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XIX. Jahrgang

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Marburg, Dienstag, 29. Januar 1884.

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OberheWche Zeitung

Amtlicher Anzeiger

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Achseln können; nichts Gewolltes, doch eine unbewußte Ehherheit sprach, mit Anmut jeder Bewegung gepaart, aus

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Berlin, den 26. Januar.

35. Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses. DaS Haus und Tribünen sind mäßig besetzt. Am Mintstertische: Mzminister Dr. Friedberg, Staatsminister v. Bötticher, lluter|taatösekretär Dr. v. Möller und mehrere RegierungS-

nung betreffs der Konsulargerichtsbarkeit in Tunis. JagdordnungSkommisston nahm die Paragraphen 3, 4

5 der Vorlage an, § 4 mit einem Zusatz bezüglich Wahlgcnoffenschaften. Die Steuergesetz-Kommtsflon

Die Debatte bezieht sich vorzugsweise auf die geschäft« liche Behandlung der Vorlage.

Abg. Im walle empfiehlt die Ueberweisung an die Justizkommission.

Abg. Hahn erklärt namenS der Konservativen, daß dieselben direkt für das Gesetz stimmen würden, jedoch auch andererseits einer Kommissionsberatung sich nicht wider­setzen wollten. Da die Justizkommission hierzu nicht ge­eignet erscheine, so beantrage er Ueberweisung an die Bud­getkommission.

Abg. Dr. Huyssen ist mit den Freikonservativen prizipiell für die Vorlage, empfiehlt jedoch eine eingehende Kommisstonsberatung, und zu diesem Zwecke Verstärkung der Justizkommisston um 7 Mitglieder.

Abg. Dr. EnnecceruS beantragt die Verweisung der Vorlage an die Justizkommisston. DaS Haus be­schloß demgemäß.

ES folgt als letzter Punkt der Tagesordnung die Be­ratung des von dem Herrenhause in veränderter Faffung zurückgelangten Gesetzentwurfs zur Abänderung des § 2 des Gesetzes, betreffend die Verwaltung des StaatSfchulven-

für die Kreise Marburg und Kirchhain Bestellungen entgegen.

E Neu zutretende Abonnenten können auf Wunsch, (o weit unser Vorrat reicht, infolge von Nachlieferungen de in diesem Jahre bereits auSgegebenen Nummern des Nustrierten SonntagSblatteS" erhalten, wollen sich jedoch Mim an unsere Expedition direkt wenden.

wesens und Bildung einer Staatsschuldenkommisston 24. Februar 1850.

Abg. Dr. Hammacher (Esten) empfiehlt die nähme der Vorlage, indem er die vom Herrenhause genommenen Aenderungen als dankenswerte bezeichnet.

Elsbet Jmthurn neben mir haben würde, doch nicht ohne Worte, sondern eben um dann und wann den eigenartigen, zu dieser poestereichen Stille pastenden, schönen Klang ihrer Stimme zu hören.

Da kam ein leiser, melodischer Ton durch die Nacht, besten Art und Ursprung ich im Eindruck deö ersten Momentes nicht zu enträtseln vermochte. Doch widcrholte er sich gleich darauf mit stärkerem Anschwellen und ließ eS zweifellos, daß er von den Saiten einer Geige herstamme. Nun faßte mein Ohr eine, mir bekannte Melodie auf, schnell indeß ging diese zu einem phantasierenden Spiel über. Uebcrrascht horchte ich hinaus, eS war offenbar keine Uebung eines Anfängers oder berufsmäßigen Stadtmusikanten, sondern ein vollendeter Künstler führte den Bogen. Auch das reichte noch nicht aus, die Absonderheit des Geigenspieles zu bezeichnen; mehr als erlernbare Kunst, die Seele eines stark und tief empfindenden Menschen sprach daraus hervor.

ES verging einige Zeit, ehe ich mir sagte, daß die Klänge nur aus den Fenstern des alten EpheuthurmeS herüber kommen konnten; sie nahmen mein Gefühl zu sehr gefangen, um mir ein Denken über ihre Urheberschaft zu verstatten. Freudigkeit und Klage wechselte in ihnen, doch auch die erstere gelangte nicht zum Aufjubeln, sondern hob sich nur von einem schwermütigen Grundton ab. ES war, als töne die Geige aus der Herrlichkeit junger FrühlingS- pracht geheimes Leid auf, das nicht an der schönen Sonne, nur an verschwiegener Nacht teil habe; der von unten zu wir emporsteizende süße Blütendust mischte seine unsicht­baren Wogen mit den Tonwellen zu einer seltsam über­schauernden Cmpfindungserregung. Nun gemahnte die Saite an den schnsuchtStiefen Schlag einer Nachtigall; nun ver- zitterte ihr Klang, kaum noch hörbar, geisterhaft im Dunkel.

(Fortsetzung folgt.)

-Vtm Auftreten und Thun. Sie frug, ob ich mit dem dchvtmen zufrieden sei oder noch anderes hinzu wünsche;

Auge« der Seele.

Novelle von Wilhelm Jensen.

ist i,

unb deren Gratisbeilagen

Illustrierte- SouutagSblatt,

Abgeordnetenhauses beriet die von der Heranziehung Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften zur Ein­kommensteuer handelnden Paragraphen 2 und 14 deö Ein-

veröffentltcht daö Gesetz betreffend den weiteren Erwerb von Prtvateisenbahnen für den Staat, sowie die Verord- " " ' ' ~ - Die

eher, mstet»

,.a,n nimmt entgegen: ^Äoeditiou d. Blattes, "'Tb Ännoncen-Bureaux

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erkenn!« V___ - _

>ankschr, alle Postanstalten (auf dem Lande die Land

Postboten) auf die

Doch auch aus der Straße und einem Rundgange um bit rühr oll in lachende FrühlingSwelt eingebettete Stadt, berließ mich die aufgeweckte schmerzliche Empfindung nicht. t her Öl Anmer wieder stand das zauberische Kindergestcht vor meinem 1 - Slick und sprach mir wie mit einer stummen, schwermutS- j__- Mm Anklage, eS gehöre zu der weichen, herzgewinnenden

Irtfffii glimme, die ich im Dunkel auf der Treppe vernommen, vllllslf' mb meine jiUqCn hatten eS derselben entwandt, um ihr beuk- Wich entstellte Züge dafür zu verleihen. Eine Scheu Helt mich ab, zu den von mir gemieteten Zimmern znrück- Kkehren; erst am späteren Nachmittag überwand die Vernunft »ein sinnwidriges Zaudern und ließ mich mein Gepäck au« betn Gasthof in die neue Wohnung hinüberschaffen. Dort befaßte ich mich eifrig mit der Unterbringung deffelbrn, l« Anordnung meiner in ziemlicher Anzahl mitgeführten Sicher ab und zu schweifte der Blick t nmer aufS neue "»zückt in die stille Thal- und Bergweite vor meinen Unstern hinaus ich war äußerst überrascht, als an die

Anzeigen nimmt entgegen: die^Expedition d. Blattes, sowie b. Annoncen-Bureaux Jägersche Buchhandlung in Frankfurt a. M; Hermann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; W. Thienes in Elberfeld.

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- _ j01ü|e fstx die Abonnenten der Kreise Marburg und Kirchhain

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AuS diesem Grunde wolle er auch seine Bedenk n gegen die vorgcschlazene Revision fallen laffen. (Beifall )

Darauf werden die Anträge der Kommission, wie auch die Resolution einstimmig angenommen.

ES folgt die erste und zweite Beratung deS Gesetz­entwurfs, betr. das Höferecht in der Provin Hannover.

Abg. L a u e n st e i n bekundet seine Freude L >er die Vor­lage, deren Annahme er unter dem Hinweis darauf empfiehlt, daß der Hannoversche Provinziallandtag sich einstimmig dafür erklärt hat.

Abg. v. Liebermann erklärt namens der Konserva­tiven, daß sie der Vorlage rückhaltlos zustimr en werden.

Darauf wird der Gesetzentwurf debattelos a, genommen.

Es folgt die erste und zweite Beratung oes Gesetz­entwurfs, betr. die Errichtung eines Landgericht in Memel.

Abg. Schröder empfiehlt in längerer R< >r den Ge­setzentwurf. Die Notwendigkeit eines Landgerichts h Memel werde von der Bevölkerung oer Provinz allgemein a> erkannt, und er könne daher der Regierung lediglich deren Dank votieren. Redner bittet, die Vorlage pure anzunehmen, ohne dieselbe erst an eine Kommission zu verweisen. (Beifall.)

Abg. Rademacher rn>.cht einige Bedenken lokaler Natur gegen die Vorlage gelte ill, und beantragt demgemäß die Ueberweisung an die Justiztsmmisflon.

Abg. Korsch hebt hervor, daß die gegen die Vorlage erhobenen organisatorischen Bedenken nicht begründet seien, und empfiehlt ebenfalls unveränderte Annahme.

Abg. Berger (Witten) knüpft an die Verhältniffe in Bochum an, das er für vernachlässigt hält. Was Memel recht sei, müffe auch für Bochum billig f-dn. In dem­selben Sinne äußert sich der Abg. Löwe (Bochum).

Justizminister Dr. Friedberg erwidert, daß er darauf vorbereitet gewesen sei, bei Beratung der Memeler Vorlage auch die Bochumer Beschwerden wieder hören zu muffen. Er sehe sich zwar nicht in der Lage, schon jetzt hinsichtlich der Bochumer Verhältniffe eine Erklärung abzugeben. Indes wolle er den Herren, welche soeben für Bochum gesprochen, bemerken, daß sie allen Grund hätten, für die Memeler Vorlage zu stimmen: eS könne sonst vielleicht mit Bochum auch nichts werden I (Heiterkeit.)

An der Debatte beteiligen sich noch dieAbgg.Rickert, welcher ebenfalls direkte Annahme empfiehl Dr. Windt- horst und Dr. Köhler, welche überhmr, eine Revision des Justiz ReorgautfationSplaneS für angr; :i it halten, und Dr. v. Cuny, welcher dies für bedenklich hält.

Darauf wird der Gesetzentwurf, betreffend das Memeler Landgericht, mit großer Mehrheit pure angenommen.

ES folgt die erste und zweite Beratung des Gesetz­entwurfs, betreffend Abänderungen des Pe PonSzefetzeS vom 27. März 1872.

ich vermied, ihr ins Gesicht zu sehen, sondern blickte bei meiner Antwort auf ihre schönen, ruhig beschäftigten Hände nieder. Als sie fertig geworden, blieb sie noch einige Sekunden unthälig und, wie es schien, unschlüssig stehen, dann sagte sie gelassen:Wenn es Ihnen vielleicht lieber ist, daß die Magd Ihnen den Thee s rvirt" Betroffen schaute ich bei der Frage zum erstenmal aus und las be­schämt, ob mit Recht oder Unrecht, einen schweigsamen Vorwurf in ihren Augen, und im nächsten Moment erschienen mit diese von einer so rufen leiblichen und seelischen Schönheit, daß ich die Fähigkeit gewann, nur sie allein zu gewahren und ihre Umgebu g völlig unbemerkt zu lasten. Rasch versetzte ich jetzt, sie grab anblickend: .Gewiß nicht, Fräulein ElSbet, wenn T ie die Freundlichkeit haben wollen, selbst für mein Wohld finden in so an­sprechender Weife Sorge zu tragen." Nun gi rg ein kaum merklicher Zug eines lächelnden Dankes um ihre feinge- seiwungenen, in frischester Jugendfarbe blühenden Lippen und verriet, daß meine Antwort ihr im erlich wohlgethan, sie grüßte mit einer leichten, hübschen K pibewegung und verließ das Zimmer. Ich nahm mein Mahlzeit ein; während der selben Hub es an, zu dämmert , bald ward es völlig dunkel. Mich ans offene Fenster sitzrnd, blickte ich hinaus; lantloS und lichtloS lag die still Thalwelt wie gestern, nur war der Himmel von keinem T unstschleier ver­hängt, sondern die Sterne sahen mil glitzernd herunter. Eine Amsel schlug wieder, in weiterer Ferne noch eine zweite. Ich empfand mich in jener schönen Einsamkcit, die ein gleichgestimmtes Mitwesen herbeiwünscht, um das Gefühl zu haben, daß noch ein lebenswarmeS Gemüt ohne Worte an dem magischen Zauber solchen nächtlichen Friedens zwischen Himmel und Erde teilnimmt. Und eS kam mir der Gedanke, daß ich gern in dem auSlöschendeu Dunkel

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ö'Brtj ^'Lerlm, München und ankschk, ^anksurt a. M., Hannover u. Bans. ________

"TL-gint Mlich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlich, n BeilageJllUstrtrteS SountagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche grsche y^lbrudctti) bezogen 2'/. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf« (excl. Bestellgebühr.) - Jnsertlonsgebühr für dte gespaltene Zeile 10 Pf-.

Für in der Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme von Adrefen werden 25 Pfg. berechnet.

Nach kurzer Debatte, an der sich der Abg. v. Tirdc- mann-- Bornst und der RegierungS-Kommissdr Geh. Ober­finanzrat Schmidt beteiligen, wird die Vorlage direkt angenommen.

Damit ist die Tagesordnung erledigt.

Nächste Sitzung: Dienstag, 29. Januar, vormittags 11 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der zweiten Budget­beratung, und zwar Etat des Kultusministeriums. Schluß halb 2 Uhr.__________________________________________

Deutsches Reich.

Berlin, 26. Jan. Der Kaiser ist nach einer gut verbrachten Nacht zur gewöhnlichen Zeit aufgestanden; er nahm vormittags die laufenden Vorträge entgegen und empfing mehrere Offiziere zu Meldungen. Die Heiserkeit ist fast vollständig geschwunden. DerReichsanzeiger"

A Alt Ehür geklopft und mir nach der Abrede mit meiner Wirtin V)V)\ Breits die Abendmahlzeit gebracht wurde. ElSbet Jmthurn 1 die dazu gehörigen Dinge, wie am Morgen, mit eigenen Händen herein, in ihrem Kommen und Anordnen auf dem Wh lag etwas unbefangen Selbstverständliches, die Magd *urde durch andere Arbeit in Anspruch genommen und so *ffah die Tochter auch bei dem Hausgenossen den gleichen ?Mi, wie drüben am eigenen Theetisch. Niemand, dem unbekannt gewesen, hätte sie mit einer Dienerin ver-

Kommiffare.

Präsident v. K ö l l e r eröffnet die Sitzung um UV* Uhr.

Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildet die «twtung einer ans der Budgetkommission zurückgelangten -Guts-Position des Ministeriums für Handel und Gewerbe.

*68 handelt sich dabei um die. Dampfkessel - Revisionen, für selche die Regierung besondere Techniker anstellen will, Ährend die Bm getkommisflon den betreffenden Einnahme- Üitel nicht zu genehmigen, die Ausgaben herabzusetzen und . . ...»imur die Annahme folgender Resolution beantragt: rachMM bie Königliche Staatsregierung aufzufordern, im nächsten Zrhre einen Plan über die in Aussicht genommene Neu- ttganifation des DampfkeffelrevisionSwefeuS vorzulegen und dabei in Erwägung zu ziehen, ob nicht durch weitere Aus­bildung der Kesselrevisionsvereine, event. unter entsprechender Hinderung des Gesetze« vom 3. Mat 1872, der beabsichtigte Zwick besser erreicht werden kann.

Nachdem der Abg. Stengel namenS bet Budgetkom- t-KlY «isston die Annahme der Position empfohlen, erklärt vellmeiji- Unter staatssekretär Dr. v. Möller, daß er zwar die

( ablehnende Haltung der Kommission bedauere, aus den ---- Erklärungen des Referenten jedoch zu dem SLlnffe sich Wirf berechtigt erachte, daß ein prinzipieller Widerspruch gegen die regierungsseitigen Vorschläge im Hause nicht bestehe.