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xvm. Jahrgang.

Marburg, Sonnabend, 29. September 1883.

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werde und bleibe über den nach immer größerer Geltung ringenden Parteigeiste: nicht dieser ist es, welcher Deutschland groß und glücklich gemacht hat und für alle Zeiten mächtig erhalten wird, sondern allein jener.

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Waldhannche«.

Novelle von Jakob Regnery.

Das Natioualdeukmal auf dem Niederwald.

Am heutigen 28. September wird das herrliche Denkmal enthüllt, welches, vom Niederwald nach dem Vater Rhein herab- und fern hin zu den Vogesen hinüberschauend, er­richtet worden ist von der gesamten Nation zum Andenken an die deutschen Kämpfe und Siege, zum Preise der deutschen Einigkeit und Freiheit und zur Verherrlichung der Wieder­ausrichtung des Reiches und der deutschen Kaiserkrone. Entsprechend der nationalen Bedeutung dieses Denkmals wird Kaiser Wilhelm, umgeben von deutschen Fürsten und zahlreichen Vertretern des deutschen Volkes, diesem auf alter, sagenreichcr und naturschöncr Stätte errichteten Kunstwerke, welches deutsche Begeisterung, deutsche Eintracht und deutscher Fleiß geschaffen, selbst die höchste Weihe geben.

Nicht nur für die unmittelbaren Teilnehmer des Festes, sondern für ganz Deutschland ist die Enthüllung des Nattonal-

denkmalS auf dem Niederwald eine erhebende Feier. AuS den Sorgen und Mühen des Tages, aus der Alltäglichkeit der inneren politischen Kämpfe lenkt sie unseren Sinn zurück in die Tage, wo die deutschen Stämme, von schwerer Kriegsgefahr bedroht, sich einmütig erhoben zum Schutzs des deutschen Vaterlandes, und in jene Zeit, wo aus den blutigen Saaten d-S Kriegs Kaiser und Reich wieder herrlich erstanden. Wie die Erinnerung an diese Erhebung und Wiedergeburt die Herzen aller Deutschen höher schlagen läßt, so belebt sie auch von neuem das Bewußtsein von dem glücklichen Besitz und der Ueberzeugung von der Un­möglichkeit eines Verlustes dieser Einheit.

So zersplittert die Nation gegenwärtig auch in Partei- anst'Lten und Parteibrstrebungen sein mag, die nationale Einheit und die Einigkeit der deutschen Fürsten und Stämme kann das ist die große Errungenschaft jener Tage! niemals wieder in Frage kommen. Gegenüber dieser Einheit und Einigkeit, was wollen da die kleinen Un­einigkeiten und Streitigkeiten besagen, welche unsere Parla­mente erfüllen? Gegenüber diesem Besitz, was bedeuten da die Ziele, Wünsche und Hoffnungen der Parteien?

Die inneren Parteikämpfe bieten oft nicht viel Er­mutigendes und Befriedigendes, und wer in ihnen ganz aufgeht, der wird sich leicht ungerechtfertigter Mißstimmung oder übertriebener Vertrauensseligkeit überlassen. In diese Stimmungen die Nation hineinzutreiben, ist Aufgabe der Parteien: nur hiermit glauben sie ihre Ziele und Zwecke erreichen zu können. Die Gefahr liegt aber nahe, daß die Nation hierbei auf falsche Wege gerät und den Sinn für diejenigen Behältnisse verliert, die recht eigentlich die Wurzeln ihrer Kraft und Größe sind. An diese wieder erinnert zu werden, ist ein Segen, der nicht hoch genug anzuschlagen ist.

Die bevorstehende Enthüllungsfeicr ist geeignet, wieder den Sinn für des Vaterlandes Macht und Herrlichkeit und für die Bedingungen derselben neu zu beleben. Wir wollen keineswegs die Kämpfe der Parteien unterschätzen: auch sie haben ihr Gutes und werden gewiß der Nation schließlich zum Heile ausschlagen. Aber wir wollen uns auch nicht dem Partcijammcr, wie er mit diesen Kämpfen verbunden ist, völlig hingebcn und nicht der Meinung leben, daß das Glück des Vaterlandes allein von dem Ausgang dieser inneren Streitigkeiten abhängt. Eine solche Rolle spielen sie nicht und dürfen sie auch nicht spielen: sie würden hier­mit das verdunkeln und in den Schatten stellen, was wir erreicht haben, und was für uns Deutsche der wertvollste Besitz ist, die Einheit des Vaterlandes unter dem Kaiser­haus der Hohenzollern und die Einigkeit der deutschen Stämme, welcher daö nationale Denkmal auf dem Nieder­walde geweiht ist.

Möge das bevorstehende Fest, welches gewiß alle Deutschen mit gerechtem Stolze erfüllen wird, läuternd und erfrischend auf den nationalen Geist wirken, daß dieser Herr

S»,eigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes,

Wenn nur der verfluchte Hund nicht draußen in seiner Hütte liegt; in dem Falle wäre nichts mit meinem Horchen und ich möchte doch gar zu gern so ungesehen merken, wie den beiden die verabreichten Pillen schmecken. Verdammt, ich glaube nach allem, was ich die Tage und besonders heute durchlebt, daß die Hölle mich unterstützen wird in meinen wohlangelegten Plänen. Ha, es ist doch ein hübsches Geschäftchen, so seine 10000 Thaler in die Tasche zu stecken und das schönste Mädchen der Umgegend als Braut hcimzuführen I Und dann dem Baron aus purer Zuneigung und Erkenntlichkeit noch eins auf die Rippen zu brennen, cS ist auch ein eigener Spaß. Aber das Donnerwetter, die famose Freifrau da unten, hm, die VegiflungSgeschichte war nicht übel gedacht; wahrlich, Du adlige Pflanze, in Deinen Adern fließt edles Blut."

Unter diesen und ähnlichen Worten war Julius bis in die Nähe des Försterhäuschens gekommen, und vorsichtig schlich er sich heran. Nichts regte sich, der Hund mußte also drinnen sein. Durch die Fensterladen des zur Straße zu gelegenen Wohnzimmers drang ein breiter Lichtstreifen; sie waren nur halb angclehnt. Behutsam nur mit den Fußspitzen auftret nd, gieng der Förster Julius bis dicht an das Fenster heran. Lautlose Stille herrschte da drinnen und jeden einzelnen Gegenstand konnte er deutlich erkennen. Wie ihm des Herz unter dem Jägerrock schlug! Ein krampfartiges Schlucken überfiel seinen Hals und er hielt seine Hand vor den Mund, um ein etwa vorausbrechendcS Räuspern zu unterdrücken oder doch unhörbar zu machen.

Der Jägerhund da drinnen lag in einer Ecke, die

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Expedition der Oberhess. Ztg.

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lieber die Festlichkeiten ans dem Niederwald werden die letzten Nummern dieses Quartals Originalberichte von unserem Spezialberichterstatter Herrn Josef Schrattenhoh enthalten, die wir wie die bereits erschienenen Nummern, welche den historischen Rückblick über das Niederwald-Denkmal

Deutsches Reich.

Berlin, 27. Sept. Fürst Bismarck mit Gemahlin und Graf Herbert Bismarck sind heute früh um 73/i Wjr hier eingetroffen. DieNational-Zeitung" erfährt aus Paris, König Alfons wolle wegen der bekannten Schmi Hungen der Pariser Journale auf den beabsichtigten Besuch in Paris verzichten. Auch hier laufen ähnliche Gerüchte um, die erklärlich genug sind, aber doch authentischer Be­stätigung bedürfen. Fürst Bismarck machte bei seiner heute früh erfolgten Ankunft den Eindruck bester Gesundheit und Frische. Die Generalversammlung der Rechte-Oderufer- Bahn nahm die Verstaatlichung mit 120 Stimmen gegen 66 an. Dem Vernehmen nach wird Mukhtar Pascha demnächst hier erwartet. Dem Bundesrat wird dem Vernehmen nach in den nächsten Tagen der Entwurf eines Gesetzes über Kommanditgesellschaften auf Aktien und Aktien- gcsellschaftcn zugehen. Die betreffende Vorlage soll sehr umfangreich sein und nahezu 400 Folio-Druckseiten umfassen. Die durch daö Patentgesetz vom 25. Mai 1877 an­geordnete Veröffentlichung der Beschreibungen und Zeich­nungen, auf Grund deren die Erteilung der Patente er­folgt, wird in besonderen Heften bewirkt, welche unter der BezeichnungPatentschriften" nach 89 verschiedenen vom Reichs-Patentamt aufgestellten und veröffentlichten Klaffen ausgegcben werden. Für jedes Patent erscheint ein eigenes Heft der Patentschriften. Bisher fand der Vertrieb der Patentschriften ausschließlich durch die mit dem Druck der­selben beauftragte Reichsdruckerei statt. Um den Bezug der Patentschriften zu erleichtern, haben sämtliche Reichs-Post­anstalten vom 1. Oktober d. I. ab versuchsweise nach Maßgabe besonderer Bestimmungen bei dem Vertriebe der Patentschriften mitzuwirken.

Lübeck, 27. Sept. Der Gustav-Adolf-Verein beschloß, die große Liebesgabe von 17000 Mark der Gemeinde Altenessen zuzuwenden.

München, 27. Sept. Der gestrige um lO/i Uhr hier abgegangene römische Courierzug erlitt unweit Kuf­stein einen Unfall durch Waggonaufstoßen, wobei mehrere Personen verletzt wurden.

Abonnements - Einladung.

Zu dem am 1. Oktober stattfindenden Quartalswechsel ersuchen wir, die Bestellungen auf die

Oberhessische Zeitung

pebst deren Gratisbeilage

Illustriertes SountagSblatt

bei den Postanstalten baldigst erneuern zu wollen, um Unterbrechungen im Eintreffen der Zeitung zu vermeiden.

Wir ersuchen unsere Leser, wenn irgend mög­lich, vor dem 1. Oktober ihre Bestellungen bei der Post machen zu wollen, da wir der am 1. Okt. auszugebenden Nummer unseres Blattes eine Ansicht

des Denkmals auf dem Niederwald

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Nestaruk zur Einweihung des NationaldeukmalS ans dem Riederwald.

Von A. Schwartz.

(Mel.: Frisch aus, «ameraden, aus» Pserd re.)

Aus rebenumwuchertem B-rgesschacht

Welch feenhaft Lichtgesunkeli

Wir schauen in strahlender Märchenpracht,

Entstiegen dem Waldesdunkel,

Als Siegesgöttin im Glorienschein

Germania, unsere Wacht am Rhein

JüngÜ ward durch mächtiges Königswort

In gottbegnadeter Stunde

Gehoben der Nibelungenhort;

Die Völker vernahmen die Kunde

Und einig, dem Vaterland sich zu weih'n, , Stand fest in den Waffen die Wacht am Rheni.

Lautbrauste der Ruf wie Donnerhall'

Von den Felsen zum fernen Meere;

Und opferfreudig zogen sie all

Gen Frankreich, die deutschen Heere.

Im Siegesmarsch stürmten die tapferen Reih'n.

Viktoria!" rief unf're Wacht am Rhein.

Nun ragt hier als Denkstein Alldeutschlands Hort!

Sollt wieder der Erbfeind uns höhnen, Schallt sturmgewaltig das Kaiserwort; Kühn zeigt unfern tapfern Söhnen

Zum Rnhme den Weg nach Frankreich hinein Germania, unsere Wacht am Rhein.

Die Kaiserglocke vom Riesendom

Verkündet's in ehernen Klängen,

Und mächtig rauscht des Rheines Strom,

Laut widerballt's in Gesängen,

Das Echo der Berge schallt donnernd drein: Germania, hoch, unfre Wacht am Rhein!"

Ausland.

Pest, 27. Sept. Die Session des Reichstags wurde heute eröffnet.

Neapel, 27. Sept. Infolge des Gerüchtes, daß in Torre d'Annunztate Fälle von gelbem Fieber vorgekommen feien, haben der Präfekt und mehrere Aerzte sich dahin begeben. Bei der Sektion zweier Leichen ergaben sich nur

Schnauze zwischen die Pfoten gelegt; sein Herr saß in selbstgcflochtenem Sessel von Eschenholz und cs schien ihm förmlich Mühe zu kosten, Züge aus der vom Vater noch ererbten Merschaumpfeife zu thun, so finster und kummer­voll stierte er den zierlich sich emporringelnden Rauchwölkchen nach. Hannchen saß am Tische, über einen Strickstrumpf gebeugt und langsam rolltm Thränen über das in wenigen Tagen schon abgehärmte und blaß gewordene Gesicht, all­dem aller Trotz gewichen zu sein schien.

Aha", jubelte es im Herzen deö draußen Spähenden auf,da haben wir schon die Erstärkung, wie sich die Herren Pfarrer und Schulllehrer nach der Verabreichung ihrer homöopatischeu Mittelchen ausdrückcn, wenn e- bei den von ihnen behandelten Kranken herzlich schlecht auS- zusehen anfängt; der Kuckuck", und er steckte seine kupfer­rote Nase noch tiefer in den Spalt,mein Rezept hat in der That schon eine prachtvolle Wirkung gezeigt; die sehen ja beide, und erst recht mein sprödes, wildeS Hannchen, entsetzlich mürbe aus. Was gilts der Bruder hat ihr den Standpunkt mal gründlich klar gemacht und ihr mit nackten Worten angeraten in den sauren Apfel zu beißen und mir liebenswürdigem Kerl die Hand zum Ehebunde zu reichen?"

Ernst Baden legte seine Pfeife bedächtig aus den Tisch und wandte seinen Kopf mit rührend wehmütigem Blicke zu der Schwester hinüber. Die Sprache kostete ihm er­sichtlich Mühe, als er mit zitternder Stimme das Mädchen anredete:

Du weißt, Hannchen, daß mir daö Herz bluten möchte, auch nur einen leisen Vorwurf über unsere seligen Eltern ergehen zu lassen. Aber doch mußt Du alle« erfahren, um mein Begehr, das mich ebenso schmerzlich bewegt wie Dich, meine liebe Schw ster, verstehen zu können. Unsere

R > in Ju infein Kabln lühty t- Fl­echt d ein fy chte«, httifti Srftifi 5 Pf,

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G 2. Daube u. Co- in Frankfurt a. M-; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hei mansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendankin Berlin; W. ThieneS in Elberfeld: tt. Schlotte in Bremen.

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Erscheint täglich außer an den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen VellageJllustrirtet SrnmürgSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 8'/. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 60 Psg. (excl- Bestellgebühr ) - JnsertronSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Psg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 86 Psg. berechnet.

-ovied.Annoncen-Bureaux' ,, LH. Dietrich u. Co. in SjM und Hannover; Th. Mrich in Frankfurt a M ; ,-cafenflein u. Vogler in ijgnlfurt o. M., Berlin, Leipzig. Rudolf

Mffe in Berlin, Frank­furt a. M- rc-