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JHarßutg, Dienstag, 5. Februar 1884.
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Amtlicher Anzeiger
für die Kreise Marburg uud Kirchhain
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Die Jagdordunag.
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innen kann man nicht sagen, daß bet unserer mit neuen Zischen ohnehin so überlasteten Zeit ein besonderes Be- ckfl-iö vorgelegen hätte, eine große neue Jagdordnung zu «in und es ist nicht recht ersichtlich, welche Gründe den nister für landwirtschaftliche Angelegenheiten dazu be- fimmt haben, eine solche Vorlage zu machen. Es ist,
m Lande verursachten Beunruhigungen in den Kreisen der Rndwirte auch nicht beseitigen können, im Gegenteile sind
iänder. feind, uer.
Aage« der Leele.
Novelle von Wilhelm Jensen.
i WNbnctcnhause und soweit sie seither in der Kommission sWittzefundcn hat, bereits die Gewißheit gegeben, daß die
Fenster, daß ich einen Blick hinuntcrwarf. Ich vermochte von droben durch eine Grzwciglücke den Aufenthaltplatz der beiden zu gewahren; der Blinde saß in einem, aus Baumästen gebogenen Gartenstuhl zurückgelehnt und horchte fast immer unbeweglich auf den Klang der Worte. Etwas von ihm entfernt log daS Buch des Mädchens auf einem Tisch; sie hielt die linke Schläfe gemeiniglich in die Hand gestützt und las, ihr goldbraunes Haar glitt ab und zu über die schmalen Finger herab, daß sie es mechanisch wieder zurückstrich. Tabei hob sie den Kopf etwas, laS, ohne auf daS Blatt riederzufchauen, sonder Anhalt, offenbar aus dem Gedächtnis einige Augenblicke weiter und sah während des gleichmäßigen Forttinens ihrer Stimme den ihr gegenüber Sitzenden regungS öS an. Manchmal that sie dies auch, ohne daß ihr Haar sie zu einer solchen Sttrnbcwegung veranlaßt hatte.
Ich weiß nicht, wob i, ob durch einen solchen Blick, oder wann zuerst einmal mir plötzlich der Gedanke auf» tauchte, Elsbet Jmthurn trage nicht nur unverdienter Weise ein anklagendcS Schuldgefühl, sondern, vielleicht slangsam aus diesem ausgewachsen, heimliche Liebe für Wilprecht im Herzen. ES war wohl nur ein Moment gewesen, der mir diese Empfindung angeregt, und er verging wieder. Aber nach seiner Art kam er zurück und ließ mich, aufmerksam geworden, Beobachtung auf eine Bestätigung oder sich ergebende Grundlosigkeit meiner Annahme verwenden. Und noch einer Woche konnte mit kein Zweifel bleiben; ein einziger Lichfftrahl im Auge de« Blinden hätte eS ihm selbst verraten müssen, ras Mädchen liebte ihn, trotz der Beeinträchtigung seiner Sinne, vielleicht noch mehr um dieser willen, mit tiefer, inniger Seele. Doch unverkennbar besaß er nicht den Anhauch einer Ahnung davon, daß ihr Herz ihm derartig angehöre, denn ihre Stimme und ihre Worte gaben niemals duS süß-schmerzliche Geheimnis deffelben kund.
ES übt nicht leich' etwas wehmütiger ergreifendes Mit» gefühl, al« die Erkenntnis einer großen, ganz eine Menfchen-
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux JSgersche Buchhandlung in Frankfurt a. M; Hermann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendant in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; SB. Thienes in Elberfeld.
,Illustrierten SonntagSblattes" erhalten, wollen sich jedoch w an unsere Expedition direkt wenden.
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mit <Ä Bestimmungen v er schärft im Jntereffe großer Jagd- rt gesnWtzer. Dagegen hat die Beratung der Vorlage im Ab-
ifeld, ien.
--* der Wirklichkeit entsprechend, voll bestätigen.
i Zuweilen traf ich auch Fräulein Jmthurn drüben an, wie ,u Aaß " Äilprecht vorlaS, gemeiniglich that sie dies jedoch bei
1 - andauernd herrlichen Frühjahrs- und SommerbeginnS-
Mer drunten im Zwingergarten, In den auS dem Erd- ^vß veS Thurme« gleichfalls eine Thür hinausführte. Mn kiang die schöne Stimme des Mädchen« mir durch« Fenster klar vernehmlich an den Schreibtisch herauf, 1 ich oftmals, in meiner Arbeit innehaltend, eine Weile „ ' die von ihr ausdrucksvoll, mit seinem weiblichen Ver« ®ni« gelesenen Dichtungen hörte; nur dn leiser Flor, 's« ben Schleier über ihrem schwermütigen Augenglanz "ahnte, deckte sich ebenfall« auf den weichen Ton ihrer Wn. Hin und wieder brachte der Zufall mich auch an«
e train, Bestellungen entgegen.
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Mk,y. U a -Beute i haben« te. [449 jt»ie für die Abonnenten der Kreise Marburg und Kirchhain
Es ist schon in einem früheren Artikel in unserem Sh««- jt Nette darauf hingewiesen, daß die Vorlage der neuen ist ©arte Zigdordiiung für Hessen an dem bestehenden Rechtszustande iiftshülls ror geringe Abänderungen hcrbeiführen wird, für die alten zeitlich nn Prinzen sind die Abänderungen erheblicher. Im allge»
nissioniir. rrk auf
_________ win das einmal geschehen sollte, weiter nicht abznsehen, zur Pst ntum die Vorlage die Seite des landwirtschaftlichen und leich Schutzes durch die JagdauSübnng, namentlich die Wildes reinlich fchrdensfrage nicht ordnete und warum mancherlei fiska- Näh. i W Gesichtspunkte in der Vorlage hervortreten. Die Stratungen der Vorlage im Herrenhause hat die einfach
7—^Mdwirtschafllichen Jntereffen, namentlich auch des Bauern« jlK11 * * * 4’"1'5 erster Linie sicher gestellt werden. Die ko.nser- ™ Mite Partei hat in dieser Beziehung die Führung über- [it, Mnmcn und ist bei ihren Anträgen von den übrigen
ehmendem Aenßern in ihm kennen, doch an geistiger wutfamtdt nicht mit dem reichen inneren Gehalt Wilprecht« (40 ^Sleichbar; s In größtes Verdienst bestand unstreitig in der 1 ■ ^nutzlosen Hingabe und Treue, die er dem einstmaligen Hnlgcfährten durch so viele Jahre bewahrt hatte. Auch । Me Erscheinung ans sich getreulich in dem Gedächtnis * 41 Fl 1 Minden aufbewahrt, er beschrieb mir einmal aufs Ge- / VI I Mtftc die Züge, Gestalt und Haarfarbe und GesichtSauSdruck •Mit HeerwagS uns meinte, wenn derselbe sich nach seiner ^endanlage fortentwickelt habe, müffe dn ungewöhnlich iittt Mann au« ihm geworden sein, und daS konnte ich,
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Parteien unterstützt worden. Für die Regelung deS Wildschaden« ist eine Subkommisstvn niedergesetzt, welche der Kommission eine auSgcarbeitete Gesetzvorlage unterbreiten wird. Was speziell Heffen anbctrifft, so wird für die Aufrechterhaltung unserer Jagdverbältniffe, auch für die Beibehaltung der Jagdbezirke von 100 Acker, so weit sie heute bestehen, und voraussichtlich mit Erfolg, in der Kommission eingetreten werden. Im Abzeordnetenhause werden die von der letzteren beschlossenen Aenderungen auf eine große Majorität rechnen können, inwieweit dieselben von der König!. Staatsregierung und dem Herrenhause angenommen werden, daS steht allerdings noch dahin. Fällt die ganze Gesetzvorlage, so haben wir das nicht allzusehr zu beklagen.
Unsere Wehrkraft.
Das letztverfloffene Jahr bildet einen wichtigen Abschluß
punkt in unserer Heeres»Organisation. Mit dem Herbst des Jahres 1883 sind alle schon von 1871 errichteten deutschen Truppenkörper in ihre Vervollständigung von 3 aktiven,
4 Reserve- um 5 Landwehr-Jahrgängen ctngetreten. Betroffen sind hiervon 148 Infanterie- und 93 Kavallerieregimenter. Dte volle kriegsmäßige Aufstellung dieses Teiles der deutschen Armee kann damit von jetzt ab sofort bei jeder erforderlichen Gelegenheit erfolgen. Die volle, etatsmäßige Kriegsstärke des deutschen Heeres wird in neueren Veröffentlichungen zu 1282500 Mann mit 2996 Feldgeschützen angegeben, wovon 675 000 Mann mit 2040 Geschützen auf die aktive Feldarmee, 246000 Mann mit 444 Geschützen auf die Ersatztruppen und 361500 Mann mit 512 Geschützen auf die BesatzungS- und Felereserve- truppen entfallen. ES umfassen diese Zahlenangaben jedoch nur die aktiven Trupp nkörper der stehenden Armee, die seit 1871 einen Zuchwachs von 14 Jnfanierieregimentern und 40 Feldbatterien erfahren hat, und die Wehrkörper, deren Formation sich im Frieden bereits vorbereitet findet und welche die einen wie die anderen beim Eintreten eines Krieges spätestens 12 Tage nach erfolgter Verkündigung einer Mobilmachung zur unmittelbaren Verwendung bereitstehen würden. In Wirklichkeit stellen sich die Deutschland gldch bei einer Kriegseröffnung zur Verfügung stehenden Streitkräfte jedoch weit höher. Nach der vorerwähnten vollständigen Ausbildung von 12 disponiblen Dienstjahrgängen findet sich nämlich ein Ueberschuß an fertig vorgeübten und militärisch ausgebildeten Mannschaften vorhanden, der gestatten würde, mindestens bei den 148 alten Infanterie- Regimentern außer jedem dazu gehörigen Erfatzbataillon gleichzeitig auch noch je ein viertes FeObataillon zu errichten. Dieser Vorgang hat bekanntlich 1866 bei den damals vor-
a kiiii verging bald auch kein Tag, an dem ich mich nicht . *«• ^sttnS eine Zeit lang bei ihm drüben in seiner Thurm- Mhnung einfano und seinem Wunsch nach einer Mitteilung diesem oder jenem Buche willfahrte. Einigemal fand r TB seinen anhänglichen Jugendfreund, einen Beamten mit v ^‘“en Ernst Heerwag im Zimmer anwesend und lernte höchst li'benSwürdigen jungen Mann von äußerst
Zeigen nimmt entgegen: ^Apedition d. Blattes, *5e o Annoncen-Bureaux ^ö-asensteiu und Vogler Frankfurt a M , Ham- r, j Magdeburg u. Wien; & Messe in Frankfurt .Berlin, München und liitt; G L. Daube und
nffz , C. in Frankfurt a. M., “‘H'tefy Agn, Hannover u. Paris. unb|tfe ---------------------
| banber.cn alten Truppenkörpern schon einmal unter nicht entfernt ähnlichen günstigen Volbebmgungcn ohne die geringste Behinderung stattgefunden. DaS gleiche Verhältnis kann um deswillen auch für die Landwehr als vorhanden angenommen werden, weil pro Garde- oder Linienregiment immer drei aktive Bataillone den Mannschaftsstand auf die nur zwei Bataillone des mit ihm korrespondierenden Landwehrregiments übertragen. Nichts wür"e danach dem entgegen« stehen, bei Erfordern gleich bei Eröffnung eines Krieges für jedes der letzkbezeichneten Regimenter auch noch ein drittes Landwehr- bataillvn aufzustellen. Die vierten Feldbataillone dabei auch nur zu je 800 und die dritten Landwehrbataillone zu je 600 Mann angenommen, würde sich hieraus aber eine sofort verfügbare Verstärkung der deutschen Wehrkraft um zweimal 148 Bataillone mit 207200 Streitern ergeben, wovon 118400 Mann unmittelbar der aktiven Feldarmee zuwachsen könnten. Durch daS neue Landsturmgesetz vom 12. Febr. 1875, das außer den gesamten wehrbaren Männern der N'tion vom 17. bis 42. Lebensjahre vor allem, und darin beruht die Hauptbedeutung dieses Gesetzes, die zehn Jahrgän .e der ausgedienten, alten Soldaten vom 32. bis 42. Lebensjahre wieder zur Verfügung der Regierung stellt, köilnte bei einer dringenden Gefahr darnach noch mindestens die gleiche Zahl der im Frieden fchon vorhandenen deutschen Landwehrdataillone aufgestellt werden, womit die zuvor als BesatzungS- und Feldreservetruppen aufgeführten 361500 Mann mit 512 Feldgeschützen ebenfalls noch für die aktive Feldverwendung verfügbar werden würden. Zu dieser Verwendung würde danach in einem Fall ernster Bedrohung, wie derselbe etwa bei einem gleichzeitigen Angriff Frankreichs und Rußlands eintreten möchte, Deutschland also in erster und zweiter Reihe über 675000, 118400 und 361500 Mann oder in Summa über 1154900 Mann disponieren können, hinter welchen dann noch die 3 Landwehrbataillone mit 88800 Mann, mindestens 340000 Mann des L »ndsturm-AufgebotS der diesem angchörigcn alten Soldaten und 226 000 Ersatztruppea oder rund 650 000 Mann die BesatzungS- und Ersatz- Armee bilden würden. DaS Uebergewicht über alle anderen Staaten beruht aber darin, daß diese gesamte Macht von mehr als 1800000 Streitern aus militärisch vollkommen ausgebildeten Soldaten bestehen würde, wie daß bei der großen Zahl von ehemals einjährigen Freiwilligen, welche sich in derselben inbegriffen befinden und den starken Stämmen von in den Unterosfizierschulen vorgebildeten Feldwebeln, Sergeanten und Unteroffizieren ein wirklicher Mangel an intelligenten Subalternoffizieren für diese Streitmacht kaum eintreten kann, und daß sich in den Depots die Waff'n und Ausrüstungsstücke selbst noch für eine brüst ausfüllenden Hinneigung, die sich dem Gegenstand ihrer Sehnsucht hoffnungslos verschweigen muß, weil ihre äußere Hülle die Erwiderung dieser Liebe zwischen Mann und Weib ausschließt. Manchmal dachte ich: Armes Mä chen, dich betrog die schreckliche Krankheit fast noch um mehr, als ihn; cö wäre besser gewesen, wenn sie Dir auch die Augen genommen und dafür die natürliche Zier eines MenschenantiitzeS belasten hätten, welche, wohl ungerecht- fertifter Weise bei sonstiger edler Körperbildung und Schönheit deS Gemüt»«, aber doch unabänderlich zur Einflößung solcher Neigung erforderlich ist. Und ich vergegenwärtigte mir lebhaft, wie das außerordentliche innere Anschauungs- Vermögen Wilpr chts sich mutmaßlich die Entstellung der Wangen und Stirn Elsbets noch über die Wirklichkeit hinaus vergrößere, so daß sein feiner Schönheitssinn sich durch da« Ungewisse noch stärker zurückgeschreckt empfinde, al« meine Sehkraft, welche die anmutige Gestalt und Art, da« reiche, goldig schimmernde Haar, die seelenvollen Augen, die ganze jungfräuliche Weiblichkeit des Mädchens als ein Geg ngewicht gegen die oberflächliche Hautvcrunstaltung des Gesichte« für sie in die Wagschale legen konnte. Er dagegen sah, wenn ich mich so auedrücken dürfte, mutmaßlich nichts als die letztere; dafür sprach genugsam, daß er sich unter« kenn'»ar mit sorglicher Scheu von jeder körperlichen Berührung mit ihr fernhielt und sogar, wenn es nicht unumgänglich war, von ihr zu reden vermied, als befürchte er, die Vorstellung eines abstoßenden Bilde« in sich wach zu rufen. Oder kam doch noch ein Verhehltes hinzu, daß auch er selbst, gleich dem Mädchen, Ihr innerlich die Schuld an seinem Unglück beimaß und sich daraus eine, zuweilen fast unnatürliche Kälte seines Benehmens gegen sie erklärte? Ich gewehrte sie einigemal bei einem solchen Vorfall leise schmerzhaft zusammenzucken, und ihr Blick ihal tunt, sie faßte sein W sen al? »Ausfluß geheimer Bcipflich! desselben zu ihrem eignen bitteren Gefühl auf. (Fortsetzung folgt.)