xvm. Jahrgang.
Jlinrölicg, Donnerstag, 23. August 1883.
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Sun der Inspektionsreise des Kronprinzen.
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JsiU §chte ein mäßiges Brett hin, die Verbindung über das [, 977 Nasser herzustellen.
1 224.1* Schwerfällig knarrte die alte, feste Eichenthür, als 120» wertens den Drücker aufgeklinkt. Der mit Rost über
stillen Kollegen.
(Fortsetzung folgt.)
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ichen Hintergrund. Bereits um 6 Uhr durchzogen mit llngenbem Spiele die Truppen die Straßen, die im Schmucke hm grümen Linden und den schwarzweißroten und hessischen sahnen ein prächtiges Bild darboten. Der gewaltige Platz mr von Menschenmassen umlagert, die Zeuge des mili- Uschen Schauspiels sein wollten, daS um 71/* Uhr seinen Anfang nahm. Wenige Minuten früher war der Kronprinz von Berlin eingetroffen und von dem fürstlichen Schwager, dem Großherzoge schlicht und herzlich empfangen »orten; am Kreuzungspunkte der Eisenbahn und der Straße »arten die Pferde bestiegen. Unter dem begeisterten Hurra drr Menge sprengte der Kronprinz auf die Truppen zu, die zunächst insgesamt und alsdann beim Abretten der Krönten einzeln die militärischen Honneurs erwiesen. Hieran düpftc sich für alle drei Waffengattungen je ein Exerzieren M Feuer, das zur vollsten Zufriedenheit des Kronprinzen «»lief. Dasselbe währte länger als zwei Stunden; auch litt Laie konnte sich sowohl von dem Ernste überzeugen, Bit welchem sich der inspizierende fürstliche Herr seiner Auf- abe unterzog, als auch von der Tüchtigkeit und allseitigen Ausbildung der Truppen, welche den Vergleich mit keinem »nbeten Teile deS deutschen RcichSheereS zu scheuen brauchen. Der Kronprinz machte auch aus dem gewonnenen günstigen
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Eindrücke kein Hehl und beglückwünschte den Großherzog und die Generalität. Vom Paradeplatze ans begab sich der hohe Herr mit seinem erlauchten Wirte, den Generalen und Stabsoffizieren, sowie der eigenen militärischen Begleitung nach dem Kasino de« 25. Feld - Artillerieregiments, um hier, einer Einladung des Offizierskorps folgend, ein Gabelfrühstück einzunehmen. Unter den gesamten Regimentern in deutschen Landen werden wohl nur wenige ein so gemütliches und — um ein recht zeitgemäßes Wort zu gebrauchen — so stylvolleS Kasino besitzen, als dasjenige, welches das genannte Regiment sein eigen nennt. Noch vor wenigen Jahren boten diese Räume kein absonderliches Bild, und welchen anheimelnd prächtigen Anblick gewähren sie heute I Oberstleutnant v. Prittwitz und Gaffron hat zu lange in Berlin im Kreise der höchsten Herrschaften verkehrt und mit kunstgewerblichen Kreisen Fühlung gehabt, als daß er eS sich hätte versagen sollen, hier im Kasino sein Können und seine Bestrebungen zu zeigen. Unter der Beihilfe jüngerer Offiziere, welche über Pinsel und Palette verfügen, ward ein Kasino im altdeutschen Stile geschaffen; die Mittel, über die man verfügte, waren freilich nur gering, und die militärischen Künstler mußten wohl oder übel zu manchem Notbehelf schreiten, wie weiland vor 50 Jahren Meister Schinkel mit seinem Kalkputze und seinen Zinkornamenten. Jndcffen besiegte der gute Wille und künstlerische Sinn alle Schwierigkeiten und der deutsche künstlerische Sinn, der im Offizierkorps lebt, tritt auch in der nationalen Einrichtung zutage, welche das Kasino zeigt. In dem Korridor, welchen der Kronprinz zunächst betrat, sprechen am oberen Gebälk schlichte Namen von den Helden- thaten dieser Truppe, wohl einer der ältesten im deutschen Heere. Da lesen wir, daß wir ihre ersten Spuren im Jahre 1522 finden in einer Fehde gegen Franz von Sickingen, und von welcher Fülle von Tapferkeit und Heldenmut, von echt hessischem blinden Draufgehen und Siegen weiß die Geschichte dieses Regiments zu berichten, das unter dem Schalle der Schwerter drei und ein halbes Jahrhundert hindurch dem deutschen Namen und sich selbst Ehre erworben hat! An den Wänden hängen zahlreiche Bilder der früheren Landesherren und des jetzigen Großherzogs, der ehemaligen Kommandeure und so manches braven Kameraden, der auf dem Felde der Ehre einen schönen Soldatentod gefunden hat. Gar seltsam mutet uns daS Bild des" ersten Obersten deS Regiments in seiner jetzigen Zusammensetzung an: er hieß G. G. Hahn und war von 1792—1823 Kommandeur des hessischen Artillerie« korpS; sein Porträt umgeben zahlreiche Medaillen, die er sich auf der KarlSfchule verdient hat und so wird wohl auch deren berühmtester Schüler Friedrich Schiller von diesem braven Haudegen gewußt haben. Der Kronprinz fühlte sich äußerst wohl in diesen traulichen Räumen, über deren Ausstattung er nur Worte des Lobes und der Be
friedigung äußerte. Auch seinen Namen trug er in da- Fremdenbuch ein, deffen zahlreiche Blätter die Unterschrift manche« fürstlichen Herren, vieler bekannter Generäle und zahlreicher Kameraden tragen, welche in diesem altdeutschen Offi- zierskastno eine fröhliche Stunde verlebt haben. (N. A. Ztg.)
gtne Schlüssel steckte im Schloß; ja die Thür war nicht *®al zugcschlossen, ein Zeichen, wie wenig sich der Beirr außer der Zeit um da« Gebäude kümmerte.
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Das Innere des Häuschens präsentierte sich über alle Maßen unwohnlich. Ein farbloser, klotziger Tisch, der am Boden befestigt, und eine lahme, wurmstichige Holzbank bildeten die ganze Ausstattung. An den Wänden hingen ein paar stark verbeulte Gießkannen und einige schmutziggraue und durchlöcherte Leinwandstücke hatten nicht so viel Anziehungskraft gehabt, daß sie wohl irgend ein Unredlicher mitgenommen hätte.
„Da wären wir nun,* Hub der ältere Grenzaufseher an, indem er die Büchse in die Ecke stellte und sich groß in dem halbdunklen Raume umsah. „Wir können uns aber doch unmöglich hier so offen und frei hinsetzen und abwarten, bis uns einer der Schmuggler oder gar der nichtsnutzige Grenzfuchs selbst in die Arme läuft. So finster wird es heute nacht nicht," setzte er bedenklich hinzu, „daß man uns in diesem Versteck hier nicht sofort entdecken würde. Läßt sich denn nicht irgend etwas von Verschlag Herstellen, hinter dem wir Bergung fänden?"
Bei diesen Worten versuchte der Sprecher, den Tisch zu rücken, aber vergeblich. „Der ist fest!" brummte er und hantierte im Raume weiter herum. Da stieß des Suchenden Fuß an die alte Leinwand. „Ah, Land!" triumphierte der Grünrock und ließ den Fund auSeinander- follen. „Nun bloß noch eine Schnur und ein paar kleine Nägel, dann ist der Vorhang fertig, hinter dem wir harren können, bis das jüngste Gericht — bis die Schmuggler kommen, wollte ich fagen!"
Berndt hatte den Stich wohl vernommen; doch ließ er den Alten gewähren, der ganz in feinem Element zu fein schien. Bald stand die alte Holzbau! dicht in der Ecke des ungastlichen Gemachs und in eben so kurzer Zeit hing
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■ Darmstadt, 20. Aug. Die Reihe der Truppenbestch- n $tttt kmnaen, welche der Kronprinz in seiner Eigenschaft als
[2 Aeralinspekteur der 4. Armeeinspektion alljährlich in den Lufttageu vollzieht, wurde heute mit einer Heerschau über U|(h jn Darmstadt liegenden Truppenteile der 25. Division 1 _____- Qttt hör flVtrftho flnh iitnMft titth ifrnzir hoÄ
Deutsches Reich.
Berlin, 21. Aug. Der „Reichs-Anzeiger" veröffentlicht die Einberufung des Bundesrats zum 27., die des Reichstages zum 29. August. — Der König von Spanien wird, nach den bis jetzt getroffenen Dispositionen, von dem Minister Marquis de Veja, den Generälen Orhan und Goyochera, dem Oberst Mirasol und dem Oberhosmeister Herzog von Sesto begleitet, am 19. September in Frankfurt a. M. eintreffen, am 20. September zum Besuche des Kaisers sich nach Homburg begeben und bis zum 26. Sept, dem Katsermanöver beiwohnen. — Durch Kabinettsordre vom 16. August wurden die Contreadmirale Graf Monts und v. Wickede zu Chefs der Marinestation der Nordsee beziehentlich der Ostsee ernannt. Die Kapitäne zur See v. Reibnitz, v. d. Goltz und Knorr wurden zu Contre- Admiralen befördert. — Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge wird im Wahlkreise Liebenwerda - Torgan die ReichStagS- Ersatzwahl noch in diesem Monat stattfinden, nachdem die Rücksichten, welche bisher die Hinausschiebung des Wahl- terminS im Jntereffe eines großen Teils der Wählerschaft, notwendig erscheinen ließen, mit Beendigung der hauptsächlichsten Erntearbeiten weggefallen sind. — Der Entwurf eines SchuldotationS - Gesetzes wird, wie die „B. P. N." ihrer neulichen Mitteilung ergänzend hinzufügen, nicht nur die Bestimmung der Verfassung, wonach an stelle der verschiedenen Schulsozietäten überall die Gemeinden als Träger der Schullast treten, sondern auch diejenige zu verwirklichen haben, welche für die Volksschule die Unentgeltlichkeit des Unterrichts vorschreibt. Entgegen der früher vielfach bestandenen Praxis hat die Schulverwaltung in Uebereinstimmung mit dem von dem Herrn Ministerpräsidenten in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 4. Februar 1881 entwickelten Programm innerhalb ihrer Zuständigkeit im Sinne der Beseitigung des Schulgeldes nach Kräften gewirkt, und zwar direkt durch Versagung der Genehmigung zur Einführung oder Erhöhung desselben, indirekt durch Anregung zum Ersatz desselben durch steuer- artige Beiträge. Allein eine durchgreifende Besserung läßt sich angesichts der großen Schwierigkeiten, mit denen die Aufbringung der zur Erhaltung der Schule erforderlichen Mittel in zahlreichen Ortschaften zu kämpfen hat, nur im Wege einer Gesetzgebung herbeiführen, welche durch Ueber- tragung der Schullasten auf die Gemeinden eine gleichmäßigere Verteilung derselben herbeiführt und durch Ueber- nahme einer erheblichen Quote derselben auf den Staat jene Lasten auch für die ärmeren Gemeinden erträglich ein grauer, im Halbdunkel kaum zu erkennender Vorhang vor dem kleinen Versteck.
„Ein Fenster wollen wir öffnen, der schönen Nachtluft wegen," meinte der Anstifter des nächtlichen Zuges und riß mit Mühe eines der kleinen umrahmten Glas- quadrate auf. „So und nun auf den Posten, Kollege! Die Büchsen dicht zur Hand! Sie thun mir wohl den Gefallen und geben erst dann Feuer, wenn ich dazu auf- forberel?"
„Ganz, wie Sie bestimmen, Kollege; Sie sollen heut Höchstkommandiernder sein, weil Sie ja den KirgeS- und Fangplan entworfen l"
„DaS ist gut! Nun möglichst wenig gesprochen! Elf Uhr ist's vorbei; also kann daS Renkontre vielleicht schon nach Verlauf einer Stunde statthaben!"
MertenS warf noch trocken ein paar Worte hin, aber der neben ihm sitzende Genoffe antwortete nur mit einem zurückweifenden „Pst!"
Jetzt war alles still ringsum. Monoton und fast einschläfernd quakten nur etliche Frösche am nahen Uferrand. Ein Heimchen ließ im andern Winkel des Gemachs noch fein eintöniges Geschrill erklingen, aber kein menschlicher Laut ward weit und breit hörbar.
„Vorsicht ist die Mutter der Weisheit!" flüsterte Mertens nach langem Schweigen. „Mich dürstet ganz gewaltig und eben auf solchen Fall habe ich mich vorgesehen." Nach diesen Worten nestelte er in seiner Rocktasche herum und zog Kalo eine Flasche von ziemlicher Größe hervor, die er nach geschehenem Entkorken an den Mund setzte und einen Zug daraus nahm.
„Prosit!" tuschelte der Alte und reichte den Trank dem
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Bremen.
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1846.) rburf . Born- reidhoj, ; Bopp? nnsbeti fsrestri . Restri
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rönnen. In der Parade sind zunächst, und zwar das lste Treffen bildend, das Hessische Infanterieregiment Nr. 115 utter Oberst v. Seebeck; daS zweite Treffen fetzte sich zu- ntninen aus der Leib-, der 2. und 5. Eskadron des Drall Äq MerregimentS Nr. 23 unter Oberstleutnant v. Klüber, »2 Et gleiche ESkadronS deS Dragonerregiments Nr. 24 tuier Oberst v. DreSky, ferner aus dem Feld»Artillerie- regiment Nr. 25 unter dem Oberstleutnant v. Prittwitz ort Gaffron, dem langjährigen früheren Adjutanten deS verstorbenen Prinzen Karl von Preußen, und endlich der Trainkompanie, welche der Rittmeister Kuckein befehligte. Nie Parade kommandierte der Kommandeur der 25. Kaval- Itriebrigabe, Generalmajor v. Radecke; an direkten Vorletzten waren noch anwesend der kommandierende General drs 11. Armeekorps Freiherr v. Schlotheim, der Kommandeur der 25. Division Generalleutnant Heinrich Prinz von ff™!™ Mm und bei Rhein und der Oberst vom Kolbergfchen SedinM Srenadierregiment (2. Pommerschen) Nr. 9 v. Grote, kom- n manbiett zur Vertretung des Kommandeurs der 49. In- ______ iutiteriebrigade. Der Paradeplatz liegt unmittelbar am Bahnhof, freundliche Anlagen umkränzen ihn und die blauen Berge des Odenwaldes, überragt von der mächtigen Kuppe des MelibocuS mit seinem Turme, bilden den landschast-
GreuzfuchS.
. Altmärkische Dorfgeschichte von Hermann RobolSky.
Die Wanderer traten jetzt aus dem waldartigen Geis zu N Krupp, durch daS der Flußsteig sich eine Strecke gewunden anb schlugen einen Wiesenpfad ein. Einige Minuten darauf hatten sie ihr Ziel erreicht.
DaS Bleichhaus war ungemein einfach, aber doch derb mb fest gebaut. Nur zur Frühlingszeit, namentlich aber e Monat März, hielt sich in dem kleinen Gebäude ein ®ann permanent auf, der des Bleichens der viele» 8ein= *onb emsig wartete und gleichzeitig über das größtenteils mn Landleuten hergestellte Gespinnst zu wachen hatte. Im ^.Herbst diente der nur aus einem Zimmer bestehende Raum 1011 - zum Aufenthalt passionierter Jäger, die den zahllosen ir 1014 mitten Enten auf dem Fluß von den vergitterten kleinen Wstern eifrig nachstellten. Und heimlich während des 102 t( sollen die Schmuggler von Zeit zu Zeit sich deS jgsij ü msamen Zufluchtsortes zur Beratung und zur einstweiligen ! Überlegung ihrer Waren bedienen.
j Unmittelbar hinter der Blockhütte floß sanft die JSkt Minime vorüber. Eine Waschbank «ar weit über die wlfte deS Flusses in das Waffer hineingebaut, und ein : luter Springer vermochte von deren Ende aus ganz gut j den Bach zu setzen. Von der hannoverschen Seite