Einzelbild herunterladen
 

Alarkurg, Sonnabend, 26. Januar 1884.

fern-22

gratis.

vom Landtag.

)

teil

pr. St- in!

. 17-20

30 31

) ) ) ) ) )

00-00

16-24

n.

R.

für sich ein

dortigen arbeitenden Bevölkerung lohnenden Dienst gewähren werden, selbst wenn der SilbeipreiS noch etwas herunter« gehen sollte. (Beifall rechts.)

Rcg.-RvMlniss. Geh. Ober-Bergrat Lindig erwidert, daß die Regierung den Harzer Werken auch fernerhin eine besondere Sorgfalt zuwenden werde, zumal sic zu der Ueber- zeugung gekommen sei, daß daS Harzer Pro'ukt sich zur Verarbeitung besser eigene als das ausländische.

Abg. Dr. Natorp weist auf die bedeutende Hebung des KohlenexportS hin, erklärt jedoch, daß der Export noch Italien hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, welche man diesseits an die Eröffnung der Gotthardtbahn ge-

iq 3M 81]

1R 4 *ii

rechts.)

Abg. Freiherr v. M innige rode bezeichnet die vom Vorredner gegebene Anregung als eine sehr dankenswerte und betont die Wichtigkeit der Kalisalze, namentlich für Aufbcsierung des Moorbodens. Man popularisiere dieses Produkt, indem man durch billige Preis- und Frachtsätze auch dem kleinen Landwirt die Möglichkeit zu Versuchen gewährt: damit Hilst man ihm bcsier, als mit der Zusendung von Prospekten! (Lebhaftes Bravo rechts.)

Abg. Dr. Seelig (Fortschritt) erklärt, daß man nach

Die Treppe hat eben ursprünglich nicht solche Bestimmung gehabt; Sie werden indes gleich für Jh" Augen Licht gewinnen." Die Art, in der die Worte gegen mich zurück­klangen, wiesen auf eine feinere Bildun, der Sprecherin, als die baufällige Umgebung vermuten ließ; ich stieg einem leis über mir hörbaren Klirren nach, meine Führerin mußte etwas in der Hand tragen, das bei der Bewegung an­einanderstoßend, dies Geräusch verursachte. Ein Schimmer kam jetzt von oben, verstärkte sich und bald stand ich auf einem eigentümlichen, niedrig gewölbten Gange, in den nur von einer Seite her Helles Licht einfiel. Mit einer gewisien Erwartung hatte ich seit einigen Sekunden demselben ent­gegengeharrt, meine Phantasie sich an einem BorstellungS- versuch bemüht, welche Züge der einnehmenden Stimme der Fremden entsprechen mochten. Nun erkannte ich zuerst den Anlaß des vernommenen klirrenden ToneS; sie hielt ein kleines Theebrett mit einer Frühstückstasse und Kanne in einer sehr schön gebildeten, schmächtigen Hand, bann jedoch fuhr ich völlig enttäuscht und fast erschreckt zurück. DaS Gesicht der schlank anmutigen Gestalt vor mir, mochte einem Mädchen im Anfang der zwanziger Jahre angehören, aber eS war derartig mit Blatternarben überdeckt, daß es weit älter, oder vielmehr beinahe ohne ein Kennzeichen dcS Alters erschien. Mich bcfiel's, es müsie etwa« schmerzlich B-rlctzendeS für sie darin liegen, so verdutzt betrachtet zu werden, und ich ^»endete sofort den Blick wieder von ihr; ihre Miene verriet jedoch keinerlei derartige Empfindlichkeit, sie öffnete mit der freien Hand gleichmüiig eine Thür und sagte:Ich bitte, einzutreten; hier finden Sie meine Mutter."

(Fortsetzung folgt.)

1864.

_ 294-

erschien jedoch nicht gerade einnehmend, sondern winklig, dunkel und wunderlich, wie ich kaum eiw-S zuvor ange- troffeu. Jedenfalls war eS von einem Baumeister hergestcllt worden, in dessen Kopf irgendwelche Rücksicht aus Bequem­lichkeit der Bewohner keine Herberge gehabt. Außerdem ließ sich nicht« Lebendiges darin entdecken, ich verzichtete darauf, mich in dem engen, beinahe lichtlosen Flur allein zurecht zu finden, und stand int Begriff, zur Straße zurück­zukehren, als von einem Seitengange her der leichte Fußtritt eine« weiblichen Wesens mir entgegentönte. Nun fragte ich mechanisch, ohne von der Ankommenden etwas mehr als einen Schimmer zu gewahren, ob Frau Jmthuru sich im Hause befände, und eine unerwartet wohllautende, das Ohr äußerst sympathisch berührende Mädchenstimme gab Antwort: Meine Mutter ist droben; wenn Sie zu ihr wollen, zeige ich Ihnen den Weg; hier ist die Treppe."

Der leichte Fuß setzte sich auf die mir vollständig unsichtbaren, stark auSgehöhlten Stufen, ich zögerte, da ich offenbar hier keine mir zusagende Wohnung fand, doch jetzt wiederholte eS nochmals über mir:hier!" und halb der weiche, anmutende Klang der Stimme, halb HöflichkeitS- rückstcht ließ mich Nachfolgen. Um indes von vornherein einer Täuschung zu begegnen, sagte ich:Ein merkwürdig gebautes Haus, al« ob eS nicht für sehende Augen, sondern nur für daS Tast- und FiudungsvermSgen von Binden berechnet wäre." Darauf erwiderte das Mädchen in einem befremdlich vorwurfsvollen Ton:Sind die nicht unglück­lich genug, als daß man ihrer noch spotten dürfte?" Es war ihr wie die Antwort auf eine zugefügte Kränkung entfahren, sie schloß mit ihrem vorherigen Ton rasch daran:

knüpft habe.

Minister Maybach betont, daß, wenn der Export nach Italien den gchegten Erwartungen nicht ganz entspreche, dies namentlich daran liege, daß diese Erwartungen zu sanguinisch gewesen. Dazu kommt, daß bei der Beför­derung mit rer Gotthardtbahn ein Preiszuschlag hinzutritt. Außerdem ist das Jntereffe für die englische Kohle in Italien zur Zeit noch ein regeres, als für ras deutsche Produkt. AIS daS natürlichste Absatzgebiet erscheint Ober- Italien. Die preußische Regierung ist unausgesetzt bestrebt, bei den dortigen Regierungen Bundesgenoffen in diesem Sinne zu werben, und hofft,. daS dortige Gebiet als eine dauernde Bbsatzquellc zu gewinnen. (Beifall.)

Zum TitelSalzwerke" nimmt das Wort

Abg. Schultz-Lnpitz, nm auf die Preiserhöhungen ~ Kalisalze und Kainit hinzuweisen. Der Export habe bedeutend erhöht und dadurch sei dem Nationalvermögen Vorteil zugeführt. Dem siche jedoch der große Nach- .... entgegen, daß dem heimischen Konsumenten das Produkt verteuert beziehungsweise entzogen werde. Er habe ursprüng­lich die Absicht gehabt, zur Abhilfe gegen diese Schäden einen Ausfuhrzoll zu beantragen, doch wolle er wegen der großen Schwierigkeiten davon Abstand nehmen. Dagegen wolle er bezüglich der betreffenden Salze den Vorschlag machen: Beibehaltung des Monopols für das Ausland, einheitliche Preisfestsetzung für den heimischen Konsumenten, und zwar für Kainit 5 Pf., für Karnalit 30 Pf. und für das 80prozentige Chlorkalium 2,50 bis 4 Mk Redner schließt, indem er dem Minister zu erwägen giebt, ob die Aufhebung der Bergfreiheit für die Kalisaze nicht im Inter­esse der Landwirtschaft liegen würde, da die vorhandene Produktion den Bedarf nicht mehr zu decken virmag. (Bravo!

den Ausführungen des Abg. Schultz Lupitz glauben sollte, das Kainit rti ein landwirtschaftliches Universalmittel, während cs nur unter bestimmten Bodenverhältnisien an­gewandt werden könne. Die Vorschläge deS betreffenden Abgeordneten wegen billiger Preisnormierung der Kalisalze im Jntereffe der Landwirtschaft bekämpft der Redner als StaatSsozialiSmus."

Abg. S e e h u f e n bittet den Minister, von einer Er­höhung der Kalisalzpreise unter allen Umständen abzu­stehen, und sich bezüglich der Sache mit dem landwirt­schaftlichen Minister in Verbindung zu setzen. Besonders für Ostpreußen sei das Kainit unentbehrlich; dort liegen ganze Strecken verödet, denn die Besitzer haben das Land verlassen, weil sie ihm nicht die Vorteile bet Kalibüngung zuwenden können.

Abg Dr. Freiherr v. Schorlemer-Alst anerkennt die Wichtigkeit des Kainit, doch warnt er vor einer liebet« schätzung, die et alsKainit-Manie" bezeichnet. Wenn der Vorredner bemerkt, daß der Kainit Mangel einige ost- preußische Landwirte zurückgebracht bbc, so dürfte dies wohl mehr auf Kapitalmangel zurückzuführen sein.

Abg. D i r i ch l e t wünscht nicht auf Kosten des fiska­lischen BergbetricbeS und des Prinzips des freien Ver­kehrs eine Hilfe für die Landwirtschaft im Sinne des Abg. Schultz-Lupitz.

Darauf wird der Rest derEinnahmen" ohne De­batte bewilligt; ebenso die 6 ersten Titel derbauernden Ausgaben."

Bei Titel 7 (Betrtebslöhne der Bergwerks-Unterbeamten und Arbeiter, Gratifikationen rc.) nimmt

Abg. Letocha das Wort, um in längerer Rede die Notstände der oberschlesischen Grubenbezirke zu beleuchten. Wenn auch die Löhne stellenweise nicht unerheblich seien, so müßten sie die Leute um so saurer verdienen. Redner erbittet schließlich, unter dem Beifall des Zentrums, die dringende Fürsorge für jene Distrikte.

Regierungs-Kommiffar Geh. Rat v. d Heyd e n-Rynsch weist in Antwort des Vorredners auf die bestehenden Be­stimmungen hin, wonach den Knappschafts-Mitgliedern die Beschwerde selbst bis zu dem Minister zustehe und betont, daß diese Beschwerden stets auf das gewissenhafteste ge­prüft werden.

Minister M aybach bemerkt noch hierzu, daß ein vom Abg. Letocha genanntes Ratiborcr Blatt, welches gegen die oberschlesischen Arbeiter polemisierte, ihm nicht einmal dem Namen nach bekannt fei.

Die folgenden Kapitel derAusgaben" werden,de- battcloS nach den Vorschlägen des Referenten angenommen.

Zu Kapitel 20Oberbergämler" nimmt daS Wort:

Abg. Dr. Freiherr v. Schorlemer-Alst, um auf die bekannten Vorgänge bei der Revolte auf der Zeche Germania" und den daran sich schließenden Prozeß hin- zuweisen und die persönlichen Angriffe zu entkräften, welche ihm deshalb von den gegnerischen Jntereffenten gemacht

_,n nimmt entgegen: Edition d. Blattes, , dünnoncen-Bureaux 'LfenfUin und Vogler S'furt a. M , Ham- v.ii'agbeturg u. Wien; &flRoffe in Frankfurt ^ ßerlin, München und p. ® L. Daube und

.'n Frankfurt a.M.,

t.

l.

c.

t.

L

inen In1

- i^ch'von 90 aus 75 gefallen, indrS sei auch der Goldwert - 10 ibiefer Periode von 280 auf 258 herabgegangen. Redner - - »ftattat, daß die Silberproduktion im letzten Jahrzehnt

id Salinenverwaltung.

, Abg. Dr. Hamrnachrr (Esten) referiert namens der L htgetkommisston. Der Berichterstatter konstatiert, daß l i vorliegende Etat mit großer Vorsicht aufgestellt sei und ? l Garantie in sich trage, daß rr auch praktisch sich be- , ihren werde. Auf einzelne Positionen eingehend, betont r »Referent, daß infolge der Verstaatlichung der Ober- 31 Wchen und der Rechte - Oderufer - Bahn die schlesische i Ihlenproduktion sich bedeutend gehoben habe, und beantragt iießlich die unveränderte Annahme des gesamten Etats.

lÄbg. Lohr en verbreitet sich über die Blei-und Silber- 6771 Deduktion und hebt hervor, daß die trüben Voraussagen '* r Monometallisten betreffs Verminderung der Silberpro- dion nicht in Erfüllung gegangen feien. Zwar feien die ilderpreise seit Einstellung der Silberprägungen in Frank«

In«/, misterialdirektor Dr. Serlo und mehrere RegierungS-

Brief.s mmiffare. .......

li k

Z i allen Ländern sich wesentlich gehoben habe. Bet UNS _ i kn es namentlich die Oberharzer Werke, welche günstig - » »tarierten, uns eS sei zu hoffen, daß diese nebst dem $ edreaSberger Werke auch in Zukunst die Konkurrenz der Z ' Mndifchen Silberkönige in Ungarn rc. aushalten und der

Anzeigen nimmt entgegen: die«Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux Jägers che Buchhandlung in Frankfurt a. M; Hermann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; W. Thienes in Elberfeld.

- -1 Aage« der Seele.

J Novelle von Wilhelm Jensen.

- *2 Am andern Morgen begab ich mich zeitig auf den Weg, z » 8 eine paffende Wohnungsunterkunft für mich ausfindig __ « i machen, doch folgte ich zunächst nicht den Weisungen 71 eines Wirtes, sondern lenkte den Fuß in die Richtung, - JJ 6 nach meinem Dafürhalten mein ältester Bekannter im -J lldtchen, di r epheugrüne Thurm aus der Mauer aufsteigen _ i» «Bte. Mich erfüllte die Hoffnung, daß er mir deshalb so 1' dvchmal vertraulich zugenickt habe, weil er vorher gewußt, - " ch roir ^ch einmal in ein näheres Verhältnis zu einander «- ikten würden, und ich zweifelte kaum, feine Räumlichkeiten ' Z 1« und für mich bereit stehend vorzufinden. Doch war ' - 1« 8 eine jener Ahnungen, die sich gleich den meisten ihrer 'In '/. , «, aus Wünschen entspringenden, als durchaus unbegründet - dies; wie ich den Zugang de» Thurmes von der schmalen

_ ist lautrgaffe auS erreicht, schnitt eine, vor der Thur be- [ _ 136 liftigie Frau meine Zuversicht mit der kurzen Auskunft I JS \ tie Zimmer droben feien schon feit langen Jahren von 6 nämlichen Inhaber bewohnt, der sicherlich an keine

Z taerung denke. Gefällig, nach der allgemeinen An ihrer -genossen, fügte sie indeß hinzu, wenn die Gegend Inem Wunsch besonders entspreche, so ständen dicht nebenan st durchaus empfehlenswerte Stuben bei einer sehr acht­en Beamtenwitwe frei, die ehemals bessere Zeit gehabt, dem Ableben ihres Mannes aber sich durch Vermieten m Zuschuß zu ihrer geringfügigen Einnahme zu ver- tffen suche. Den Namen der Betreffenden beifügend, ® sie auf eine nahhelegene Thür, in die ich mit Dank : die Anweisung hereintrat. Da« Innere deS Hauses

Lnt täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mH ber »B^enttt^e« «eilase »'btttonCÄ o

Buckdruckerei) bezogen 2*A Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg (excl. Bestellgebühr.) Jnserttonsgebühr für bte gespaltene oetle 10 Pf«. Buckvruaeret) oejogen Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme oon Adressen werden 25 Pfg. berechnet

1 Berlin, den 24. Januar.

~ zz. Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses. Am _ ' Wertische: Minister der öffentlichen Arbeiten Maybach,

t 7o- Brief.

DL 2

Präsident v. Köller eröffnet die Sitzung um 11V* Uhr _ t leeren Bänken.

- ij Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Fortsetzung ii 5 zweiten Beratung deS Entwurfs deS Staatshaushalts- - ü M.für 1884/85 und zwar: Etat der Berg-, Hütten-

11 # Für die Monate Februar und März - ^en alle Postanstalten (auf dem Lande die Land- Z j schoten) auf die

=, Oberhesstsche Zeitung

1 k deren Gratisbeilagen

_ j Illustriertes Sormtagsblatt,

2 tie für die Abonnenten der Kreise Marburg und Kirchhain

-' Amtlicher Anzeiger

- für die Kreise Marburg «ud Kirchhain

- i Rettungen entgegen.

- Neu zutretende Abonnenten können auf Wunsch, z wett unser Vorrat reicht, infolge VON Nachlieferungen - i in diesem Jahre bereits abgegebenen Nummern des - . duftrierten SonntagsblatteS" erhalten, wollen sich jedoch