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Mackur-, Dienstag, 8. Januar 1884.

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Jedes deutschen Patrioten Herz empfindet angestchtS dieser Thatsache Stolz und Freude: denn wenn auch das Urteil des Auslandes keinen Maßstab für Deutschlands Wert bilden kann, und wenn auch Haß und Neid, welche uns das Ausland in früherer Zeit entgegentrug, Preuße» niemals an seinem inneren Wert und an seiner Mission irre machten, so ist eS doch ein erhebendes Gefühl, Achtung und Freundschaft zu erfahren und Verständnis für das eigene Thun zu fi '.den.

Fragen wir unS, was unS die Sympathien und die Achtung des Auslandes erobert, so ist nur eine Antwort

möglich: wir verdanken die- dem mächtigen einheitlichen, von einem festen Willen und mit Weisheit geleiteten Geist unseres Staatswesens, wie er sich auf allen Gebieten deS Staatslebens äußert. Nicht diese oder jene politische Maß­regel weckt Wiederhall im AuSlande, nicht unser- siegreichen Schlachten allein und der gute Stand unserer Wehrkraft haben uns Freunde erworben, sondern vielmehr die sich in allen diesen Erscheinungen verkörpernde Lebenskraft der deutschen Nation und der sich nach außen hin manifestierende einheitliche, monarchische Charakter unserer Gesamtpolitik, welcher auf allen Gebieten der inneren wie auswärtigen Politik gleichmäßig und nachhaltend wirkt.

Könnte sich unsere Opposition doch nur ein einzige« Mal aus dem engen Kreise ihrer Anschauungen und Kcrch- turmSinteressen heraus versehen und daS Gesamtbild natio­nalen Wirkens und Schaffens, wie es sich trotz ihrer gegen­teiligen Bemühungen ungestört sortbeweat, auf sich wirken lassen, sie würde selbst kein Verständnis dafür haben, daß sie der ruhigen und steten Fortentwickelung fortwährend Hinderniffe entgegenfetzt. Ein kurzer Aufenthalt im AuS- lande, von wo aus sie ruhig und objektiv das Treiben daheim beobachten könnte, würde ihr die Augen öffnen. Es war mehr wie ein persönliches Geständnis, wenn der sezesstonistifche Berichterstatter derNationalztg." seinem Blatte an Bord deSPrinzen Adalbert" auf der Reise von Genua nach Valenzia schrieb, nachdem er daS erhebende Gefühl geschildert, einen Teil der deutschen Flotte in einer schönen und ehrenvollen Mission auf fremdem Meere schwimmend zu sehen:Wenn man unS in diesen Augen­blicken gefragt hätte, warum man sich eigentlich eben in Deutschland zankt und streitet, wir hätten sicher Zeit be­durft, um uns genau darauf zu besinnen, so weit, lag da« hinter dem mächtigen Eindruck deS Augenblicks zuruck.

Das Ausland ist eben fortwährend diesen mächtigen Eindrücken der Gesamtpolttik Deutschlands zugänglich und hiernach richtet eS sein Urteil über die deutsche Nation, nicht aber nach dem Grade, wie sich bei un« der Parla­mentarismus seiner Verwirklichung nähert. In erster Linie ist es die Friedenspolitik, welche den fremden Nationen in sicheren, festen, charakteristischen Zügen entgegentrttt und unS die Sympalhieen der fremden Nationen zugeführt Hst. Aber auch da, wo die deutsche auswärtige Politik nicht ge­fällt, wird der deutsche Name mit Achtung genannt. Die Art und Weise, wie Deutschland seine eigenen Jntereffen mit immer kräftigerer Hand zu wahren versteht und seinem Berufe als Nation lebt, forgt auch dort für unser Ansehen, wo sich die Wirkungen dieser Politik in weniger willkom­mener Weise fühlbar machen. Der mächtige Aufschwung unserer Industrie, welcher als eine Aeußerung wachsender Gesundung deS deutschen Volksleben«. erscheint und auf weise politische Maßnahmen zurückzusühren ist, hat nicht minder zu dem Ansehen beigetragen, welches Deutschland

überall genießt. Und ebenso finden überall die sozialen Rcformbestrebungen unserer Regierung verständnisvolles Interesse und beweisen dem Auslande, daß sich ein kräf- iger nationaler Geist in dem deutschen Staatswesen regt.

Auf die Schlußfolgerungen, die hieraus zu ziehen sind, brauchen wir nicht hinzuweisen. Da« deutsche Volk das ergiebt sich hieraus von selbst verdankt seiner StaatS- ettung viel und wird darüber wachen müffen, daß eS sich diese Staatsleitung erhält. So ungefährlich die Opposition augenblicklich erscheinen mag, daß sie nicht einmal das Urteil des Auslandes irgendwie zu bestimmen vermag, so würde es doch ein gewagtes Spiel um sein Ansehen und seine nationale Existenz sein, wenn daS deutsche Volk Bestre­bungen förderte, die aus eine Lähmung de» kraftvollen, weisen, monarchischen Regiment« hinauSlaufen.

Aufmerksamkeit in hohem Grade erregt. Und wodurch? Ja, da« wußte sie selbst nicht. Er war ein berühmter Künstler aber da« war mancher, der bei ihr au«- und

einging. War er schön? Nun, sie hatte schon schönere Männer gesehen. Er hatte zwar eine hohe imposante Gestalt und wunderbar schöne braune Augen, aber diese Augen blickten immer so ernst und traurig, al« quäle ihn ein geheimer Kummer. War er besonder« geistreich? Die kleine pikante Baronin S. behauptete, er sei grenzenlos langweilig. Freilich, eine Konversation im Sinne der Baronin, die sich stundenlang über nichts geistreich unterhalten konntr, machte er nicht, dazu war er zu gediegen. An der allgemeinen Unterhaltung der Mittwochabende beteiligte er sich nur wenig, nur zuwellen warf er eine kurze Aeußerung hin, welche zeigte, daß er auf dem gerade behandelten Gebiete zu Hause war. Wa« ging sie überhaupt der Mann an. Die G.äfin gab sich Mühe, an etwa« andere« zu denken, aber immer wieder trat sein Bild vor ihre Seele. Liebte sie ihn? Lächerlich! Sie, die gefeierte Gräfin Wangen, um deren Hand sich schon mancher vergeblich beworben hatte ihn den simplen Maler! ES war absurd! Sie stand auf, ging an den Flügel und begann einen rauschen­den Tanz zu spielen, aber nach wenigen Takten brach sie ab, sie hörte einen Wagen vorfahren und bald darauf meldete der Kammerdiener Herrn Brunow und der Maler trat ein.

Die Gräfin ging ihm einige Schritte entgegen und reichte ihm ihre Hand, die er galant an die Lippen führte. ES ist hübsch von Ihnen, daß Sie kommen, ich fürchtete schon, Ihr Versprechen habe S e gereut und Sie wissen, wir Frauen find so neugierig." (Fortsetzung folgt.)

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ieitung" bleiben unverändert wie bisher.

Expedition der Oberhess. Ztg.

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gekommen, welches allgemein als da« Beste der ganzen Ausstellung bezeichnet wurde. ES war ein Genrebild und stellte einen Knaben dar, der auf seinem Rücken ein kleine« 'ch n tragend, lachend vor einem kläffenden Spitz davon läuft. Die Komposition war einfach, aber da« Ganze war so lebenswahr, die Einzelheiten so sorgfältig auSgeführt, das Kolorit so warm, daß daS Bild ein Meisterwerk ersten Ranges genannt w-rden konnte. Besonder« der Kopf de« Mädchen« war mit großer Liebe auSgeführt, der Ausdruck de« Vergnügens und zugleich der Angst vor dem Hunde war auf dem lieblichen Gesicht he« wunderbar treffend wiederzegeben. Der Gräfin w .r eine Aehnlichkeit deS Jungen auf dem Bilde mit Brunow selbst ausgefallen, und al« sie sich ihm gegenüber dahin geäußert, hatte er gesagt: Sie haben Recht, ich bin eS selbst, e« ist ein Bild aus meiner Jugendzeit." Auf ihre Frage nach dem Mädchen hatte er mit seltsam gepreßter Stimme geantwortet:Es war eine Gespielin von mir, sie ist tot, es ist eine traurige Geschichte. Da« Jntereffe der Gräfin war erregt und sie hatte ihn gebeten ihr Näheres mitzuteilen. Da hatte er sie lange mit seinen ernsten Augen ang sehen und ihr schließlich versprochen, er wolle am Abena etwa« früher kommen uni ihr die Geschichte erzählen. Dann waren sie weiter gegangen, aber er war zerstreut gewesen und hatte sich bald von ihr verabschiedet. Der Gräfin war da« sonderbare Benehmen de« Künstler« aufgefallen und mit gespannter Erwartung sah sie seinem Kommen entgegen.

Sinnend saß sie da und schaute in da« lustig flackernde Kaminfeucr: wie kam es nu-1, daß sie immer an ihn denken mußte. Sie kannte ihn noch garnicht lange, er hatte früher in Rom gel bt, aber als er nach seiner Ueberfledelung in die Residenz bei ihr ctngesührt war, da hatte er gleich ihre

Gestellungen auf daS 1. Quartal 1884 der

Oberheffischen Zeitung

Deutsche- Reich.

Berlin, 5. Jan. DerKreuz-Ztg." zufolge unter­hielt sich der Kaiser bei dem NeujahrSempfange namenllich mit dem Staatsministerium eingehend und gab besonder« seine Befriedigung über die Geschäftsführung deS gegen­wärtigen Ministeriums bestimmt zu erkennen. Wie dem WienerVaterland" berichtet wird, soll der Kron­prinz von seiner Unterredung mit dem Papste sehr be­friedigt zurückgekehrt sein, habe daS auch ausdrücklich er­klärt; auf dem Bahnhofe in München habe er gesagt, er hätte nicht geglaubt, daß er noch die Rolle einerFriedens­taube" werde übernehmen müffen. Ueber die Ent­stehungsgeschichte des Berichts derNat.-Ztg", der be­kanntlich schon acht Tage früher inhaltlich gleich in der Rassegna" stand, wird demVaterland" aus Rom be­richtet: Einer der jüngeren Herren aus dem Gefolge der Kronprinzen, der viel von Journalisten um Mitteilungen bestürmt wurde, tischte hier mehreren von ihnen, die sich gleichzeitig bei ihm eingefunden hatten, alle jene Detail« auf. Seine Zuhörer aber merkten sogleich, daß der Herr mit seiner ungewöhnlichen Offenheit einen bestimmten Zweck im Auge hatte, und weil sie sich nicht als Opfer einer Mystifikation wollten auSlach-n lassen, machten sie keinen Gebrauch davon. Nur dieRaffegna" brachte am zweiten Tage darauf den Bericht, und jetzt ist er in derNat.- Ztg." wiederholt. DieGermania" bringt in ihrer politischen Uebersicht folgende, im gegenwärtigen AugenbUck beachtenswerte Auslassungen. Sie schreibt:Während die Gegner sich abmühen, den Besuch deS Kronprinzen beim Papste jeder Bedeutung zu entkleiden, bringt jeder Tag neue Belege dafür, daß mit dem 7. Dezember, an welchem Tage die Rückberufung de« Bischofs von Limburg und die Romreise deS Kronprinzen gleichzeitig bekannt wurden, auf dem Gebiete der Kirchenpolitik die Dinge in einen neuen, lebhaften Fluß geraten sind. Die Andeutungen, welche unser römischer Korrespondent über die neuen Intentionen

^,zen nimmt entgegen: , Expedition d. Blattes, Le d Ännoncen-Buceaux ..fiaafenftein und Vogler Frankfurt a. M, Ham- L Magdeburg u. Wien; Ulf Mosse in Frankfurt ® Berlin, München und M- G L. Daube und r in Frankfurt a. M-, Ain, Hannover u. Paris.

An jedem Mittwoch abend pflegte sich in den SalonS der Gräfin Wangen «ine auserlesene Gesellschaft zu ver­sammeln, Diplomaten, Gelehrte, Schriftsteller, einhelmi che sowie fremde, gerade in der Residenz anwesende Künstler von Ruf verkehrten hier in zwanglos heiterer Weise, selbst Prisen des königlichen Hauses verschmähten es nicht, In dem anregenden Kreise, der sich um die schöne Witwe ge­bildet hatte, ab und zu einige Stunden zu verleben, und eine Einladung zu diesen Soireen erhalten zu haben war tine Auszeichnung, welche die damit Beehrten wohl zu würdigen wußten.

Auch heute war Mittwoch, und an diesem Abend sollte ein berühmter Violinvirtuose bei der Gräfin eingeführt werden, der, auf der Durchreise von Paris nach Petersburg begriffen, in der Residenz einige Konzerte gegeben hatte. Obgleich es erst acht Uhr war - vor neun pflegten die Gäste nie zu erscheinen so saß die Gräfin doch bereits in voller Gesellschaftstoilette in ihrem Empfangszimmer, sie erwartete vor Beginn der Soiree noch Befuch. Am Vor­mittag war sie in der erst kürzlich eröffneten Kunstaus­stellung gewesen und hatte dort zufällig den Maler Han- Brunow, einen ständigen Gast ihrer Mittwochabende ge­troffen; dieser hatte sich ihr zum Führer durch die Aus­stellung angeboten, und die Gräfin hatte da« Anerbie en dankend angenommen, da sie sich von den interessanten Erläuterungen deS berühmten Künstler« großen Genuß ver­sprechen konnte. So waren sie von Bild zu Bild gegangen und schließlich auch zu einem Bilde von BmnowS Hand

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Anzeigen nimmt entgegen; die^Ekpedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Burean; JSgersche Buchhandlung in Frankfurt a. M; Herrnann- scheBuchhandlung daselbst; Adolf Steiner i. Hamburg; Jnvalidendank in Berlin, Dresden und Leipzig; I. Barck u. Co. in Halle; W. Thienes in Elberfeld.

Das Ansehen Deutschlands.

In einem Telegramme an den Herzog von Coburg, ----.worin sich der Kronprinz für den Willkommgruß desselben i Mbci seiner Heimkehr au« Spanien und Italien bedankte, 'wies jüngst der hohe Herr darauf hin, mit welcher Genug- thuung erda« hohe Ansehen, welche« Deutschland auch in der Ferne genießt", wahrgenommen habe. Auch einer Depu­tation der deutschen Kolonie in Rom gegenüber betonte der Kronprinz, daß er au« Spanien die Heberzeugung mit« gebracht habe,welche Achtung und Ansehen der deutsche Name dort genießt, welche Sympathien für Kaiser und Reich dort vorhanden". Hebet die nämlichen Eindrücke haben auch die Berichterstatter, welche len Kronprinzen auf seiner Reise begleiteten, au« ihren eigenen Erfahrungen berichtet, und in allen Blättern, welcher politischen Richtung ste auch angehören, wird bei den Betrachtungen aus Anlaß des Jahreswechsel« der Genugthuung darüber Ausdruck ge­geben, daß das Ansehen Deutschlands im Auslande sich

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Annemarie.

Novelle von Th. H.....

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r. mo:e dem 1. Januar hat das KreiSblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain aufgehört zu erscheinen und rst dessen Stelle derAmtliche Anzeiger" als Beilage zur n bc6 21 Oberhess. Zeitung" getreten.

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