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Marburg, Freitag, 23. November 1883

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darunter befindet stch bekanntlich namentlich der Entwurf K Jagdordnung.

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vom Landtag.

Berlin, den 21. November.

»iedergewählt.

Der Präsident geht dann zur Frage der geschäst-

unß Finanzen: Vorsitzender v. Schuhmann, Stellvertreter Graf zur Lippe; Justizkommisston: Vorsitzender v. Bernuth,

Angelika.

Novelle von E.Lenzendorf.

sich verpflichtet halte, im wesentlichen an den Bestimmungen der früheren Vorlage festzuhalten, welchen die betreffende Kommission deö Herrenhauses nicht zugesttmmt. Nament­lich empfahl er die Bestimmung, den Ersatz des Wild­schadens dort, wo er besteht, nicht zu beseitigen. Des­gleichen hielt er für zweckmäßig, die Polizeivcrordnungen, betreffend die Ausübung der Jagd am Sonntag, fo be­stehen zu taffen, wie sie gegenwärtig provinziell nach Maß­gabe der verschiedenen Verhältnisse geregelt sind. Nach Hervorhebung weiterer Details schloß der Minister mit der Bitte, auch bei Beratung dieses Gesetzentwurfs den Geist weiser Mäßigung zu beweisen, welcher die Beratungen des Herrenhauses auszeichne. Der Gesetzentwurf wurde darauf einer Kommission von 15 Mitgliedern, desgleichen ohne Diskussion der Gesetzentwurf, betreffend die Land­güterordnung für die Provinz Schlesien, einer besonderen Kommission überwiesen, während der Gesetzentwurf, be­treffend die Errichtung eines Landgerichts in Memel, der Justizkommisston überwiesen wird. Der Gesetzentwurf end­lich, betreffend den RechtSzustand der von dem Königreich Württemberg an Preußen abgetretenen Gebietsteile, sowie die Abtretung preußischer Gebietsteile an das Königreich Württemberg, wird in einmaliger Schlußberatung erledigt werden.

Schluß der Sitzung 1 Uhr: Die nächste Plenar­sitzung wird unter der Voraussetzung, daß die Kommissionen inzwischen die bezüglichen Arbeiten erledigt haben werden, voraussichtlich zwischen dem 10. und 20. Dezember d. I. stattfinden.

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smmisfl nitten rc. Dr. Lucius empfahl die Annahme des Gesetz- (4 sttamrfs der Jagdordnung und bemerkte zunächst, daß

--ter Gesetzentwurf im wesentlichen der letzten, zur Erledigung

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach 6oim- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageIllustriere« «omttagSblaU" durch die Expedition (K o ch'fche Buchdruckerei) de,»gen 21/* Mark, durch die Postämter des Deutschen NeicheS 2 Mark 60 Pfg. (excl- Bestellgebühr.) JnfertionSgebühr für die gespaltene Zelle 1» Pf,.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet-

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte«, sowie d-Annoneen-Bureaup von G- 8. Daube u. To. in Frankfurt a. M.; Jllgersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlmig daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene) tu toerfelb: T Schlotte tu Bremen.

' Alle Anwesenden drückten ihre Ueberraschung über dieses Ereignis aus und Frau von Wulfenstein rief in lebhaftem Jene aus:So habe ich doch Recht gehabt, als ich Sic, Wie Schwägerin, vor diesem Herrn van Blombirk warnte, Wr hätte ich nie geglaubt, daß er bereits so tief gesunken M und in die Hände eines solchen Menschen wäre bald te Geschick unserer Angelika gelegt worden, o, wie ' Mich hat stch noch Alle« gewendet!"

" Albrecht schlang bei diesen Worten seiner Mutter seinen i tm fest um Angelika und der Blick, den diese hierbei auf sten Verlobten richtete, war derjenige der vertrauenden, Lebendsten Liebe. Frau von Wulfenstein aber wandte rrbur- ich jetzt an die Baronin von Roden mit den Worten: «Da Herr van Blombirk den Verbindlichkeiten gegen seine iiüubigcr nicht nachgekommen ist, so fürchte ich fast, , mte Aida, daß er auch Ihnen gegenüber seine Ver­achtungen nicht erfüllt hat, ober sollte ich mich doch ge- - i«scht haben?"

!Leider nein," entgegnete die Baronin,Sie meinen H offenbar die Kaufsumme für die indische Plantage , Muts Mannes, welche Herr van Blombirk sen. er« Men hatte?"

Frau von Wulfenstein nickte und Aida fuhr fort:Ich

»nsbm >icht gelangten Vorlage entspreche, unv daß die inzwischen erfolgten Aenderungen der Verwaltungsgesetze gebührende tarltti Berücksichtigung gefunden hätten. Im übrigen letzte der ------ Herr Minister beS Näheren dar, warum die Regierung

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Die heutige (2.) Plenarsitzung de- Abgeordneten­hauses wurde vom Präsidenten v. Köller um IVeUhr eröffnet. Am Ministertische befanden sich die Minister v. Puttkamer und v. Bötticher. Der Präsident machte eine Reihe geschäftlicher Mitteilungen, betreffend die zur Zeit erledigten Mandate und die im Laufe der letzten Monate stattgehabten Neuwahlen.

An Vorlagen sind dem Hause außer den bereits ge­nannten todtet zugegangen: Die Kreisordnung und der Gesetzentwurf, betreffend die Einführung der Provinzial- Ordnung für Hannover, sowie die Ueberstcht über die Er- gebniffe der Verwaltung der fiskalischen Berg- und Hütten­werke pro 1882/83.

Die (7) Abteilungen haben stch konstituiert und sind als Vorsitzende gewählt die Abgg.: 1. Reichensperger (Köln), Weg kreuzen möge, was nach dem, was vorgefallen, ja kaum zu erwarten ist."

Frau von Wulfenstein und Herr von Singer pflichteten den Ausführungen der Baronin bei und man sprach noch Einiges über die Flucht deö Herrn van Blombirk hin und her, bis schließlich die Herrin des Hauses erklärte, man habe nunmehr genug von jenem Elenden gesprochen, worauf dieses unerquickliche Thema verlassen wurde und sich die Unterhaltung ausschließlich der Verlobung Albrechts und Angelika'« zuwandte. Frau von Wulfenstein ließ schließlich noch ein kleines Souper zurichten, bei dem Herr von Singer einen schwungvollen Trtnkspruch auf vas Wohl der beiden Verlobten ausbrachte.

Bald darauf erfolgte die Bekanntmachung der Verlobung Albrechts von Wulfenstein mit Angelika von Roden und nach einem halben Jahre führte der Ueberglückliche Angelika als feine Gattin in Schloß Gnanstein ein, denn die Baronin hatte es zur Bedingung gemacht, daß da« junge Paar seinen Wohnsitz auf Schloß Gnanstein aufschlüge, da sie meinte, daß sie sich sonst ganz vereinsamt fühlen würde. Nunmehr stand auch der endlichen Ausführung der uns bekannten Bestimmungen in dem Testamente Sigismund« von Roden nichts entgegen. Sowohl Frau von Wulfen stein wie auch ihr Bruder, Baron Maximilian von Roden und ihre Schwägerin, die verwitiwete Gräfin von Roden, erhielten die ihnen bestimmten Summen auSgezahlt. Albrecht von Wulfenstein wußte die Mitgift feiner jungen Frau fo vorteilhaft, teils in Bergwerken, teils beim Ankauf neuer Güter anzulegen, daß er bald einer der reichsten und dabei angesehensten Grundbesitzer des Landes wurde. Auch der Rechtsanwalt BoretiuS, der die Sache Aida'S von Roden mit so viel Glück geführt hatte, erhielt durch die Ver­mittelung der Frau von Wulfenstein von Aida eine wahr­haft fürstliche Belohnung. Von Herrn van Blombirk hat man nie wieder etwas vernommen, er scheint das Loos so vieler zweioeutigen Existenzen geteilt zu haben verdorben und gestorben!

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ii.)

Die (2.) Sitzung deS Herrenhauses wurde heute zm 12VeUhr vom Präsidenten Herzog von Ratibor rrn^Bj Bjt geschäftlichen Mitteilungen eröffnet. Die (5) Abtei- und H [yigen haben stch konstituiert; ebenso die Fachkommissionen [| Geschäftsordnungs-Kommission: Vorsitzender v. Bernuth, ^^ISlellvertreter v. Kröcher; Petitionskommtsston: Vorsitzender Graf Brühl, Stellvertreter Dr. Weder; Staatshaushalt

>Vbr h ««.eiaennimmt entgegen: 11 Äebition ».Blatte«, onnetn Annoncen-Bureaux t.u iü. Dietrich u. Go. in tedt

EK Köln IC.; Rudolf

□e in Berlin, Frank- furt a. M- ic.

« t ^e Herm van Blombirk allerdings einige Male gebeten, *971 A endlich diese Angelegenheit in Ordnung zu bringen, $h er meinte stets, damit habe e« ja noch Zeit und ibV Mies betrachte er diese Summe al« einen Teil der 70! iitgift Angelika'«, so daß eS eigentlich überflüssig sei, mir < 15 oder 20,000 Pfund Sterling auszuzahlen, um i eichen Preis der Vater de« Herrn van Blombirk die ....i Anlage von meinem Manne erworben hatte. Ich bin lOOi ^ohnehin noch reich mit irdischen Gütern gesegnet und daher jene Summe schließlich entbehren; mein einziger isch ist, daß Herr van Blombirk nie wieder unseren

chH^ Stellvertreter Graf zur Lippe; Kommission für Handel r bewo und Gewerbe: Vorsitzender Prinz Hohenlohe - Ingelfingen, Stellvertreter Dr. Baumstark. Der Präsident macht dem- ' richst Mitteilung von den Personalveränderungen, die das Herrenhaus seit der letzten Session erfahren. DaS Au- ra denken der Verstorbenen wurde in üblicher Weise durch ^ 4 Erheben von den Sitzen geehrt. Die neu eingetretenen Mitglieder waren sämtlich bereit- ans die Verfassung ver­eidigt. Zu Quästoren wurden, wie früher, die Herren :rm. ! j. Schuhmann und Dr. Sulzer ernannt. Ebenso ward [3 der Letztere zum Mitgliede der StaatSschulden-Kommission

2. Hobrecht, 3. v. Wedell-Malchow, 4. Zelle, 5. Dr. Windt« horst, 6 v' Bcaulieu-Marconnay, 7. Stengel.

Auf der Tagesordnung steht die Wahl der Präfidentrn und Schriftführer. Abg. Stengel (Freikons.) beantragt, das Präsidium der vorigen Session (die Abgg. v. Köller, Frhr. v. Heeremann und v. Benda) per Akklamation wieder­zuwählen. Gegen diesen Vorschlag erhebt stch kein Wider­spruch; die Wahl wird also per Akklamation vollzogen. Präsident v. Köller und der zweite Vizepräsident v. Benda nehmen die Wahl mit wenigen Worten dankend an. Die Erklärung des im Hause heute nicht anwesenden Abg. Frhrn. v. Heeremann wird eingeholt werden.Auf Vorschlag deS Abg. Dr. Windthorst werden darauf auch folgende Schrift­führer per Akklamation gewählt: die Abgg. Sachse, DeliuS, Jmwalle, v. Quast, Bohtz, Gras Schmistng - Kerßenbrock, BopeliuS und WorzewSki. Zu Quästoren ernennt der Präsident wiederum die Abgg. v. Liebermann und Zelle. Damit ist da« Hans konstituiert und die Tagesordnung erledigt. Schluß gegen 2 Uhr.

Nächste Sitzung Montag, 26. November vormittag- 11 Uhr. (Erste Lesung des Etats.)

Ueber die Aufgaben der LandtagSfeffio« brachte da«Marburger Tagebl." an- derDeutschen liberalen Korrespondenz" einen Leitartikel, in welchem eine unfruchtbare Session prophezeit und nur dem Herrn Minister von Maybach ein sicherer Erfolg bei dem Abschluß der Verstaatlichung der Eisenbahnen in Aussicht gestellt wird.

Daß es die Liberalen wünschen, daß von dm Regierung-- vorlagen möglichst wenige zu Gesetzen erhoben werden, ist ver­ständlich, und was man wünscht, das hofft man auch, das be­weisen die faulen Prophezeiungen. Während der vergangenen Landtagssession machte eS das genannte Blatt ebenso. So schrieb dasselbe in seinem zum JahreSschluß am 31. Dezember v. I. veröffentlichten Leitartikel,die Gesetzgebung ist zur Unfruchtbarkeit verurteilt, seit der Fürst Bismarck die Unterstützung nicht mehr bei den Liberalen, fonbetn ihren Gegnern sucht", und weiter,während zur Zeit der libe­ralen Gesetzgebung Reichstag und Landtag Jahr für Jahr bedeutende Resultate zu verzeichnen hatten, bringen unsere Parlamente jetzt nirgends etwa- Fruchtbares zu stände".

Nachdem kann ferner das damals vorliegende Steuer« reformgesttz als nicht mehr ernsthaft anzufehen bezeichnet und gesagt war, daß kein Mensch, weder auf der Linken noch auf der Rechten ober im Zentrum, daran denke, daß auS den Vorlagen über die Verwaltungsreform in dieser oder einer der nächsten Sessionen Gesetze hervorgehen würden, schloß der Artikel mit den Worten:ES wird die ganze Gesetzgebung nicht früher wieder in einen regelmäßigen ge­sunden Gang kommen, bi- die Liberalen wieder den Einfluß darauf haben werden, der ihnen zukommt."

Dieser Auffassung. entspricht denn nun auch ganz der oben erwähnte Leitartikel. Dabei wird aber übersehen, daß sowohl im Reichstage wie im Landtage recht Fruchtbare- zu stände gekommen ist.

Die Verwaltungsreform ist in der vergangene« Session revidiert und sind aus den Vorlagen recht bedeutende Gesetze geworden, das Steuerprojekt der Regierung hat zu einem wichtigen Schritt in der teilweisen Aushebung der Klaffensteuer geführt, das SubhastationSgesetz ist zu stände gekommen, und vom Reichstage ist eine wichtige Revision der Gewerbe« ordnung durchgeführt und das bedeutungsvolle Kranken­kaffengesetz angenommen worden.

Wahrlich, wenn man stch durch den widerwärtigen kleinen Tageseindruck nicht beirren läßt, muß man an­erkennen, daß unsere Innere Politik nicht unfruchtbar ge­wesen ist,' und daß die Preffe, welche in Ihrem Mißmut sie so zu schildern beliebt, falsche Farben aufträgt.

So wollen wir denn auch die jetzt begonnene Land« tagSsesston nicht mit Prophezeiungen, welche Unfruchtbarkeit in Aussicht stellen, begrüßen, sondern vielmehr der H^f. nung Ausdruck geben, daß es in ihr gelingen werde, au« den Vorlagen, welche nach der Eröffnungsrede die Regie­rung dem Landtage machen wird, für da« Vaterland recht segensreiche Gesetze entstehen möchten. Da- wird aller­dings erschwert, wenn Parteien deS Landtage« mit der Absicht an die Arbeit gehen,e- dürfe nichts zu stände kommen". ES kann dann diesen Parteien wohl mal ge­lingen, mit allen Künsten und geschickter Handhabung der Geschäftsordnung da« Zustandekommen eines Gesetze« zu hintertreiben. Allein so wenig da« den Liberalen in der vergangenen Session trotz aller Versuche bei den Verwal« tungSgesetzen gelungen ist, soll eS ihnen auch jetzt nicht gelingen.

Für den Monat Dezember nehmen alle Postanstalten (auf dem Lande die Landpostboten) men 8 auf die

5u-b* Oberhessische Zeitung

[3 #ltb deren Gratisbeilage

Illustrierte- LomttagSblatt