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MarSurg, Dienstag, 2. Oktober 1883.
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die Hände:
„So, mein Bürschchen, das ist mal vorläufig für _bein Horchen. Daß der Stein aber in der Dunkelheit so hübsch den Hallunken traf, und mit welcher Kourage er da drüben derdustete. Du lieber Gott da oben" — eS war dem biederen Kutscher recht ernst gemeint — „hilf mir ein Bischen, daß ich den Kerl auch fernerhin, auf seinen
Waldharmchen.
Novelle von Jalob Regnery.
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schluß, sich mit Deutschland zu verbünden, schneller zur Reife zu bringen, als die feindselige Stimmung, die man in Frankreich gegen ihn zur Schau trägt? Es ist dies ebenso unpolitisch, wie es die Freude eines Teiles der französischen Presse war, welcher über den letzten Aufstand in Spanien in Jubel auöbrach und dadurch die spanische Regierung gegen Deutschland hin drängte. So schädlich aber diese beleidigenden Aeußerungen der französischen Organe der öffentlichen Meinung für die Beziehungen zwischen Frankreich und Spanien auch sein mögen, weit schädlicher find sie noch dem guten Rufe Frankreichs in Europa. Die beste Waffe, welche der deutschen Regierung in die Hand gegeben ist, um die europäischen Mächte um sich zu scharen und seinen Erbfeind zu isolieren, ist die französische Streitsucht, und die französische Presse thut in diesem Augenblicke alles Mögliche, um den Glauben an diese Streitsucht zu befestigen." Sehr richtig.
Badtv-BadkU, 29. Sept. Der Kaiser ist nachmittags 4V» Uhr hier eingetroffen und wurde von der Menge enthusiastisch begrüßt.
München, 29. Sept. Unter den im Budget angesetzten Mehrausgaben befinden sich 2 334965 Mark für Verzinsung und Tilgung der Staatsschuld, 968000 Mark für Heimzahlung des seinerzeitigen ReichSzuschuffeS zur Einlösung des bayerischen Staatsgeldes, 140 000 Mark für den Neubau des Landtagsgebäudes, 277000 Mark für den Neubau von Strafanstalten, 1566000 Mark für Aufbesserung der Gehalte der pragmatischen Beamten.
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Illustriertes Sormtagsblatt
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Expedition der Oberhess. Ztg.
dräuten, wie wenn sie bürgerliche Miasmen — er hielt sich nun einmal als zu dem hohen Adel gehörig — vor sich herblasen wollten, dieses gewichtige Augenrollen nach der Decke des Zimmers das er zufällig mit seinem hohen Besuche beehrte, das alles waren, neben feiner Stellung, Umstände, die den Mann höchst salonfähig machten. Er wars und bliebs, der Herr Präsident.
Aber noch eine viel gewichtigere Person wurde erwartet: Der Hausminister Sr. Königlichen Hoheit des Herzogs von S.
Für ihn, die Exeellenz, waren von der in voller Glorie und Liebenswürdigkeit strahlenden Freifrau von und zur Triebenan drei komfortabel ausgestattete Gemächer reserviert, und hatte die Gnädige sogar mit ihrem Neffen sich vorher darüber geeinigt, daß Exeellenz, die ohnehin weitläufig mit denen v. Werneck verwandt war, unbedingt die Nacht über im Schlosse bleiben solle.
Es waren die erste« Worte, die die beiden seit Tagen miteinander wechselten, und die Freifrau zeigte sich heute in einer solchen Zuvorkommenheit, daß Rudolf v. Werneck sich allen ihren Anordnungen bereitwilligst fügte, umsomehr, als derartige Arrangements eben nicht zu seinen Passionen zählten.
Jetzt kam Exeellenz in den Schloßhof gefahren, respektvoll von der Freifrau und dem jungen Baron in dem Vestibüle des Schlosses empfangen, um nach Austaufchung einiger Höflichkeiten die Marmortreppe hinaus zum Ahnen- saal geleitet zu werden, woselbst die übrigen schon vollzählig anwesenden Herren im leichten Konversationston sich bewegten. Allgemeines Nicken und leichte konventionelle Verbeugungen, als der letzte der Jagdgesellschaft vornehm grüßend in den geheiligten Raum eintrat.
(Fortsetzung folgt.)
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tbt st Schleichwegen ertappe und unschädlich machen kann."
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Ausland.
Wien, 29. Sept. Der „Politischen Korrespondenz" wird ans Belgrad vom 29. Sept, gemeldet: Der König von Serbien wies telegraphisch das serbische Kabinett an, die Skupschtina am Sonntag feierlich zu eröffnen und einen UkaS des Königs zu verlesen, worin die Skupschtina daran erinnert wird, daß ihr dermaliger Wirkungskreis nur auf die Beratung und Beschlußfaffung der Eisenbahn- Konvention eingeschränkt ist, welche gleichzeitig vorgelegt wird. Es wird versichert, die Regierung sei entschloffen, im Falle eines Widerstandes der Opposition die Skupschtina aufzulösen, in welchem Falle sich nach des Königs Ankunft ein Kabinettswechsel vollziehen werde. Es wird auf das Bestimmteste versichert, ein radikales Kabinett komme nicht in frage. — Eine Meldung der „Politischen Korrespondenz" aus Sofia bezeichnet die Bukarester Nachricht über die Abreise des Fürsten von Bulgarien nach Wien als vollständig erfunden; desgleichen seien alle angeblichen Abdikationsabstchten des Fürsten gänzlich unbegründet. Die Stellung des Fürsten sei eine festere als je. Sowohl aus der Sobranje wie aus dem Lande kommen dem Fürsten zahlreiche Beweise deS Vertrauens
Deutsches Reich.
Berlin, 29. Sept. Der nunmehr bekannt gewordene Ausfall der Stichwahl im ehemals Bennigsenschen Wahlkreise beschäftigt heute die meisten Blätter. Die liberalen Zeitungen erblicken übereinstimmend darin ein neues Symptom des Niederganges des Nationalliberalismus. Beachtenswert sind auch die Aeußerungen der konservativen Presse. So sagt der „Neichsbote": „Die Zeit des Nationalliberalismus ist vorüber. Das Volk verlangt überall eine klare Stellung zu den Bedürfnissen und Fragen des Volkslebens und ein frisches offenes Eintreten mit Ja oder Nein. Die mit Ja und Nein gemischte Halbheit mag niemand mehr leiden. Die Fortschrittspartei benutzt diese Stimmung und erntet bie Vorteile, während die anderen Parteien in thörichter Superklugheit eine vornehm geheimnisvolle mittelparteiliche Halbheit pflegen. Hoffentlich rafft man sich auf konserva- tlver Seite zu einer volkstümlichen Klarheit auf, ehe es zu spät ist, sonst wird man bei der nächsten Reichstagswahl die mittelparteilichen Halbheiten teuer bezahlen müssen." Die „Krenzztg." äußert sich: „Mit der Otterndorfer Wahl gelangt der Nationalliberalismus in Hannover an eine bedeutsame Wendung. Besonders verdient bemerkt zu werden, daß der unterliegende Kandidat einen Teil seiner Stimmen überhaupt nur dadurch erreicht hat, daß er die agrarisch gesinnten Kreise für sich zu interessieren wußte. Mit dem „reinen* Nationaliiberalis scheint cS in Hannover eben zu Ende zu gehen." Die „Germania" meint: „Es handelt sich hier nicht um einen lokalen Vorgang, sondern um ein Ereignis von größter allgemeiner Tragweite Es ist ein Symptom des Zusammenbruchs der Partei, und der Vorgang wird bei dem tiefen Eindruck, den er hüben und drüben macht, zugleich bedeutend einwirken auf die Beschleunigung des Auflösungsprozesses, der wohl kaum mehr zu hindern ist. Herr v. Bennigsen hat sich zurückgezogen, um im Besitze des allgemeinen Bedauerns über seine Ab-
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VI.
Es sind acht Tage ins Land gezogen. Auf dem Turme des westlichen Schloßflügels flatterte an hoher Stange, weithin sichtbar, eine mächtige Fahne, im grünseidenen Felde einen springenden Löwen, das Bild der höchsten Kraft und Rüdheit, als Wappen derer von Werneck zeigend. Ge- tvitterwolken zogen drohend von GÜdwest heran, und der Bvrbote derselben, ein brausender Sturmwind jagte über
«„zeigen nimmt entgegen: bie Expedition d. Blattes, (Oiie b.flnnoncen-SÖureaut 3. ib- Dietrich u. Co. in gaff-l und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt aM-; ßaafenftein u. Vogler in Zronkfurt a. M-, Berlin, zeipzig, Köln rc.; Rudolf ..■loffe in Berlin, Frankfurt a. M. re.
Erscheint tägltch außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllnstrirteS SoiMtagSblatt" durch die Expedition («och'sche Bnchdruckerei) bezogen 21/. Mark, durch die Postümter des Deutschen Reiches 2 Mark 60 Pfg. (excl- Bestellgebühr.) — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg.
Mr in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet-
Wesenheit sich zu konservieren und einst wie ein Cincinnatus vom Pfluge sich zurückholen zu lassen. Die Mehrheit seines ehemaligen Wahlkreises teilt augenscheinlich das Bedauern über seine Zurückgezogenheit nicht, und wenn eS nach ihrem Willen geht, so kann CincinnatnS ewig beim Pfluge bleiben. Herr v. Bennigsen kommt unS vor wie ein Eremit, dem böse Buben daS letzte Luftloch in seiner Höhle verstopft haben." — Man erwartet in der bevorstehenden Reichstagssesston die Einbringung des schon einmal beratenen Vogelschutzgesetzes, nachdem sich dessen Notwendigkeit immer mehr herausstellt. — Ueber ein baldiges Ausscheiden des Polizeipräsidenten von Madai aus seiner Stellung find schon die verschiedenartigsten Nachrichten verbreitet worden, jetzt erfährt man, daß Herr von Madai sein Amt von Montag ab wieder übernimmt, aber nur bis Anfang Februar nächsten Jahres, wo er sein 50jähnges Dienstjubiläum feiert. Zugleich wird versichert, daß der Abgeordnete und Landrat des Kreises Teltow, Prinz Handjery, die meisten Chancen habe, v. Madais Nachfolger zu werden.
Berlin, 30. Sept. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht eine Zuschrift des Betriebsamtes der Berlin- Magdeburger Eisenbahn, worin diese gegenüber der irrigen Auffassung ihres Bescheides an die Hinterbliebenen eines in Steglitz Verunglückten sagt: „Bei Eingang des fraglichen Gesuches stand uns zur Beurteilung der Sachlage mir das Material der verwaltungsseitig geführten Untersuchung zu Gebote, wir konnten daher auch nur unter Würdigung desselben vorläufig unsere Ansicht dahin aussprechen, daß hiernach ein Verschulden der Verunglückten angenommen werden müfse. Wir haben jedoch ganz besonders darauf hingewiesen, daß das Resultat der zur Zeit noch schwebenden gerichtlichen Untersuchung abgewartet werden könne. Es dürfte hieraus zur Genüge hervorgehen, daß eine Ablehnung der Haftpflicht, welche die Hinterbliebenen zur gerichtlichen Verfolgung ihrer Ansprüche veranlaffen könnte, in keiner Weise vorliegt."
— Die englische Preffe beschäftigt sich eingehend mit dem Wutausbruch der französischen Presse über die Ernennung des Königs Alfons zum Inhaber eines preußischen Ulanen-Regiments, und bedauert die von den Pariser Zeitungen eingenommene Haltung. Die ministerielle „Pall Mall Gazette" schreibt: „Wahrscheinlich hat der König nie daran gedacht, daß die Annahme der ihm zugcdachten Auszeichnung in Frankreich als eine Beleidigung aufgefaßt werden würde. Es stand nicht bei ihm, sich ein Regiment zu wählen, dessen Geschichte nicht in Frankreich unangenehme Erinnerungen erweckt haben würde. Wenn König Alfonso die Absicht hegte, oder vielleicht schon verwirklicht hätte, sich mit Deutschland zu alliieren, so könnte den Franzosen ihre Heftigkeit keinen Nutzen bringen. Wenn er aber zu Deutschland nur hinneigt, was ist dann bester geeignet, seinen Ent- daS Schloß und peitschte die aufgehißte Fahne, und laut kreischend lärmten die alten, rostigen Weitterfahnen, wie wenn Unheil im Anzuge sei.
In dem Schloste gieng eS lebhaft zu, und im Hofe und in den Gängen begegnete man nur erwartungsvollen und dienstbeflissenen Gesichtern. Livreengefchmückie Diener in Schnallenschuhen und grünsamtnen Kniehosen schlüpften kaum hörbar über die dicken Treppen- und Flurteppiche an zi rlichen Kammermädchen und geputzten, wangengeröteten Mädchen vorbei, eine Hast und eine Eile, daß kaum Zeit übrig blieb, um kosende und neckische Worte herüber- und hinüberfliegen zu lasten.
Kein Wunder auch: Die Nobleste der Provinz und hohe auswärtige Personen wurden im Schlosse erwartet, waren teils schon angekommen, um einer Einladung des jungen, durch seinen Familiennamen weithin ins Land bekannten Freiherrn zur Treibjagd Folge zu leisten.
Alljährlich wurden diese Jagden, die sich einer großen Beliebtheit seitens deS hohen Adels erfreuten im Herbste abgehalten, und kopfschüttelnd hatten die Geladenen erst die Einladungen zu einer solchen Jahreszeit gelesen; war eS doch erst Frühjahr. Aber man kannte über die Grenzen der Provinz hinaus die Launenhaftigkeit, das exzentrische Wesen des BaronS, und so sagten alle zu, sogar der einzige Eingeladene bürgerlicher Herkunft der RegierungSpräfident Zahn aus S.
Er war gelitten unter der adligen Gesellschaft, da er sich deren Attidüden, dem ersten Landjunker zum Trotz ungeeignet hatte. Dies grimmige, vollbärtige, sinnlich dicke Gesicht, das mit souveräner Verachtung auf sterbliche, gewöhnliche Menschenkinder herabschaute, diese wulstigen, von einem riesigen Schnurrbarte glücklicher Weise voll bedeckten Lippen, die in steter Blasebalgbewegung nach auswärts
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Da draußen aber grinste der rote Julius: „So also, Du sauberes Geschwisterpaar, düpieren willst Du mich, so wie einen rechten Gimpel an der Ncse herumführen. Na, Wir wollen sehen, wer der Gescheidtcre bleiben wird. Vorläufig, Julius, hast Du genug gehört, jetzt gilt es schnell und entscheidend zu handeln; verdammte Schwefelbande Du l"
Mit diesem dumpf gemurmelten Worten entfernte er sich, vorsichtig auftretend nach der Straße zu. Da fauste ein schwerer Stein durch die Lust und flog mit voller Wucht an des Försters Kopf. Mit einem schwachen Aufschrei stürzte er in einem Waldweg und verschwand in dem Dunkel. Auf der andern Seite der Waldstraße aber rieb 6Off sich der alte Otto, der herrschaftliche Kutscher, vergnügt
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bnreaux von ®. 8. Daube u. Co. in Frankfurt a. SW.; Jägersch« Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvattoendankin Berlin; W. Thienes in Elberfeld: 6. Schlotte in Bremen.
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