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Marburg, Freitag, 17. August 1883.

xvm. Jahrgang.

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Dir Durchführung der Berwaltungsreform

Die zu Anfang der letzten Landtagssesßon an dieser Stelle

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deutsches der richterlichen und der praktisch schöpferischen Thätigkeit, Product die sie durch die Beibehaltung der Scheidung in der Be-

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.. weißtannenen Deckel de« Behälters 10W siebene Adresse:Herren Merten» und

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101 verdankt es den beiden Herren, jetzt auf preußischem

mst 10« Gebiet und sogar von Stmerbeamten auSgetrunken zu

»erden. Prosit! GrenzfuchS."

zu zähmen.

(Fortsetzung folgt.)

Berndt laS das Billrt mit fast bebender Stimme vor.

Nichaeli. r. Bl.

In zweiter Reihe hat die Staatsregierung mit der For­derung recht behalten, daß das Institut eines wechselnden Vorsitzes in der Mittelinstanz vermieden und daß sowohl in streitigen, wie in nichtstreitizen Angelegenheiten die Lei­tung der Geschäfte in den Händen des Regierungspräsidenten vereinigt werden müsie. ES ist bekannt, daß diese Ein­richtung von oppositioneller Seite mit besonderer Schärfe bekämpft und als dem Geiste der Verwaltungsjustiz völlig zuwiderlaufend bezeichnet worden ist. Den Ergebnissen der praktischen Erfahrung haben die vom Standpunkte der Theorie erhobenen Einwürfe indesien nicht stand zu halten vermocht. Wie die Wiedervereinigung der Bezirksbehörden auf eine Verminderung der lähmenden Kompetenzbedenken und auf eine fruchtbare und anregende Erweiterung der Thätigkeit derselben hinzuwirken verspricht, so wird die Kon­tinuität der GeschäftSleitung von günstigem Einfluß auf diejenige Gleichmäßigkeit deö Verfahrens sein, welche durch das Bedürfnis der Bevölkerung bedingt erscheint.

Nicht minder wichtig erscheint ein dritter, durch daS neue Zuständigkeitsgesetz geregelter Punkt. ES ist durch­gesetzt worden, daß die allgemeine Aufsicht über die kommunalen und genosienschaftlichen Verbände in die Hände von Einzelbeamten (Oberpräsident, Regierungspräsident, Landrat) gelegt wird. In den gesetzlich vorgesehenen wich­tigeren Fällen bleibt die Mitwirkung der Kollegien Vor­behalten, im übrigen aber ist der bereits in dem Gesetze vom 26. Juni 1880 als maßgebend angesehene Grundsatz, daß allein die persönliche Leitung und Verantworlichkeit des einzelnen Beamten für die Konzentration der Verwaltung und die Geltendmachung der staatlichen Initiative gehörige Gewähr leiste, zu voller und gebührender Anerkennung gebracht worden.

Nachdem eS der Staatsregierung gelungen war, ihre auf die praktische Erfahrung und auf das Bedürfnis der Bevölkerung gegründeten Forderungen an den entscheidenden Punkten zur Geltung zu bringen, hat eS für dieselbe keine erhebliche Schwierigkeit gehabt, den Wünschen der La^deS- vertrctung aus anderen Gebieten bereitwillig cntgegen- zukommen. ES gilt daS namentlich von der kurz vor Schluß der Session wiederholt und nach den verschiedensten Gesichtspunkten erörterten Frage der Bestätigung der städtischen Kommunalbeamten. In beiten Häusern des Landtages waren gewichtige Stimmen laut geworden, welche dem Be- schlusie des Abgeordnetenhauses, nach welchem der Re­gierungspräsident bei der Versagung von Bestätigungen an die Zustimmung des Bezirksausschusses gebunden sein, und diese Zustimmung eventuell durch den Minister deö Innern ergänzt werden soll, schwerwiegende Bedenken entgegen­setzen. Obgleich die Staatsregierung diese Bedenken gegen die Htneinztchung der Selbstverwaltungskörper ist Bestä- tigungS- und Perfonenfragen für so wohlbegründet ansah, daß sie sich bei wiederholten Gelegenheiten in demselben

Den zwei gemütlichen Grenz-Aufsehern zur Stärkung für die letzt durchwachte Nacht. Der belebende Trank

rarantirl | -H rein- , Aroma, j iger als J Qualit.

den beit»

1 GrenzfachS.

Altmärkische Dorfgeschichte von Hermann RobolSky.

hren, tjj verlas

Bei jedem Wort färbte sich sein Gesicht dunkler und die Unterschrift vermochte er vor Erregung kaum noch hervor­zustammeln.

Tod und Teufel!* entrang es sich endlich der schwer arbeitenden Brust des gefoppten Offizianten.So etwas müflen wir uns bieten lassen l Nein, diese Schmach ertrage ich nicht! Lasten Sie uns dem Jungen nacheilen, Merten«; wir müsten den bübischen Absender dieser Kiste hcraus- bekommen, eS koste, was es wolle. Die Regierung sollte einen Preis auf die Ergreifung dieses hundSföttigen Grenz­fuchses setzen l Militär müßte an die Grenze verlegt werden, um unS zu unterstützen! AuS jedem Dorf wären zwei der reichsten Bauern einzusperrcn, bis sie ihre verächtlichen Kumpane dem Gesetz überlieferten 1 Ich sollte nur zu sagen haben, eS würde bald anders werden!*

Der Bebrillte achtete des RaisonnementS fast gar nicht, sondern hielt ruhig eine der Flaschen gegen da« Fenster.

Sie wollen doch wohl nicht gar?* polterte Berndt den Kameraden an und nahm die Bouteille hastig aus der Hand.

Nur sehen, waS für eine Sorte der Pascher unS zu­gedacht, sonst nichts!*

Abliefern müsten wir die Flaschen!* rumorte der Zornige weiter.Nein, daS auch nicht,* fügte er sich be­sinnend hinzu,man würde unS beim Hauptamt« auslachen. Gegen die Wand mit dem Zeug!*

Mit diesen Worten warf der Erregte die eine Flasche durch daS offene Fenster an einen Baum, so daß das Glas klirrend umhcrflog, während die verführerische Flüssigkeit, den Boden rötend, auscinder floß.

Ich werde die meine selbst vernichten," intervenierte MertenS mit ironischem Lächeln, als Berndt sich auch der

lr. 44.

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Da ruhten, in Häckerling verpackt zwei Flaschen Wein, Ht verkorkt und mit schönem Etikett versehen. Auf dem pchnittenen Stroh aber lag ein Zettel, der nur die wenigen

zweiten Bouteille bemächtigen wollte, uud stellte den Wein neben seinen Schreibtisch auf die Dielen.

Lange noch machte Berndt seinem Unmut über die Un­verschämtheit deö kühnen Schmugglers Luft.Ein infamer Patron I* das war dagegen die einzige Zustimmung, die der stoische Kollege hinzufügte.

II.

Mitten durch ödes Heideland zog sich früher die Land­straße von Salzwedel nach Bergen. Von einerStraße* konnte man streckenweis eigentlich gar nicht reden, denn jeder ging oder fuhr, wo er eben Lust hatte oder wo r- ihm am besten erschien. Beim alten, prunklosen Juden- ktrchhof zu Salzwedel, deffen moosüberzogene, rohe Grab­steine noch heutzutage stehen, an der äußersten Grenze der Stadtgerechtsame, durchschnitt die Paffage den halb zer- sallenen Schutzwall, während im Walde in nördlicher Rich­tung noch Ruinen eines alten Warteturms an Rttterzeit und Städtefehden erinnerten. Westlich durch Kiefernzwerg­holz und Bocksbartwüstenkien führten die Wegespuren an dem jetzt zum Acker umgeschaffenen berüchtigtenMolochs­berg* vorüber, auf dessen Höhe vor tausend Jahren und länger dem stierköpfigen Götzen unzählige Kinder geopfert sind. Hier blühte eben das Heidentum einstmals in feiner gewaltigsten Größe. Heinrich der Vogelsteller, der bekannt­lich im Jahre 926 über die Havel setzte und Brandenburg zu Fall brachte, hatte frellich durch Gründung der Marken, hier der Nordmark, dem Christentum neue Bahnen ge­brochen; aber die Wenden waren doch nur dem Namen nach Christen geworden, und es bedurfte, wie die Geschichte gelehrt, noch manches harten Strauße», die Widerspenstigen

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für eine Auöveynung oer in meve ircyenoen EinnMungru s« mir auf die übrigen Teile des Staatsgebiets. Nachdem das LJ «erwaltungsgesetz am 30. Juli, daS neue ZuständigkeitS-

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EMehmen beantragt hatte, bezeichnete die Vereinfachung , ? jn den Kreisordnungsprovinzen zur Entwickelung ge-

Mützftz fen Systems der Selbstverwaltung als vornehmstes fr* 29. »edürfnis der angestrebten Reform und als Grundbedingung

1 fir eine Ausdehnung der in Rede stehenden Einrichtungen

971 .Oeffnen wir den Kasten, Kollege! meinte er t iViH« hob mit leichtem Druck den Deckel in die Höhe.

59!

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W Seilen, in lateinischer Schrift geschrieben enthielt:

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatte», sowie d.Annoncen-Bureauk von ®. 8. Daube u. Co. in Frankfurt a. M.; Iigersch« Buchhandlung basewst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendaukin

Berlin; W. Thiene» in Elberfeld; 6. Schlotte in

Bremen.

1 Hizianten in Cheine."

jv- * Hier konnte kein Zweifel obwalten. Die Brille vor k J Stirn geschoben, war auch Merten« herangetreten und Mute verwundert auf die unerklärliche Sendung.

Oeffnen wir den Kasten, Kollege! meinte er trocken

Berndt biß sich auf die Lippen. Er hatte eben eine Ättre Entgegnung auf der Zunge, al« e« leise an die kiubenthür klopfte. Jndeffen niemand trat auf da« laute .Herein!* in« Zimmer.

Neugierig öffnete der Beamte die Thür. Da stand ein stlmnpter, barfüßiger Hütejunge mit einer kleinen Kiste in Hand, die er dem unerbittlichen Pascherfeind, auf die treffe verweisend, überreichte.

Ehe sich dieser jedoch recht besinnen konnte, war der finte Bote schon wieder verschwunden. Die Sendung be- I1 Me wohl auf einem Irrtum I Doch deutlich stand auf - --- - ----- 1 die zierlich ge-

Berndt, Steuer«

ejA am 1. August d. I. zur Allerhöchsten Vollziehung elangt ist, liegt die Frage nach dem Umfange nahe, In __. Mm die von der StaatSregierung verfolgte Absicht er- is ist« M worden ist. An Versuchen, in dieser Rücksicht die ffmtliche Meinung irre zu führen, hat eS bekanntlich nicht zksehlt: ist doch mehrfach von denselben Organen der Presse, tie bei Beginn der bezüglichen Verhandlungen vorEnt- Mung* undRückwärtsrevision* der Gesetzgebung der ilb-nziger Jahre warnen zu müflen geglaubt hatten, «ach erfolgter Verständigung zwischen StaatSregierung und IH. <gfcj tzndesvertretung s o gethan worden, als sei im wesentlichen ivderM alles beim alten geblieben und die beabsichtigte Umgestal- I tang so gut wie vollständig abgewtesen worden.

Die unbefangene Betrachtung lehrt, daß da« Gegenteil

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,hene Uebersicht über die wesentlichsten Abänderungen, iriftsmxiä die StaatSregierung an den VerwaltungSgcsetzen s Mij beantraat batte. bereiLnete die Vereinfachung

Sinne auSsprach, hat sie schließlich auf daS Zustandekommen des Gesetzes größeres Gewicht gelegt, als auf die Fern­haltung einer Neuerung, welche zwar das Recht der Krone und die maßgebende Stellung des verantwortlichen Leiter« der inneren Verwaltung nicht berührt, immerhin aber un­zweckmäßig und dem Zusammenwirken der verschiedenen Elemente der Selbstverwaltung nicht förderlich erscheint.

Jn d e r Gestalt, welche die beiden wichtigen Gesetze an­genommen haben, darf die Regierung dieselben für durch­führbar und für den Bedürfnissen des Staates und der Bevölkerung entsprechend ansehen. Möchte der Geist de« Vertrauens und der Mäßigung, In welchem diese« unter dem Druck mannigfacher Schwierigkeiten, in jahrelanger Arbeit geförderte Werk zum Abschluß gebracht worden ist, sich auch bei der äußeren Ausgestaltung desselben thättg und wirksam erweisen. (Prov.-Korresp.)

Deutsches Reich.

Berlin, 15. Aug. DieProv.-Korresp." sagt über die Zusammenkunft der Kaiser von Deutschland und Oester­reich in Ischl: Jn der Ueberzeugung, daß die Jntereflen des deutschen Reiches sich in allen wesentlichen Punkten mit denjenigen Oesterreich-Ungarn« berühren uud daß da« Zu­sammengehen der Kabinette von Berlin und Wien nicht nur den Beteiligten selbst, sondern der Sache des allge­meinen Friedens Dienste von unveräußerlichem Wert er­wiesen habe, treffen die Meinungen aller, die es mit der Sache deö Friedens und einer gedeihlichen inneren und äußeren Entwickelung der Verhältniffe beider Reiche wohl meinen, schon lange zusammen. In der jährlichen Wieder­kehr der beiden Monarchen und den zum Bedürfnis ge­wordenen persönlichen Begegnungen sehen die Völker darum einen Ausdruck des freundschaftlichen und vertrauensvollen Verhältnisses, welches die Staaten verbindet und das mehr und mehr in da« Bewußtsein der Bürger derselben über­gegangen ist. Zu dem Besuche, welchen Kaiser Wilhelm seinem in Ischl weilenden Kaiserlichen Freunde abstattete, hat eS besonderer Veranlaflungen ebenso wenig bedurft, wie zu den gleichen Zusammenkünften früherer Jahre. Die in der Prefle deS Jn- und Auslandes aufgestellten Ver­mutungen über in Ischl speziell verhandelte Fragen lassen außer betracht, daß der Weltteil sich im Zustande unge­trübten Friedens und allseitiger gedeihlicher Beziehungen zwischen den Mächten befindet, die sich in dem Wunsche begegnen, die Ruhe und das gegenseitige Einvernehmen aufrecht erhalten zu sehen. Da« seit Jahren bestehende Freundschaftsverhältnis zwischen den beiden Reichen, deren Herrscher während der ersten Augustwoche an den malerischen Ufern der Traun zu freundschaftlichem Gedankenaustausch zusammengetroffen, hat sich aber als einer der wesentlichsten Träger dieses FriedenSzustande« bewährt und dadurch eine zunehmende Bedeutung für die Beteiligten wie für da» fit«

Dinstanz Eingetreten wäre, dem gesamten Staats- und Arwaltungsleben zum Schaden gereicht haben würde. Ein !«!ches Verhängnis ist der preußischen Verwaltung erspart toben. Dank der Entschiedenheit, mit welcher die Regie- Ang auf ihrem Standpunkte beharrte, ist die Wicderver- tinlgung der Behörden in der Mtttelinstanz durchgesetzt und ____ Adurch die Gefahr abgewendet worden, daß die BerwaltungS- 6rwied# tion der übrigen Verwaltung getrennte Wege einschlägt.

V ,i(lKn u. Vogler in Nur ""L a. Bl.. Berlin, dl« Eh J, Mn ; Rudolf

M in Berlin, Frank«

-rn. IC. ___

orffteint täglich außer an den Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen BeilageIllnstrirte» vstM^tgöblatt" durch die Sxpedition (K o ch'sche Buchdruckerei) bezogen 8A »tert, durch di- Postämter deS Deutschen Reiches 2 »tert 50 Pfg. (erd. Bestellgebühr.) -^nsertronSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pffi.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pffi. berechnet.

nimmt entgegen: iftein. VÄion d.BlatteS, - - hännoncen-Sureour -S G-hL Dietrich « G°-in :r ©rfEfJ und Hannover, LH.

. - stfchehen ist.

>nd alles« Davon ausgehend, daß die Verwaltungsjustiz sich mit

ird getti allgemeinen Verwaltung in beständiger Wechselwirkung

tf das ji müsse, hatte die Regierung vor allem die Wieder- in «eteiniöung der beiden getrennten Behörden I« der Bezirksinstanz beantragt. Die entscheidende Bedeu- tung dieses Punktes ist nicht nur in der ausführlichen . ; Äibe vom 25. Januar d. I., mit welcher der Minister deS

zmnt m« Znnem die Beratung einleitete, hervorgehoben, sondern dem ««Kett Umfang nach auch von dem Hauptredner der Oppo- ie# Don in dieser Frage, dem Abgeordneten Dr. Gneist, er« tat worden, der für die Aufrechterhaltung der Scheidung in der Mittelinstanz mit außerordentlichem Nachdruck ein- tat. ES darf darum als ein prinzipiell und praktisch zlnch wichtiges Ergebnis bezeichnet werden, daß die Regie« tung mit der Meinung durchgedrungen ist, daß eine voll- findige und dauernde AuSeinanderreißung der Momente