Marburg, Sonnabend, 11. August 1883.
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Militärisches aus Frankreich.
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Für das Jnfanteriegewehr ist soeben eine neue Patrone
ffirfplt1 bii französischen Schießschulen zu Ruchard, CHLlonS 'UUU ib Palbonne ausgegeben. Der Erfinder derselben, der
Kline-Artillerie-Kapitän Delaunay, hat die eine Kugel
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-ich nach dem Ausrtitt aus dem Gewehr, dem verschieden- i iigen Widers and der Lust entsprechend, in verschiedener
digbahn wirken und so möglicherweise drei Gegner mit
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Erlaß des KriegSministeiS dehnt die bisher nur
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Aii piUl-Correspondenz" schreibt:
Hr1 Seit den großen Zerstörungen in Lisiabon (1755),
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ut verschiedensten Teilen Italiens einlaufenden Sperr-
fehlt aber noch viel, damit der dringenden Not ab«
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Osstzieren der Pariser Regimenter zugestandene Verlegung, außerhalb deS Dienstes Zivilkleidung zu tragen,
eine derartige Probe freilich für überflüssig und ist der Ueberzeugung, daß Frankreich die Mobilisierung seiner Armee ebenso schnell durchführen kann wie Deutschland.
irophe geeilt, um die Rettungsanstalten zu leiten, in " Militär und Zivilbehörden, Geistliche und aus den Karten italienischen Landschaften herbeigeeilte Frei- ' mit einander rühmlich wetteiferten. — Trotz der
»jetzt gebräuchlichen Patronen durch drei Kugeln von Wiedener Form ersetzt. Dieselben sollen daher auch
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«omba (1797), Caracas (1812), Jeddo (1854) und ?ss« (1855) hat kein Naturereignis die Teilnahme Weiter Menschen so schmerzlich und so nachhaltig auf f bezogen, wie das Erdbeben, durch welches die Insel । und namentlich der auf derselben belegen« Badeort 1W ^""ieciola am 28. und 29. Juli d. I. heimgesucht urioi^ ist. Der ganze Umfang deS durch diesen vulkani- lOilj- * Ausbruch herbeigeführten Verlustes an Menschenleben «’S ’ °n Eigentum läßt sich noch nicht übersehen, alle Nach«
> um Schuß hinstrccken. Die VersuchSkommifston in Ver- (3 iües will jedoch vorläufig nur zwei und nicht drei Kugeln - i diese Patronen laden und mit diesem modifizierten System e gutsid Alimente anstellen lasten.
adAeint täglich außer an den Werttaaen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wSchentlichen Beilage „Jllustrtrte« «omrlagSblatt" durch die Expedition (R o ch'fche Suchdruckerei) bezogen 2*/t Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 60 Pfg. (excl. Bestellgebühr) — JnfertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg.
Für in der Expedition zu erthellende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
Deutsche- Reich.
Berlin, 9. Aug. Der „Reichs-Anzeiger" publiziert das Gesetz betreffend die Konsulargerichtsbarkeit in Tunis, ferner die Vereinbarung mit Spanien betreffend die Jnkraft« fetzung deS spanischen Handelsvertrages und den Tarif für die spanische Wareneinfuhr in Deutschland. — Infolge einer heute hier eingetroffenen Vereinbarung werden unter Vorbehalt der Ratifikation des deutsch-spanischen Handelsvertrags die ermäßigten Sätze deS spanischen Konventionaltarifs auf die deutsche Wareneinfuhr in Spanien und der deutsche Zolltarif nebst dem dem Vertrage betgefügten Tarif A auf die spanische Wareneinfuhr in Deutschland vom 14. August ab Anwendung finden. — Der spanische Gesandte hat heute die spanischen Konsularbehörden in Deutschland angewiesen, von jetzt ab wiederum Ursprungszeugnisse für nach Spanien bestimmte deutsche Waren behufs Behandlung der letzteren nach Maßgabe des spanischen Konventionaltarifs zu beglaubigen. — Im Prozeß Lücke und Genossen wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes wurde Ewald zu 30 Mark, sieben andere Angeklagte zu 15 Mark Geldbuße verurteilt, die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Der Gerichtshof lehnte die von der Staatsanwaltschaft beantragte Schließung der Vereine ab. — Bezüglich des AbschlusteS einer Lttterar - Konvention mit Belgien werden noch Verhandlungen zwischen hier und Brüste! gepflogen. Entschieden scheint eS jedoch zu sein, daß die eigentlichen sachlichen Verhandlungen nicht in Brüstel, sondern hier in Berlin stattfinden werden. Die Konvention wird sich im ganzen der mit Frankreich abgeschlossenen anschließen. Man nimmt an, daß die ganze Angelegenheit in zwei bis drei Monaten zum Abschlüsse gelangt sein wird.
Trier, 9. Aug. Der 14. deutsche Anthropologen- Kongreß wurde heute morgen um 9V2 Uhr durch den Vorsitzenden Professor Virchow eröffnet. Derselbe erläuterte in hochtnterestanter 1'/»stündiger Rede den gegenwärtigen Stand der Forschung über den Ursprung der in Europa sich findenden Broncegerätschaften und bespricht die Ansicht, wonach dieselben durch Phönicier dorthin gebracht und dort verbreitet worden seien, sowie die Theorie Hochstetlers, derzufolge die Bronce ein Eigentum der Arischen Völker schon vor ihrer Einwanderung in Europa gewesen sei. Oberbürgermeister de NyS begrüßte die sich auf etwa 800 Personen belaufende Versammlung namenS der Stadt Trier. Museumsdirektor Hettner namens der LokalgefchäftS- führung. Letzterer erstattete interestanten Bericht über die Geschichte Triers bis zur Herrschaft der Franken, sowie über die Entstehung der aus dieser Epoche stammenden Baulichkeiten, Gräber und sonstigen Altertümer.
Jena, 8. Aug. Vom Großherzoge von Weimar ist dem Festkomitee für das Burschenschafts-Denkmal folgendes außerordentliche Hülfeleistungen erfordert, durch besondere Eympathieen, besondere Rücksichten unterstützt wird.
Es hat sich unter solchen Verhältnissen von selbst verstanden, daS in Deutschland sowohl seitens der Redaktionen öffentlicher Blätter, als von privaten Vereinigungen zur Spendung von Gaben für die Notleidenden auf Ischia aufgefordert und die Bereitschaft zur Entgegennahme derselben ausgesprochen worden ist. Noch fehlt aber viel, damit von wirklicher, dem Umfange der herrschenden Not entsprechender deutscher Beihülfe die Rede sein könnte. Wir geben darum dem dringenden Wunsche und der Hoffnung Raum, daß den bisher erhobmen Mahnruf eines dringenden Gebotes der Menschlichkeit allenthalben im Vaterlande bereitwillig werde entsprochen werden, und daß Preste, Publikum und öffentliche Stellen es sich angelegen sein lassen werden, den bisher getroffenen Veranstaltungen nach Kräften Vorschub und Unterstützung zu leihen. Nur wenn daS geschieht, wird eine dem Umfange der stattgehabten Zerstörung und der Würde des deutschen NamenS entsprechende Beisteuer zu den Unterstützungen gehofft werden dürfen, deren eS bedarf.
Möchte sich bei dieser, durch so viele Umstände zum Gegenstände allgemeinster Teilnahme gewordenen Gelegenheit bewähren, daß der von unserem Zeitalter in Anspruch genommene Vorzug eines besonders stark entwickelten Gefühls für menschliche Not und menschliches Elend, ein gegründeter ist, und daß der WohlthätigkeitSstnn deS deutschen Volks den Vergleich mit demjenigen anderer Nationen nicht zu scheuen braucht.
Spao^ DaS Erdbeben auf Ischia
^ähcrcSM auch der letzten „Provinzial-Correspondenz" Ver- sWassnng, mit warm empfundenen Worten den Wohl- ----'Witeueimn des deutschen Volks anzurusen. Die „Pro-
®ettUßlli uutjtiymv vtv oitii|tte ^ivumivuny gu nuytii,
Jinter J. ij die Offizierkorps aller Garnisonen aus. Als Grund >h Steh i diese Verfügung wird in dem betreffenden Erlaß geltend P Mt, daß eS bester fei, „für den Dienst nicht sehr wich« Reglements zu ändern, als sie jeden Tag gezwungener-
ieckt»
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Amwncen-Bureaux von 8. Daube u. Eo. in Frankfurt a. M; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Berlin: W. Thiene» in Elberfeld; 6. Schlotte in Bremen.
weise ungestraft verletzt zu sehen", und es wird die Erwartung ausgesprochen, daß die Militärbehörden so Veranlassung sehen werden, sich in Zukunft „noch strenger betreffs der Offiziere zu zeigen, die sich beim Dienst nicht in vollständiger und vorschriftsmäßiger Dienstuniform einstellen, oder welche mit der ihnen bewilligten Gunst Mißbrauch treiben und die Würde ihres Ranges gefährden". Bis zu welchem Grade die Salopperie nach der einen wie nach der anderen Seite bisher innerhalb der französischen Armee gediehen war, wird neben anderen bekannten Thatsachen aus einem von der „Rep. frantz." angeführten Beispiel ersichtlich, wonach vor kurzem in einer Stadt des nördlichen Frankreichs ein Brigadegeneral, der die vierteljährige Inspektion deS Offizierkorps eines Regiments abnahm, in Zivil im Kasernenhof erschien. DaS genannte Blatt ist übrigens mit dem betreffenden Erlaß, der dem bisher von den Generälen und Stabsoffizieren gegebenen schlechten Beispiel eine ungerechtfertigte Konzession mache, sehr wenig zufrieden, und erinnert an einen Ausspruch des Prinzen Friedrich Karl, der den Hang der Franzosen, sich über die bestehenden Vorschriften hinwegzusetzen, als die Hauptlücke in der französischen Rüstung bezeichnete.
Der Unterrichtsminister hatte kürzlich sämtliche französische Fakultäten aufgefordert, ihr Gutachten über die Abschaffung deS Eiujährig-Freiwilligen-DiensteS abzugeben. Die eingelangten Antworten lauten übereinstimmend dahin, daß diese Beseitigung nicht wünschenswert erscheine und den höheren Studien erheblich schaden müßte.
Auf die von der „Rsp. frantz." aufgenommenen Klagen der „Rävue Militaire" über die unzulänglichen Grenzbefestigungen Frankreichs antwortet daS „Parlament" mit einigen thatsächlichen Feststellungen, die für Deutschland nicht ohne Interesse sind. „DaS Land", bemerkt das genannte Blatt, „kann ruhig sein. Unser militärisches Eisenbahnnetz steht dem Netz auf deutscher Seite nicht nach. Unsere Grenzfestungen sind im Stande, die Aufgabe zu erfüllen, für welche sie gebaut worden sind, und wir plaudern kein Staatsgeheimnis aus, wenn wir sagen, daß zwischen Verdun und Belfort acht doppelgeleisige Linien ausmünden, von welchen sechs zwischen Verdun und Epinal sich befinden, währenddem unsere etwaigen Gegner auf der nämlichen Strecke nur drei doppelgeleistge und vier etn- geleistge aufweisen können. Wir werden unsere Streitkräfte also mindestens ebenso schnell auf der Grenze konzentrieren können, wie unsere Feinde." — Auch bezüglich der Schnelligkeit, mit welcher Frankreich die Mobilmachung seiner Armee bewerkstelligen könne, hegen leitende französische Blätter noch immer Befürchtungen, und so verlangt denn die „Röp. frantz." und einige andere Gambettistische Journale die probeweise Anordnung einer vollständigen Mobilmachung für drei oder vier Armeekorps. Es ist möglich und sogar wahrscheinlich, daß dieser Anregung Nachfolge gegeben und daß die Mobilmachung im Osten versucht werden wird. DaS „Journal deS DebatS" erklärt geholfen werde. Tausende von Familien sind binnen wenigen Stunden ihrer Ernährer, ihrer Habe, der gewohnten Bedingungen ihrer Existenz, in sehr zahlreichen Fällen auch ihrer Arbeitsfähigkeit beraubt und ausschließlich auf fremde Unterstützung angewiesen worden. ES wird der Mitwirkung der gesamten Kulturwelt bedürfen, damit auch nur annährend den zerstörenden Folgen eines Naturereignisses gesteuert werde, welches zu den entsetzlichsten von unserer Generation erlebten Unglücksfällen zählt.
Ohne daß eS dazu ausdrücklicher Mahnungen bedurft hätte, sind innerhalb wie außerhalb Italiens an den verschiedensten Orten private und öffentliche Veranstaltungen zur Unterstützung der Notleidenden auf Ischia getroffen worden. Ein besonders dankenswertes Beispiel hat in dieser Rücksicht die Stadt Wien gegeben. Auch in Deutschland wird den Opfern der furchtbaren Zerstörung die wärmste Teilnahme zugewendet. Vereinigen sich doch Umstände der verschiedensten Art dazu, dem schwer heimgesuchten Eilande an der italienischen Küste gerade bei und die wärmste und allgemeinste Teilnahme zu sichern. Italien ist von Söhnen unseres Landes von jeher mit besonderer Vorliebe aufgesucht worden, Deutsche aus den verschiedensten Teilen deS Vaterlandes haben seit Jahren auf dem von der Natur mit verschwenderischer Pracht ausgestatteten Ischia Erholung und Heilung gesucht, und der Staat, dem diese Insel an« gehört, ist dem Deutschen Reiche durch den Gang seiner Geschicke, durch gemeinsame Erlebnisse und durch enge poli« tische Bande freundschaftlich verbunden. Wenn irgend wo gern geholfen wird, so wird das hier der Fall sein, wo die humane Empfindung, daß ein außerordentliches Schicksal
gt neue Militärschule gegründet, in welcher die Artillerie- ; ld Genie-Unteroffiziere, die als fähig erkannt worden find, •LftCk ntnleutnants zu werden, ein Jahr zu lernen haben. Die kvreiieii N wird am 1. Oktober eröffnet. 70 Artillerie- und roönni 2 Genie - Unteroffiziere werden in derselben Aufnahme L2d~: gben.
„„nimmt entgegen: urgs illtNGion d. Blattes. ^uf^-Ann°men^Bureaux len, die k Dietrich u. So. tn
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4 Ä -Sln ---! Rudolf y 6 in Berlin, Frant- "tat a. M. re.
Der Kriegsminister, der vor einigen Tagen Paris verlassen , „m eine militärische Inspizierung der Ostgrenze anzutreten, d dem Vernehmen nach zunächst drei Tage auf die Be- Lunß von Verdun und der MaaSlinie verwenden, fich M «ach Toul, Nancy nnd Luneville begeben, darauf Mal, das dortige verschanzte Lager und die Linie der Leit Mosel inspizieren und auf der Rückreise Belfort und Zontbcliard einer Besichtigung unterwerfen. Auf diese -•! Silierungen, die diesmal mit besonderer Gründlichkeit genommen werden sollen und überall mit Beratungen il den Gouverneuren der betreffenden Festungen verbunden n werden, wird nach einer kurzen, durch einen zweitägigen ijenthalt in Paris ausgefüllten Pause eine zweite Be- biigungsreise nach der italienischen Grenze folgen, lie aus diesen Dispositionen und Vorbereitungen für die Mnst ersichtlich, ist daS Vertrauen der französischen Re- ttnng auf die hunderttausend italienischen Rothemden, $e „General" Canzio in dem bevorstehenden Revanche- Djug nach Dijon werfen wird, nur schwach entwickelt, [gleitet ist der Kriegsminister auf seiner Inspektionsreise
r, Kaufs n den Direktoren der Artillerie und deS GeniewesenS im Bedinge mgsministerium. Der Direktor der Artillerie im Mini- [I rinnt, Divisionsgeneral Tricoche, wird später durch den d.,.,,, mal Lavocat ersetzt und mit der Organisation der ***** ijtungsartillerie, mit dem Titel eines ständigen General- chtktors der Festungsartillerie, betraut werden.
Durch Verfügung des Kriegsministers ist in Versailles
102 lQn Eigentum läßt sich noch nicht übersehen, alle Nach« jOijifö aber stimmen darin überein, daß daS Elend der 67! I ^gesuchten einen entsetzlichen Grad erreicht hat und daß 7« ' ju wirksamer Linderung desselben dauernder und um« A jg ™et Anstrengungen bedürfen wird. Regierung und i etung Italiens haben es an aufopfernder Hülfe- 63t * *UB9 nicht fehlen lassen; König Humbert und seine 76$ * Wer sind trotz der Fortdauer der Erdstöße und der diesen verbundenen Gefahr auf den Schauplatz der