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HX. Jahrgang

Marburg, Freitag, 25. Januar 1884

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Vor Jahrhunderten war dies fraglos genau in dem

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lege ferenda handelte, würden die Ausführungen der Pe­tenten eingehend zu prüfen sein, aber de lege lata sei die vom Minister deö Innern angeordnete Praxis berechtigt.

Abg. Francke beantragte Zurückverweisung der Peti­tion an die um 7 Mitglieder zu verstärkende Gemeinde­kommission, und, nachdem sich noch die Abgg. Bachem und Reichensperger (Köln) im Sinne der Petition auSgespochen hatten, wurde auch der Antrag deS Abg. Francke fast einstimmig angenommen. Ueber die schon mehrmals erneuerte Petition der vormals bannberechtigten Mühlen- besttzer deS Herzogtums Schleswig, um Ertschädigung für den ihnen infolge der Reichsgewerbeordnung (Freigcbung des Müllergewerbes) erwachsenen Schaden, ging baß Haus zur Tagesordnung über. Desgleichen über die Petition einiger Fleischermeister in Görlitz und Stettin, um Ab­änderung deS Gesetzes, betreffend die Einrichtung öffent­licher, ausschließlich zu benutzender Schlachthäuser. Mehrere Petitionen von lokalem Interesse erledigte das HauS ohne Debatte im Sinne der KommisstonSanträge.

Vierzig Bürgermeister der Rheinprovinz petitionieren darum, daß ihnen in ihrer Eigenschaft als HülsSbeamten der Staatsanwaltschaft eine jährliche entsprechende Ent­schädigung zu Teil werde.

Rach einiger Diskussion genehmigte daß Haus, den KommisflonSantrag die Petition der Königl. Staatsregierung insoweit zur Berücksichtigung zu überweisen, als den Hülfs- beamten der Staatsanwaltschaft Reisekosten und Diäten für Reisen, welche dieselben auf Ersuchen oder im Auftrage der Staatsanwaltschaft unternehmen, nach den für Staats­beamte gegebenen Bestimmungen zu gewähren sind und zwar nach denselben Sätzen, welche den Subalternbeamten der Lokalbehörden zustehen.

Nächste Sitzung Donnerstag 11 Uhr. (Etat der Hütten-, Salinen^ und Bergwerks - Verwaltung, Sckundärbahnrn- Vorlage.)

Auge« -er Seele.

Novelle von Wilhelm Jensen.

Neu zutretende Abonnenten können auf Wunsch, , weit unser Vorrat reicht, infolge von Nachlieferungen |t in diesem Jahre bereit« ausgegebenen Nummern deö Illustrierten Sonntagsblattes" erhalten, wollen sich jedoch gnn an unsere Expedition direkt wenden.

erklang auch auf dem Markte mehr. Nur von fern kam der altmodische Sprachruf eines Nachtwächters, bann hoch herab aus der Finsternis daS melodische VorgclSut und der metallene Schlag einer Kirchthurmuhr; als sie versummt war, trat als einziger Laut an die Stelle der hell flötende Schlag einer Amsel. Ihr Gesang hatte in dem tiefen Dunkel etwas WunrerfameS, wie er noch nie bet Tage mein Ohr berührt, jubelnd und klagend ich lauschte hinüber, ein Hauch trug mir von irgend einem unweit belegenen Garten süßen Veilchen- und Hyazinthenduft entgegen und glitt wie mit warmen, schmeichelnden Händen um mein Gesicht. Mir kehrte der Gedanke, den ich zuvor am Bahnhof beim Anblick der abendlich beglänzten Stadt gehabt; es war vielleicht doch nicht richtig, daß man da« Wertvollste und Lieblichste deS Das.inS durch die Augen aufnahm.

Ich fühlte gegenwärtig, auch wenn diese nichts gewahrten, konnte man die wunderbare Schönheit des Frühling«, der Erde, de« Lebens voll empfinden, vielleicht noch geheimnis­voller und sehnsuchtstiefer, weil man sie so, durch nicht« beirrt, fast wie ohne Vermittelung der Sinne, gleichsam mit dem Herzen selbst umfing und zauberischer noch, als alle Tageswirklichkeit darin aufglänzen ließ. Jedenfalls trachteten mäne Augen heut nicht mehr danach, noch irgend etwa« in sich aufzunihmkn, sondern nur nach dem Auslöschen und Versinken aller Umgebung in schöner, beruhigender Licht- lostgkeit, und voll mit meinem Tagesvollbringen zufrieden, streckte ich mich an völlig anderem Erdenorte, al« ick am Morgen im Stune getragen, auf mein treffliches Nacht­lager hin.

(Fortsetzung folgt)

32. Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses. In der hentiqen Sitzung kündigte Präsident v. Köller an, daß vom Abg. Windthorst ein Antrag auf Aufhebung de« Sperrgesetzes eingegangen sei. Vor der Tagesord­nung gab Abg. Cremer die Erklärung ab, daß die von ihm in der Sitzung am 17. b. M. bez. bes Vorsitzenden der Einschätzungskommission RegicrungSrat Meitzen vor- gebrachtcn Anschuldigungen thatsächlich unrichtig seien. Er halte sich zu dieser Erklärung für verpflichtet und bedauere, jenen Herrn in die Debatte gezogen zu haben.

Auf der Tagesordnung steht zunächst der Antrag Ber- linz und Genossen:Die königliche Staatsregierung zu ersuchen, den Ansprüchen auf Vergütung Befriedigung zu gewähren, welche den Stellern von Trainpferden im Jahre 1863 nach dem LandeSgesetz Holsteins erwachsen und auf Anordnung der damaligen holsteinifchen Regierung verbrieft worden sind."

Nachdem der Mitantragsieller Francke den Antrag kurz begründet und um dessen Ueberweisung an diePetitionS kornrnission ersucht, erklärte der RegierungSkornrniffar Geh. Ober-Finanzrat Rüdorff, daß nur Über die Adrcffe deS unzweifelhaft vorhandenen Anspruchs Differenzen herrschten. Nach eingehender Erwägung sei die Regierung zu der Ueber- zeugung gelangt, daß eS sich hier um eine Schuld des Königreichs Dänemark handele; im übrigen werde die Re­gierung ihren Standpunkt in der Kommission weiter bar« legen. An der Debatte beteiligten sich noch die Abgg. Dr. Bierling, Hänel, Köhler (Göttingen) und Janßen. Der Antrag wurde der PetitionSkvmmisston überwiesen.

Es folgte der mündliche Bericht der Gemeindekommifston über Petitionen der Städte Ehrenfeld und Burtscheid betr. den Erlaß gesetzlicher Vorschriften, welche die kommunale Besteuerung von Staatsbeamten an ihrem wirklichen Wohn­orte zulaffen. Die Petitionen wurden gemäß dem An­träge der Kommifston der königlichen Staatsregierung zu dem Zwecke überwiesen, um die Materie einer als not­wendig zu erachtenden gesetzlichen Regelung möglichst bald zuzusühren.

Es folgt die Petiticn der Städte Köln und Deutz: DaS Abgeordnetenhaus wolle dahin wirken, daß auch vor einer gesetzlichen Neuerung der einschlägigen Materie an dem in Köln und anderen rheinischen Stadtgemeinden bis­her beobachteten Verfahren festgehalten werde, wonach Be­amte ihr Gemeindebürgerrecht an ihrem faktischen Wohnsitze auSzuüben haben.

Die Kommission hat sich über keinen Beschluß einigen können; es liegt also von der Kommission kein Antrag vor. Abg. Frhr. v. Minnigerode beantragt betreffs des Gesuchs Uebergang zur Tagesordnung, Abg Rintelen Ueberweisung der Petition an die Staatsregierung zur Be­rücksichtigung. Regierungskommiffar Geh. Regierungs-Rat Nöll befürwortete den ersteren Antrag; wenn es sich de

trefflich zubermete Mahlzeit und duftende Blume ringe« fälschten Rheinweins, der seinen, auf der Etiquette geführten Namen voll bewährte. Ich fühlte mich nach der langen Tagesfahrt schön ermüdet und verlangte frühzeitig nach Ruhe; der Wirt geleitete selbst mich mit Licht bte Treppe hinan und gab mir auf meine Frage, ob möblierte Zimmer in der Stadt für den Sommer zu mieten sein würden, kurz umh-rdenkend, mehrfältige erwünschte Anweisung. Als er sich bereits wieder auf der Schwelle befand, fiel mir ein, ihm noch die Frage nackzurufen, ob er Herrn Wilprecht Fernblick kenne, dem ich vor dem Thor begegnet sei. Anhaltend versetzte er:O gewiß, unsere Stadt ist zu Hein, al« daß einem jemand darin fremd sein könnte, zumal in solcher Lage; ja, er geht außerordentlich weit vor die Thore hinaus." Unwillkürlich frug ich:Befindet er sich denn in unglücklichen Verhältnissen? Mir war etwas befremdend, daß er" dock der Wirt fiel, auf einen von unten herauf« klingenden Ruf horchend, ein:O durchaus nicht nicht anders, als Sie wahrgenommen haben feine Eltern haben ihm ein beträchtliches Vermögen hinterlaffen, so daß er sonst nach jeder Richtung völlig sorgenfrei zu leben vermag." Er entschuldigte sich, daß er drunten gesucht werde, und ging; mir fielen die Lider fast zu, doch wie ich das Fenster schließen wollte, vcrlcckie das weiche Nachtdunkel mich noch, ein Weilchen überrechnt hinaus zu schauen. DaS letztere war nicht wörtlich aufzufaffcn, denn da« Auge erblickte nicht« mehr. Es blieb gegenwärtig vollkommen gleichgültig, ob dasselbe seine göttliche Fähigkeit besaß oder nicht. Alles lag draußen unter überschleiertem Himmel lichtloS, ohne Mond- und Stervenschimmer. Frühzeitig offenbar gingen die Bewohner de« Städtchens zur Ruhe, kein Fußtritt

Siläieint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirtes IonntagSblatt" durch die Expedition (Ko ch'sche Buchdruckerei) bezogen 2«/. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg (excl. Bestellgebühr.) - Jnsertionsgcbühr für bte gespaltene Zelle 10 Psg.

Für in der Expedition zu erteilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg berechnet

Deutsches Reich.

Berti«, 23. Jan. DerReichs-Anzeiger meldet: Bischof Brinkmann wurde durch Kabinettsordre vom 21. b. begnadigt und die Wiederaufnahme der eingestellten StaatS- leistungen für die Diözese Münster von Neujahr 1884 ab angeordnet. Die Budgetkommission beschloß mit 14 gegen 6 Stimmen, die Genehmigung der zur Vermehrung der Sammlungen der Königl. Museen geforderten 2 Mill, beim Abgeordnctenhause zu beantragen. Der Antrag, die Hälfte der geforderten Summe für Berlin, die andere Hälfte für die Provinzen zu bewilligen, wurde abgelehnt, ebenso der Vorschlag, die Summe ausdrücklich nur für ein Jahr zu bewilligen. Der vielbesprochenedeutsche Offizier- Konsumverein" wird seine Geschäftsthätigkeit am 1. April d. Js. beginnen. Wie mitgeteilt wird, zählt derselbe be­reits 16180 Mitglieder, worunter 182 Generäle und 1984 SanitätSosfiziere und Beamte der Militärverwaltung.

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- i tage ständen. An der weiteren Debatte beteiligten sich t Herren Professoren Dr. Beseler, Camphausen _ id Referent Graf zur Lippe, welcher seinen Antrag _ i gunsten eines anderen de« Dr Beseler zurückzieht, daß - 1 bKommission aus einem Direktor und mindesten« 2 1 ii Mitgliedern bestehen muß. Das Hau« nimmt den

tschentwurf mit dieser Abänderung an.

_ loi- iwallungsbureau, vibrirendem elektrischem Geläut und _ 103- iradt herzustürzenden Kellnern, sondern e« war ein behäbiger Obligat'^ Hhos mit einem persönlichen, aufmerksamen Wirte und 93i kiufchlos-sorglicher Dienstleistung eine« Aufwärters. Durch " i Gepäck angemelttet, fand ich schon ein großgeriumige«

imer im oberen Stockwerk bereit, bann empfing mich

Anzeigen nimmt entgegen: die^Expedition b. Blattes, sowie b.Annvncen-Bureaux Jägersche Buchhanblung in ?Frankfurt a.M; Hermann- cheBuchhanblung daselbst; Abolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidenbank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; W. Thienes in Elberfeld.

^8 Bestellungen entgegen.

,.acn nimmt entgegen: ; Ctbition b. Blattes. ^dAnnoncen-Bureaux 'ftaasenstein unb Vogler

; Lkfurt °- M , Ham. > Magdeburg u.Wien; v & Moffe in Frankfurt yerlin, München unb

" G L. Daube unb ., , in Frankfurt a. M., Hannover u. Paris-

Berlin, ben 23. Januar.

Zn der heutigen (8.) Sitzung des Herrenhauses ifolgte zunächst die Vereidigung de« neu elntretenben Miebes, des Fürsten Anton Sulkowskt. Sodann wurde _ t Gesetzentwurf, betreffend Abänderung des PenstonS« - isttzcs vom 27. März 1872, auf Antrag de« Referenten it Kommission für ben Staatshaushaltsetat, Ober-Bürger« elfter Lindemann, genehmigt. Eine Petition beS Magistrats Jtt BraunSberg um Uebernahme btr Unterhaltungskosten ' e? J k Schiffahrtsanlagen im Frischen Haff unb bem Paffage- , ooo 18 auf den Staat wurde abgelehnt und eine solche von . 16-i nichtsdimern um Einkornmenverbefferung durch Annahme 1 itt motivierten Tagesordnung erledigt, welche auf Rege- tig dieser Angelegenheit bei der in Aussicht genommenen - gemeinen Neuregulierung der Beamtengehälter hinweist. - -dann gelangte der Gesetzentwurf, betreffend Abänd-rung - M Gesetzes über Bildung der Staatsschuldenkommisston I. [ Verhandlung, welcher die feste Bestimmung über die _ iigliederzahl dieser Kommission aufheben will. Referent

- ras zur Lippe beantragt, diesen Gesetzentwurf abzu-

- inen; Finanzminister v. Scholz tritt diesem Anträge ent» 2 ipt, auf die lediglich auS dem GeschiftSumfange der _ Immission für diese Maßregel herrührenden Motive hin- - tljenb und ablehnend, daß Rechte der Krone dabei in

In'/» Vor Jahrhunderten war dies fraglos genau in dem - { milchen Ton hier erklungen, kein sogenannter Fortschritt " K verfeinerter Brauch hatte an der Zunge und Empfindung _ i t Sprech-nden etwaS verändert, die natürliche freund» - aslliche Gegenseitigkeit zwischen Mensch und Mensch dem - 2 «bekannten geg nüber noch nicht aufgehoben. Die Zeit, 22 y « Leben boten hier ein Gleichnis von bem ruhevollen «ischen des Meeres, deffen Klang ich mir gewünscht; _ ti it Welle kam und verging, doch stets trat eine andere, -. 3® ft nnterscheivbar, an ihre Stelle unb weckte das Gefühl, - !«h dieser Zusammenklang deS Werbens unb Schwinden«,

_ 41 1 Freude uno Trauer des Daseins stattfinben muffe, um _ 4 r große, unwandelbare Harmonie zu erzeugen. Die geheime 1884. "narchische Herrscherin in meinem Innern hatte ihren 293 iöen ar. mir nicht launenhaft, sondern auS dem Geiste weise lenkenden, aufgeklärten Absolutismus geübt, die jo! Nawentarischen Glieder meine« KopfeS, meiner Sinne und _ 99. iineg Behagen« erkannten nachträglich ihr despotische« _ 13** kbvt als vollständig gerechtfertigt an. Auch dasEinhorn" «8 nickt unwesentlich dazu bei; es erwies sich nicht al«

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