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, Athen Fragt seitens beS Präsidenten, welche lautet: „Ist Angeklagte Johannes Henn von Frechenhausen schuldig, der Nacht vom 17. zum 18. Mai 1880 ein unbewohnte- A-hzude, welches nach Lage und Beschaffenheit dazu ge- net war, andere bewohnte Gebäude in Gefahr zu bringen, ,°,ztzlich und in betrügerischer Absicht in Brand gesteckt a haben?" Hierauf erhielt zur Begründung der Anklage L zzcrtreter der Staatsanwaltschaft, Herr Gerichts-Assessor szeels, das Wort. Derselbe hebt ha ptsächlich hervor, t3fc cs nicht dem geringsten Zweifel unterliege, daß da« Wer angezündct worden und nicht durch irgend einen sonstigen Zufall entstanden sei; dafür spreche der Umstand, L das Gebäude damals unbewohnt und verschlossen gewesen Jh dasselbe auch nicht von außen, sondern von innen heraus dr-nnte; die Schlüssel zu demselben besaß Henn. Da« Mtiv einer solchen That könne nur Interesse oder Rache still, und eben das Interesse sei eS, welches den Angeklagten gleitet und welches klar nachzuweisen sei. DaS Gebäude gurhe zum Preise von 970 Mark von Henn'S Vater ge- »tigcit und war, wie sich später rrwieS, für 2930 Mark rttstchert. Der Angeklagte habe heiraten wollen und wurde Ihlli mehrmals vorgehalten, er wolle doch nicht in das alte Zebärne ziehen, von welchem ohnedies daS Gerücht verbreitet Bar, daß eS darin spucke und in diese Zeit fallen dann seine gravierenden Aeußerungen, „man möge ihn nur gewähren soffen, er werde schon dafür sorgen u. s. w." Nichts hätte also näher gelegen, als daS alte Gebäude anzuzünden und mit der hohen Versicherungssumme ein neue« stattlicheres an dessen Stelle zu setzen. Auf die Beweisführung der That „Sher eingehend, wurden alle Belastungsmomente zu einem ununterbrochenen Band verknüpft, welches die Schuld des Angeklagten außer allem Zweifel lasse. Der Angeklagte gar an dem betreffenden Abend in der Beckerschen Wirtschaft, [8 ist nachgewiesen, daß er dieselbe gegen 11 Uhr verließ, m Gottfried Schneider eine Strecke weit verfolgt wurde gnb als ihn dieser aus den Augen verlor, gewahrte ihn der fflf seinem Hofe stehende Zimmermann Schmidt, wie er in schien Hof und Scheuer ging, ein Zündholz anzündete und tonn wieder in der Richtung der erst verlaffenen Wirtschaft zmückging, wo er sich an eine Stelle des Tanzsaales hin- strllte, von welcher aus er durch ein gegenüberliegendes Knister sein Gehöft sehen konnte und wo man auch alsbald W Feuers gewahr wurde. Bet dem Brande selbst habe sch der Angeklagte sehr gleichgültig benommen und sogar dr.ent ihn zur Rettung eines Wagen» auffordernden Zeugen awidert: „laß ihn nur mitverbrennen." Er beantrage die Bejahung der Schuldfrage. Der Verteidiger, Herr Rechtsanwalt Krug, wendet sich in erster Linie gegen die Ans- schmngen der Staatsanwaltschaft, als sei dem Angeklagten überhaupt ein Jntereffe an diesem Brande zu unterstellen, to einerseits sämtliche in demselben befindliche Gegenstände m Werte von mehreren Hund rt Mark nicht versichert waten und andererseits derselbe in derartigen häuS- lchen Verhältnissen stand, welche damals einen Vorteil für ihn selbst gänzlich ausschloffen. Im weiteren wurden die dtijdnen Zeugenaussagen kritisiert und offene Widersprüche «achgewiesen, insbesondere aber die, gravierendsten Angaben brr Zeugen Gottfried Schneider und des verschwundenen Zimmermanns Schmidt als unglaubwürdig hingestellt, da diejenigen des ersteren, als eines nervösen krankhaften Menschen, ton anderer Seite inspiriert zu sein schienen, diejenigen des khteren aber offenbar aus Haß gegen die Henn'S gemacht worden, weil er dafür, daß er eine Verwandte von ihnen «Wandelt, zwei Monate Haft verbüßen sollte. Den Schwerpunkt fand die Verteidigung dann darin, daß ret Iwhere Besitzer des Hauses Müller, sowohl, als Schmidt idenso leicht als die wirklichen Thäter betrachtet werden ^nnten, da ersterer mehrmals in ernstlicher Weise gedroht, daS Haus anzünden zu wollen und letzterer bei seinen Angaben füglich der Entdeckung des Brandstifters und des Brandes stlbst sich so widersprochen habe, daß ein Verdacht gegen An selbst sehr gerecht erscheine. So lange aber seitens der Herren Geschworenen nicht die feste Ueberzeugung vorhanden K daß nur der Angeklagte allein in jener Nacht eS ge» *to|en ist, welcher das Gebäude in Brand steckte, so lange Mne ihr Spruch nicht auf schuldig lauten, sondern müsse M Freisprechung führen. Nach hierauf folgenden kurzen ^tgegnungen seitens der Staatsanwaltschaft und der Vereidigung zogen sich die Geschworenen zur Beratung zurück and wurde, von dort zurückkehrend, die Verneinung der echuldsrage verkündet. Auf Grund dieses Wahrspruchs mach der Gerichtshof den Angeklagten kostenlos frei.
, — Dem Seminardirektor Alexius Doemich zu Homberg ^Regierungsbezirk Raffel ist bei seinem Ausscheiden auS Amte der Charakter als Schulrat mit dem Range eines Mes vierter Klaffe verliehen worden.
Aus -em Kreise Kirchhain. Vor einigen Tagen 'Haben sich die Jagdpächter St. und M. von Langendorf itzen Abepd auf den Anstand, ohne daß einer von dem ^ren wußte. St., welcher etwas früher in den Wald Langen war, begab sich auf den Heimweg. M., denselben der Ferne sehend, glaubte, es sei ein Wild, gab einen Muß auf ihn ab und traf ihn in das Oberbein. St. ?Ne laut schreiend zusammen. M. eilte aus ihn zu und sah 5®, was leit et geschehen war. Der Getroffene wurde nach ^«burg in daS Landkrankenhaus gebracht. Die Wunde soll, P iS ein Doppelschuß war, lebensgefährlich fein. (T. u. A.) I. «Ulda, 12. Febr. Die Petition der hiesigen Gewerbe- K/vtnben um Belassung der Stadt Fulda in der III. Gr- Aöesteuer-Abteilung scheint doch nicht ganz ohne Wirkung juwit, wenigstens werden demVernehmen nach jetzt seitens Staatsverwaltungsbehörden Ermittelungen über die der
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Petition zu Grunde liegenden Angaben in betreff des Rückganges deS gewerblichen Lebens und des gewerblichen Verdienstes in unserer Stadt und der unverhältnismäßig großen Anzahl der Gewerbetreibenden einzelner Branchen angestellt, um hiernach bemessen zu können, ob die Versetzung der Stadt Fulda in die II. Gewerbesteuer - Abteilung die hiesigen Gewerbetreibenden in unverhältniSmäßiger Weise belasten würde. Da jene Angaben, wie nicht verkannt werden kann, den Verhältnissen vollständig entsprechen, so ist einige Hoffnung auf Erfolg jener Petitton gegeben. — Gestern hat in der Aula des hiesigen Gymnasiums die schriftliche MaturttätS-Prüfung begonnen. An derselben beteiligen sich 14 Schüler der Prima und 5 Externe. (F. Ztg.)
Telegraphische Depeschen.
Aache«, 12. Febr. Der Bischof Brinkman, der sich mehrere Tage Inkognito her aufgehalten hatte, ist gestern Abend nach Münster abgereist.
Wit», 12. Febr. Die Regierung legte dem Abgeordnetenhause einen Nachtragskredit vor, behufs Vermehrung der Sicherheitswache in Wien, sowie einen Gesetzentwurf in betreff der Einschränkung oder Außerkraftsetzung der Konsulargerichtsbarkeit in Tunis. Die Verhandlungen über die Ausnahmeverordnungen wurden von dem Präsidenten auf Donnerstag festgesetzt.
Rom, 12. Febr. Die „Agenzia Stefanl" dementiert die Nachricht, daß der Kommandant des vor Suakim stationierten Italienischen Kriegsschiffes „Rapido" von dem englischen Admiral die Ermächtigung nachgesucht habe, einen Teil seiner Mannschaft ausschiffcn zu dürfen. Der Kommandant habe die Weisung, an den militärischen Operationen nicht teilzunehmen, die italienischen und die auf Ersuchen des Wiener Kabinetts seinem Schutze anvertrauten österreichisch- ungarischen Staatsangehörigen, sowie alle Europäer im allgemeinen zu beschützen und Matrosen nur im Falle der Not auSzuschiffen.
Rom, 12. Febr. Der „Moniteur" bestätigt, daß der Vatikan eine Note an die Nuntiaturen abfanbte, über die Sentenz des KafsatlonShofeS.
Pari-, 12. Febr. Die „Libertö" erklärt die Depesche de« Bischofs Püginier im „Lemonde" für richtig; doch fanden die Metzeleien in der Provinz Phanhoa zwischen Hue und dem Delta-Suezarm, nicht im Rotflußdelta statt. In dem okkupierten Telle von Tonkin herrsche Ruhe. Die Metzeleien In bet Provinz Phanhoa seien älteren Datums über welche die Depesche Püginiers nur Genauere« mit- teile. Einer Depesche aus Honkong zufolge kam Millot in der Alongbay an. Die Uneinigkeit der Chinesen und Ana- mlten vor Bacnlnh bestätigt sich.
London, 12. Febr. (Unterhaus.) Labonchsre kündigt den Rücktritt Bradlanghs an und beantragt eine Neuwahl für Northamptou. Churchill beantragt Vertagung der Debatte, was mit 203 gegen 145 Stimmen abgelehnt und die Neuwahl angeordnet wird.
Loudon, 12. Febr. (Oberhaus.) Bei der Beratung des Salisbueyschen Tadelsvotums gegen das Kabinett erklärte Granville, der Sudan habe weder für England und Indien Jntereffe, noch dauerndes Interesse für Egypten. Die Garnisonen in Sinkst und Tokar repräsentierten nur etwa ein Fünfzigstel aller egyptischen Truppen in Sudan. Die Regierung müßte darauf bedacht sein, die Absichten Gordons nicht zu durchkteuzen. Er schätze sich glücklich,
zu konstatieren, baß nach den jüngsten Nachrichten Gordon nicht gegen die Entsendung von Truppen zu Operationen in der Umgegend von Suakim sei. Demzufolge befahl die Regierung, Tokar beizustehen, wenn eS sich halten könne. Die Regierung beabsichtige nicht, Egypten zu annektieren, sondern nur so lange dort zu bleiben, als notwendig sei, eine stabile Regierung zu sichern. ES sei unmöglich, Egypten von Downingstreet auS zu regieren. Alles, was die Regierung thun könne, sei, Männer ersten Ranges zur Vertretung Englands in Egypten zu ernennen und geeignete Männer zur Ausfüllung bet Zivil- und Militärstellungen zu empfehlen. Wir müssen aber unsere Verbindungen mit Egypten auf das bezeichnete Ziel beschränken.
London, 12. Febr. Der Lordmayor empfing heute die Deputation der Repräsentanten bet patriotischen Vereinigung, welche ihn ersuchte, die Abhaltung einer öffentlichen Versammlung in Guilbhall am 15. Februar zu gestatten. In derselben sollten die Erelqniffe int Sudan besprochen werden. Die Deputation bezeichnete als den Wunsch der patriotischen Vereinigung, daß die Regierung die Pflichten Englands in Egypten offen und klar anerkennen und die Unentschlofsenheit der bisherigen Politik aufgeben möge. Auch wurde die Niederwerfung des Mahdi als notwendig erklärt. Der Lordmayor hat der Bitte der Deputation wegen Ueberlaffung von Guildhall entsprochen.
Loudon, 12. Febr. Zahlreiche Offiziere beabsichtigen abends via Neapel nach Egypten abzureisen. Gerüchtweise verlautet, eS sollten Truppenverftärkungen nach Egypten gesandt werden. ES ist indes noch nichts definitives bekannt. In den Arsenalen und den Departements des Kriegs und der Marine herrscht lebhafte Thätlgkeit. Man spricht davon, das Kanalgeschwader unter dem Herzog von Edinburg habe Befehl erhalten, nach Egypten abzugehen.
London, 12. Febr. Die Regierung hat beschlossen, ein Detachement der gegenwärtig in Egypten stehenden englischen Truppen zur Unterstützung von Tokar absenden, Die Truppen werden von General Graham befehligt.
Kairo, 12. Febr. Der Transportdampfer „OronteS" mit 400 Mann Landungstruppen ist von Port Said nach Suakim abgegangen. Die Kriegsschiffe „Monarch" und „Hekla" folgen morgen nach. Gordon telegraphiert, er hoffe trotz der Niederlage Bakers noch immer auf Erfolg. Baker ernannte den englischen Oberst Coetlogou zum Kommandanten von Khartum und berief eine Versammlung der Führer verschiedener Stämme ein.
Frankfurt a. M., 13. Febr. (Mitgeteilt durch Menke- Eichelberg & Sohn-) Kreditaktien 269z. Staatsbahnattien 264. Lombarden lisz. Diskonto Eommandit 194s/u. Egypter 68%. 1680er Ruffen 72%. 4proz. Ung. Goldrente 76%. 6proz. Ung. Goldrente —. Silberrente —. Donau-Drauaktien —. Gott- hardaktien 101%. Spanier —. Galizier —. Mainzer —. Tendenz: matt.
Meteorologische Station Marburg. 13 Febr., 3 Uhr Rach«.
Baromet. Par. L 333,12.
Thenn. R 2,8.
SEr
Niederschlag:
HimmelSanficht: bedeckt.
Bemerk:
VKipr sich über die für eine Anzeige geeignetsten Zei- tungen (Fachzeitschriften rc.) zuverlässig unterrichten will, dem empfehlen wir, sich vertrauensvoll zu wenden an die Annoncen - Expedition von
Haasenstei« & Vogler, Frankfurt a. M.
LKahlung der aus hiesiger Stadt noch rückständigen Brandsteuer pro 1884 wird mit dem Bemerken in Erinnerung gebracht, daß nach Ablauf d. M. event. Mahnung rc. erfolgen muß.
Marburg, am 13. Febr. 1884.
622] Königs. Steuerkaffe I
Jagdvcrpachtuug.
Montag, de« 18. Februar, Vormittags 10 Uhr, soll die hiesige Gemeindejagd bei dem Unterzeichneten auf weitere 6 Jahre verpachtet werden.
Altenver«, am 12. Febr. 1884.
Der Bürgermeister
623J Seibert.
G^te Erben des verstorbenen Töpfer-
Meisters Heinrich Schneider wollen ihre beiden vor Weidenhaufen gelegenen Gärte«, der eine an Zimmer- meister Beyer, mit Gartenhäuschen, welcher sich zum Bauplatze eignet, der andere am Kirchhainerweg in der Höhle an Wittwe Dem erbtheilungshalber verkaufen. Hierzu ist 1. Termin auf Montag, den 21. Januar, 2. auf Moutag, de« 4. Februar, 3. auf Moittag, den 18. Februar, Nach- mittags 4 Uhr in bet Bierbrauerei von M. B. Schneider, Weidenhaufen, anberaumt. [230
Aie Parterrewohnung im neuen ** und eine kleinere Wohnung im alten Wohnhaus In Nr. 42 am Grün ist vorn 1. April zu verm. [474
Todes-Anzeige.
Gestern Abend W/2 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe Gattin und unsere inniggeliebte Mutter
Frau Elise Rausch,
geb. Bolte [624 in ihrem 57. Lebensjahre.
Marburg, Lasset, Leipzig, den 13. Februar 1884.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Ätör die vielen Beweise herzlicher ö Theilnahme bei dem Begräbniß meines lieben Mannes sage ich meinen tiefgefühlten Dank. [625
Marburg, 12. Februar 1884.
Bertha Bühner, geb. Plitt.
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