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diese Abgabe ohne wesentliche Einbuße an ihrem Verdienst .u tragen." Wir haben dem nur zuzufügen: Bet uns z'HauS ist das schon gar lang im Gebrauch.

— In der letzten Zeit sind mehrfach gefälschte Doppel­zonen vorgekommen (namentlich in Südbeutschlanb), bei welchen nur die äußeren Platten, sowie die Ränder, echt find, wogegen der innere Raum deS Stückes mit Blei ^Sgefüllt ist. Die Platten sollen alsdann so geschickt auf­gelötet fein, daß Die Münzen äußerlich kaum ein Merkmal der Verfälschung zeigen, welche nur burch den Klang und geringere Gewicht der Stücke zu erkennen ist.

— [Pers. - Chron] Der Regierungsbaumeister Beck- giann, welcher seither die Kreis - Bauinsptkiorftelle für den zzaukreiS Hünfeld GerSfelv in Fulda auitragsweise ver­maltet hat, ist zum königlichen Kreis-Bauinspektor ernannt unb es ist demselben die gedachte Stelle definitiv verliehen morden. — Der seither mit der kommissarischen Versetzung eines Teiles der Geschäfte der ersten Custodenstelle an der Universitäts-Bibliothek zu Marburg beauftragte Dr. phil. Wenker ist zum zweiten EustoS an der gesuchten Biblio­thek ernannt worden. — Dem Gestüte-Inspektor a. D. jkümmell in Marburg stnd die Funktionen des KreiS- tlerarztes für den Kreis Marburg vom 1. Nov. d. I. an zunächst aus die Dauer eines Jahres übertragen worden. — Der praktische Arzt August Pfeil hat sich als solcher in Rotenburg niedergelassen. Der Apotheker F. Höning aus Otterndorf hat die zweite Apotheke zu Bockenheim käuflich er­worben. — Ernannt: der Gerichtsassessor Henkel in Groß­almerode zum Amtsrichter in Fronhausen, der Militäranw. Wiegand zum GerichtSdiener beim Amtsgericht Frankenberg. — Gestorben: der Gerichtsschreiber, Sekretär L u c a S in Neu­kirchen. — Verliehen: dem Gerichtsvollzieher Sturm in Hanau und dem ersten LandgerichtSviener, Botenmeister Kraus in Hanau bei ihrer Pensionierung das Allgemeine Ehrenzeichen. — Dem bisherigen Pfarrer zu Ropperhausen, Jakob Karl Moutoux, ist die Pfarrstelle zu Zella, Klasse Ziegenhain, verliehen worden. — Der bisherige Pfarrverweser zu Abterode, past. extr. Bernhard Brüne, ist mit Versetzung der Psarrstelle zu Velmeden, Klasie Lichtenau, beauftragt worden. — Der past. extr. Gustav Gerlach ist mit Versetzung der Psarrstelle zu Großalmerode, Klasse Kaufungen, beauftragt wordm. — Der past. extr. Heinrich Barchfeldt ist zum Gehülfen deS Pfarrers ReiSmann in Dörnhagen, Klaffe Kaufungen, bestellt worden. — Der past. extr. August Fischer aus Rinteln ist mit Versetzung der Pfarrstelle zu HalSdorf, Klosse Rauschenberg, beauftragt worden. — Der past. extr. Georg Ernst Adolf L e h n ist zum Gehülfen des Metropolitans v. Ro queS zu Treysa im Pfarramt bestellt worden. — Der bisherige Pfarrgehülfe zu Großalmerode, past. extr. Emil Degenhardt, ist mit Versetzung der Pfarrstelle zu Sebbeterode, Klasse Treysa, beauftragt worden.

Kassel, 29. Okt. Der „Germania" wird von hier geschrieben: Die durch den Tifchlergesellen Ritzschke auS Berlin unschuldig erlittene Untersuchungshaft in Kaffel hatte zur Folge, daß gegen den Richter, welcher die rechts­widrige Verlängerung der Haft verursacht, das DiSziplinar- Verfahren eingeleitet wurde. Am Freitag stand nun die Sache zur Verhandlung, und hat dieselbe damit geendet, daß auf Strafversetzung erkannt worden ist. Der an­geklagte Richter soll, als der Fall sich ereignete, allerdings in einer sehr üblen Lage sich befunden haben, da er gerade einen Kollegen vertreten und die Arbeiten bei ihm schwer zu bewältigen waren. Das Verhängnis hat eö auch gewollt, daß die als eilig bezeichneten Akten unter diejenigen geraten waren, welche keinerlei Beschleunigung bedurften, und würde sich das verspätete Verhör des Ritzschke hierdurch aufklären. Vor dem Disziplinargerichtshof Ist dieses Alles zu Gunsten des Richters durch einen höchst gewandten Verteidiger vergebens geltend gemacht worden, und auch der Umstand, daß derselbe gerade zu jener Zeit dringend darum gebeten hatte, ihm einen Assessor zur Hülfe zu geben, fand keine Berücksichtigung. Der Ober-Staatsanwalt beantragte daS höchste Strafmaß, nämlich Dienstentsetzung, indem er mit dem Verteioiger übereinstimmte, daß der Fall zu einer Strafversetzung sich nicht eigne, die Bestrafung durch Verweis oder Geldbuße bis zur Höhe eines Monatsgehaltes aber als viel zu gering erachtete. Da der Richter schon 37 Jahre gedient hot, so nimmt man an, daß er sich eher pensionieren als versetzen lassen wird. Derselbe gehört dem alten hessischen Richter­stande an, und e6 wird ihm wegen seines Mißgeschickes aufrichtige Teilnahme erwiesen. Er soll übrigens die Appellation gegen das Urteil eingelegt haben.

Kaffel, 2. Nov. Gestern morgen ist die Leiche deS leit einigen Tagen vermißten Knaben in der Nähe des MafchtnenhauseS in der Aue aus der Fulda gelandet und in das elterliche HauS gebracht worden.

Kaffel, 1. Nov. Gestern abend bewegte stch ein statt­licher Zug, veranstaltet von dem „Raffelet Männergefang- verein", durch die WilhelmShöher Allee, um dem allver- ehrten Ehrenmitglied des Vereins, Herrn Hoffchaufpieler Karl Häfer aus Anlaß feines heutigen fünfzigjährigen DienstjubiläumS ein Ständchen darzubrtngen. DaS herr­liche Lied „Bald prangt der Morgen" von Mozart er­öffnete die Feier, an das stch in würdiger Weife drei Kom­positionen des allverehrten Jubilars anichloffen. Mit bewegten Worten dankte tiefet für die ihm wiederfahrene Aufmerksamkeit und Ehre, während in schlichten Worten bet Vorsitzende des Vereins bet Verdienste des Jubilars lowohl als barstellender Künstler, als auch als Komponist ürvachte, zum Schluß ihm ein dreifaches Hoch ausbringend.

Kaffel, 2. Nov. Gelegentlich der heutigen Jubelfeier unseres Karl Häfer werden abends nach Schluß Der Vor­stellung im königl. Theater die hiesigen Gesangvereine das von demselben komponierte beliebte Lied: „O Wald mit deinen duft'gen Zweigen" auf der Bühne zum Vortrag bringen. '

Frankfurt, 1. Nov. In Sachen des Dynamit-Atten­tates im Polizei - Präsidialgebäude soll gutem Vernehmen nach ein Indizium entdeckt sein, welches möglicherweise auf die Spur des TbäterS führen kann. Ein im Ostend woh­nender Hauseigentümer vermietete vor uicht ganz 14 Tagen ein möbliertes Zimmer an einen Fremden, der die Miete für zwei Wochen vorauSbezahlte. Noch vor Ablauf der Mietzeit, am Tage der Explosion, reiste der Mieter plötz­lich ab, ohne dem Hausherrn weitere Mitteilung zu macten. So viel wir hören hat der L-tztere bei dem k. Polizei­präsidium Anzeige von dem Faktum gewacht, daS wir auf die Mitteilung eines Dritten hin wiedergeben. — Von dem hiesigen Opernhause wurde dieser Tage eine vierfache Telephon-Drahtleitung nach dem OberpostamtSgebäude ge­legt, um von da nach dem Schlosse des Landgrafen von Hessen zu PhilippSruhe weitesgeführt zu werden. Auf der Rampe deS BühnedprosceniumS dahier sind zwei Adersche Mikrophone aufgestellt, welche, mit den erwähnten Draht- leituttflen verbunden, Ton und Wort der Solosänger und der Chöre, sowie der Klänge des Orchesters in die in einem der Ditektionszirnmer des Postgebäudes befindlichen SiernenS- schen Telephone übertragen, mittelst deren die Oper bis in die feinste Nuancierung der Kompositionen gehört werden kann. Ein Probeveisuch welchem der Landgraf und Familie daselbst beiwohnte ist sehr günstig ausgefallen, infolge besten die erwähnte. Leitung im Laufe der nächsten Tage bis nach PhilippSruhe fortgeführt werden wird, um die hiesigen Opernaufführungen allabendlich dahin zu übertragen.

Arolsen, 31. Okt. Der Landtag der Fürstentümer Waldeck unb Pyrmont ist durch den LandeSdtrektor v. Putt- kamer eröffnet worden. Unter den Vorlagen befindet sich ein mit Preußen abgeschlossener Staatsvertrag wegen Be­freiung der in den hiesigen Fürstentümern für Rechnung des preußischen Staates betriebenen Eisenbahnen von StaatS- und Kommunalabgaben.

Bermtschtes.

— (Gräßlicher Sturz.) Aus Freising, 24. Okt., schreibt man dem „Bayer. Kur.": Heute ereignete sich um die Mittagsstunde in Neustift bei Freising ein gräßlicher Unglücksfall: Der verheiratete GlasermeiUer und Maler Herr Schreiner jun., ein noch junger Mann, machte stch auf dem Dache seines Hauses, auf einer Leiter stehend, zu schaffen, als plötzlich eine Sprosse brach unb bet Bedauerns­werte hinabstürzte, wobei er so unglücklich auf einen Stecken an einem Rosenstocke seines Gartens fiel, daß er sich hieran förmlich aufspießte unb die Spitze dieses Steckens, welche Unterleib unb Brust durchbohrte, ihm zum Halse heraus» drang. Ein Arzt, welcher soeben des Weges kam, konnte ihm diesen Stecken zwar noch aus der Wunde ziehen, bet Verunglückte verschied jedoch alsbald unter den qualvollsten Schmerzen.

— (Ein „Wunderdoktor".) Im Fauburg Mont­martre zu Paris etablierte sich vor Kurzem ein „Wunder- doklot" mit fremdländischem Namen, der vielen Zulauf hatte. Die Zulassung zu seinen Konsultationsstunben war auf alle mögliche Weise erschwert, tiefes Geheimnis um­hüllte ben Wnnberthäter, feine Diener verrieten nichts; bie Folge davon wat, daß das Wartezimmer vom Morgen bis zum Abend belagert war. Die Polizei bekam hiervon Wind und sendete einen Kommissär ab, welcher die Vor­weisung deS Diploms verlangte. Statt bet erwarteten Be- stützung und Angst zeigte bet Doktor lächelnd fein — wohlauSgefertigteS richtiges Diplom und authentische Fakul- tätszeugniste vor. „Aber" — bat der Doktor ben Kom­missär — „nachdem Sie sich vollkommen überzeugt haben, bitte, verraten Sie nichts, denn wenn meine Patienten er­fahren, daß ich ein rechter Doktor der Pariser Fakultät bin, so verlassen sie mich alle zur Stunde."

— (Jugendlicher Heldenmut.) Am 20.August, so melden englische Blätter, rettete ein 12jährigcs Mädchen das Leben eines Kindes aus ben Wellen. ES sprang, ganz angeHelbet, von einem Felsen in Blackpool bei Dort- mouth in das Meer, das dort sehr wild zu fein pflegt, ergriff daS dem Ertrinken nahe Kino und hielt eS in die Höhe, bis Hilfe vom Ufer kam. Solche kindliche Helden» thaten sind übrigens längs der englifchen Küste keine Selten­heit, wie die Liste der von der „Royal Humane Society" für Lebensrettungen zuetkannlen Preise zeigt. Ein mutiger kleiner, nur 9 Iahte alter Knabe, S. G. Pile, erhielt eine Ehrenmedaille rflr folgende Thal. Ein Kind fiel von der Landungsbrücke in Oreston, bet P yrnoulh, uno wurde von Den Wellen weitet getragen, das Westet wat 36 Fuß tief. Pile sprang in seinen Kleinern ins Meer, schwamm dem Kind nach uno brachte es schwimmend an die Brücke zurück, wo man ihnen aus dem Wasser helfen konnte. Ein zwölf­jähriger Knabe, Humphreys, rettete am 20. August ein vier­jähriges Kind aus dem Fluß bei Llanberis und erhielt eine EhrenmelDung. Die Thal wat um so schwieriger, als das Kind in einem Wirbel stch befand. Unter den übdgen Lebensrettern, welche belohnt wurden, befinden sich noch ein Knabe und ein junges Märchen.

Telegraphische Depeschen.

Gloga», 1. Nov. (Prozeß Förster und Genoffen.) Nach vem Plaidoyer deS Rechtsanwalts Cohn und einer Replik des Staatsanwalts wurde die Verhandlung auf ronnabenb vertagt. Die Urteilsverkündigung findet vor­aussichtlich Sonnabend nachmittag statt.

Paris, 1. Nov. Eine der Regierung via Zanzibar zugegangene Depesche deS Admirals Galtber aus Tamatave meldet, die HowaS suchten Unterhandlungen nach. Der Admiral leitete daher Pourparlers mit den Delegierten der HowaS Regierung ein.

London, 1. Nov. DaS Packetboot „Holyhead" ver­unglückte dadurch, daß es mit dem deutschen Barkschiff „Alhambra" zusammenstieß. Beide Schiffe find gesunken, von der „Holyhead" find aber nur 2 und von der „Alhambra" 13 Personen ertrunken.

Londonderry, 1. Nov. Der parnellitische Deputierte,. Lordmayor von Dublin, Dawson, traf heute im Hotel de Ville anläßlich deS irischen Nationalmeetings hier ein und wurde in Prozession bis zu seinem Absteigequartier geleitet. Inzwischen bemächtigten sich die Otangisten deS Stadt­hauses, schoffen auf die Prozession und warfen mit Steinen nach ihr. Zwei Teilnehmer wurden durch Schüffe schwer verwundet; die Volksmenge zertrümmerte die Fenster deS Stadthauses, die Polizei und Kavallerieabteilungen zer­streuten jedoch die Menge und ft. Uten die Ruhe wieder her. Die Orangisten räumten sodann da» Hotel de Ville.

Belgrad, 1. Nov. Der Minister des Auswärtigen ist gestern hier eingetroffen. Er übernahm heute wieder die Geschäfte.

Anfrage an die Post.

Ist im Sinne der obersten Poftverwaltung gehandelt, wenn am gestrigen Buß- und Bettage:

1) die hiesigen Briefträger den ganzen Vormittag ihre Briefe u s. w bestellen mußten und so keine Gelegenheit hatten, an diesem hohen Festtage den um Va10 Uhr beginnenden Hauptgottesdienst besuchen zu können;

2) wenn die hiesigen Pakelbcsteller sowohl des Vormittags als auch des Nachmittags die Pakete auf ihren Karren in der Stadt herumsahren und bestellen mußten und so weder deS Vormittags noch des Nachmittags dem Gottesdienste bei­wohnen konnten;

3) wenn auch die Postsendungen auf daS Land ihre Be­stellung gefunden haben? ?

Frankfurt a. M., 2. Nov. (Mitgeteilt durch Menke- Eichelberg u. Sohn.) Kreditaktien 238z. Staatlbahnaktien 2681. Lombarden 121 j. Diskonto Commandit 184z. Egypter 69|. 1880er Ruffen 70Z. 4proz. Ung. Goldrente 73). 6proz. Ung. Goldrente —. Silberente —. Donau-Drauaktien —. Gott- hardaktien 95$. Spanier 57z. Tendenz: fest.

ÖC* Hierzu eine Extrabeilage, Preiskurant der Bremer Zigarren - Fabrik von Julius Schmidt, Hoflieferant, Engros-Lager und Versandthaus Hannover.

Todes-Anzeige.

Freunden und Bekannten machen wir hierdurch die schmerz­liche Mittheilung von dem heute Morgen um 5 Uhr erfolgten Tode unseres 14 Wochen alten unvergeßlichen Söhnchens

Conrad.

Um stille Theilnahme bitten

Marburg, am 2. Nov. 1883

3743] Louis Schäfern. Fra».

MUan.V Bers. Mittwoch .DWIL-V. 7. Rovbr.l-/2U.

b. Frei^hof.______________(3744

Marb. Jagdschuyvcrrin.

Der Vereinsabend wiro von Sonn­abend, den 3. auf Lonnadend, de» 10. d. M. verlegt. [3745

Mademischer Koncert- 3746] Verein.

Heute, Freitag, den 2. Novbr., Abends 8 Uhr: Gesammt-robe im Gymnasium.

Der Borstaad

3747]

PATENT- I

Beaorsung u. Verwerthung. ooSS

J. Brandt, Civil-Ingen. H ■

Königgrätzer Str. 131, -■ 1

Berlin W. (2793 W

Krieger- tifaniitti.-Ucrrin.

Sonnabend, den 3. d. Mts.: Autzerordentl. Generalversamm- l»ng im Vereinslokale. Anfang Präci« 9 Uhr.

Da die Tagesordnung sehr wichtig und reichhaltig, so wird um recht zahl­reiche Betheiligung gebeten.

Fortbiiduugs-Verein.

General- Berfammlnng Sonn­abend, den 3. November, Abends 9 Uhr, im Lokale des Vereins zur Besprechung über Betheiligung am Schlußakte des bevorstehenden Luther- festeS.

3662] Der Vorstand.

Fortbildungs-Verein.

Sonntag, den 4. November, Abends von 8 Uhr an im Saalbau: 1 Wintervergnügen: Bocal- ». Instrumental - Eoncert und nach­folgend Tauzlränzchen.

Entröe zum (Kontert 25 Pf., zum Tanz 1 Mark [3748

Gesucht

einige tüchtige Backstein-Maurer am Neubau des Herrn Schweinsberg. 3656] I. Georg Heres.