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Marburg, Mittwoch, 22. August 1883.

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des Pendschab die Lorbeeren der wieder aufzufrischen.

Die russische Intervention in aufgeschoben; obgleich auch hier

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Cikaden schrillten im nahen Kleefeld. AuS dem Tannen« forste aber erscholl schnarrend die warnende Stimme deS prächtig befiederten HolzhäherS, der wie ein treuer Wald- wichter aufalles, was da fleucht und kreucht,* achtet.

Ob es sich wohl bestätigen mag,* unterbrach MertenS daS Schweigen und blieS heftige Rauchwolken aus einer kurzen Pfeife in die laue Abendluft,daß von Celle nach Bergen eine ganze Fuhre Zigarren gesandt ist ? Die Ware soll eben nach und nach über die Grenze zu unS herüber gepascht werden!*

Jawohl,* fiel der Gefragte lebhaft ein,ich bin genau davon unterrichtet, und sehen Sie, heute nacht werden wir die erste Portion in Empfang nehmen.*

DaS wäre köstlich!* stimmte der ältere Beamte bei. Und waS werden die Kollegen in Serben und Brietz für Augen machen, wenn sie unseren Fang zu sehen bekommen.*

Berndt nickte vergnügt.Wäre Amelie nicht in unserem Bunde, hätten wir wohl schwerlich von dem Vorhaben etwas erfahren. Ich dächte, wir machten der interefianten Französin von unserer Gratifikation ein kleine» Geschenk. Verdient hat sie eS in der That.*

Mertens sagte weder ja noch nein. War es, daß ihm das skeptischeErst-selber-haben* einfiel, oder hatte ihn der Anblick des jetzt auftauchendm Bleichhauses plötzlich zu« Schweigen gebracht.

Der Dummefluß zieht sich unweit von Sagen durch hübsch grünes Wiesengelände und strömt dann, mehr nach Nordost seinen Lauf nehmend, auf Wustrow zu. Dort fließt er in die Jeetze. DaS sonst nur seichte Gewässer tränkt im Frühjahr doch viele Fluren, und auch da Fisch­fang in ihm «ar früha ein ganz einträglicher.

(Fortsetzung folgt.)

tzseren Ruf nicht steht, bekommt ohne Erbarmen Feuer. Beten Sie nur nicht zaghaft; unS schützt da» G-setz, und M ein Schmuggler erschossen, so ist» auch eben recht.

Außerdem wird wohl ein gut Teil der Beute unS zur Be­lohnung zufallen. Mich sollte e« satanisch freuen, wenn ich ich mit dem verdammten GrenzfuchS ins Handgemenge käme.*

Der läßt sich von Ihnen auch noch schwerlich fangen!* erscholl wie ein Dämpfer de« Graukopfs Gegenrede;ob­wohl ich Ihnen nur Glück zu dem Vorhaben wünschen kann.'

Sie mit Ihren ewigen Wankelmütigkeiten werdm noch daS ganze Spiel verderben 1* schalt Berndt von neuem un­willig.Doch genug davon. Gegen neun Uhr ist Auf­bruch. Wir haben von hier aus eine volle Stunde zu marschieren.*

Schweigend schritten im allmählich nahenden Dämmer­licht die beiden Grenzaufseher, die Büchsen auf den Schul- tem und den Säbel an der Seite, der Grenze zu. Berndt hatte der vorgesetzten Behörde eine kurze Anzeige von dem nächtlichen Streifzuge gemacht, jedoch daS betreffende Schreiben so spät abgesandt, daß eine Kontreordre sie nicht mehr gut eaeichen konnte. Er befürchtete nämlich, am Ende durch allerlei Vorstellungen und Vorschriften von oben haab in seinem freien Handeln beschränkt zu werden, und gleichzeitig wollte er einmal schlagend den Beweis liefern, daß das alteSelbst ist der Mann!* auch wohl auf den Grenzdienst anwendbar sei.

In wunderbar prächtigem Farbenschimmer, Rosa mit Lila verschwommen, erglänzte im Westen da« Himmels­firmament. Das Tagesgestirn hauchte zum Abschied noch einmal sein-goldig Licht auf die zart verflossenen Wolken- säume. Sorgende Hirten trieben ihre zahlreichen Schaf­herden aus der Heide dem sicheren Stalle zu. In der Trennfurche zweier Roggenbreiten stelzte In komischer Würde, dm Kopf unberechenbaren Taktes wiegend, ein Storch.

Altmärlische Dorfgeschichte von Hermann RobolSky.

Wir wollen doch sehen, ob die Pfannen auch nicht nngeschmirgelt sind,* fuhr Bemdt fort, indem er ein» da Gewehre vom Haken nahm.Richtig, alles voller Grün- Ipan,* monierte er weiter und zog den Hahn prüfend vol- lAds auf. Das kann nicht losgehen. Auch die Pistons Hitb ganz vom Rost verstopft. - Ich habe solche Ahnung, Ikvllege, daß wir heute nacht einen schweren Strauß haben Verden. Wir könnten am Ende Sukkur« anrufen; aber ich denke, wir beide find genug, die Scharte vom letzten Nate wieder auszuwetzen. Dann wird man einen Begriff

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Kntzlind im Innern und an den Grenzen.

Mit Ausnahme des Zeitalters, welche» der Entdeckung

welche Finmarken reklamieren, um In Besitz eine» eisfreien Hafen» am atlantischen Ozean zu gelangen.

WaS die Zustände im Innern des Landes anbrtrifft, so hat die Kaiserkrönung viel zur Klärung der Parteien beigetragen.

In den breiten Schichten deS Volke» hat man für Politik keinen Begriff; hier bleiben soziale Forderungen die einzigen Motoren der Bewegungen. In den gebildeten Ständen bestehen allerdings politische Parteien; fle haben indessen als Feld, wo sie ihre Ansichten vertreten oder be­kämpfen können, nur die Presse oder geheime Gesellschaften; denn der Exzeß, den daS konservative Stadthaupt von Moskau, Tschitscherin, beging, indem er seine freie Mei­nung in einer offiziellen Kundgebung aussprach, steht einzig in seiner Art da. Diejenige Partei, welche den Liberalismus und dieAufklärung* vertritt, unterscheidet sich in nicht» von den liberalen Parteien in anderen Ländern. Sie krankt auch hier an dem Fehler des Doktrinarismus, will alle» über einen Kamm scheren und hat keine Fühlung mit den religiösen, ethischen und sozialen Aspirationen der zahlreichen Völkerschaften. Unter Alexander II. hatte sie viel Einfluß und durch ihre Accentuierung des Kapitalismus trug sie zu der riesenhaften Ausbreitung der Korruption bei, die dann wieder als Gegensatz den Nihilismus hervorrief. Diese Liberalen sind nicht national, weil sie mit Frrmdtum identifiziert werden.

Die russische sogenannte konservative Partei zerfällt in zwei Gruppen, die nicht immer genau von einander abge« grenzt sind: Die eigentlichen altrusstschen Konservativen und die Slavophilen. Zu ersteren gehört der Kaiser, der Hof und die hervorragendsten Generale. Hier hält man für die nächste Aufgabe die innere Purifizierung und da» Entfernen aller staatlichen und gesellschaftlichen Einrich­tungen, die nicht nattonalrusstsch sind, d. h. die nicht au» dem Zeitalter vor Peter I. herstammen, al» Schwurgerichte, SemstowS, Städteverfaffung rc. Die Slavophilen richten ihre Augen auf die Präponderanz ihrer Raffe, und würden in politischer Beziehung zu Konzessionen bereit sein, wie z. B. Aksakoff. Beide konservativen Parteien sind einig, daß die unbedingte Herrschaft Rußlands über die Welt, das Universalreich deS PanslavismuS, das Gebot der Zu­kunft fei. Ihre Träume sind: Vernichtung der west­europäischen Kultur. Ihre Regierungsform: Selbstherrschaft des Zaren, der auch zugleich Papst ist. (R.-B.)

Deutsche« Reich.

Berlin, 20. Aug. Aus Anlaß der kürzlich erfolgten Neubesetzung einer Direktorstelle im Reichs-Postamte dürfte die Mitteilung von Interesse sein, daß daS Reichspostamt aus drei Abteilungen besteht; an der Spitze jeder derselben steht ein Direktor, welchem die Leitung der Geschäfte der Abteilung obliegt. In der ersten Abteilung werden im

von hier aus liegt Afghanistan offen und führen gute Straßen über Kabul und Kandahar nach der Wafferscheide deS Indus. In Khaf, auf persischem Gebiet, ist der eng­lische Agent Oberst Stewart stationiert, der diese Bewegungen auf da» sorgfältigste überwacht. Afghanistan ist jetzt schon so gut wie russisch. Früher stand unter englischer Schutzherrschaft, aber Gladstone hat bekanntlich die Truppen zurückgezogen, und jetzt stehen die letzten englischen Vorposten bis Tschaman am Chodschakpaffe. Die englische Landarmee dürfte vielleicht bald Gelegenheit haben, zur Verteidigung Schlacht an der Alma

.»nimmt entgegen: E dition d.Blatte». Tännoncen-Sureaui ^'Dietrich ». 60. in >g 4>x und Hannover; Th. Lchinssranttnrt-Ml

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,M iS Ganz "dunkl" wird e6 zudem die" Nacht nicht.' Wer auf

Protest dagegen erhoben würde.

Im äußersten Osten hat Rußland in der Erwerbung von Wladiwostok am Südpunkte der Amurprovinz einen Hasen am Stillen Ozean erhalten, und schon werden An­stalten getroffen, weiter südlich auf Korea vorzugehen. Französisch - chinesische Verwicklungen könnten hier sehr zu statten kommen. Außer Rußland hofft auch Japan daraus.

von brennenderem Jntereffe für un» ist Rußland» Machtentfaltung an seiner Westgrenze. Vom Riemen bis zur Weichsel stehen 6 mobile Kavallerie-Divisionen. Die Dragonerkorps sind zwar eine Schöpfung der Neuzeit, sie haben ihre Probe in der modernen Kriegführung noch nicht bestanden. Wir wissen nur aus CäsarSBellum gallicum, daß die Reiter des Ariovist leicht bewaffnete Fußtruppen bei sich führten, die sich bei den schnellsten Gangarten an den Mähnen da Pferde festhielten und dann plötzlich eine Kolonne von Fußtruppen formierten. Den römischen Le­gionen war dies anfangs sehr überraschend, bis sie sich später besser vorsahen. Auch in den letzten Kriegen wurden bei kleineren Expeditionen Infanteristen mehrfach auf requirierte Wagen gesetzt und der Kavallerie beigegeben. Hier haben wir indessen eine ganz neue Erscheinung. Ein selbständiges Korps wird aus Kavallerie, Genie, Artillerie und Infanterie in einen Rahmen zusammengefaßt, der ihm den strategischen Vorteil eines sehr raschen Marsches zum Schlachtfelde gestattet und dabei auf dem letzteren den tak­tischen Vorteil der Vielseitigkeit der GefechtSart in allen Waffengattungen gestattet. Eine Mobilmachung kostet bei den ungeheueren Ausdehnungen deS Landes erfahrungS- mäßig sehr viel Zeit. Daher hat man die Gunst einer schnellen Mobilisierung, welche daS dicht bevölkerte und durch ein enges Netz von Bahnen verbundene westliche Europa für sich hat, übertrumpft, indem man die Truppen In den Grenzdistrikten auch im Frieden auf dem KriegS- stand und im organischen Verband erhält.

Rußlands Grenzbeziehungen zu den Karpathen- und Balkanländern gestalten sich vorerst noch agitatorisch. Ebenso werden nur erst verschämte Stimmen in der Presse laut,

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Matte», sowie d.Amwncen-Bureanx Den ®. 8. Daube u. So. in Frankfurt a. M.; Jägersche Buchhandlung dasewst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes tu Elberfeld: S. Schlotte in Bremen.

«rfAeint täglich außer an den Werktaam nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageIllnstrirt^ CiantttartbiRtt* durch die Spedition (K 0 ch'fche ^Buchdruck er ei) bezogen »'/. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiche- 2 Mark 50 Pf», (ad. Bestellgebühr.) - Jnserttonsgebühr für die gespaltene Seile 10 Pf«.

Für in der Expedition zu ertheUende Auskunft und Annahme von Adreffen «erden 25 Pf«, berechnet-

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iftbtt Landstriche in verhältnismäßig kurzer Zeit vor sich sangen, als in den letzten Jahren. Rußland und Eng« rb machten den Anfang, Frankreich suchte daS Versäumte Muholen. Selbst Belgien rüstet Schiffe au», bemannt 1 modernen Konquistadoren, und entsendet sie nach dem maizen Weltteil. Politische und wirtschaftliche Ideen pkdittft r|eu° kontagiö», deshalb sehen wir auch in Deutschland

. Qnen Orten Gesellschaften entstehen, welche eine natio- ,li Kolonisation anstreben. Die Entwickelung der Ver- ^Mel haben in allen Völkern den Drang zur Ex« insion ihrer intellektuellen Kräfte und materiellen Mittel Jre0t, In allen übrigen Ländern kann derselbe nur riedigt werden durch Züge über« Meer, da durch die aisenfeindschast, welche infolge der Nationalitätenpolitik ♦litt tuerdings so kraß hervortritt, beispiel-weise die seit Jahr« änderten sich in der Stille auf friedlichem Wege voll- w rhende Auswanderung von Westen nach Osten ganz ge« mmt ist. Nur Rußland hat in Asten seine Annektierungen ollzogen nicht in Form von Kolonisation, sondern durch wju inverleibung in seinen Etaatskölper.

] Turkmenen, Chiva, Bucharei, fast da» ganze Turkestan Inb unter russische Herrschaft gebracht, und die nördlich , om Hindukush liegenden Provinzen Afghanistans befinden lüdimi durch russische Agenten angeregt, im vollen Aufstande, " mb werden entweder durch Bedrückung oder Begünstigung er selbsi ^selben binnen kurzem russisches Gebiet sein. DaS Schwarze hren ba Rar ist mit dem Kaspischen durch eine Eisenbahn ver- unben, welche durch Georgien von Saturn über TifliS nach Saku führt, von wo Dampferlinien nach den vortrefflichen

.Nappenstraßen leiten, die General Tschernajeff kroquiert itergajliinb der Ingenieur Leffar anSgeführt hat. Sine derselben , SchiMt ihren Endpunkt in Kungrad, am Südpunkt de» Aral« mre MS«S, von wo aus am Ufa des Amu Darja entlang nach $ Lau» Süden zu in Stationen eine Armee echelonniert steht, deren

[ Wmmung zunächst ist, die Etappen zu sichern. In der ----- Erblichen Gebirgsumwallung des Hochlandes von Iran Hal man eine bisher nicht geahnte Einsenkung entdeckt, Syste reiche einen vorzüglichen Paß bildet, der den Weg nach ndungd Stzhanistan öffnet. Hier ist man bereit« im Segriff, eine ' ' Uenbahn zu bauen, die allerdings persisches Gebiet (Sa- lachs) berühren würde. Während die Unterhandlungen mit Pechen noch schweben, machen Streitigkeiten unter den turk- hischi mnischen Grenzvölkern im Norden der persischen Provinz Shoraffan, am Atok - Gebirge, russische Intervention not« »endig, welche zu Grenzregulierungen führen muß, die vor- Mstchllich jene Punkte in russische Hände spielen. Schon itzt ist die Straße von ASkabad und Merw über SarachS, tes hart an der Grenze liegt, nach Harat gesichert, und

don uns bekommen!*

Mst sachkundiger Hand öffnete dann der Sprecher va« mitielst einer dünnen Nadel die feinen Kanäle, die zur 16 Pulverkammer der Gewehre führten, streute frische» Pulver <Uif die Pfanne und stellte die Büchse mit den scherzenden, jene alte Kanone erinnernden Worten an die Wand: »Ließ auch Stadt Chemnitz euch nicht machen, Auch wen ihr trefft, der thut nicht lachen!*

Meinen Sie denn,* begann Merten» von neuem und »oll Zweifel,daß die Pascher wirMch diese Nacht an ? iwem Bleichhause den Fluß passieren werden?"

'*Natürlich, und wir nehmen vorha von da Hütte besitz und sind so in dominierender Stellung, denn an «llen Setten hat da» Gebäude vagitterte Fenster, so daß Mir da» Terrain mit unsaen Kugeln beharschcn können.

kth Mit Ausnahme d-S Zeitalters, welche» der Entdeckung »örfte, n-rikaS folgte, sind wohl kaum in einer andan Periode > 2ma[ 4 Weltgeschichte so umfaffende Annexionen außerenro-