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Narbarg, Donnerstag, 17. Januar 1884.

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Frankfurt a^M,

vom Landtag.

Berlin, den 15. Januar.

9f> Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses. DaS

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Mittag stiegen au8 dem größten Vulkan Maha Meru be­ängstigende Flammen auf. Unmittelbar vor dem Dunkel­werden bildete sich über dem Gunung G-mdur eine Helle Wolke und der Vulkan begann enorme Ströme weißen, sckwefeligen Schlammes und Lava auszuwerfen, dem schnell Explosionen, verbunden mit furchtbaren Massen Asche und kolosialen Felsstücken folgten, welche letztere hoch in die Luft und weithin geschleudert wurden, Tod und Verderben bringend. Gleichzeitig mit diesen fürchterlichen Eruptionen geriet daS Meer in Bewegung. Die Wolken waren so mit Elektrizität geladen, daß man in einem Augenblicke und zu gleicher »seit mehr als 50 große Wasserhosen sah. Männer, Frauen "unv Kinder stürzten aus ihren schwankenden Häusern und füllten die Lust mit Hilferufen. Hunderte von Menschen wurden durch die ntederstürzenden Massen Schlamm und Felsstücke begraben. Am Sonntag Morgen wurden die Erdstöße und Eruptionen heftiger und cs schien, als wenn die Insel ins Meer versinken würde. Zu gleicher Zeit schlugen enorme Wasserwegen mit größerer Macht an die Ufer und gelangten bisweilen weit in das Innere der Insel. An einigen Stellen öffnete sich die Erde weit und drohte Menschen und Häuser zu verschlingen. Um Mitternacht fanden die fürchterlichsten Scenen statt. Es erhob sich ähnlich derjenigen über dem Gunung Gundur, aber viel größer, eine helle Wolke über dem Kandang - Höhcnzug, welcher den Südosten der Insel umsäumt. Diese Wolke vergrößerte sich, bis sie die Form eines mächtigen, zum Teil blutig-roten, zum Teil weißlich-grauen Baldachin« annahm. Während dieser Zeit wurden die Eruptionen immer heftiger und Ströme Lava ergosim sich ununter-

Abg. Richter kommt auf die Erklärungen des Minister­bei der Einbringung der Vorlagen zurück, die er für ein­seitig hält, da die Vorlage selbst ein ganz anderes Bild gewähre. Eine Erleichterung der arbeitenden Bevölkerung werde dadurch nicht herbeigeführt. Redner wendet sich be­sonders gegen die Bestimmung, wonach der Arbeitgeber bei hoher Geldstrafe zur Angabe des Einkommens feiner Arbeit­nehmer gezwungen werde. Dieser einzige Paragraph sei in seiner Bedeutung schwerwiegender als die Befreiung der dritten und vierten Stufe überhaupt. Auch er befürchtet, wie der Abg. v. Schorlemer, die Folgen des Gesetzes be­züglich der Verkümmerung des Wahlrechtes, welches man ja auch durch Beseitigung der geheimen Abstimmung habe beeinträchtigen wollen. Redner geht im einzelnen auf die Vorlage ein und betont, daß, wenn man die Gewerbe­treibenden erleichtern wolle, dies am besten durch Auf­hebung der Gewerbesteuer geschehen könne. Die Deklara­tionspflicht hält Redner für eine ungeheure Steuerschraube und wünscht eine besondere unabhängige Einschätzungs- Kommission, ebenso unabhängig wie die Rechtsprechung. Dann müßte vor allem den Landräten die Einschätzung entzogen werden, da diese überhaupt mehr und mehr zu politischen Werkzeugen von der Regierung ausgebildet würden. In der Kapitalrentensteuer erblickt der Redner eine Be­lastung desjenigen Kapitals, welches einem Fremden gegen Zinsen gegeben werde. Die notwendige Folge sei, daß der Kapitalist seine Gelder selbst benutzen werde, woraus eine Minderung des Angebotes von Hypothekenkapital resultiere, oder die Erhöhung des Zinses für daS letztere. Die Vor­lage sei nichts weiter als der Ausbau des Systems der Doppelbesteuerung in Gestalt der allgemeinen Einkommen- unb Eltragsteuer. Wolle man diese aber einsühren, so möge man aber die Grundbesitzer heranziehen, welche ihr Geld durch Unterschreiben von Pachtquittungen verdienten. Die Besteuerung der Aktiengesellschaften bekämpft der Red­ner, indem er cs für unzulässig hält, die Rechtsform zur Grundlage von Steuererhöhungen zu machen. Ueberhaupt müsse man an dem Grundsätze festhalten, neue Steuern nur einzuführen behufs Entlastung anderer Steuern, und va möge man vor allem das Arbeitseinkommen entlasten. DaS erstrebe aber die Vorlage nicht, welche überhaupt eine äußerst dilettantenhafte Arbeit sei (Lebhafte Unruhe recht»), welche lediglich auf fiskalische PluSmacherei hinauSlause. Die Regierungspolitik ist eine Machtpolttik, und da Geld Macht ist, so braucht man dasselbe in möglichst großen Massen I DaS ist der ganz- Zweck der neuen Steuergesetze. Die Fortschrittspartei wird kein Gesetz bewilligen, welches dem Landtage nicht daS QuottsterungSrecht wahrt. (Leb­hafter Beifall links, Zischen rechts.)

Finanzminister von Scholz: Die Einwendungen des Vorredners waren, wie dies ja so oft der Fall, recht be­deutungslos. Die Regierung ist aufs ernstlichste bestrebt gewesen, den in der Resolution vom Februar 1882 nieder­gelegten Intentionen des Abgeordnetenhauses in der Vor«

brochen nach allen Seiten in die Thäler, alles vernichtend. Am Montag Morgen um 2 Uhr teilte sich diese große Wolke plötzlich in kleinere Teile und verschwand, und als cs Tag wurde, sah man, daß ein enormes Stück Land vom Kap Capucin im Süden bis Negery Pasioerong im Nord- wcsten, also etwa 50 englische Quadratmeilen, verschwunden war! Hier lagen die Dörfer Negery und Negery-Babawang. Kein einziger von den Einwohnern derselben ist entkommen. Da aber dieser Teil der Insel weniger bevölkert war, lalS die anderen Teile, ist der Verlust an Menschenleben ver­hältnismäßig ki in, das heißt eS sind 15000 Menschen umgekommen l Die ganze Reihe der Kandangbecge, welche in einem Halbkreis von 90 Kilometern die Küste begrenzte, ist verschwunden. Die Gewäsier der Welcome-Bay in der Sundastraße und die Pepper-Boy im Osten, sowie der Indische Ozean im Süden waren eingedrungen uud hatten eine lebhaft bewegte See gebildet. Montag Nacht war der Vulkan Papandayang in heftiger Thätigkeit uud die Detonationen wurden meilenweit gehört. In Sumatra sah man drei verschiedene Feuersäulen von einem Berge zu ge­waltiger Höhe aufsteizen und die ganze Oberfläche war bald bedeckt mit großen und wilden Lavaströmen, welche sich weithin und nach allen Seiten verbreiteten. Meilenweit fielen Steine nieder und eine schwarze Masse verursachte vollständige Dunkelheit. Ein Wirbelwind begleitete diese Eruption, uud Dächer, Bäume, Menschen und Pferde wurdm in die Lüfte gehoben. Solche Mafien Asche fielen nieder, daß der Bo: en und die HauSdächer selbst in Denamo der-

Vorlage da« nicht habe erkennen können, waö er mit seinen Freunden unter einer gleichmäßigen Verteilung der Lasten sich denke; insbesondere habe er bedauert, daß die StaatS- regterung nicht die Frage erwogen habe, wie eine Erleich­terung der Kommunalsteuer zu ermöglichen sei. (Bravo! im Zentrum.)

Abg. v. Rauchhaupt: Will man überhaupt eine Reform des direkten Steuersystem«, so muß dieselbe auf dem Grundsätze basieren, daß die Steuer nach der Leistungs­fähigkeit jedes einzelnen bemefien werde. Nun hat im Laufe der Zeit eine derartige Verschiebung stattgefunden, daß da« Kapital den Grundbesitz überflügelt und denselben in seine Abhängigkeit gebracht hat. Wenn trotzdem doS fundierte Einkommen mit über 68 Millionen, daS nicht fundierte mit nur 55 Millionen herangezogen werden, so sei dies ein Zustand, dem im Interesse der Gerechtigkeit ein Ende gemacht werden müfie. Die Betastun; des Grund­besitzes sei eine ungeheure; man höre nur einmal auf die Klagen der Hausbesitzer in Berlin, von dem lämlichen Grundbesitz einmal ganz abgesehen. Die aus fortschrittlicher Seite autgcstellte Behauptung, die Grundsteuer sei keine Steuer, sei unhaltbar; wenn man diesen Grundsatz in Wahlversammlungen zu vertreten wagt, so ist Gelächter die Antwort darauf. Die konservative Partei wird sich mit allen Kräften jeder Mehrbelastung des städtischen und länd­lichen Grundbesitzes widersetzen: dahin fixiere er den General­unterschied zwischen der konservativen und der Fortschritts­partei. Was die Stellung der Konservativen zur Vorlage betreffe, so stelle sich ein Teil pure auf den Standpunkt derselben. Bezüglich der Frage der Freilafiung des Ein­kommens bis 1200 Mk. sei man geteilter Ansicht, da ein Teil es für ausreichend erachte, das Einkommen bis 1000 Mark frei zu lassen. Die Berücksichtigung der individuellen Verhältnifie in der Vorlage anerkennt der Redner dankbar und wünscht im Anschluß daran die Beibehaltung des RemonstrationSverfahrenS. Die Einführung zweijähriger Steuerperiodcn hält der Redner für einen fehr glücklichen Gedanken im Jnterefie der Gemeinden. Der Modus der Einschätzung sei ein unvollkommener; dieselbe sei bei den Landräten am besten aufgehoben. WaS die Heranziehung der Aktiengesellschaften betrifft, so werden die Konsevativen eine etwa vorgeschlagene Ermäßigung nicht zurückweiscn in betreff der Doppelbesteuerung der Gesellschaften. Daß aber die Schulden der letzteren nicht abgezogen werden dürfen, sei ganz natürlich, das sei ja gerade so, wie bei bei der Grund- und Gcbäudestcuer. An der Deklarations- Pflicht sei unbedingt festzuhalten; die Regierung hab- da­mit einen auf konservativer Seite längst kundgegebenen Wunsch erfüllt, denn der Grundbesitz habe sich das eben­falls gefallen lafien müssen. Redner schließt, indem er hervorhebt, daß das Hauö hier vor die Frage gestellt sei, dem Lande zu zeigen, ob eS eine gesunde Reform, welche allgemein gewünscht werde, durchzusetzen vermöge oder nicht. (Lebhaftes Bravo rechts.)

5 Die vulkanischen Eruptionen in der Sundastratze.

verstanden.

Bor Eintritt in die Debatte stellt der RegrerungS- mmissar Geh. Ober-Finanzrat EtlerS einige redaktto-

s in unserer Gegend schon öfter« beobachteten, auffallenden vmernngSerscheinmigen mit den großartigen vulkanischen tytionen in der Sundastraße (August 1883) in Connex den, gewinnt mehr und mehr für sich, und wir glauben ier manchem unserer Leser, dem jenes in der Geschichte vulkanischen Eruptionen an Furchtbarkeit unübertroffen khende Ereignis nicht zur vollständigen Kenntnis ge- Unen fein sollte, einen Di-nst zu erweisen, wenn wir, ü auch etwas nachträglich, einen früheren Bericht über 18 furchtbare Ereignis, welcher der »Daily News ton 2. September v. I. von Newyork au« zukam, hier wduzieren: Die Störungen begannen auf der Insel vkatoa am Sonnabend, den 25. August, als unterirdischer miet deutlich in Surakasta und Batavia zu vernehmen * Man zeigte sich zuerst wenig erschreckt, allein nach Wn Stunden begannen Steinregen zu fallen und während >njen Nacht gingen Mafien rot glühender Steine und nieder. Am Morgen war jeder Verkehr mit Anjer der Sundastraße unterbrochen, die. Brücken waren zerstört ° die Wege unpassierbar. Die Störungen erstreckten sich 1 unter die Sundastraße; fca« Wasser kochte und zischte $9 und große Wogen schlugen an die Küste JavaS. ^Temperatur des Seewafser« stieg um 20 Grad und st als 700 Kilometer entfernt, bei Madura wurden dre MM zu wilden, schäumenden Bergen aufgepeitscht. DaS ^irdische Rollen wuroe allmählich deutlicher und zu

«fahre, folgt;

> an fit « irrtümlich seitens der liberalen Presse im Lande ver- litel werde. Zum Beweise verliest der Redner einen - -titel desBert. Tagebl.", betitelt:Die Steuerfreiheit 11 w i Grundbesitzes und ihre Folgen." (Gelächter rechts.) «v Knet bespricht hierauf die Vorlage im allgemeinen und tont, daß die großen Einkommen bester herangezogen t ein« Ven könnten, während er andererseits den Verlust des von ^rechts für die Entlasteten befürchtet. Auf DetailauS- äweinsb tagen will er verzichten, da er für Beratung des Ent- --- ch in einer Kommission von 21 Mitgliedern hofft. JJentiet. k8cgcn sich dahin resümieren, daß er in ter

' batte genehmigt.

» g» Es folgt die erste Beratung der Gesetzentwurfs, b-tr. _____ Einkommensteuer, und dcS Gesetzentwurfs, betreffend die und i Mrung einer Kapitalrentensteuer.

sowie Mit dem Vorschläge dcS Präsidenten, die Diskussion werde, beide Vorlagen zu verbinden, erklärt daS HauS sich

eh. duimM My. ajoet = yuiuiijtui tum» ««>»» ,, [e Irrtümer in den Motiven richtig. Hierauf wird die MU - _Q ffir 99. ftpnprt

Anzeigen nimmt entgegen: dietzExpedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux Jägersche Buchhandlung in Frankfurt a. M; Hermann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendanl in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; W. Thienes in Elberfeld.

Buchdruaerey vezogen »/. »""r^ourw Edition zu erteilende Auskunft und Annahme; oon Adreffen werden 25 Psg. berechnet

orzuzeij gut besetzt, die Tribüne schon bei Beginn der stimmt M gefüllt. Am Ministertische: Finanzmtnister von ernt 1 und mehrere Kommissare.

Tnäficent v.KSller eröffnet die Sitzung um 11V* Uhr.

r abg. v. Ludwig ist gestorben. Da« HauS ehrt daS hr. 8, jenten desselben durch Erheben von den Sitzen und tritt ,----- g in die Tagesordnung ein.

QHPr Der Gesetzentwurf, betreffend den RechtSzustaud der von . Königreich Württemberg an Preußen abgetretenen Ge-

, Steile, sowie die Abtretung preußischer Gebietsteile an Heilst j Migreich Württemberg, wird In dritter Lesung ohne

nimmt entgegen: Litton d. Blattes, »Annoncen-Bureaux D (,nftein und Vogler ssenscij palen" Ham- es 'Ägdeburg u.Wien; hiMoffe in Frankfurt , Berlin, München und n SS/ei.n» ilttn

dmliste festgestellt, welche 9 Redner für, 22 gegen Borlage ergiebt. DaS Wort gegen erhält zunächst der ___ Abg. Dr. Frhr. v. Schorlemer.Alst, welcher seine Grit- tbe mit der Bemerkung einleitet, daß er hoffe, da« Bessere

üde nachkommen, er wolle sich nur mit einzelnen Punkten Migen. Den Vorschlag einer Kapitalrentensteuer habe mit seinen Freunden im Prinzip freudig begrüßt, da . 11 ne Partei in allen Fällen eine gleiche und gerechte Ver- ln hing der Steuern und Lasten erstrebe. Dagegen vermißt tn bel1 lebhaft das Heranziehen der Börse (Sehr richtig! rechts ____ >d im Zentrum), an die man sich immer noch nicht heran- milie ( W. wie denn auch In dieser Vorlage die großen Mata- lvril im Ic nicht genügend herangezogen seien. Der $ 3 sei einer £)ffert k schwierigsten, überhaupt drängen sich beim Studium der nlage immer neue Bedenken auf, so daß eine gründliche --tlatung in der Kommission geboten erscheint. Redner irth mi! -ist darauf hin, daß die Kapitalrentensteuer im Sinne t bekannten Resolution de» Hauses sich nicht, auf das chten. 1 kommen aus Grund und Boden erstrecken dürfe, wie

Herr f g. Daube und 'langelh lin Irankfurt a. M

Bil' in, Hannover u. Varis.