht, ihren Totenhof vergrößern und von der Anlage eines neuen TotenhofeS absehen zu dürfen. Die Kommission und mit derselben der Vertreter der Regierung waren der Ansicht, daß hier gewichtige sanitäre Bedenken vorlägen und prophylaktische Rücksichten die Vergrößerung des in allzu großer
Eine französische Stimme über dealsche Universitäten.
In der „Libertö", einer der bedeutendsten Pariser Zeitungen, erschien unter dem 20. Februar er., nachdem die Redaktion eine kurze Einleitung vorauSgeschickt, daS Kapitel des neuerdings vielgenannten Werkes des Pater Didon, in dem der Verfasser die Eindrücke schtloert, welche deutsche Universitäten auf ihn gemacht.
Pater Didon ist bekanntlich derselbe berühmte Kanzelredner, dem vor etwa drei Jahren daS Predigen in Parts von der höheren Geistlichkeit untersagt wurde. Derselbe wandte sich darauf nach Deutschland, studierte in Tübingen und Berlin als einfacher Stud. phil., promovierte in letzterer Universität und schrieb nach seiner Rückkehr nach Frankreich ein Buch über „die Deutschen", welches viel Aufsehen gemacht hat.
Wir erlauben uns, den Lesern diese- Blatte- da- erwähnte Kapitel in möglichst wörtlicher Uebersetzung mit« iuteilen. Pater Didon sagt:
„Der Wert eine- Lande- richtet sich nach der Höhe der geistigen Bildung, welche rS erlangt, und nicht- zeigt dem Beobachter bester den Grad derselben, al- der Zustand des höheren Unterrichts. Um die Lebenskraft dieses Unter- Acht« kennen zu lernen, genügt e- nicht, daß man einige Bücher und Programme zu Rate zieht, daß man sich mit Anigen Männern, mit Profestorrn und Rektoren, mit einigen jüngeren oder älteren Studenten unterhält, man muß mit eigenen Augen den Einfluß der betreffenven Einrichtungen an den Orten sehen, an denen sie zur Anwendung kommen.
Diese Einrichtungen nennen sich in Deutschland die Universitäten. Man wird niemals die- Land verstehen, wenn »an nicht diese mächtigen Brennpunkte der alle- umfasten-
Nähe deS Ortes gelegenen Friedhofes nicht gestatteten. DaS Hau- genehmigte jedoch mit den Stimmen des Zentrums, der Polen und des größten Teils der linken Seite einen Antrag des Abg. Lieber (Hochheim), welcher die Petition der Staatsregierung zur Berücksichtigung überweist. — Ueber eine weitere Petition von Gerichtsdienern Berliner Gerichte wurde dem Antrag der Kommission entsprechend in der Erwägung zur Tagesordnung übergegangen, daß eine ander- weite gesetzliche Regelung der gesamten Besoldungsverhält- ntste der Beamten in Aussicht genommen. — Bezüglich einer Petition von 8 Mitgliedern des Kreistages Sonderburg, welche um Gestattung des Gebrauch- der dänischen Sprache neben der deutschen bei den mündlichen Verhandlungen und protokollarischen Aufzeichnungen des Sonderburger Kreistages ersuchen, beantragt die Gemeindekommission den Uebergang zur Tagesordnung. Nachdem die Abgg. Laster (Mitunterzeichner der Petition) und Kantak für die Petition eingetreten waren, der Vertreter der königlichen Staatsregierung jedoch erklärt hatte, daß für Berücksichtigung der Petition seitens der Regierung jede Veranlastung fehle, wurde der Kommissionsantrag mit großer Majorität genehmigt. — Morgen Nachtragsetat, Wahlprüfungen rc.
Deutsche« Reich.
Berlin, 27. Febr. Heute sind es 70 Jahre, daß Kaiser Wilhelm bei Bar-sur-Aube im Kampfe gegen denselben Feind die Feuertaufe empfing, besten Uebergewicht in Europa endgiltig zu brechen ihm 57 Jahre später Vorbehalten war. Unter den großen und herrlichen Eigenschaften, die den siebzehnjährigen jungen Prinzen von 1814 zum ersten und mächtigsten Monarchen seiner Zeit und zum Schirmherr« des Friedens gemacht haben, steht allen voran als deutscheste und christlichste die Treue im Großen und im Kleinen, ohne die weder die irdische Krone zum Segen der Welt getragen, noch die himmlische zum eigenen ewigen Heil gewonnen werden kann. Durch schwereres ist nie ein Menschenleben durchgegangen, als es unser Kaiser von den Tagen seiner zartesten Jugend bis an die Grenzen des Greisenalters immer wie er hat erleben müssen. Ueber alles aber ist er hinweggehoben worden durch das, was von dem Schweren das Schwerste ist, da- unentwegt festgehaltene Bewußtsein der Pflicht als Soldat, Mann und Christ. In diesem Sinne muß un- sein Leben heute schon, da er noch mitten unter uns wandelt, als ein ideales Vorbild leuchten. Ganz können und werden aber erst kommende Geschlechter verstehen, was die göttliche Gnade dem deutschen Volke damit geschenkt hat, daß sein erster Kaiser eine Heldengestalt darstellt, zu der es noch Jahrhunderte hindurch bewundernd hinaufsehen wird. — Der Kaiser ließ den russischen Offizieren überreichen: dem General Gurko daS Großkceuz des Roten Adlerordens, dem Grafen Schuwaloff eine gol
den Wissenschaft gesehen hat, an denen die Elite der Denker und der gelehrten Jugend sich bildet und von denen die Ideen auSgehen, welche die öffentliche Meinung bewegen. Unter der Herrschaft dieser vorgefaßten Meinung habe ich Deutschland durchzogen.
Ich habe die 1409 gegründete ehrwürdige sächsische Universität Leipzig besucht, an welcher daS Neu-Luthertum daS Bollwerk der Orthodoxie errichtet hat. Nicht fern von Leipzig zeigt die preußische Universität Halle noch mit Stolz die von Franke und Lange gegründeten Schulen. Dort begannen der glühendste Pietismus und der Rationalismus ihre leidenschaftlichen Kämpfe. Trotz der Beliebtheit Wolffs überwog der Rationalismus keineswegs. Halle hat die Erbschaft der Universität Wittenberg angetreten, an der einst Luther und Melanchthon lehrten, und ist heutigen Tage» eine große geistliche Schule, an welcher jedes Jahr mehr als 400 Studenten einen musterhaften Unterricht zum deretnstigen Seelenhirten erhalten.
Ich habe die junge und mächtige Universität Berlin gesehen. Gegründet im Anfang dieses Jahrhunderts, übertrifft sie heutigen Tages durch die Zahl und die Berühmtheit ihrer Lehrer, durch den Ruf, welchen sie sich in wenig Jahren errungen, alle anderen Universitäten Deutschlands. ES giebt wenige Studenten, welche es sich nicht zur Ehre anrechnen, einige Semester an diesem berühmten Herde der Wissenschaft zu weilen und in ihr Anmeldebuch*) einige ihrer Lehrer eingutragen. Ich habe die gerechterweise durch ihre Rechtsfakultät berühmte hannoversche Universität Göttingen gesehen, die heutigen TageS sehr stolz darauf ist, den Reichskanzler unter der Zahl ihrer streitsüchtigen Ein denten gezählt zu haben. Ich habe die bayerische Universität
*) Livret im franz. Text (Testierbogen).
dene Dose mit Brillanten und dem kaiserlichen Bildnisse, dem Fürsten Obolenski den Kronenorden 1. Klasse, dem Oberst Korsakoff den Roten Adlerorden 2. Klasse in Brillanten, dem Oberst Baranoff den Kronenorden 2. Klasse mit Brillanten, dem Staatsrat AlbanuS den Roten Adlerorden 2. Klasse mit dem Stern, dem Rittmeister Rauch den Kronenorden 3. Klasse. Außerdem wurden die drei Feldwebel, die beiden Wachtmeister und vier Unteroffiziere der Deputation mit Ehrenzeichen bedacht. — Zn dem heutigen Galadiner beim Kaiser sind alle Mitglieder des königlichen HanseS und landsässigen Fürsten, alle Mitglieder der russischen Deputation und Botschaft, sowie alle preußischen GeorgSritter und Minister geladen worden. — Heute nachmittag um 1 Uhr empfing der Kaiser, von dem Kronprinzen und allen Prinzen deS königlichen Hauses, welche GeorgSorden besitzen, ferner vom Generalfeldmarschall Grafen Moltke und allen Gcneraladjutanten und Flügeladjutanten umgeben, den Großfürsten Michael mit sämtlichen Mitgliedern der russischen Deputation. Der Großfürst richtete eine Ansprache an den Kaiser, wies dabei aus die Bedeutung deS Tages hin und überbrachte die Glückwünsche des Kaisers Alexander. Der Oberst des Regiments Kaluga übe reichte namens deS letzteren eine Denkmünze in Form deS GeorgSordenS zur Erinnerung an die siebzigste Wiederkehr deS Tagö, an welchem Kaiser Wilhelm den GeorgSorden erhalten hat. Der Kaiser erwiderte mit herzlichen DankeSworte. Die russische Deputation ist auch von der Kaiserin empfangen worden. — Der Großfürst Michael überreichte dem Kaiser bei dem heutigen Empfange der Deputation der GeorgSritter ein eigenhändiges Schreiben deS Kaiser- Alexander mit dem Feldmarschallstabe in Brillanten. — Die Nachricht, daß der Kapitän zur See, Zembsch, bisher Generalkonsul in Samoa, an Stelle des Herrn v. Brandt zum Gesandten in Peking ernannt fei, ist unrichtig; allerdings wird Zembsch, welcher eine konsularische Verwendung in Ostasien finden wird, Herrn v. Brandt während dessen Urlaubes in Peking vertreten. — Die „Prov.-Korresp." erinnert heute im Hinblick auf die steuerliche Ueberlastnng des Grundbesitzes an folgende Erklärung des Reichskanzlers in einem Schreiben an den landwirtschaftlichen Verein zu Kray vom 28. Februar 1882: „Die Bestrebungen der Königlichen Regierung sind deshalb darauf gerichtet, alle Zuschläge zu Grund- und Häusersteuern für Kreis-, Gemeinde- und ähnliche Zwecke entbehrlich zu machen. Die notwendige Voraussetzung hierfür ist der Ersatz durch die Vermehrung der indirekten Einnahmen des Reichs. ES wird also Sache aller Grund- und Häuser-Steuerpflich- tigen sein, durch wohlorganiflerte Bethätigung ihrer Wahlrechte die Hindernisse wegzurLumen, welche der Durchführung der von den verbündeten Regierungen verfolgten Steuerreformpläne noch entgegenstehen". — Die „Vossische Zeitung" schreibt: Der Ausschuß der Reichsbank beschloß,
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München mit ihrer glänzenden Außenseite gesehen. Die Eigenliebe eines Königs hat sich darin gefallen, ihr Gebäude mit mehr als fürstlicher Pracht zu schmücken und die Königin, welche man die Wissenschaft nennt, unter einem Dach zu bergen, welches das Ansehen eines königlichen Palastes hat. Ich habe die Universität Tübingen in Württemberg gesehen. Hier leben die beiden Fakultäten der katholischen und protestantischen Theologie in Frieden bei einander wie zwei Schwestern. 150 Studenten der katholischen, 300 der protestantischen Theologie geben hier da- Beispiel einer Brüderlichkeit, welche durch den Unterschied der Lehre in keiner Weise getrübt wird: schönes Beispiel, um es den rechthaberischen Geistern mehr al- eines Landevorzuhalten.
Deutschland ist heutigen TigeS daS klassische Land der Universitäten. Man findet amerSwo Elementar-Schulen, Kollegien, Lyceen, Gewerbe-Schulen, Special-Schulen, Vorlesungen, um in die höhere diplomatische Laufbahn eingeführt zu werden, Fakultäten sogar, auf welche Deutschland neidisch fein kann, aber in keinem Lande wird man Universitäten finden, die den seinen gleichen.
DaS Reich zählt deren 22. Dreizehn befinden sich in Preußen und den Herzogtümern ober Provinzen die eS annektiert hat: Berlin, Bonn, BrannSberg, Breslau, Freiburg, Greifswald, Halle, Heidelberg, Kiel, Königsberg, Marburg, Münster und Rostock; eine in Sachfen: Leipzig; eine im Herzogtum Sachsen, Coburg-Gotha: Jena; eine Im Großherzogtum Hessen: Gießen; drei in Baiern: München, Würzburg, Erlangen; eine in Württemberg: Tübingen; eine in Hannover: Göttingen; eine im Elsaß: Straßburg. (Fortsetzung folgt.)