XVffl. JahrgMg.
Marburg, Donnerstag, 27. September 1883
t. 226.
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Zu dem am 1. Oktober stattfindenden Quartalswechsel
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Stamm degeneriert zu sehen. Ich setze mein Bertrauen
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Novelle von Jakob Regnery.
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als vielmehr die Wiederanstellung zahlreicher Seelsorger und Hilfsgeistlicher für die katholischen Geistlichen ermöglicht zu haben.
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der schon in dem vorjährigen kirchenpolittschen Gesetze staat- licherseitS sestgestelltcn provisorischen Regelung der Vor« bildungSfrage entschließt, so wird hierin eine Annäherung an den staatlicherseits festgehaltenen Standpunkt in einem der wichtigsten Punkte erblickt werden müssen. Freilich soll, nach dem Willen des Papstes, die Dispensation nur für die Vergangenheit und nur für dieses eine Mal nach« gesucht werden: an der Thatsache selbst, baß die Annäherung erfolgt ist, wird indeflen hierdurch nichts geändert.
Liberale Blätter freilich halten den Vorgang für mehr oder minder bedeutungslos: sie suchen den Wert des Entgegenkommens der Kurie möglichst herabzusetzen, indem ste darauf Hinweisen, baß die katholische Kirche hierbei nur ihrem eigenen Vorteile gefolgt sei, und zugleich den großen Mangel an Einigkeit und Verständigung betonen, welcher bezüglich vieler anderen Fragen verbleibe.
Wie hoch oder wie gering aber auch daS Zugeständnis zu schätzen sein möge, so ist dasselbe in jedem Falle eine Wirkung beS neuesten kirchenpolitischen Gesetzes: die im Interesse der katholischen Mitbürger erlafienen Bestimmungen über die Einschränkung der Anzeigepflicht und über die Straffreiheit geistlicher Amtshandlungen haben eS bewirkt, daß die Kurie sich dazu entschlofien hat, zur Ausführung des Gesetzes und zur Erreichung der mit denselben verbundenen Zwecken ihrerseits die Hand zu bieten.
Der Eifer, mit welchem von liberaler Seite daS letzte kirchenpolitische Gesetz im Juni bekämpft wurde, wurzelte nicht zum geringsten Teile in der Meinung, daß es dem Staate auch mit den Bestimmungen des neuen Gesetzes nicht gelingen werde, irgend etwas bei der Kurie zu erreichen. Man sah daher in den Vorschlägen der Regierung nur ein Ausgeben einer festen Position, welches den Widerstand der Organe der katholischen Kirche nur noch befestigen werde, ohne eine Gegenleistung von ihnen zu erlangen.
Wie falsch diese Voraussetzung und Auffafiung war, leuchtet jedem ein, der, nicht vom Parteieifer befangen, daS jetzige Verhalten der Kurie zu würdigen versteht. Die Enttäuschung, welche hiermit dem Liberalismus und seinen Prophezeiungen bereitet ist, und welche nachträglich die Verkehrtheit des von ihm bei der Beratung des letzten Gesetzes eingenommenen Standpunktes beweist, erklärt es auch zur Genüge, weshalb liberale Blätter auf Seiten der Kurie gar kein Zeichen einer versöhnlichen Stimmung bemerken wollen. Für diejenigen aber, welche zu dem Zustandekommen der beiden letzten Gesetze beigetragen haben, werden die friedlichen Symptome, die sich in dem gegenwärtigen Verhalten der Kurie wahrnehmen lasien, ein Zeichen dafür sein, daß die Staatsregierung mit ihrer Politik den richtigen Weg gegangen ist. Sie selbst werden jedenfalls es sich als Verdienst anrechnen dürfen, durch Unterstützung dieser Politik nicht sowohl eine Nachgiebigkeit der Kurie, Ihnen zu bestimmende Summe, mir behülflich sind. Umsonst wollen die von Werneck nichts/
Die sonderlichsten Gedanken durchzogen das Gehirn des Förstes.
„Zum Teufel," dachte er, „die versteht daS Handwerk noch bester als i», bei der könnte man noch in die Schule gehen und müßte sie sicherlich mit einem Schatz von Kennt- nisten verlosten. Einem den Mord so mundgerecht zu machen, daß es nach ihrem Vorschlag eine wahre Freude ist zu hauen, zu schießen und zu stechen. Da fühlt man ja nach dieser philosophischen Auseinandersetzung förmlich daS Bedürfniß, unbequeme Menschen um die Ecke zu bringen. „Hm, unter grwisten Bedingungen." Aber, alte, wo fangen die Bedingungen denn eigentlich an? Doch ein konfuses Mordsystem auch. Nun, wir wollen abwarten, wer von uns beiden den größten Profit einsteckt. „Verderben, Degeneration des Stammes I Du verdorrter Zweig, Dul" Beinahe hätte er laut aufgelacht, doch er durste nicht einmal den Mundwinkel spöttisch zucken lasten. „Du gekreuzigter, blutiger Heiland, da gebe ich mir alle Mühe, meinen Stamm durch das lebensfrische Mädchen neu zu beleben. Schöne Meinungsverschiedenheiten daS! Hu, wie die knöchernen Finger der Hexe brennen!"
„Gewiß, gnädige Frau," öffnete er dann den Mund, „ich fange an zu begreifen, wiewohl mein Herz erst zurück- debte, daß Sie nicht so unrecht haben. Nur kommt mir da auf einmal wie ein hellleuchtender Sonnenstrahl ein anderer, in der Ausführung etwas ungefährlicherer Plan, in den Kopf."
Die Baronin ließ crwartuugSvoll seine Hand los.
„Und der wäre?"
„Je nun, ich hatte zwar vor, mit dem Heiraten vorsichtig zu Werke zu gehen, man legt sich dadurch immerhin
Dispensation von den maigesetzltchen Vorschriften bezüglich btt Vorbildung von Geistlichen nachsuchen.
Gerade bezüglich der Vorbildung hatte die Kurie in den lchien diesjährigen Verhandlungen erklärt, an der organischen Silviston der darauf bezüglichen Bestimmungen als Vor- 1- irdingung jedes entgegenkommenden Schrittes ihrerseits fest- fckm zu müssen. Wenn ste sich nun zu der Annahme
lamilie, durch ein solch gewöhnliches Mädchen den ganzen .fg j Stamm degeneriert zu sehen. Ich setze mein Vertrauen 101 1 °uf Sie," fuhr die sonst so stolze Baronin in der herz- ust 10011 gewinnendsten Weise fort, indem sie seine Hand ergriff, 7lL4tUnb erwarte bestimmt, daß Sie, natürlich gegen eine von
Herrn Josef Achrattenhol) enthalten, die wir wie ie bereits erschienenen Nummern, welche den Verkäufer Dorischen Rückblick über das Niederwald-Denkmal schrW schalten, soweit unser mehrgedruckter Vorrat on d. Bü reicht, «en -«gehenden Abonnenten gratis __C31 mchliefern werden.
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Deutsche- Reich.
Berti», 25. Sept. Ein nach Mitteilung verschiedener Blätter vom Königlichen Eisenbahn-BetriebSamt (Berlin- Magdeburg) auf Entschädigungsanträge wegen des Steglitzer Eisenbahnunfalls erteilter Bescheid giebt einem hiesigen Rechtsanwalt Veranlastung, im „Berliner Tageblatt" zu behaupten, daß „daS Eisenbahn-Ministerium" gegenüber den Hinterbliebenen der bei Steglitz Verunglückten die Ent- schädigungSpflicht prinzipiell abgelchnt habe. Da» auch hier beliebte Verfahren, in die Erörterung einer jeden, die Staatseisenbahnverwaltung berührenden Frage, welche zunächst von der verordneten unteren Instanz zu erledigen ist, ohne weiteres die Zentralstelle hineinzuziehen, muß al» ein mißbräuchliches bezeichnet werden. Wir sollten denkens es müsse Jedermann einleuchten, daß auch in diesem Verwaltungsrestort der vorschriftsmäßige Jnstanzenzug zu beachten sei. Es bestehen bekanntlich in Preußen 65 königliche Eisenbahn-Betriebsämter unter 10königl.Eisenbahn- Direktionen, jede dieser Behörden mit bestimmten Zuständigkeiten. Höhere Instanz für die Direktionen ist daS Ministerium. Wir hätten kaum geglaubt, auf so bekannte Dinge noch Hinweisen zu wüsten, wollen aber gegen daS tadelnswerte Bestreben, jede von den unteren Instanzen getroffene Entscheidung von vornherein auf die Zentralstelle zurück- zuführcn und für die Entscheidungen der ersteren ohne weiteres die letztere verantwortlich zu machen, nachdrücklich Verwahrung einlegen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Mit Genugthuung nehmen wir von einem Artikel Akt, in welchem die „Times" Deutsche Verhältniste auch wieder einmal in unbefangener und gerechter Weise besprochen hatte. Der Artikel knüpfte an die Manöver in Deutschland an, die natürlich die größte Aufmerksamkeit in Deutschland erregten, denn Deutschland sei jetzt ebensowohl der leitende Staat auf dem Kontinent, wie der Mittelpunkt für Kriegökunde. England könne nicht umhin, mit Genugthuung die Huldigung wahrzunehmen, welche der Größe Deutschlands durch den Besuch so vieler hervorragender Gäste gezollt werde. Denn die während der letzten zwölf Jahre gemachte Erfahrung zeige, daß daS Uebergewicht de» Deutschen Reiches die sicherste Bürgschaft für den europäischen Frieden biete. DaS englische Volk wünsche In gutem Einvernehmen mit den Franzosen zu leben, sei jedoch Deutschland gegenüber eben so wohlgesinnt. England gehe nicht darauf auS, militärische Allianzen weder mit dem einen, noch mit dem anderen der beiden Staaten einzugehen, biete aber seine Freundschaft beiden an. WaS die Deutschen im besonderen anbetreffe, so könne England
Fesseln an, aber," und seine Stimme wurde gedehnt und jede« Wort accentuiert, „mit Rücksicht auf ihren begreiflichen Kummer wollte ich mich schon entschließm Hannchrn zu heiraten, ich —"
„WaS, mein Lieber, daS wollen Sie?" und die Züge der Freifrau belebten sich vor Erstaunen und Freude, „daß ich aber selbst nicht Ihnen den Vorschlag machen konnte! In der Thal, eine sehr einfache Lösung."
„Die aber auch ihren Haken haben kann, gnädige Frau", fiel ihr Julius in die Rede; erstmS muß mich das Mädchen acceptabel finden und dann, da» wird nicht ausbleiben, wird mich der Herr Baron au» purem Aerger i» Gnaden entlasten und ich kann dann zu Hause von der reinen Liebe leben. DaS ist wohl ein schöne», aber auch ein bedenkliches Dasein", fügte er lächelnd hinzu. Jndesten bin ich gern bereit, um Ihnen gnädige Frau —"
„Ueberlasten Sie daS ruhig meiner Obsorge" unterbrach die Freifrau den kalt berechnenden, „wie viel glauben Sie nötig zu haben zu einer sorglosen Existenz?"
Julius wischte sich langsam mit der Hand über die Stirne und erwiederte nachdenklich:
„Nun 10000 Thaler müßten es schon sein."
„Es ist gut; es ist zwar keine geringe Summe und verstehen Sie, sich die Gelegenheit zu Nutzen zu machen, aber dennoch erhalten sie die gewünschte Abfindungssumme ausbezahlt, sobald Sie da» Trauzeugniß vorlegen können. Im Uebrigen", indem sie ihn mißtrauisch hinter ihrer Lorgnette ansah, „meinen Sie Ihrer Sache auch so sicher zu sein, daß Sie daS Mädchen glauben erobern zu können? Oder haben Sie etwa schon insgeheim eine Bekanntschaft mit ihm unterhalten? In dem Falle wär« ich in der Thai nach der zwischen un« vereinbarten Summe die Düpierte."
(Fortsetzung folgt.)
Der Förster spielte di« Verlegenheit so getreu und K°rrte die Sprecherin mit halb vor anscheinendem Entsetzen und GB lab Schaudern geöffneten Munde an, daß sie es fast be- tmtc, ihm einen Blick in ihr vor keinem Mittel zurück- Dreckendes Innere gestattet zu haben, und um ihren Worten i->s Entsetzliche zu benehmen und den Förster für ihren Ran empfänglicher zu machen, fuhr sie belehrend fort, in- btm sie ihm gegenüber Platz nahm: „Ich verstehe daß Sie wächst über meinen Vorschlag zusammenschrecken, aber Ae, der tagtäglich Gelegenheit hat, in das Wirken und Treiben der stillen, harmlosen Natur einzudringen, ich frage Tie, ist eS Ihnen noch nicht ausgefallen, daß mächtig lopvrwachsende und sich auSdehnende Pflanzen die schwächcrn, f ihrer Entwicklung hinderlichen verdrängen, daß sogar lebende Nestn, die Tiere, andere nicht lebensberechtigte — ohne iooV haut ihren Hunger etwa damit stillen zu wollen — mit * Hollust vernichten? Sie dürfen ruhig an einen Schöpfer Klauben und dennoch auch an ein Gesetz, das allen Organis- Btn, unter gewissen Bedingungen natürlich, das Recht ein- tiumt, störende hinderliche, ja bei ihrem länger« Bestehen ^erbliche Organismen ruhig und ohne Zucken dem Unter« i Nge zu weihen. Nun denken Sie sich," fuhr sie fort bei Bemerkung, daß die Züge ihres Gegenüber ein Der« ' »indnißinnigeres Gepräge zu nehmm schienen, welch' ein * Unglück, welche Schande wäre das für eine alte, berümte
astfreie Zusendung.
3UC Expedition der Oberhess. Ztg.
autunrm —
r. seifigen werden.
t für ä ^ber die Festlichkeiten auf dem Niederwald % gerben die letzten Nummern dieses Quartals
—~Lnginalberichte von unserem Spezialberichterstatter
An,ei,en nimmt entgeyn: die Expedition d. Blatt«», •otoit d.Annoncen-Bnreimx »du <$. -.Daube u. 6e. in Frankfurt a. M; Jllaerfch« Buchhandluna daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; In Validendank in Berlin; ®. lhierir» in Elberfeld: 6. Schlotte in Bremen.
«rscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllnstrirteS SoiMwgSblatt" durch die Expedition (K o ch'fche Buchdrucker«i) bezogen LV. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. l-xcl. Bestellgebühr)- Inserttot^gebühr für dte gespaltene Zetle !• Pf,.
Für in der Expedition zu ertheUende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 85 Psst- berechnet.
3 ' Zur kircheupolitischeu Lage.
!haar«W In der kirchenpolitischen Lage hat sich seit einigen Tagen ) -ur t ™ erfreuliche Wendung vollzogen: der Papst hat seine entstellt Zustimmung dazu erteilt, daß die preußischen Bischöfe be- :n r. $. IN6 Anstellung von Seelsorgern und Hilfsgeistlichen, wie BartsM St durch das kirchenpolitische Gesetz vom 11. Juli möglich lugenbrm »Morden ist, bei dem Kultusminister oder den Oberpräst- »enden ß» taten die von dem Gesetz vom 31. Mai 1882 vorgesehene
bllkum »i ti und Hannover; Th. cbe hi,? Uch in Frankfurt a.M.; T h'er Nein u. Vogler in einen P., M., Berlin, stnug aGi Ajg, Köln 1C.; Rudolf Iberer ß? Ju in Berlin, Frank- " furt a. M- re.
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Oberheffische Zeitung
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Illustriertes Souutagsblatt
1 Handly den Postanstalten baldigst erneuern zu wollen, um Erbrechungen im Eintreffen der Zeitung zu vermeiden, illialt»» Wir ersuchen unsere Leser, wenn irgend mög-
>ei 5 [;s, vor dem 1. Oktober ihre Beftellnuge« der Post machen zu wollen, da wir der am I. Okt. auszugebenden Nummer unseres Blattes
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