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xvm. JahrgMg.

IRötßurg, Donnerstag, 29. November 1883.

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i- neue Wirtschaftspolitik des Reichskanzlers zurückzuführen HW i, habe niemand behauptet. Aber das fei nicht zu be-

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WaS nicht zum Erstaunen," bemerkte Abel Fancy

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Weshalb?" fragte Elly neugierig.

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vom Landtag.

Berlin, den 27. November.

baren dauernden Aufgaben deS Staates die entsprechenden finanziellen Mitteln auch zu fordern. Die Einnahmen aus den im Jahre 1879 bewilligten Zöllen hätten bereits ihren Höhepunkt erreicht. Auch seine Freunde seien bereit, der Reform der Branntwein- und Biersteuer näher zu treten, indes dürfte dabei daS Gewerbe selbst, namentlich das Brennereigewerbe, nicht ruiniert werden.

Abg. Büchtemann wendet sich zunäckst gegen die Ausführungen des Vorredners, welche die Erhöhung der Löhne als eine Folge der neuen Wirtschaftspolitik betont hatten. Thatsächlich erweise der gestern vorgelegte amtliche Bericht über die Ergebnisse ter Bergwerks- und Hütten­verwaltung. daß die Lohnerhöhung nur eine sehr geringe gewesen. Die Behauptung deS Abg. Rickert, daß von 125 Millionen neuer Steuern im Reich nur 21 Millionen auf Preußen gekommen seien, habe Herr v. Zedlitz zu wider­legen nicht vermocht. Der Kernpunkt der Frage sei, wie sich der gegenwärtige Etat darstelle. Bei der Natur der bestehenden Verhältnisse muffe man sich ein Urteil über die zukünftige Finanzlage allerdings vorbehaltens heute könne man die preußifche Finanzlage nur als eine günstige be­zeichnen. Wie man aber Einnahmen aus dem Reiche er­warten und gleichzeitig die wahrscheinlichen Mehrbedürfntsse desselben betonen wolle, erscheine alö ein Widerspruch. Die stete Rücksichtnahme auf die neuen Einnahmequellen aus dem Reiche verhindern uns, für die eigenen Bedürfnisse deS Staates Sorge zu nehmen. Mit einem geringen Teile deS Ueberschuffcö könnte mehr, als im Etat vorgesehen, für die Aufbesserung der Eisenbahnbeamten geschehen. Die dringendste Reform fei, darin stimme er mit dem Abg. v. Schorlemer überein, die Reform der Kommunalsteuer. Aber auf die Dotationen deS Reiches dürfe man nicht warten. Fraglich erscheint ihm, ob man im Extraordinarium so große Summen für wenn auch an sich sehr nützliche Zwecke verwenden dürfe, so lange anderen dringenden Be­dürfnissen nicht genügt sei. So gern Berlin die Erwei­terung der Kunstinstitute an sich sehen würde, ein be­sonderes Interesse habe die Stadt Berlin daran nicht. Nach den Reden der Rechten müßte scheinen, als ob die Stadt Berlin durch Vermittelung des Herrn Ministers des Innern von dem Herrn Kultusminister eine besondere Berücksichtigung erfahre. Zur Frage Der Börfensteuer übergehend, betont er, daß daS Börfenspiel an sich gar nicht fo schlimm sei, wie eS geschildert werde. Die Gefahr lieg: im Gründertum, daran hätten sich aber alle politischen Parteien gleichmäßig beteiligt. Der S chwerpunkt deS ganzen Etats liege gegenwärtig im Eisenbahnetat. Die in demselben erscheinenden Ueberschüffe erscheinen dem Redner von zweifelhaftem Werte. Die Thatsache der Zunahme der Eifenbahneinnahme an sich sei keineswegs eine singuläre in Preußen, nur die französischen Eisenbabnen hätten seit 1882 eine geringere Einnahme. Uebcr die nutzbringende Wirk­samkeit deS LandeSeisenbahnrateS sei heute ein abschließendes Urteil noch nicht möglich. Betreffs der Tendenzen, wie

fie in einzelnen BezirkSeisenbahnräten hervorgetreten, hat er erhebliche Bedenken. DaS Ernte-ErgebntS sei im allgemeinen befriedigend, aber daß die Ansicht de» Reichs­kanzlers, wonach das Inland genügend Getreide baue, nicht richtig sei, sei vollständig erwiesen. Wir bedürften der Getreidezufuhr deS Auslandes und wir müßten den Zoll tragen. Aus den bekannt gewordenen Berichten ergebe stch, daß die Lage der Landwirtschaft im ganzen keineswegs fo schlecht sei, wie man fie zu schildern liebe. Auch die Ab­nahme der Subhastationen bestätige die». Die (liberalen) Bauernvereine trieben keine Jntereffenpolitik, und so lauge dieselben diese Tendenz verfolgen, würde dir Fortschritts- Partei sie unterstützen. Ob die zu erwartende Steuer­vorlage den Freunden der vorigjährigen Resolution zusagen werde, sei ihm sehr zweifelhaft. Daß die ganze Reform­frage nicht von der Stelle käme, liege offenbar darin, daß dieselbe mit agrarischen und sozialistischen Tendenzen ver­quickt werde. Seine politischen Freunde erklären stch au- politischen Gründen entschieden gegen die Aufhebung der dritten und vierten Klaffensteuerstufe. Vorsicht sei hier um so mehr geboten, als die Aushebung der staatlichen Steuer auch die Aufhebung der entsprechenden Kommunal­steuer mit sich führen werde. Die bisherige Beseitigung der Klaffensteuer habe eine soziale Bedeutung nicht; über­haupt erweise stch die ganze bisherige soziale Gesetzgebung als kein Weg zum Frieden; sie habe bisher nur dem Grundbesitz Vorteile eingebracht und führe nicht zum sozialen Frieden.

Abg. Dr. Wagner betont, daß der vorliegende Etat allerdings ein relativ günstiger sei, al» absolut günstig aber noch nicht zu erachten sei. Im ganzen sei der Etat als rin erfreuliches Ergebnis der neuen WirtfchaftSpolittk anzusehen. Die Aufstellung deS Eisenbahnetat- sei mit anerkennenswerter Vorsicht aufgestellt, dabei aber für Er­neuerungen ic. wesentlich mehr al» im Vorjahre au-ge« worfen. Zudem erscheinen Ausgaben in diesem Etat, die eigentlich gar nicht hierher gehören. Wenn man da» berücksichtige, würden die Ueberschüffe noch erheblich größer, als sie eingestellt wurden. Allerdings feien die günstigen Resultate der Staats - Eisenbahnverwaltung durch die Lage der Verhältnisse herbeigeführt; aber es sei doch nur ein Gewinn, daß die Ueberschüffe in den Staatssäckel gelangen, statt wie früher in die Hände der Aktionäre, denen übri­gen« ihr Besitz teuer genug bezahlt sei, wie wir ja auch bereit seien, die Hamburger Bahn um einen enormen Preis zu erwerben. Die neue Verstaatlichungsvorlage begrüßt er demgemäß mit großer Befriedigung. Der ganze Eisenbahn- Etat, wie er vorgelegt, verdiene nach alledem allgemeine Anerkennung. Der zweite Triumph den die Politik der Regierung, in Verbindung mit der Rechten und der Mitte deS Hauses erreicht, liege auf dem Gebiet« des Steuer- wefenS. WaS der Reichskanzler früher in Aussicht ge­stellt, habe sich vollständig erfüllt; durch die Reichssteuer­reform hätten sich die preußischen Finanzen seit 1879 um

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Die alle Lady.

Erzählung von Balduin Möllhausen.

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ruhigung, wenn man eine Stätte kennt, welche, wie auch immer die Verhältnisse sich gestalten, nicht nur eine sichere Zuflucht bietet, sondern wo man auch herzlich willkommen geheißen wird. Vergessen Sie daher nie, daß keine fünf­hundert Ellen weit von der alten Lady Blockhütte des Abel Fancy Farmgehöst liegt."

ES war ersichtlich, diese Aufforderung berührte Elly freundlich. Sie vermied indessen, ihren Beifall auSzu- sprechen, und so fuhren sie wieder eine längere Strecke schweigend einher. Abel überwachte die Pferde mit über­triebenem Eifer, wogegen Elly lebhaft um sich sah, wie jemand, der seine wahren Gedanken so wenig wie möglich zu offenbaren trachtet. Die Wiesen und Felder, welche ringsum tief in die Waldung einschnitten, und die hier und da auftauchenden Farmgehöfte schienen ihre Aufmerksamkeit in erhöhtem Grade zu fesseln, nicht minder die breitejLand- straße, die abwechselnd zwischen wenig künstierischen Pfahl- einfriediguugen hinführte, und durch schattige Waldung mit dicht verschlungenen Baumkronen und verworrenen, mit Kraut reichlich durchschossenem Unterholz.

Nach einer Biegung deS Weges wurden die beiden Gefährten in der Ferne eines Reiters ansichtig, in welchem sie die Gestalt deS Einäugigen zu erkennen glaubten. Jeder behielt inbeflen seine Gedanken für stch, dagegen trieb Abel die Pferde an, offenbar in der Absicht, jenem vorbeizufahren und stch von der Wahrheit seiner Mutmaßung zu überzeugen. Das lautere Poltern dcS Wagen» drang aber kaum zu dem einsamen Reiter hinüber, als et sich im Sattel umdrthte, einen Blick rückwärts sandte und sein Pferd ebenfalls zu einer schnelleren Gangart zwaug. Nach

Zurücklegung einiger hundert Ellen entzog Waldung ihn wieder den Blicken der ihm Folgenden.

Abel setzte die Pferde in noch schärferen Trab. Nach einigen Minuten bogen sie um die Windung herum; doch so weit die Augen reichten: von dem Reiter war nicht­mehr zu entdecken. Elly, welche diesem nicht minder ihre Aufmerksamkeit zugewendet hatte, sah gespannt zu Abel auf. Sie erriet, was er mit der beschleunigten Eile be­zweckte, und trachtete, aus seinem Antlitz ben Eindruck herauszulesen, welchen da» seltsame Benehmen des Ein­äugigen auf ihn ausübte.

ES entging ihr nicht, daß er zweifelnd den Kopf schüttelte, jedoch nicht geneigt, im Gespräch näher darauf einzugehen.

Wo mag der geblieben sein?" fragte sie unverkennbar mißgestimmt, und da Abel nicht gleich antwortete, fuhr sie ungesäumt fort:Zweigte sich links ober recht» ein Weg ab, sollte sein Verschwinden mich kaum wundern. So aber scheint es, als hätte er mit Bedacht un» ausweichen wollen. Ich sah ihn übrigens heut nicht zum ersten Mal, und wenn je ein Mensch mir eine an Furcht grenzende Scheu einflößte, so ist et es. Da, wo ich zu Hause gehöre, und da- ist über zweihundert Meilen von hier, beunruhigte et mich mehrfach. Et sprach zwar nie ein Wort zu mir, aber gerade da, wo ich e» am wenigsten erwartete, tauchte er vor mir auf und verschwand wieder, da mußte e» mich wohl überraschen, ihm auch hier zu begegnen. Und in der Person kann ich mich unmöglich irren; da» Fehlen de» einen Auges kennzeichnet ihn zu genau."

(Fortsetzung folgt.)

In der heutigen (4) Plenarsitzung des Abgeordneten- guses wurde nach Erledigung einiget geschäftlicher An- H tz^lrgenheiten die erste Beratung deS Etats fortgesetzt. ES rhiclt zuerst das Wort r x

Abg. Frbr. von Zedlitz-Neukirch (Mülhausen), Mer sich zunächst gegen die gestrigen Ausführungen des Ul hg.Rickert wandte; die Behauptung deS letzteren, daß es H a Konservativen nur darauf ankomme, neue Steuern zu Haffen, sei unbegründet, die Konservativen hielten eS aber Erdings für ihre patriotische Pflicht, für bewilligte AuS- iben auch die nötigen Mittel zu schaffen. Daß der Auf- hwung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse lediglich auf

reiten, daß nie zuvor Deutschland eine so günstige Position nf dem Weltmärkte eingenommen habe, als gegenwärtig. Jet wirtschaftliche Rückgang in Frankreich sei keine Folge chaftspoliük, sondern resultiere auS einer Reihe oberer Umstände. Die Auffassung deS Abg. Rickert, die Steuereinnahmequellen deS Staats nicht vermehrt i werden brauchen, sei nicht richtig. Der Staat müsse kensallS frei gestellt werden von der Macht deS Kapitals, mb so wenig et die Unterordnung des Staats unter die iiacht der Kirche billige, so würde et eine solche doch noch her hinnehmen, als die Unterordnung des Staats unter ie Macht des Kapitals. Die erhebliche Aufbesserung 5r Lohnverhältnisse, die im vorliegenden Etat ihren AuS- sdmck finde, beweise, daß die Wirtschaftspolitik von 1879 twch in sozialer Beziehung heilsam gewirkt. Die Ansätze Jim Extraordinarium für Kunstzwecke mißbilligte er an sich Durchaus nicht, hält aber dafür, daß momentan die Mittel |tau nicht vorhanden. Die Beseitigung deS Kulturkampfs Würde wesentlich von dem Entgegenkommen der ZenirumS- Mlklion abhängen. Im Interesse deS preußischen Staates Hilt er namentlich eine fortgesetzte Besserung des VolkS- . ^.Wulwesens für geboten. Ebenso sei die Etlelchterung der peHmeift« Kommunen eine alte Forderung seiner Partei. Zur Er­füllung dieser und anderer Aufgaben deS Staates reichen (41 M dessen bereite Mittel nicht aus; eS müsse notwendig auf die Beschaffung weiterer Mittel Bedacht genommen » »erben. Man solle den Mut haben, für die uuabweiS

Für den Monat Dezember nehmen alle Hanstalten (auf dem Lande die Landpostboten)

Sn,eigen nimmt entgegen: die Expedition b. Watte», sowie d-Annoncen-Bureanx von 9- L. Daube u. 6e. in Frankfurt a. M.; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Berlin; ft. Thienes in Elberfeld: « Schlotte in

arf4ttnt täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirle» SotmMgsblatt durch die Spedition (K o ch'sch« Buchdruckerei) bezogen SV. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches S Mark 50 Pf», l-rcl- Bestellgebühr.)-JnsertronSgebühr für die gespaltene Zeile 1» Pf«.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen »erben 85 PiS- berechnet.

Abel betrachtete die von Jugendlust sprühend« holde Begleiterin so lange aufmerksam, bis Beide im Lachen er­beten, und erklärte zuversichtlich:Ich möchte denjenigen le^n, der eS über stch gewänne, Ihnen auch nur mit einer Kiene zu nahe zu treten." lieber fein Antlitz eilte eine xv., .Volke ernster Besorgnis, indem er hinzufügte:Und doch ar 1014 ig M es recht schlechte Menschen, Menschen, welchen zu be- ;«z Wen für ein alleinstehendes schutzloses Mädchen gefährlich." 10% -Mag fein," gab Elly gleichmütig zu,dagegen besitzt 10 «kl alleinstehendes junges Mädchen feine offenen Augen ! »b kann Leuten, die ihm kein Vertrauen einflößen, au»

jj Oberheffische Zeitung

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Illustriertes GonutagSblatt

t Gestellungen entgegen.

10211« .Es gibt Menschen, die nicht leicht zu durchschauen \ hb, und ist man heimatlos, hat'S mit demau« dem 1 Arge gehen" oft feine Schwierigkeiten." TBei Miß Blair hoffe ich nicht heimatlos zu fein."

z»Aber wie, ich frage noch einmal, wenn Bei derselben

* W Ihres Bleibens?"

ZDann ist'« immer noch früh genug, darüber nachzudenken.

Aufmerksamer betrachtete Abel die gemächlich einher- 10 ^Menden Pferde. Erst nach einer längeren Pause hob er > Wieder mit einem Ernst an, welcher Elly ein Lächeln der Verlegenheit entlockte:Auf alle Fäll« dient es zur Be-