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Ulatßurg, Donnerstag, 14. Februar 1884.

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M einem Vortrag über deutsche« und englische« Wetze«,

ichalten in der Sitzung des landwirtschaftlichen Verein- Marburg am 9. Februar 1884 von Dr. Hesse.

vom Landtag.

Berlin, den 12. Februar.

47. Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses. Haus und Tribünen sind schwach besetzt.

Am Ministertische: SiaatSmtnister von Bötticher, v. Scholz, Ober-Bau-Direktor Herrmann und mehrere Regierungs- Kommissare.

Präsident v. Köllen eröffnet die Sitzung um 11V* Uhr.

Das Haus hat in seiner gestrigen Abendsttzung den Rest deS Kultusetats (Extraordinarium) durchberaten unter Absetzung des Titels 66:Zur Erwerbung der zu Berlin, Kleine Prästdentenstraße Nr. 7 und Ziegelstraße 18/19 bele­gten Grundstücke dec Speicher-Aktiengesellschaft, 2 600 000 Mark". Dieser Titel wird in einer der nächsten Sitzungen beraten werden.

Auf der Tagesordnung der heutigen Plenarsitzung steht die Fortsetzung der zweiten Budgetberatung, und zwar zu­nächst der Etat des Hauses der Abgeordneten.

Hierzu liegen mehrere Anträge vor. Zunächst ein von dem Gesamtvorstande deS Hauses gestellter Antrag:

Das HauS der Abgeordneten wolle beschließen: Unter Wiederholung der Resolution vom 2. März 1882 und

in Verfolg des Antrages vom 3. März 1883 die Kgl. Staatsregterung aufzufordern, die Vorbereitungen zum Bau eines neuen GeschäftSgebärlseS des Hauses der Abgeordneten nunmehr endlich dergestalt zu fördern, daß jedenfalls noch im Laufe der gegenwärtigen Sesston die Bau-AuSführung, insbesondere durch Bestimmung des Bauplatzes, sicher ge­stellt werde."

Ferner ein

Schreiben der Königlichen Staatsregierung, welche« den ton dem Gesamtvorstande des Hause- vorgeschlagenen Bau­platz das durch einen entsprechenden Teil des Herren­haus Gartens zu vergrößernde Grundstück Leipzigerstr. 4 verwirft und statt dessen ein Bauterrain empfiehlt, daS aus Teilen der in der Dorotheenstraße unter den Nummern 43 bis 45 bclegenen Grundstücke, sowie aus einem Teile deS anstoßenden, an der verlegten Sommerstraße belegcnen, dem Deutschen Reiche zugehörigen Grundstücks gebildet ist.

Endlich zum ersten Antrag ein Unterantrag des Abg. Berger (Witten):

rburg, 44.

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«ttHtqen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d Annoncen-Bureaux von Haas-nst-i» und Vogler in Frankfurt a M , Ham- dnra, Magdeburg u. Wien; Rudolf Moffe in Frankfurt , Berlin, München und Mn: G L. Daube und §o. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover u. Pari«.

Den Antrag deS Gesamtvorstandes mit folgendem Ein­leitungssatze anzunehmen: In Erwägung, daß das HauS ter Abgeordneten da- mittels Schreibens der Königlichen Staatsregierung vom 3 Februar d. I. vorgeschlagene Ter- r»in an der projektierten Uferstraße zur Errichtung eines Ge- V. Mlsgebäudes für unzureichend und ungeeignet erachtet, ..

Abg. Berger (Witten) begründet seinen Antrag und zieht in längerer Rede eine Entwickelungsgeschichte der ganzen LntUagSbnufrage. Das gegenwärtige HauS bestehe seit *848 und sei von vornherein als Provisorium behandelt

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureaux Jägersche Buchhandlung in Frankfurt a. M; Hermann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; W. Thienes in Elberfeld.

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Es ist Thatsachr, daß von vielen Landwirten unserer Provinz sog. englischer Weizen kultiviett wird, welcher ^fvlge seines geringen KlebergehalteS In den Körnern ein KM ober wenig backfähiges Mehl liefert und darum von M Bäckern ungern gekauft wird. Dieser sog. englische jo ^kizcu scheint mit Rivetts red identisch zu sein oder

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilagezllnstrirtks SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerer) bezogen 2*A dlark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg (excl. Bestellgebühr.) Jnsertionsgebühr für die gespaltene Beile 10 Ma.

8ür in der Expeditcon zu erteilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet

beauftragt werde, bezüglich jenes Projektes mit der Re­gierung und dem Reich in kommiffartfche Beratung zu treten. (Lebhafter Beifall rechts.)

Abg. Löwe (Berlin) bemängelt den von der Re­gierung eingeschlagenen Weg als den denkbar unprak­tischsten, und meint, daß die Krone in dieser Frage mangel­haft beraten sei. Er bezweifelt, ob die Erklärung de« Ministers als eine befriedigende zu betrachten sei. Der vorgelegte Plan umfaffe nicht einmal das Minimum von dem, waö das HauS verlangen könne. Mit Annahme deS Antrages v. Rauchhaupt komme man keinen Schritt weiter. Es empfehle sich daher die Einsetzung einer Kommission, welche mit der Regierung über den Erwerb eines geeig­neten Terrains zu beraten habe. (Beifall links.)

Finanzminister v. Scholz weist die Vorwürfe de- VorrednerS zurück, welcher.die Begriffe Bauplan und Bau Programm verwechselt habe. Die Staatsregierung habe einen Vorschlag gemacht und verlange nichts weiter als Zustimmung ovcr Ablehnung. Die Jnfinuation des Abg. Löwe, als sei die Krone in dieser Frage schlecht unterrichtet, muß ich entschieden zurückweisen. Freilich ist dieselbe nicht so unterrichtet, wie der Abg. Löwe wohl im Sinne hat. (Bravo rechts; Zischen links.)

Abg. H ob recht betont, daß der Plan des Gesamt- Vorstandes sowohl im Hause als auch von technischer Seite die ungeteilte Anerkennung gefunden. WaS die Stellung­nahme der Krone zu der Frage betreffe, so sei er der Meinung, daß man gerade nm der unbegrenzten Ehrfurcht vor dem Herrscher willen auch da« Recht und die Pflicht habe, der Krone gegenüber rückhaltslos seine Meinung vor­zutragen. (Zustimmung links.) Redner schließt sich im übrigen den Ausführungen deS Abg. Berger an und befür­wortet die Ueberweisung der vorliegenden Anträge an den Gesamtvorstand des Hauses, dem ad hoc daS Recht der Kooptation zu gewähren sei. (Beifall links.)

»bg. Dr. Reichensperger (Köln) ist in erster Reihe für das Projekt in der Leipzigerstraße, erklärt jedoch den Vorschlag der Regierung für gleichfalls annehmbar und wünscht kommissarische Beratung im Sinne des Vorredner«.

Abg. Stengel erklärt, daß er mit seinen Freunden (freikons.) auf dem vom Abg. v. Rauchhaupt gekennzeich­neten Standpunkte stehe, hält jedoch, was die geschäftliche Behandlung der Frage betrifft, den vom Abg. Hobrecht befürworteten Wcg für den zweckmäßigsten. Der vom Abg. Löwe konstruierte Konflikt des Hauses mit der Krone wegen einer einfachen Bauplatz-Frage werde schwerlich im Lande Anklang finden. (Beifall rechts.)

Abg. Dr. Windthorst: Ich denke, daß der Notstand, in dem wir uns hier befinden, hinreichend diskutiert ist, da es sich nur darum handele, denselben sobald als möglich zu beseitigen. Persönlich halte ich für die besten Bauplätze die Kaserne am Kupfergraben und den DönhofSplatz (Be­wegung links.) Ja wohl, wenn auf diesen Platz das neue Lanttagsgebäude kommt un > Anlagen herumgepflanzt werden,

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nicht ohne Nutzen sein, die unterscheidenden Merkmale wenigstens für diejenigen Varietäten festzuhalten, die sich in England eines ausgedehnteren Anbaues erfreuen, sich in Deutschland bereits akklimatisiert und dem Namen nach vielen deutschen Wirten bekannt sind. Nur so wird die Möglichkeit einer Orientierung unter den vielen englischen Weizensorten herbeigeführt, die für den Landwirt ebenso unentbehrlich wie für den Bäcker ist. Gewöhnlich unterscheidet letzterer nur zwischen englischen und deutschen Weizen, d. h. er pflegt beim Einkauf keinen besonderen Wert auf den Namen dieser oder jener englischen Weizen-Varietät zu legen, er kauft den Weizen als englischen Weizen und zwar in der Regel nicht ohne die Besorgnis, e« möchte dem aus diesem Weizen gewonnenner Mehle infolge des geringen Kleber- gchaltes nicht die erwünschte BackfShigkeit beiwohnen. So ist eS glommen, daß bei vielen Bäckern das Vorurteil Platz gegriffen hat, englischer Weizen eigne sich überhaupt weniger zum Backen, als deutscher Weizen und muffe deshalb mit einem niedrigeren Preise bezahlt werden. Thalsächlich der gibt es eine ganze Reihe englischer, in Deutschland in Kultur befindlicher Sorten, bei denen Kleber und Stärke in einem solchen Verhältnisse vorhanden sind, daß nicht nur ein weißes sondern zugleich auch ein backfähigeS Mehl erhalten wird. Zwar sind diese Weizen erst seit kurzer Zeit nach Deutschland gekommen, aber sie haben sich bereit« akklimatisiert und weitere Anbauversuche werden über die Richtigkeit deS angegebenen Verhaltens zu entscheiden haben. Bevor die Beschreibung derselben erfolgt, ist eS nötig, auf die allgemeine Struktur der Weizenähre des Näheren etnzugehen.

(Schluß folgt.)

projctt etwa 4 Millionen erfordere. Außerdem liege für daS Abgeordnetenhaus der Wunsch näher, dem Hcrrenhause nahe zu kommen, alö die Nachbarschaft des Reichstages; den Doppelmandataren könne ein kleiner Spaziergang gar nichts schaden. (Heiterkeit.) Die Regierung habe sich sehr sympathisch der ganzen Angelegenheit gegenüber verhalten. Werden unsere so berechtigten Wünsche nicht erfüllt, bann bleibt der Volksvertretung schließlich nichts weiter übrig, als die Mittel für andere Bauten in Berlin so lange zu verweigern, als dieser Notstand der Volksvertretung nicht beseitigt ist. (Bravo I links.)

Finanzminister v. Scholz anerkennt die Vorzüge des vom Gcsamtvorstande befürworteten Bauplatzes in der Leipzigerstraße, bemerkt jedoch, daß dem die Rücksicht auf das Herrenhaus entgegenstehe; außerdem halte die Re­gierung an dem Prinzip fest, Baumbestände auf Grund­stücken möglichst zu schonen. (Widerspruch links.) Das Herrenhaus könne mit Recht die Währung seines Besitz­standes verlangen. Uebrigens dürfte dieses Projekt schwer­lich die Allerhöchste Genehmigung erhalten. (Hört! Hört!) DaS Grundstück der Porzellanmanufaktur fei für kein be­sonderes Projekt auSersehen. Der Errichtung deS Geschäfts­hauses auf dem alten ReichstagSgrundstüS würde die Re­gierung zustimmen, wenn der neue ReichStagSbau hervor­gezaubert werden könne. Wenn der Abg. Berger betont, daß der von ihm befürwortete Bauplan von der Staats­regterung anerkannt sei, so sei er damit von einer falschen Prämiffe ausgegangen. Im gewöhnlichen Leben sichere man sich zunächst den Bauplatz und mache dann erst den Bauplan. Wenn der Abgeordnete Berger betont, daß gegen diesen Plan in den Kommissions-Beratungen keinerlei Widerspruch erhoben worden, sts sei dieS sehr erklärlich; denn gegen ein in der Luft schwebend«' Projekt pflege man im allgemeinen keine Einwendungen zu machen. Lex, Minister weißt schließlich den Vorwurf zurück, als habe die Staatsregierung die Angelegenheit vernachlässigt; esset tm Gegenteil alles geschehen, waS geschehen konnte. Weiteres zu sagen, wolle er sich Vorbehalten.

Abg. v. Rauchhaupt: Die Aeußerungen deS Mini­sters haben die Frage wesentlich erklärt, und ich bedauere nur, daß der Abg. Berger mit einer gewissen Schärfe vor­ging. Wir weichen bezüglich deS Neubaues nur der äußersten Not, da wir den Steuerzahlern keine neuen Lasten aufbürden wollen. Nun ist die Staatsregierung unseren Wünschen entgcgengekommen, indem sie mit dem Hause die zwingende Notwendigkeit eines Neubaues er­kannt und uns einen Bauplatz vorschlug. Es fragt sich also nur, ob wir diesem Plane zustimmen. Wir wollen durch keinerlei Pression auf das Votum der Krone drücken. Das Projekt der Regierung ist übrigens in so fern wohl annehmbar, als es uns dem Reichstage näher bringt und außerdem schön gelegen ist. Angesichts dieses Entgegen­kommens der Regierung dürfen wir nicht pure nein sagen, sondern wir beantragen, daß der Ges imtvorstand des Hauses sog. Glattweizen rc. Indessen diese in der Qualität der Körner hervorragenden deutschen Weizen geben durch­schnittlich nicht so hohe Erträge wie die genannten und noch weiter zu nennenden englischen Varietäten, sind auch der verderblichen Einwirkung der Rost- und Brandpilz- formen mehr ausgesetzt, lagern etwas leichter und erfordern für ihre Kultur kräftigeres Land als die englischen Sorten, weshalb sie sich nicht so bequem in die Fruchtfolge rangieren lassen. Eine sehr wichtige Aufgabe etlicher hessischer Wirte dürfte es darum sein, durch Kreuzung deutscher mit anerkannt brauchbaren englischen Weizen für unsere Lokalitäten und Verhältnisse passende Weizen-Varietäten heranzuzüchten, die mit der guten Beschaffenheit des Kornes die Vorzüge der englischen Sorten, brfonderS eine hohe ErtragSfähigkeit verbinden.

Oft wird als Unterscheidungsmerkmal der englischen von den deutschen Weizen-Varietäten das Begranntsein der ersteren aufgeführt, indessen sind keineswegs alle eng­lischen Wkizm-Varietäten mit Grannen versehen, der Unter­schied beider Weizenarten kann vielmehr besser in der An­ordnung der Aehrchen an der Aehrenspindel bestimmt werden, insofern die Aehre der englischen Weizen-Varietäten auf ihren beiden sich gegenüberliegenden breiten Seiten je zwei Reihen Körner besitzt, während auf ihren beiden entgegengesetzten etwas schmäleren Seiten die Aehrchen dach- ztegelsörmig übereinander lagern und das umgekehrte Ver­hältnis bei den deutschen Weizen obwaltet. Die englischen Weizen-Varietäten sind mit Ausnahme einiger schon seit vielen Jahren bei uns eingeführten Sorten nicht oder nur unvollkommen beschrieben, und r« dürfte deshalb

Zu ° __(6 le« f« , ni>«! worben. Gegen das Projekt der Regierung sich wendend, ne. [6 tril* Redner für den Baupl >tz in der Leipzigerstraße ein, ---- welcher kostenlos zu erlangen sei, während das RegierungS-

102 10 dieser Varietät sehr nahe zu stehen; er besitzt lange 1001 - «rannen, dicke imponierende Aehren mit fast violett ge- 101410 toten Spelzen und gibt wie die meisten der englischen 6 7 jwnforten einen recht zufriedenstellenden Ertrag an 97 f L?tnern und Stroh. Aber die ungünstige Beschaffenheit 103ibo Umes Kornes sichert diesem Weizen keinen dauernden Markt, 98V 0 *>b deshalb findet man gegenwärtig bei vielen hessischen 69! ^udwirten den au« Balletts Zucht hervorgegangenen 72) ? , lden drop red und noch häufiger Shirriffa 299 .0 uare head neben deutschen Weizensorten in Kultur. ! 98t t tzierm werden insonderheit die zahlreichen Varietäten 2224il itu gemeinen KolbenweizenS angebaut, die meisten- \ eine vortreffliche Kernbeschaffenheit zeigen und deshalb von Müllern und Bäckern sehr gesuchte Waare , , Misenlieren. Obenan steht der vornehmlich im Thale gt f1 Ohm aber auch in anbeten Gegenden unserer kultivierte sog. Kronenwetzen, der ein M von unübertrefflicher Weiße und guter Backfähigkeit M, ferner der um Caldern, aber auch sonst sehr #er= ttte, dem vorigen in der Kornbeschaffenheit nahestehenden

irrDt.s, m.

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