AtarKurg, Freitag, 15. Februar 1884
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miterial gefüllt, welches, zu einem einheitlichen Brande UßU<msbrechend, eine furchtbare Verheerung anrichten kann.
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Der Brand eines Speichers in der Ziegelstraße, welcher die gynäkologische Klinik bedrohte, legte mir den Gedanken
48. Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses. Haus utlb Tribünen sind mäßig besetzt.
Am Ministertische: Kultusminister Dr. v. Goßler,
gekrümmt und wird nach erfolgter Befruchtung zu r® Samen mit mächtig entwickeltem Mehlkörper, der von r* treckenhäutigcn Fruchtschale umschlosien ist. Bei den pichen Weizen-Varietäten kommen in einem Aehrchen oft 2 — 3 Samen zur Entwickelung, während englische meistens 4, seltener 5 — 6 Samen in einem Aehrchen ^®8en. Die Zahl der Aehrchen an der Aehr« wechfelt
— „Ueber Land und Meer" hat sich in den 25 Jahren seines Bestehens einen Weltruf gesichert und es ist deshalb kaum nötig, zur Empfehlung dieses so weit der« breiteten illustrierten Unterhaltungsblattes noch ein Wort zu verlieren. Am besten empfiehlt sich das Blatt durch sich selbst; eS bietet seinen Lesen» an Unterhaltungsstoff das Beste aus der Feder der hervorragendsten Schriftsteller der Jetztzeit. Außerdem hält „Ueber Land und Meer" seine Leser in kürzeren und längeren Aufsätzen über alle Gebiete des WiffenS und Schaffens, der Litteratur und Kunst, des wirtschaftlichen und politischen Lebens, des geselligen Verkehrs und der Mode stets auf dem Laufenden. Hervorragende TageSereigniffe werden kurz besprochen und den Lesern durch ausgezeichnete Illustrationen, Porträts re. veranschaulicht und wird überhaupt nichts außer Acht gelassen, was den Gebildeten interessieren oder den Geist deS LeserS anregen kann. Bei der Fülle des Gebotenen ist der Preis für „Ueber Land und Meer" ein so fabelhaft billiger, daß man sich keine billigere und beffere Unterhaltung schaffen kann,
aber nicht zur Herstellung deS sog. SchwademgebäckeS geeignet ist. Man sollte denken, daß durch Zusatz von in den Weizenstärkefabriken als Nebenprodukt gewonnenem Kleber zu einer stärkereichen, unbackfähigen Mehlsorte ein Mehl erhalten werden könnte, welches, wenn auch nicht vorzügliches, so doch absetzbares Schwademgebäck lieferte. Wäre dem so, so würde zweifellos englischer Weizen von den Bäckern lieber gekauft und die Klagen über unback- fähigeö Mehl würden nicht so vernehmlich in die Oeffent- lichkeit dringen. Der heutige Stand der Technik in dem Bäckereigewerbe gestattet nicht, eine solche Mischung mit dem gewünschten Erfolge vorzunehmen.
Kaufpreises und den Mangel eines Planes über die künftige Bebauung der Grundstücke. Bisher sei, namentlich was Berlin betreffe, noch nie gespart worden, mit dem so nötigen Sparen müffe jedoch endlich einmal der Anfang gemacht werden, zumal die Steuerlast immer größer wird. Man hat die Feuersgefahr in erster Linie betont. Ja, wer schützt uns denn hier dagegen? (Zuruf aus dem Zentrum: Wir sind auch keine Kunstgegenstär de! — Heiterkeit.) Wenn aus den Speichern eine solche Feuersgefahr erwächst, so verbiete man doch das Lagern von Sprit und Petroleum daselbst; dafür haben wir ja den Polizeipräsidenten von Madai! (Heiterkeit.) Hat man wirklich soviel Geld übrig, so baue man vor allem ein befferes Abgeordnetenhaus. Denn auch wir haben Anspruch auf Schutz, selbst wenn wir keine Kunstgegenstände find. (Große Heiterkeit und Beifall.)
Abg. v. Meyer-ArnSwalde erklärt sich für den Erwerb der Grundstücke, besonders wegen der drohenden FeuerS- gcfahr für die Museen. Er höre so oft den Vorwurf, daß er den Berlinern im Nacken sitze. DaS sei nicht richtig, denn er sei — obgleich ein Berliner Kind — schon längst auSgewandert (Heiterkeit), da er die Widersprüche Berlins nicht recht verdauen könne. Die Herren Berliner flöffen io ihren Reden immer über von Loyalität, wenn eS aber zur Thal kommt, dann handeln sie stets möglichst links. (Heiterkeit.) Er persönlich danke Gott, so ost er Berlin den Rücken kehre. Aber in dem vorliegenden Falle handle eS fich um eine künftige Verschönerung der Reichshauptstadt, deren Glanz den Glanz der deutschen Kaiserkrone vermehre, welche in erster Reihe aus preußischem Golde gefertigt sei. Nehmen Sie in diesem Sinne die Position an! (Beifall)
Abg. v. Stengel spricht sich namens der Freikonservativen entschieden für die Position aus. Unter Anerkennung der sachlichen Darlegungen des Ministers motiviert Redner eingehend die Stellungnahme seiner Freunde. Das Hau» würde eine große Verantwortlichkeit auf sich laden, wenn es einen so günstigen GelegenhettSkauf vorübergehen laffe. (Beifall.)
Abg. v. Rauchhaupt erklärt zunächst, daß die vom Abg. v. Meyer vertretene Anschauung eine rein persönliche und nicht der Ausdruck der Partei-Anschauung gewesen. Nach der gestrigen Debatte sei ihm (Redner) die Bedeutung der Angelegenheit besonders klar geworden. Die Regierung verlange eine bedeutende Summe für Grundstücke, über deren Verwendung sie sich nach keiner Richtung bestimmt geäußert habe. Angesichts der Schwierigkeiten bezüglich des Neubaues für das Abgeordnetenhaus stimme er gegen die Position.
Abg. Dr. Graf (Elberfeld) erklärt sich für den Erwerb, indem er namentlich die FeuerS Gefahr hervorhebt.
Abg. Dr. Windthorst wendet sich gegen einzelne Ausführungen des Abg. v. Meyer »nd vertritt im übrigen
Halten in der Sitzung des landwirtschaftlichen Vereins Marburg am 9. Februar 1884 von Dr. Hesse.
Bem Landtag.
Berlin, den 13. Februar.
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die Anschauung des Abg. v. Rauchhaupt. Verwenden wir die geforderte Summe zum Bau eines neuen Geschäftshauses für das Abgeordnetenhaus: das ist da» allernot- wendigste.
Abg. Löwe (Berlin) ist mit einem Teil der Fortschrittspartei für den Erwerb, zumal nach den sachlichen Ausführungen des Kultusministers. Wenn ein Teil seiner Freunde dagegen stimme, so geschehe daS vor allem im Hinblick auf die von den Abgg. v. Rauchhaupt und Windthorst vorgebrachten Bedenken.
Dann wird, nach einem Schlußworte des Referenten Abg. Dr. Virchow, die Position in namentlicher Abstimmung mit 169 gegen 150 Stimmen bewilligt. Geschloffen stimmte allein dagegen das Zentrum und die Polen. Von den Konservativen stimmten dagegen die Abgeordneten: v. Bandemer, Graf Baudissin, Bestvater, v. Blankenburg, v. Bornstedt (Friedcberg), v. Buffe (Bitterfeld), v. Enkevort, Dr. Fisse, Dr. Fornet, Frank, v. Gehren, v. Gerlach, Freiherr v. Hammerstein, L'Hardy, Hogrefe, v. Kalkreuth, Kasch, v. Kleist-Retzow, Knobel, Knoch, Dr. Kropatscheck, v. Köller, v. Krosigk, Lucke, Freiherr v. Lyncker, Meyer zu Selhausen, Freiherr v. Minnigerode, v. Nicktsch« Rosenegk, v. Oertzen (Bromberg), v. Perbandt, v. Putt- kamer (Neu-Kolziglow), v. Rauchhaupt, Klinisch, Freiherr v. Richthofen, Rohde, Sack, v. Schierstädt, Graf von Schwerin-Putzar, Seyfarth (Rotenburg), Graf zu Solms- Rödelheim, v. Spiegel, Stroffer, v. Stülpnagel, v. Uechtritz- Steinkirch, v. Unruh und v. Zitzewitz.
Es folgt Kapitel 121, Titel 29 des Kultus - Etats (Zu Ruhegehalts - Zuschüffen und zu Unterstützungen für emeritierte, sowie zu Unterstützungen für ausgeschiedene . Elementarlehrer und Lehrerinnen, 700000 Mk.) Hierzu war seitens der Abgg. Dr. Bender (Königsberg) u.Gen. die Erhöhung um 100000 Mk. beantragt.
Abg. Freiherr v. Minnigerode beantragt, als Referent der Budgetkommisston, die Ablehnung dieser Erhöhung.
Abg. Schmidt (Sagan) erklärt sich namens der Freikonservativen für die Erhöhung. Sie wollten damit keineswegs dem Schuldotationsgesetz präjudizieren; indes müffe angesichts des Notstandes und der Ungewißheit bezüglich dieses Gesetzes schon jetzt Abhülfe geschaffen werden. — In demselben Sinne spricht sich Abg. v. Benda aus.
Finanzminister v. Scholz hebt hervor, daß bet der Aufstellung dieser Position für den Etat Beschwerden wegen der Unzulänglichkeit nicht vorgelegen haben. Die Staatsregierung anerkenne in vollem Maße die vielfache Not der Lehrer-Emeriten, allein man möge kein Interimistikum schaffen, da mit der verlangten Mehrforderung nur einzelne Hilfsleistungen möglich sind, eine Ungleichheit, welche nur neue Beschwerden im Gefolge haben werde.
bei den verschiedenen Weizrnsorten, sie ist einmal bedingt von der Länge und Dicke der Aehre und ferner von den geringen oder weiten Abständen der Aehrchen an der Aehren- spindel. ES gibt englische Varietäten, deren Aerchenzahl an der Aehre bis zu 29 beträgt, dahin gehören beispielsweise die Pedigree Weizen Balletts, und andererseits sind wie bei dem deutschen Jgelweizen an der Aehre oft nur 12 Aehrchen vorhanden. Auch die Zahl der in einer Aehre entwickelten Körner variiert sehr; die meisten deutschen Varietäten werden im Mittel 40 — 50 Körner zur Aus- bildung bringen, bei vielen englischen Sorten sind 70 — 80 Körner in einer Aehre anzutreffen. Selbstverständlich sind aber dabei die Verhältniffe maßgebend, unter denen die Weizen heranwachsen. ^Obgleich die Weizenkörner hinsichtlich ihres anatomischen Baue« im großen und ganzen übereinstimmen, walten bei ihnen bezüglich der Größe, der Form, der Farbe und Dicke der Fruchtschale, deS Stärke« und Klebergehaltes große Differenzen ob, die allerdings auch in einem Abhängigkeitöverhältniffe insonderheit zum Boden, zur Düngung, zur Witterung rc. stehen, die aber doch wesentlich durch die Varietät bestimmt sind. ZiveifelloS ist gerade das Korn der Weizenpflanze das wichtigste, und auf seine Beschaffenheit ist bei der Auswahl der Sorte für die Kultur großer Wert zu legen. Von ihr hängt die Güte des MehleS, der Wecke, die Höhe des Verkaufspreises rc. ab.- Glasige Weizenkörner führen neben einem relativ geringen Stärkegehalte hohe Kleber- Prozente, und es wird aus denselben zwar ein sehr back- sähigcS Mehl gewonnen, aber die Weiße des MehleS läßt sehr zu wünschen übrig, rahmfarbige Weizenkirner führen neben großer Quantität Stärke wenig Kleber, und die Folge ist, daß daS aus ihnen produzierte Mehl sehr weiß,
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Zunächst Tit. 66 deö Kap. 15 vom Extraordinarium keS Kultus-EtatS: Zur Erwerbung der der Speicher-Aktien- usellschsft gehörigen Grundstücke in der Kleinen Präsidenten« b, W Nr. 7 und der Ziegelstr. 18/19 dahier, 2 600 000 Mk. --. Abg. Frhr. v. Minnigerode erklärt sich auS rein
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,,,. praße zu erwerben. Nachdem ich in Erfahrung gebracht, lstUege tjjj Vorstand der Speicher-Aktiengesellschaft zum Ver« |. ( huf geneigt sei, setzte ich mich mit dem Finanzmtntster in
~— Verbindung und fand von dessen Seite ein dankenswertes f Entgegenkommen. Der Staat hat die Pflicht, sich in Berlin Ijmiffe Grundstücke für künftige Bauten zu sichern. Unsere Mappen sind gefüllt mit nötigen Bauprojekten aller Art; bleiben auf dem Papier, weil keine Bauplätze dafür vorhanden sind. Es handelt sich also um eine finanziell richtige Anlage, und darum bitte ich Sie, die Position anzn-
. nehmen. (Beifall.)
Abg. v. Wedel-Malchow spricht namens derjenigen i Konservativen, welche für den Ankauf der Speichergrund- toe sind. Er anerkennt die von der Regierung hervor- iihobenen Motive, sowohl die drohende FeuerSgefahr als auch die Notwendigkeit, rechtzeitig Grundstücke zu künftigen Etaatsbauten zu erwerben. Der Preis fei angemessen, und »en» man jetzt nicht kaufe, so würden die Grundstücke für Wirr nut teurer werden. Aus diesen Gründen bitte er am Annahme der Position. (Beifall.)
Abg. Dr. Windthorst verweist auf die Höhe deS
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux Jägersche Buchhandlung in Frankfurt a.M; Hermann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; St Barck u. Co. in Halle; SB. Thienes in Elberfeld.
einem Vertrag über deutschen und englischen Weizen,
tialb#. .„„iaen nimmt entgegen: im*. ». e ’grpebition d. Blattes, *’L, d Annoncen-Bureaux und Vogler Äffurt ° M Ham-
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ht lvkk! «udölf Mvsse in Frankfurt ■ v. Axrl,», München und Ln- G L. Daube und E in F-ankfurt ° M Berlin, Hannover u.Pans.
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Der Blütenstand deS Weizens Ist die den Gipfel deS >lmes bildende zusammengesetzte Aehre. Dieselbe besteht W einer Spindel, welche mit Kerben versehen ist, in denen gestielten, alternierenden Aehrchen sitzen. Jedes Aehrchen Weizenähre besitzt eine kurze, mit zweizeilig gestellten i «lättem besetzte Achse. Die beiden unteren Blätter dieser *3 , v. M sind steril, sie werden die Hüllspelzen des ganzen Abs-fMhrcheuS genannt. In den Winkeln, welche die übrigen Mter mit der Aehrchenachse bilden» befinden sich Blüten, ad zwar ist jedes einzelne Blütchen von zwei Blättern Müllt, welche Deckspelzen genannt und in eine Mete und obere Deckspelze geschieden werden. Von diesen # die erstere einen stark hervortretenden Mittelnerven, Mcher oft borstenförmig verlängert ist und dann Granne Innerhalb dieser Deckspelzen und abwechselnd mit ®Ctl finden sich zwei mit unbewaffnetem Auge soeben noch lenubare Schüppchen, die al» die , Hülle der Blüte ge- Mtet werden. Darauf folgen in jedem Blütchen drei 'irnbbläiter und endlich ein einfächeriger, eineiiger Frucht« *ten, welcher zwei behaarte Griffel besitzt. DaS Ei ist
Ministerialdirektoren Greiff,Schulz und Barckhausen, 7 »jorok mehrere Regierungs-Kommissare.
‘ Präsidentv.Köller eröffnet die Sitzung um 11V*Uhr.
[„»z Auf der Tagesordnung stehen noch einige Etatstitel, mit
,ercn Beratung die zweite Lesung des Budgets für 1884/85
m praktischen Erwägungen gegen den Erwerb. Er hält die „ ’ «n der Staatsregierung geltend gemachten Motive nicht LÜhlei für durchschlagend; namentlich komme die Feuersgefahr der [ Speicher für die auf der Museumsinsel vorhandenen und furt i noch zu errichtenden Gebäude der Königlichen Kunstsamm- t. langen nicht dauernd in Betracht, well die Speicher über urz ober lang doch niedergelegt würden, um Wohnhäusern Platz zu machen.
Kultusminister Dr. v. Goßler: Die in Rede stehenden Speicher sind seit Jahren mit einem ungeheuren Brenn-