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Marburg, Mittwoch, 12. Dezember 1883.

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vom Landtag.

Berlin, den 10. Dezember.

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eignetet Ort.

Nach unerheblicher weiterer Debatte wurde daS Ordl- narium dieses Erat« und dann ohne jede Diskussion das Extraordinartum desselben bewilligt.

Beim Etat der Lotterieverwaltung sprach Abg.Stern den Wunsch aus, das Verbot des Spielens in auswärtigen Lotterieen aufznheben, und kennzeichnete die bestehenden Un- zuträglichkeiten in der schon wiederholt im Hause charak­terisierten W-ise. Wolle man aber das qu. Verbot nicht aufheben, dann wöge man die preußische Lotterie erweitern, um dem Spielbcdürfni« der Staatsangehörigen zu genügen. Auch Abg. v. Ludwig ist der Meinung, daß man dem bestehenden Bedürfnisse durch Vermehrung der Lotterielose entsprechen sollte. Negierungekommtsiar Unterstaatssekretär Mein ecke erklärte, daß daS Bedürfnis einer Reform auf diesem Gebiete zuzugeben und anerkannt sei. Daß dieselbe noch nicht durchgeführt sei, liege darin, daß sich bezüglich der Art der Reform die Ansichten diametral entgeqenständen. Von einer Seite wolle man die Lotterie auö prinzipiellen Gründen ganz aufheben, von anderer Seite hin erweitern. Die Regierung habe deshalb im Jahre 1880 beschlossen, e« vorläufig beim Status quo zu belasten und die Klärung

frachts kostwfli

Abg. Mooren nimmt mit Befriedigung Akt von der Erklärung des Herrn Ministers, baß der qu. Fonds ein wiederkehrendcr sein werde, und nimmt deshalb von seinem Anträge auf Erhöhung desselben Abstand. Abg. Broek- mann empfiehlt die Hebung des DarlehnS- und Spar- kastcnwesenS in den betresienden Gegenden. Abg.Biesen­bach hält höchstens in e i n z e l n e n Kreisen der Rheinprovinz die Einführung ° des KonsolidattonSgesetzeS für zweckmäßig und betont das auch vom Herrn Minister bereits erwähnte ablehnende Gutachten des rheinischen Oberlandesgerichts. Die einfache Uebertragung des preußischen Konsolidations­gesetzes sei schon deshalb unmöglich, weil den Jnterestenten zu wenig Einspruchsrechte gewährt werden.

Der Titel wird darauf bewilligt und ebenso ohne weitete Debatte der Rest des ExtraordinariumS der landwirtschaft­lichen Verwaltung.

ES folgte der Etat der Gestütverwaltung. Abg. v. B u s s e (Bitterfeld) wiederholt die früher schon öfter ausgesprochene Bitte, der Provinz Sachsen ihr Landgestüt wiederzugeben, da He Entfernung nach Neustadt a. Doste, so sehr im übrigen die Verwaltung dieses Instituts zu rühmen sei, doch zu groß sei. Minister Lucius kann eine zusagende Antwort nicht geben, meint indes, daß der ausgesprochene Wunsch in nicht allzuferner Zeit doch wohl in Erfüllung gehen möchte. Im übrigen würde der Wert eines eigenen Landgestüts innerhalb der Provinz in mannigfacher Weise doch wohl überschätzt. Die geographische Gestaltung der Provinz würde die Wahl eines geeigneten Ortes für ein solches Landgestüt zu einer sehr bestrittenen machen. Für die Altmark sei jedenfalls Neustadt a. Doste ein sehr ge­

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, in Berlin, Frank- ftirt a. dJl« k*

Eva hastig ein,versuchst Du eS dennoch, so bleibt mir kein anderer Ausweg, als mit Leuten mich zu umgeben, in deren Anwesenheit Du nicht wagst, Deine Erpressungen zu erneuern." , , ,

Ich brauche keines Menschen Anwesenheit zu scheuen; und "kam ich heute heimlich, so geschah'«, um Deinen Schrullen Rechnung zu tragen. Das aber werde ich ferner­hin thun, so lange Du mich als stillen Theilhaber am Geschäft betrachlest. Kennst Du die Lage der alten Jagd­höhle? Es ist eine einsame Stätte im Walde."

Ich kenne sie."

Gut. In einer halben Stunde erreichst Du sie bequem von "hier aus. Run höre: In diesem Bau erwarte ich Dich morgen bis gegen Mitternacht. Du bist dann sicher woran Dir viel gelegen zu sein scheint in Deinem Verkehr mit mir von niemand beobachtet zu werden. Hast Du dagegen spätestens um Mitternacht mir die fünfhundert Dollars nicht eingehändigt, so komme ich unverzüglich hierher, um nicht eher zu weichen, als bis ich das Doppelte von Dir in Empfang genommen habe. Merke Dir, in ernsten Dingen verstehe ich keinen Spaß."

Ich bringe das Geld," entschied Miß Eva mit einer Bereitwilligkeit, welche den Einäugigen mit Mißtrauen erfüllte,ja, ich bringe es. Dir Stunde kann ich allerdings nicht bestimmen. Es hängt alles davon ab, wann es mir möglich, das HuuS unbemerkt zu verlassen."

Gut," versetzte der Einäugige, indem er sich erhob, ich traue Deinen Worten; schließlich ist nichts verloren, wenn Du mich vergeblich warten läßt. Zur Anerkennung meiner Forderung veranlasse ich Dich auch zu einer späteren Stunde, dann aber kommst Du nicht so billig davon."

Erzählung von Balduin Möllhausen.

Nur fünfhundert Dollars?" sprach der Einäugige mit geringschätzigem Achselzucken. Er mochte indessen fürchten, den Bogen in der That zu scharf anzuspannen, denn er fuhr spöttisch wohlwollend fort:Wenn ich Deinen Be- cheuerungen von Rot und Elend auch nicht glaube, will ich doch Nachsicht üben. Du zahlst mir jetzt auf der Stelle die fünfhundert Dollar« aus, dagegen verkürze ich den Zeitraum bis zur zweiten Zahlung auf vier Monate.

Ich wiederhole, augenblicklich bin ich unfähig, Dir mehr, als das dort in dem Spinde, zu geben," antwortete Miß Eva entfchlosiener,willst Du nicht warten, so mag das Verhängnis auf uns Alle hereinbrechen.

Der Einäugige setzte sich wieder und sann eine Weile nach. Die Zögerung war augenscheinlich nicht nach feinem Sinn. ES machte sich sogar ein Ausdruck bitterer Ent­täuschung auf seinem wilden Antlitz geltend, ein Zeichen, daß ihm bet Boden unter den Füßen brannte. Er gelangte inbefien schnell zu einem Entschluß und fragte verdrossen: «Kannst Du mir das Geld morgen einhändigen? Bedenke, je eher ich im Besitz desselben, um so schneller befreie ich Dich von meiner Gegenwart."

Um zu seiner Zelt zurückzukehren," versetzte Miß Eva, tob unsägliche Verachtung offenbarte sich in Ihren Mienen, iot Tone ihrer Stimme,doch gleichviel, sage, wohin ich das Geld schicken soll." , .....

Schicken ist unsicher," erklärte der Einäugige bedächtig, «ich schlage daher vor, Du zahlst mir selber aus.

Du darfst dies Hau« nicht mehr betteten, fiel Miß

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»n der heutigen (-12.) Plenarsitzung des Abgeord- -tenbauseS kam bei Fortsetzung der Etatsberatung zu- | Lfcft Ertraordinarium der landwirtschaftlichen Ver- Mung zur Erledigung.

Beim Tit^ 7 (200000 Mk. zur Förderung bet Lanb- _____ Forstwirtschaft im Eifelgebiete) bittet Abg. Prinz Aten- die Regierung, bereit wohlwollende Fürsorge er voll- | Ltig anerkennt, einen bestimmten OrganisationSplan

- * Abg. Mooren schildert eingehend die große Notlage Lu EiselgebietS, welche endlich einer gründlichen Abhilfe kinaend bedürftig sei, weshalb die auSgewotfene Summe Jon 200000 Mk. nicht ausreichend erscheinen könne. Er l ittet daher, die Summe zu verdoppeln und dieselbe zugleich Lcf5 moralischer Hebung der dortigen Bevölkerung zur LÄtvetung der Hausindustrie zu verwenden. Abg. Knebel Lnt, daß für Notstandsgegenden, zu welchen er besonders Mch den Hunsrück zählt, vor allem di- Anlage von Eifen- Gauu «Men erwünscht sei. Et bezeichnet auch verschiedene Punkte, btrm Berücksichtigung er für nötig hält und ist im übrigen mit den Vorrednern im Danke gegen den Herrn Minister ffr die qu. Position durchaus einverstanden.

Minister der landwirtschaftlichen Angelegenheiten Lucius - u-r-mtgegnet, daß die Regierung absichtlich da« Gebiet, für d Käuj Meß der fraglich- Fonds zu verwenden ist, ähnlich wie bei der oberschlestschen NotstandSvorlage, nicht geographisch jtft begrenzt habe. Dem Abg. Mooren bemerkt er, daß feit einer langen Reihe von Jahren schon viel durch Auf­forstung zur Hebung des Eifelgebiets geschehen sei. Die Ausstellung eines bestimmten OrganisatiouSplaneS sei nach Lage der Verhältnisse nicht wohl thunlich. Wenn die Eisel- «genb gehörig aufgeforstet, ent- und bewäflert sein werde, sti nicht zu zweifeln, daß sie für die Viehproduktion sich sth« geeignet erweisen werde. Die Bestrebungen auf För­derung ter Hausindustrie seien nicht ausgeschlossen; eine Erhöhung der beantragten Summe, die ihrer Natur nach eine arbitraire sein müsse, cmpsthle sich für jetzt nl*t. Sie werde nicht eine regelmäßig wiederkehrende sein. Die Ueber­tragung des Konsolidationsgesetzes auf das linke Rheinufer, welcher auch der Abg. Knebel heute wiederum das Wort geredet hat, empfehle sich feiner Ansicht nach allerdings, indes seien mit der Ausarbeitung große technische und juristische Schwleriakeiten verbunden, so daß die Einbringung eines solchen Entwurfes jetzt noch nicht möglich gewesen. Auch sei die Sache von so großer Wichtigkeit, daß die Ein­berufung des rheinischen Provinziallandtages lediglich zur Beratung eine« solchen Entwurfes geboten erscheinen muffe. Der Herr Minister hofft auch, daß dir Uebertragung des preußischen Verfahren« auf die Rheinprovinz schon nach wenigen Jahren des U'bergmgeS als wirtschaftlich rationell

Hnieiatn nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte«, sowie d.Annoncen-Bureau, Mn®. L. Daube u.Sa. in Frankfurt a. M; Jägersch« Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendauk in

Berlin: B. Lhieue« in Elberfeld: E Schlotte in

v. Benda, v. Rauchhaupt und Francke äußern Be­denken gegen die Vermehrung der Lotterielose. Letzterer spricht für eine Herabsetzung der Strafen.

Abg. vr. Löwe (Bochum) betont, daß entweder ein Reichsgesetz herbeizuführen sei, wodurch allgemein Im Reiche die Lotterieen verboten werden, oder aber die Vermchrung der preußischen Lotterlelose einzutreten habe. Abg. W i n dt- horst erklärt sich für Unterdrückung deS Lotteriespielen« überhaupt. Abg. Dr. Seellg findet eS nicht vereinbar mit dem Volkswohle, daß von Jahr zu Jahr die Privat- Lotterleen eine größere Ausdehnung annehmen.

Abg. Dr. Löwe (Bochum) kündigte schließlich für die dritte Lesung einen Antrag an, worin die Staatsregierung aufgeforbtrt tolto, beim Reiche einen Antrag auf Aufhebung der Lotterieen einzubringen. Demnächst wurde dieser Etat bewilligt.

Bei der nächsten Position, SeehandlungS-JustituI be­mängelt Abg. Uhlen dorff die Rentabilität der diesem Institut gehörigen Bromberger Mühlen, deren Veräußerung bezw. Verpachtung er wünscht. Abg. Lückhoff ver­langt ein klareres Bild über die einzelnen Geschäftszweige dieses Instituts im Etat. Den Verkauf der Bromberger Mühlen glaubt er im Jntereffe deS Staates befürworten zu dürfen.

Abg. Frhr. v. Mlnnigerode widerrät eindringlich den Verkauf der Bromberger Mühlen so lange die Kon- junttur keine günstige. Redner betont, daß der Verwal­tung der Seehandlung im Lause bet Jahre der Kampf mit ben großen Geldinstituten erwachsen sei, daher möge man ihr ein große» Kapital vertrauensvoll in die Hände legen.

Nach kurzer Debatte, an der sich noch die Abgg. Büchtemann und Dr. Hammacher beteiligen, wird dieser Etat genehmigt, ebenso ohne Diskusston der Etat der Münzverwaltung. Bel dem hierauf folgenden Etat deS BüreauS des Staatsministeriums stellt Abg. Büchte­mann den alljährlich wiederkehrenden fortschrittlichen An­trag auf besondere Abstimmung über Titel 15: Dispositions­fonds für allgemeine politische Zwecke, in Höhe von 93 000 Mark. Derselbe wird, wie überhaupt der ganze Etat, bewilligt.

ES folgt der Etat der Staatsarchive. Hierbei führt Abg. Kantak Beschwerde, daß in einer vom Direktor des Posener Archivs Dr. Meyer herauSgegebenen Zeit­schrift Wendungen vorgekommen seien, welche daS polnische Nationalgefühl verletzten.

Dr. v. Sybel, General - Direktor der Archive, lehnt tie Verantwortung dafür ab, da der betreffende Archiv- Dlrektor jene Zeitschrift nicht in amtlichem Auftrage heraus« gegeben habe.

Abg. Schreiber (Marburg) wünscht die Aufbe­wahrung der alten Kirchenbücher, ihrer hervorragenden dokumentarischen Bedeutung wegen, in den Staatsarchiven.

Er ging nach dem offenen Spinde hinüber und steckte das Geld zu sich. An den Tisch zurückkehrend, knüpfte er die noch vorhandenen Speisereste und den Tabak in rin unsauberes Tuch, und das Bündel in der rechten Hand, die halbvolle Flasche in der linken, schritt er mit einem kurzen: Auf Wiedersehen" au« der Thür. Auf dem Flur kehrte er sich noch einmal um.

Also zwischen elf und zwölf Uhr morgen Nacht in dem alten Bau," sprach er in da« Zimmer hinein,fehtt ein Cent an den fünfhundert Dollars, so hast Du eine neue Rechnung zu gewärtigen."

Da Miß Eva keine Antwort erteilte, trat et auf die Straße hinaus, al« eine Drohung die HauSthür geräusch­voll hinter sich zuwerfend.

Die alte Lady erhob sich bestürzt. Leise schlich sie auf den Flur und mit angehaltenem Atem lauschte sie nach dem Boden hinauf. Nicht« rührte sich, nicht« verriet, daß Elly im Schlaf gestört worden. Ebenso behutsam verriegelte sie die HauSthür, und In da« Zimmer zurückkehrend, ließ st- sich, von Erschöpfung übermannt, auf ihrem Stuhl nieder. Die Hände auf dem Tisch in elnanberlegenb, blickte sie in ble ruhige Flamme bet Lampe. Ihr ohnehin starre« Anttltz hatte sich förmlich versteinert. Tiefet waten die Furchen in bie verwitterte Haut eingesunken.

Eine Welt be« Leiden« und der Qualen lugte au» ben bewegungslosen Augen. Ein Nachtfalter umflatterte da« Licht, von welchem ihn bie GlaShülle trennte. Mechanisch beobachtete Miß Eva ihn, bl« er endlich oben über den Cylinbet hinwegstreifte und mit versengten Flügeln auf ben

^«n nimmt entgegen: Edition d.BlatteS.

ilnnoncen-Sureaui H Dietrich u. Co. in A und Hannover; Th. U-h in Frankfurt a.M.; fSftetn u Vogler tn G a- M., Berlin.

Köln ; Rudolf S|'9 in Berlin, Frank-

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Die alte Lady.

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