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Akarkurg, Sonntag, 17. Februar 1884.

XIX. JahlMg.

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Die sozialdemokratische Bewegung.

AuS Anlaß der für W!rn und Umgegend infolge der

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BERLIN

Boümav in der Dresdener Kammer gethan hat und welcher

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>rrNordd. Allg. Ztg." vor einigen Tagen in Dresden

in der an öffentlichen Orten, z. B. im Rathaus, im Ministerium

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Schleswig-Holstein, Feldmarschall Graf Moltke, Fürst Dol- gorucki, die Minister v. Goßler, Lucius, v. Puttkamer, Bronsart von Schellendorf, von Bötticher, Maybach und v. Schleinitz, Graf Stolberg, Fürst Radziwill, Wirkt. Geh. Rat v. Wtlmowski, mehrere Generäle und der kronprinz- liche Hof geladen sind. Gegenüber gegenteiligen Bemer­kungen der Blätter kann dieNordd. Allg. Ztg." die An­sicht nicht teilen, daß die neuesten Ereignisie in Egypten von der englischen Regierung vorausgesehen oder gar beab­sichtigt worden seien. Sie meint, der Eintritt derselben sei ein unvorhergesehener gewesen und es sei ungerecht, gegen die englische Regierung den Vorwurf zu erheben, sie habe die egyptischen Dinge kommen sehen und benutze dieselben, um sich die kriegerische Unterwerfung der fraglichen Land­schaften im Interesse der allgemeinen Zivilisation aufdringen zu lasien. Richtig dürfte vielmehr sein, daß der eng­lischen Regierung sehr lieb wäre, einer kriegerischen Aktton überhoben zu sein. Gegenüber der Meldung der Blätter, die Einberufung des Reichstages erfolge für den 4. März, sagt dieNordd. Allg. Ztg.", die Einberufung sei für die erste oder zweite Märzwoche in Aussicht genommen, der Tag aber noch nicht bestimmt. Die Steueikom Mission des Abgeordnetenhauses erledigte am Mittwoch Abend den Rest der allgemeinen Grundsätze über die Berechnung des Einkommens (§ 5 bis 8). Ueber den Abrechnungsgrund Nr. 3 des § 5 erhob sich, wie dieB. P. N." berichten, eine eingehende sachliche Erörterung. Die Regierungsvor­lage beabsichtigt, die in der Praxis zumeist bereits durch­gedrungene Ansicht, daß Beiträge aus Gehaltsabzügen für öffentliche PenfionS-, Witwen-, Waisen- und Krankenkassen bei der Anrechnung des steuerfähigen Einkommen» in Ab­zug zu bringen sind, im sozialpolitischen Interesse gesetzlich zu fixieren. Die Bestimmung hat insbesondere auch erheb­liche Bedeutung für die Frage, inwieweit die arbeitende Bevölkerung steuerfrei wird; namentlich bei Belassung der Befreiungsgrenze auf 900 Mk. würde ohne die Vorschrift ein erheblicher Teil der Arbeiter der Steuerfreiheit nicht ferner teilhaftig werden. In der Kommission war man der Meinung, daß die Beschränkung des Benefizes auf öffenlliche Kaffen nicht haltbar sei, sowohl weil manche Privatkassen für diejenigen Beamten und Arbeiter sorgen müffen, denen die Teilnahme an einer öffentlichen Kaffe nicht zusteht, andererseits Zweifel darüber bestehen, ob Hilf«, kaffen auch zu den öffentlichen Kaffen gehören, und strich deshalb das Wortöffentlich". Dagegen gelangt ein An­trag, welcher Lebens-, Kranken-, Unfall-, AlterSversicherungS- prämien gleichfalls abrechnen wollte, nicht zur Annahme; man erwog, daß die Abrechnung derartiger Prämien, nament­lich der LebenSverstcherungSprämien, eine unzulässige Be­vorzugung derselben gegen die übrigen Arten des Sparens darstelle, euch die Lebensversicherung häufig nicht der

;nae getreten feien. Deshalb sei nicht nur die Berlänge- mfl ves Sozialistengesetzes, sondern auch eine kräftigere nierstützung der Sozialpolitik deS Reichskanzlers eine absolute Notwendigkeit."

Kundgebungen von sozialdemokraüscher Seite haben aber

rufen worden. Bebel hat überdies jüngst einen Vortrag gehalten, in welchem er den geschäftlichen Aufschwung Deutsch­lands anerkannte, aber dabei ausführte, daß derselbe die Notlage nicht mindern, sondern nur vermehren werde: .eine Acnderung des gegenwärtigen Zustandes könne nur herbci- geführt werden, wenn die bürgerliche Gesellschaft anders denken lerne. Zur Erreichung dieses Zieles gäbe es Mittel, er wolle dieselben aber in diesem Saale nicht erörtern." Herr Bebel nimmt sonst kein Blatt vor den Mund; wenn er trotzdem nur schüchterne Andeutungen macht, so kann man sich denken, worauf er in Wahrheit hinzielt; sein Buch überdie Frau" Hut ja auch ziemlich deutlich hierüber Auf­schluß gegeben.

Es geht hieraus hervor, daß Deutschland sich nicht in Sicherheit wiegen lassen darf, sondern auf den Wegen fort­schreiten muß, die es betreten hat und die sich einmal in dem Erlaß des Sozialistengesetzes und sodann in dem Be­ginn einer positiven Sozialreformpolitik manifestiert haben. Erfreulich ist es, daß auch auf nationalliberaler Seite diese Notwendigkeit begriffen wird, wie sich dies in folgenden beherzigenswerten Worten derNationalliberalen Korrefp." ausdrückt:Die revolutionäre Bewegung, die ganz Europa durchzieht und sich bald da, bald dort in Ausbrüchen Luft macht, sollte doch eindringlich mahnen, wie es des Zusam­mengehens aller erhaltenden Kräfte bedürfe, um unsere Staats- und Gesellschaftsordnung gegen gewaltthätigen Um­sturz zu schützen, zugleich aber auch, wie notwendig ist, die Quellen möglichst zu verstopfen, aus denen die Un­zufriedenheit und Aufregung des Arbeiterstandes ihre Nah­rung zieht. Geringschätzig und höhnisch werden noch viel­fach alle Bestrebungen behandelt, zu einer Sozialreform zu gelangen. Leichtfertigkeit und ein unberechtigter Optimismus läßt bet uns noch weite Kreise die soziale Bewegung gleich­gültig und unthätig anschauen, im Vertrauen, daß sich alles schon von selber wieder beruhigen werde. Noch immer wollen viele, auch volksfreundliche Männer, von einer vor­beugenden Thätigkeit deS Staates und der Gesellschaft gegen­über dieser Bewegung nichts wiffen. Es scheint fast, als ob wir noch durch eine harte Schule gehen müßten, ehe wir die ganze Größe der in der sozialen Bewegung ent­haltenen Gefahr begriffen haben." Hoffentlich werden diese wohlgemeinten Mahnungen in den Kreisen, an die sie ge­richtet sind, Gehör finden.

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des Innern, in der Kommandantur Zettel angeheftet ge­sunden wurden, auf welchen in Handschrift die Worte stunde«:Nur Blut kann unsere Sache sühnen. Das Mule Exekutivkomitee." Von anarchistischer Seite werden Bis sächsischen Abgeordneten Bebel, Grillenberger und Lieb- Wkcht zurThal" gedrängt; ihnen sindDrohbriefe" zu- Mschickt worden, und der sozialdemokratische Abgeordnete

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage ,,Jllustrtrteö SonntagSblatt" durch die Ervedition (Koch'sche Buchdrucke re r) bezogen 2*A Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg (excl. Bestellgebühr.) Jnscrtionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet

Deutsche- Reich.

Berlin, 15. gebt. Der Kaiser ließ sich vormittags durch Generalleutnant v. Strubberg die in die Armee ein­tretenden Kadetten vorstellen. Heute abend findet im kron- prinzlichen Palais ein größeres Diner statt, zu welchem auch der siamesische Gesandte Prinz PriSdang mit seinen Attachees, der Prinz und die Prinzessin Christian von

man jetzt die gezogenen Schranken niederreißen könne; fct Gegenteil, gerade die Zustände des Auslandes weisen sram hin, daß es unklug sein würde, Deutschland wieder en Gefahren auszusetzen, welche in anderen Staaten zu

,-en nimmt entgegen: »Äitioii d. Blattes, ilt !,dAnnoncen-Bureaux i^ iaafenftehi und Vogler Ärt a M, Ham.

Magdeburg u.Wlen; & Messe in Frankfurt ^ Berlin. München und El G L. Daube und L in Frankfurt a. M., »,klin, Hannover u.Pans.

jMer ist wegen seiner anerkennenden Worte über da« i^ilslWüsaliversicherungszesetz, wie dieDresdener Zeitung" mit- r { dii, von dem Sozialdemokraten Mostzum Tode verur- nn e du" und gegen ihn diePropaganda der That" aufge«

nmissisi auki;Wir stehen voll und ganz auf dem Boden der

Devolution!" Erwähnt sei ferner, daß nach einem Bericht

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux Jägersche Buchhandlung in Frankfurt a. M; Hermann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; W. Thienes in Elberfeld.

.. ,.Bten sozialistischen Morde eingeführten Ausnahmemaßregeln AeI1 die deutschen Blätter sich der Frage zugewandt, ob

xeutfchlaud die Verlängerung des Sozialistengesetzes, Mchcs bei weitem milder ist als der österreichische Aus- 15. ^Aichaiezustand, notwendig sei. Ein Wortführer der Sezes- qI.. < duften, Baumbach, hat sich in Frankfurt a. M. als Gegner uuc*l Verlängerung des Gesetzes ausgesprochen. In sezessioni- «Mn Kreisen ist man über diese frühzeitige Offenheit sehr ^stimmt un > versichert, Herr Baumbach habe lediglich seine Düe Ansicht ausgesprochen; über die Haltung derlibe­ralen Vereinigung" seien in dieser Beziehung noch keinerlei Wschließungen gefaßt. Dagegen liegen Kundgebungen von - nationalliberaler Seite vor, welche die Notwendigkeit der ll(9et 5 Verlängerung -c6 Sozialistengesetzes mit Entschiedenheit be- 3 hm Mn. So erkennen derHannoversche Kourier" und die 'de: Ts, '^tionalübetak Korrespondenz" an, daß das Sozialisten- iterainn eine gute Wirkung gehabt habe, indem eS solche Zu- pinbe, welche in letzter Zeit im AuSlande wahrgenommen Mden sein, verhindert habe. Hieraus folge aber nicht,

auch in letzter Zeit gezeigt, daß auch gegenwärtig genug iches B Erfahren h Deutschland vorhanden sind und daß man sich en net ibcr die anscheinenoe Ruhe nicht täuschen laffen darf. Die , @arj Mionalliberale Korresp." weist auf einen Ausspruch hin, Ankauf tfn vor Kurzem der sozialdemokratische Abgeordnete von

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Sternschnuppe» »nd Kometen.

(Schluß.)

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Freilich gibt es auch Sternschnuppen, die der Erde bis auf 6000 Meter nahe kommen, also nur sehr geringe Größe

«den können, wie man denn auch in der That Meteor- HarbE'v"' von denen es jetzt unzweifelhaft feststeht, daß sie als [r ^Wcrnschnuppen oder Reste von Leuchtkugeln auf die Erde Mallen sind, gefunden hat, die nur wenige Kilogramm, 841 labere die bis zu 12000 Kilogramm wogen. Das, wa- iti 2 als Le chikugeln mitunter am Firmament beobachten, löt »b eben auch nur größere Sternschnuppen, deren häufig bbar 101 Kommendes Zerplatzen durch die große Hitze herbeigeführt ittb, welche sich in ihnen entwickelt, wenn sie durch die irdatmosphäre hindurchschießen. Redner führte hier ein . jflj hifpiel an, wo eine von ihm im Jahre 1863 am 4. März ifli $i Osnabrück beobachtete Feuerkugel im Westen zerplatzte, A ^tiuf dann festgestellt wurde, daß dies in der Nähe von Mogenbosch in Holland und zwar 21/* Meilen über der jjjt Uobeifläche geschehen war. ES wurden auch wirklich an 98 betreffenden Stelle mehrere Meteorsteine gefunden, wir st ja noch täglich Metevlsteine auf die Erde niederfallen, die Zusammensetzung der Meteorsteine anbclangt, so Kehen dieselben fast ausschließlich au« Kiesel, Eisen, Magnesium und Nickel, und durch daS Spektroskop ist eS 7dlich geworden, die Identität der Meteorsteine mit den ^nschnuppen und Leuchtkugeln nachzuweisen, indem daS 'P'kirum der letzteren zeigt, daß auch sie aus den obigen Substanzen bestehen. Daß die Entzündung dieser ^welskörper erst dann geschieht, wenn sie in die Atmosphäre h Erde eintreten, ührt daher, weil zur Erzeugung von bekanntlich Sauerstoff nötig ist, welcher sich nicht in * Weltenraume findet. Daß ferner die Erhitzung eine

so außerordentlich große ist, erklärt sich aus der fabelhaften Geschwindigkeit dieser Meteore, welche man in neuerer Zeit auf nicht weniger als 72 000 Meter per Sekunde beim Eintritt in unsere Erd-Atmosphäre berechnet hat. Freilich sollte man hieraus schließen, daß diese Meteore auch mit einer ungeheuren Gewalt auf die Erde niederfallen müßten. Indes wird dies durch den Widerstand der in der Nähe der Erdoberfläche sich immer mehr verdichtenden atmosphärischen Lust selbst verhindert, indem diese eS bewirkt, daß sich die Geschwindigkeit eines Meteors schon bei einem Barometer­stand von nur 20 mm. von 72000 aus 500 Meter in der Sekunde reduziert, während doch bekanntlich das Barometer auf der Erdoberfläche im Mittel etwa 750 bis 760 mm. zeigt.

Durch die Beobachtungen der neuesten Zeit wurde man auch bald auf die besondere Häufigkeit der Sternschnuppen in einzelnen Nächten und die alljährliche Wiederkehr dieser bestimmten sternschnuppenreichen Nächte geführt; so zeichnen sich namentlich die Nächte vom 9. bis 14. August und vom 9. bis 14. November, sowie vom 20. bis 24. April durch reichen Sternschnuppenfall au6. Daß sich diese Meteore am Morgen häufiger zeigen, als am Abend, hat in der Stellung der Erde zu der Bahn der Sternschnuppen eine Erklärung gesunden. Durch Verlängerung der Bahnen der Sternschnuppen, deren Elemente sich leicht fkststellen ließen, nach rückwärts, kam man zu der Entdeckung, daß diese Bahnen z. B. bei den August-Sternschnuppen, sowie bei den Schwärmen anderer Nächte, alle in einzelnen Punkten zusammenlaufen, welche man die Radiationspunkte nannte. Durch die besonders häufige Erscheinung von Sternschnuppen in einzelnen Jahren wurde die Wissenschaft zu weiteren Forschungen veranlaßt und namentlich Professor Sctaparelli in Mailand hat sich in neuestex Zeit mit großem Eifer

hieran beteiligt. Sciaparelli fand, daß die Sternschnuppen nicht etwa nur innerhalb des Planeten - Systems, dem die Erde angehört, , sich vor finden, sondern daß dieselben gleich­mäßig über dcn ganzen Weltenraum verteilt sind. Das besonders häufige Auftreten der Sternschnuppen in einzelnen Nächten, sowie namentlich die in neuester Zeit vor den Augen der Astronomen vor sich gegangene Teilung de« Bielaschen Kometen führten dann ferner zu der Entdeckung, daß in der That die Kometen nichts anderes sind, als durch den Weltenraum eilende Sternfchnuppenschwärme, welche an den oben genannten Tagen von der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne passiert werden. Die Richtigkeit dieser Annahme wurde unter anderem neuerdings schlagend dadurch bewiesen, daß Proseffor KlinkersueS aus den Stern­schnuppen berechnete, daß der Rest des Bielaschen Kometen von der Erde aus sichtbar sein muffe, und zwar in süd­licheren Breiten. Wirklich wurde der Komet denn auch dort in Uebereinstimmung mit den Feststellungen des Göttinger Meteorologen beobachtet. Die Wissenschaft stellt also folgendes fest:Wenn wir Sternfchnuppenschwärme in der Entfernung von vielen Millionen Meilen sehen, er­scheinen sie unS als Kometen, woraus eS sich denn auch erklärt, daß der Schweif derselben stets von der Sonne abgewendet ist. Kommen solche Schwärme in den Bereich der Anziehungskraft der Erde, so werden die einzelnen Meteore von ihr angezogen und fallen bann als Stern­schnuppen auf die Erde nieder." Durch die Berechnungen Sciaparellis hat sich unter anderem auch ergeben, daß da» Jahr 1899 wieder besonders reich an Sternschnuppen sein wird. Schließlich führte der Redner noch au«, daß die Sternschnuppen im Weltenraume offenbar dazu dienen» gewisse Verluste der großen Himmelskörper zu ersetzen un» dadurch das Gleichgewicht im Weltall aufrecht zu erhalten.