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JRatßurj, Freitag, 22. Februar 1884.

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örtliche Polizeiverwaltung noch in anderen Kreisen he­iteren Staatsbeamten (Hülfsbeamten) zu übertragen,

llandtages, richten können und deshalb geglaubt, von der führung des Instituts der Amtsvorsteher absehen zu m. Sie sei darum auch der Meinung, daß die Kvrn- fton bester gethan hätte, von der Beantragung des 24a, der die eventuelle spätere Einführung von Amts­ehern in Aussicht nehme, Abstand zu nehmen, zumal durchaus erwünscht, die Bevölkerung von jeder Agitation | diesem Gebiete zu bewahren und die Organisation zum schluß zu bringen. — Das Haus genehmigte indes so­hl den § 24 der Vorlage selbst, als auch den 8 24a Kommission und zwar letzteren bei Auszählung mit 9 gegen 120 Stimmen. — Von den weiteren Bestim«

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Die Schützlinge des Großen Kurfürsten.

Historische Erzählung von Max Ring.

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«Und wenn Ihr mir,* versetzte der Goldschmied erregt, Pc Ehren der Welt und die Schätze der ganzen Erde Ft, sy würde ich nicht meinen Glauben verleugnen und r1 unserer Lehre abfallen.*

Die nächste Sitzung findet Donnerstag 11 Uhr statt und steht die Provinzialordnung für Hannover, sowie einige kleinere Vorlagen auf der Tagesordnung.

vom Landtag.

Berlin, den 20. Februar.

11 wenn Ihr wieder zurückkehrt und mein Sohn Eure fyer heiratet, habt Ihr nichts mehr zu befürchten und 1 der Gnade des König» das Beste zu erwarten. Der f wird Euch mit Aufträgen beehren, Euer Sohn eine tägliche Anstellung erhalten und Ihr selbst könnt mit Zeit noch Ratsherr oder Präsident der Handelskammer iden,*

, „Unerhört!* rief der Goldschmied empört. „Wir sind he Türken oder Heiden, sondern gute Christen, die an Ä Evangelium glauben und zu unserem Heiland beten,

ich darauf bestehen, daß Ihr Eurer Tochter in unserer Gegenwart die Bewerbung meines Sohne« mitteilt und ihr die Wahl freistcllt, ohne fie durch Eure Reden oder gar durch Drohungen zu beeinflusten, wie das Gesetz ausdrücklich vorschreibt und ich von Euch verlangen darf.*

„Dagegen habe ich nichts,* versetzte der Goldschmied, sich erhebend, „wenn ich auch wünschte, daß Ihr Euch und unS eine solche, für beide Teile gleich unangenehme Probe erkpart hättet, deren Ausfall mir jedoch am wenigsten zu fürchten haben.*

„Das wird sich zeigen,* erwiderte der Syndikus, der eine so hohe Meinung von sich und seinem Sohne hatte, daß er es kaum für möglich hielt, daß ein Mädchen einen so glänzenden Antrag abweisen könnte.

Auf een lauten Ruf der Mutter erschien sogleich Gabrielle, welche nnterdessen in Gesellschaft ihres Bruders und des galanten Anatole sich unterhalten hatte, ohne die sie so nahe berührenden Vorgänge zwischen ihren Eltern und dem Syndikus 8't ahnen, obgleich ihr Verehrer es nicht an artigen Worten unv zärtlichen Blicken fehlen ließ, um ihr feine Neigung zu erkennen zu geben, so weit dies in Gegenwart eines Dritten möglich und schicklich war.

Sie selbst war auch keineswegs ganz unempfänglich für die Aufmerksamkeiten und Vorzüge des feineu und ii benSwürdigen Sekretärs, der so angenehm zu sprechen und so geistvoll zu scherzen wußte; aber weit entfernt, seine Leidenschaft zu erwidern, dachte sie nicht an die Möglichkeit einer solchen Verbindung. Um so mehr war daher die holde Gabrielle überrascht, als sie aus dem Munde ihres Vaters den unerwarteten Antrag erfuhr, daß der junge Anatole, welcher für eine der besten Partien galt, sie lievte und sie zu feiner Gattin begehrte. (Sorlsctzuug folgt.)

„Ich versichere Euch, daß sich die Sache so verhält, it ich Euch gesagt habe. Mein Sohn hat die Nachricht

l$rf*eint täglich außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrtrteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (K o ch'sche Buchdruckerei) bezogen 2‘/t Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg (excl. Bestellgebühr.) — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet

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Lie Ihr.*

„Das nützt Euch alles nicht». Wenn Ihr nicht zur ‘fie geht und Euch bekehrt, seid Ihr verloren. Darum

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Deutsches Reich.

Berlin, 20.Febr. Der „Reichsanzeiger* veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung über die Einberufung des Reichs­tags zum 6. März. — Die „Provinzial - Korrespondenz*, die diesjährigen Etatsberatungen besprechend sagt, ein gleich­zeitiges Tagen des Landtags und res Reichstags erscheine unvermeidlich; entweder werde man sich entschließen muffen, die bisherige Methode der Etatsberatung zu ändern, indem man dieselbe künstig auf die Diskussion von Dinge be­schränke, die ein qreifbareS Resultat versprechen, oder man werde auf die alljährliche Budgetbewilligung selbst verzichten müssen. — Der „Reichsanzeiger* publiziert einen Erlaß des Reichskanzlers vom 9. Februar an den deutschen Konsul Eisendecher, womit die Resolution des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten betreffs LaSkers zurückgestellt wird. In demselben heißt es: „Jede Anerkennung, welche die per­sönlichen Eigenschaften eines Deutschen im AuSlande finden, kann für unser Nationalgefühl nur erfreulich fein, ins­besondere, wenn sie von einer so hervorragenden Körper­schaft ausgeht, wie das amerikanische Repräsentantenhaus ist. Ich würde deshalb die Mitteilung SargentS dankbar entgegengenommeu und den Kaiser um die Ermächtigung zu deren Vorlage im Reichstage gebeten haben, wenn nicht die Resolution zugleich ein Urteil Über die Richtung und Wirkung der politischen Thätigkeit Laskers enthielte, welches mit meiner Ueberzeugung im Widerspruche steht.* Der Erlaß zittert daun den betreffenden Passus der Resolution und fährt fort: „Nach meiner Kenntnis des Herganges der politischen und wirtschaftlichen Entwickelung des deutschen Volkes kann ich dies Urteil nicht als ein solches ansehen, welches den von mir erlebten Thaisachen entspricht. Ich würde nicht wagen, mein eigenes Urteil einer so erlauchten Körper­schaft, wie daS Repräfentantenhans ist, gegenüberzustellen, wenn ich nicht bezüglich der inneren Politik Deutschlands durch eine mehr als 30jährige aktive Beteiligung die Er­fahrung gewonnen hätte, auch meinem Urteile innerhalb dieses Gebietes eine gewisse Kompetenz beizulegen. Ich kann mich nicht entschließen, bei Seiner Majestät dem Kaiser die nötige Ermächtigung zur Mitteilung der Resolution an den Reichstag zu beantragen, weil ich dazu ein Urteil mir amtlich aneignen und bei dem Kaiser vertreten müßte, welches ich als zutreffend nicht zu erkennen vermag.* — Der russische Militärbevollmächtigte Dolgorucky hatte, wie der „Franks. Ztg." berichtet wird, die Mission, dem Fürsten BiSmarck die Erfüllung jener Zusagen mitzuteilen, die Herr von GierS in Friedrichsruhe in betreff der Abhilfe der Beschwerden Bismarcks über die Natur der russischen Truppendislokationen in den westlichen Gouvernements et»

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k 10]? ich Euch als Euer Freund, keinen Augenblick zu zögern g7l 16 den falschen Glauben abzuschwören, ehe eS zu spät ist.

„Hebe Dieb hinweg, Versucher 1* murmelte der Patriarch mit bebender Stimme.

„Ueberlegt, was Ihr thut,* erwiderte der Syndikus, „und stoßt nicht die Euch gebotene Haud zurück. Ihr wißt nicht, was auf dem Spiel steht. Eue Vermögen, Eure Freiheit und die Zukunft Eurer Kinder.* Bei diesen Worten erbleichte Frau Madeleine und sah ihren Gatten mit ängstlich flehenden Blicken an, erschreckt von den Drohungen des Syndikus, der wie ein böser Geist, wie der Versucher in der noch vor Kurzem so glücklichen Familie erschienen war, sie mit Furcht und Sorgen erfüllend.

„Um des Himmels Willen!* stöhnte die bekümmerte Mutter. „Unsere Kinder —*

„Sie stehen in Gotte» Hand und der Himmel wird fie beschützen,* entgegnete der Goldschmied. Wa» auch die Zukunft bringen mag, sie werden nicht schwanken und wie wir ihrem Glauben treu bleiben.*

„Seid Ihr wirklich besten so gewiß?* fragte der Syndikus mit spöttischem Säckeln. „Das Gesetz gibt den Kindern der Reformierten, den Mädchen mit zwölf unv den Knaben mit vierzehn Jahren das Recht, ihre Religion selbständig zu wählen und verpflichtet die Eltern, für ihren angemestenen Lebensunterhalt zu sorgen und ihnen einer, entsprechenden Anteil an dem väterlichen Vermögen zu sichern. Ihr seid eS daher Euren Kindern, und besonders Eurer Tochter schuldig, fie mit meiner Nachricht und nferem Antrag be­kannt zu machen und ihre Meinung darüber zu hören.*

„Ich zweifle nicht daran, daß sie so denken und sich so entscheiden werden, wie wir, da Beide in der Furcht Gottes und im Gehorsam gegen ihre Eltern ausgewachsen und erzogen sind.*

„ES kommt auf einen Versuch an. Jedenfalls muß

zl. Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses. In heutigen Sitzung wurde die zweite Beratung der Kreis- WnllP für Hannover bei 8 24 fortgesetzt, nach welchem M Landrat als Organ der Staatsregierung die örtliche H^geiverwaltung im Kreise übertragen wird. Hierzu hat Kommission die Einfügung eines 8 24 a beantragt, f. welchem die Einführung deS Institutes der AmtSvvr- chcr in der Provinz Hannover auf Antrag des Provinzial- isdlazes vurch königliche Verordnung soll erfolgen dürfen. Inf ter einen Seite bekämpften die Abgg. Dr. Gneist, '.xjherr v. Grote und Dr. Hänel die Uebertragung der illichen Polizeiverwaltung an den Landrat, und traten für Institut der AmtSvorsteher ein, welches als die Grund- ;je der Kreisordnung und der kommunalen Selbst - Ver- 1 au8tN Altung überhaupt zu betrachten fei. Auf der anderen jätt führten für den Kommisstonöbefchluß die Abgg. von itbirmann, v. Wedell-PieSdorf, Ludowieg und Lauenstein B, daß sich in Hannover für die AmtSvorsteher das ge- nd ßunbj zncte Material nicht vorfinde. Die beiden erstgenannten geordneten verwiesen jedoch für den Fall einer Aen- illlng der jetzigen Verhältnisse in Hannover auf den 24a, welcher die spätere Einführung der AmtSvorsteher

_______J l in dem 8 29 der Vorlage bereits ausgesprochen ist. auch fefl «8 Haus lehnte jedoch den Kommissionsantrag nach Restam «gerer Debatte ab und genehmigte im übrigen den Rest Exp. I 11 Vorlage nach den Beschlüsten der Kommission.

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* * ^ 'Lerlin. München und

tuen fa ® L. Daube und n Frankfurt a. M., ■ Hannover u. Paris.

.. Wngen der Vorlage veranlaßte lediglich der 8 29 eine L tigere Debatte. Zu demselben hat die Kommission einen rb in fti beantragt, welcher dahin geht, daß der Minister deS 0 1 roern unter gewissen Voraussetzungen befugt sein soll,

teilt hatte. Thatsache ist, daß den russischen Annäherungs­versuchen hauptsächlich diese Frage im Wege stand, die in manchen Augenblicken selbst ernstere Verstimmungen her­vorrief. Die russische Diplomatie ist insofern in eine neue Phase getreten, als dieselbe nunmehr von der absolut fried­lichen und den aller Aggression fremden Charakter des Bundes zwischen Deutschland und Oesterreich sowie von der Unlösbarkeit desselben überzeugt ist. Folglich kann auf die früher nötig erachteten Vorsichtsmaßregeln verzichtet werden. Dieser Umstand, sowie die Entsendung OrlowS nach Berlin, und die unverkennbaren Befehle an die rus­sischen Diplomaten, im Orient Ruhe zu halten, bilden ein wertvolles Resultat der Begegnungen zwischen dem Herrn v. GierS und dem Grafen Kaluoky. Dieselben gelten zu­gleich als Zeichen dafür, daß diesmal eine längere Ruhe­pause als nach der ersten Reise deS Herrn v. GierS ein­treten werde. Andererseits wird noch folgendes berichtet: Wie in viplomalifchen Kreisen verlautet, ist der der Person Kaiser Wilhelms attachierte Kaiserlich russische General ä la suite, Generalmajor Fürst Dolgorucki, der zur Zeit mit unserem Kriegsminister, General der Infanterie Bron- sart v. Schellendorff, beim Reichskanzler Fürst BiSmarck in Friedrichsruhe weilte und der erst vor einigen Tagen auS Petersburg hierher zurückgekehrt war, der Ueberbringer eines eigenhändigen Briefes des Zaren an den greifen deutschen Kaiser, in welchem dem Wunsche einer Begeg­nung mit demselben und später mit Kaiser Franz Joses von Oesterreich Ausdruck verliehen wird. Unser Kaiser war bereits im vorigen Jahre der gleichfalls durch Fürst Dolgorucki angeregten Begegnung mit Alexander III., als dieser in Kopenhagen weilte, jugeneigt und bereits waren die Dispositionen zu einer solchen in Kiel gegeben. Nichts­destoweniger kam eine Entrevue damals nicht zu stände, weil, wie offiziös verkündet wurde, dem Reichskanzler die ihm aus Petersburg gegebene Erklärung über die Truppen­ansammlungen nicht genügte. Wie man hört, ist alle Aussicht vorhanden, daß der Wunsch des Zaren sich er­füllen dürfte, da sowohl der Reichskanzler tote der Kriegs­minister von den durch den Fürsten Dolgorucki abge­gebenen Erklärungetl vollständig befriedigt fein sollen. — Wie es bei anderen Reichsgesetzen, zumal beim Stempel­gesetze, schon ergangen ist, wird auch die Ausführung des Gesetzes über den Rauminhalt der Schankgefäße den be­teiligten Behörden und nicht minder dem interessierten Pub­likum viel Mühe nnb Nachdenken verursachen. Während in maßgebenden und gerade in den legislatorischen Kreisen bisher die Ansicht bestand, daß alle in einer Wirtschaft be­findlichen Trinkgefäße (mit Ausnahme der unter Vio Liter) mit dem Maßstrich versehen (oder wie man es kurzweg, aber unrichtig nennt, „geeicht") sein müßten, hat die Staats­anwaltschaft In Schwerin vor einigen Tagen den Wirten die von der Polizei konfiszierten „ungeeichten* Gläser zurück-

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux Jügersche Buchhandlung in Frankfurt a. M; Hermann» scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; W. Thienes in Elberfeld.

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Otarft E der besten Quelle, von unserem Intendanten, dem der inister Lauvois geschrieben hat. Der Widerruf liegt dem inig zur Unterzeichnung vor. Danach sollen alle Kirchen »b Bethänser der Kalvinisten geschlossen, auch jeder Privat- Nlesdienst verboten und mit Geld- und LeibeSstrafen belegt RßtöUtj itben. Die reformierten Pastoren müssen innerhalb vierzehn — °ge das Land verlassen ober gewärtigen, auf die Galeere

^gliche. Der Herr Minister de« Innern gab seiner Erledigung darüber Ausdruck, daß die Kommission daS die Wir! ilufiP der Uebertragung der örtlichen Polizeigewalt an samenÄ itaatö&eamte acc ptiert habe. Die Königliche StaatS- hergesl! Mrung habe sch auch in dieser Hinsicht nur nach den chätzten Wuschen des berufenen Organes der Provinz, deS Provin- ■Bon

nimmtZentgegen:

, 1 ^Annoncen-Bureaux

8ro*. L? Magdeburg u. Wien;