xvm. Jahrgang.
Marburg, Freitag, 10. August 1883.
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Enquete von 1881 sorgfältiger geworden sind,
idererseits daraus, daß daS numerische Wachstum gewerb-
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tofienen behördlichen Anordnungen freiwillige Folge zu elften, — so läßt die Einrichtung sehr zahlreicher, ins-
nehmen die die Unfallversicherung betreffenden Ab« schnitte desselben besonderes Interesse in Anspruch. Daß daS private Unfallversicherungswesen am Vorabende einer gesetzlichen Neuregelung der gesamten VersicherungSmaterie erhebliche Fortschritte nicht gemacht hat, liegt zu direkt tu der Natur der Sache, als daß die darauf bezüglichen Angaben über daS Jahr 1882 überraschend genannt werden könnten. In immer weiteren Kreisen bricht sich die von den Sachkennern längst gewonnene Ueberzeugung Bohn, daß auf dem bisherigen Wege nicht weiter zu kommen sei und daß das UnfallverstcherungSwesen zum Gegenstände staatlicher Fürsorge gemacht werden müsse, wenn wirklich und dauernd geholfen werden solle. Gerade darum erscheint geboten, daß die Aufmerksamkeit oct Unternehmer sich in zunehmendem Maße auf die Vorbeugung von Unfällen richte. Daß die mögliche Verminderung der Zahl der Unfälle die zweckmäßigste Art der Vorbereitung auf die bevorstehende Reform des Unfallversicherungswesens bilde, — das wird man auch da übereinstimmend anerkennen müffen, wo man bezüglich des Einzelnen der zu ergreifenden Maßregeln verschiedener Meinung ist. — DaS Pütschsche Buch über „Sicherung der Arbeiter" dürste darum einem weit verbreiteten und allgemein empfundenem Bedürfnisse entgegenkommen. (Prov.-Corresp.)
Hospital zu Kreuznach unter dem Protektorat der Frau Kronprinzessin mit 40000 M.
II. Durch feste Jahresbeiträge aus den Zinsen der dann noch vorhandenen, sicher anzulegenden rot. 450 000 M. sollen gefördert werden: 1) die Ferienkolonien für Schulkinder — schon bestehende und neu zu errichtende, in den verschiedenen Teilen des Reichs — mit Vorbehalt der Unterverteilung durch das Verwaltungskomitee; 2) die Vereine für die Beschäftigung entlassener Strafgefangenen mit der gleichen Maßgabe; 3) der allgemeine deutsche Verein gegen Trunksucht; 4) der Verein zur Gründung von Kinderheilstätten an der See; 5) das Friedrich-Stift zu Berlin (Gitschinerstraße) unter dem Protektorat der Kronprinzessin; 6) die Diakonissen-Krankenanstalt Bethanien zu Kreuzburg in Oberschlesien und in gleichem Betrage das Barmherzigen-Stift zu Pilchowitz, Kreis Rybnik. Für die Vereine zu allgemeinen Zwecken sollen Gesamtbeträge von jährlich 2000—6000 M. (vorbehaltlich der Unterverteilung) verwendet werden; für einzelne Institute jährlich 1000 M., in besonderen Fällen auch kleinere Summen. Diese Jahresbeiträge sollen jederzeit mit der ausdrücklichen Angabe: „aus dem Friedrich-WilhelM'Victoria- FondS" gewährt werden, wobei zugleich die Absicht obwaltet, durch diesen Vorgang die Privatwohlthätigkeit zur weiteren Beihülfe anzuregm.
III. Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit sprach sich demnächst über seine weitern Intentionen bezüglich der Verwaltung und der Verwendung dahin aus: ES erscheine wünschenswert, zu seinem Beirat in der Unterverteilung und zur weiteren Geschäftsführung in möglichst einfachen Formen, ein Verwaltungskomitee von etwa fünf
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83.
„ Verhandelt Berlin den 19. April im Kronprinzlichen PLstis.
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Deutsches Reich.
Berlin, 8. Aug. Die Taufe des zweiten Sohnes des Prinzen Wilhelm ist nun definitiv auf Sonntag den 19. August festgesetzt. Der Bronzesaal des Potsdamer Stadtschlosies ist (wie die „Krz.-Ztg." mitteilt) der Versammlungsort für die Kaiserlichen Majestäten, den Kronprinzen und die Kronprinzessin und für die anderen Mitglieder der Königlichen Familie. Im Marschallsaale versammeln sich die besonder» eingeladenen Gäste. Für die heilige Taufhandlung ist das Bibliothekzimmer Friedrichs des Großen auSerfehen. Seine ursprüngliche Einrichtung, silberne Möbel mit Bekleidung von himmelblauem AtlaS und silbernen Treffen auch an den Wänden ist noch erhalten. Es war auch daS Schlafgemach des großen Königs. In einem anstoßenden alkovenartigen Raume, der durch ein Brustgeländer von gegossenem Silber, mit Kindergruppen von Silber, von dem Gemache abgegrenzt ist, befand und befindet sich noch gegenwärtig des Königs Handbibliothek. Hier wird der Taufaltar errichtet. Nach der Taufe findet vor der erlauchten Wöchnerin und dem in der Wiege liegenden Täufling eine Defiliercour statt. Die Tafel wird int Marmorsaale serviert sein. Um 1 Uhr mittags geht für die Berliner Gäste vom Potsdamer Bahnhofe in Berlin ein Extrazug nach Potsdam ab. Die Rückbeförderung mit Extrazug erfolgt um 9V< Uhr abends. — Dem Fürsten Bismarck wird, wie auf den deutschen Bahnen, so auch auf den baierischen, freie Fahrt gewährt, insofern derselbe seinen
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. - ihende Veröffentlichung des gegenwärtig im Druck begriffenen
Iresäsi- |etj$te8 ^er das Jahr 1882 wird auch in dieser Rücksicht «rank« volles Material beibringen und u. a. Belege für die
1------- iiitigfeit der in dem Berichte eines süddeutschen Fabrik-
ieginnt > cheklors enthaltenen Bemerkung liefern, nach welcher die
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tftrirteJti tjonicrc kleinerer Etablissements -doch nach wie vor Tid; außerordentlich viel zu wünschen übrig. Die bevor-
ieder ein imftcn Unfälle auf die kleineren Anstalten, und namentlich '«en $ wf diejenigen kommen, „die zwar mit mechanischer Kraft Seiten, aber auch nach § 154 der Gewerbeordnung nicht
; nehme m Fabriken beizuzählen sind, endlich auf Fabriken, die Zohnunz W Konkursen oder anderen Verkäufen von zu Vermögen kkommenen Händlern und derartigen der Industrie fern
। Wew^enbcu Personen erworben werden. Hier geschieht oft 808 Nötigste zunächst entweder gar nicht oder nur sehr Migelhast und erst nach wiederholtem Drängen. In ge- dnblichen Anlagen der hier bezeichneten Arten ereignen sich denn auch die allermeisten Unfälle. Würde man für die-
, _ Die krouprinzliche Stiftung.
’ Das bei Gelegenheit der silbernen Hochzeit dem kron- erlaaW ?"nzlichen Paare überreichte Ehrengeschenk von 830000 M. ■ 8 ^isi Grundlage einer Stiftung geworden, welche zur Um- ichung der Weitläufigkeiten, die mit der Erteilung von ^'PorationSrechten verbunden find, und zur Vermeidung großen Verwaltungskosten in der einfachen Form einer ^Handlung begründet ist. Wir sind in den Stand ge- Marbill W, diese Verhandlung in authentischer Form mitzuteilen, für weiteste Kreise von Jntereffe sein wird :
Hnjeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatt«-, sowie d.Annoncen-Bureaur von ®. L. Daube u. Go. in Kta. M; Jäaersche dlung daselbst;
Hermansche Buchhandlrm- daselbst; Jnvalidendauk tn Berlin; W- Thiene» ta Elberfeld; 6. Schlotte te Bremen-
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A In Gegenwart Seiner Kaiserlichen und Königlichen lbf,ar)oi Hut des Kronprinzen des deutschen Reichs und von B Reußen und Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit ifl* Fran Kronprinzessin des deutschen Reichs und von nk tM Mußen waren heute auf ergangene Einladung die Mit- .j ^dkr der Deputation versammelt, welche am 16. Januar H im Namen eines größeren Komitee daS im deutschen M M gesammelte Donativkapital zur Erinnerung an dm
* Januar 1858 überreicht hat.
. Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit begrüßte die ^chienenen Mitglieder der Deputation, sprach in Seinem M Seiner Erlauchten Frau Gemahlin Namen wiederholt sdeinen Dank ans und erklärte als Zweck der heutigen Inferenz den Wunsch, der Deputation Kenntnis von der ^bstchtigten Verwendung des überreichten Kapitals zu In Ueb reinstimmung mit den Intentionen Seiner When Frau Gemahlin habe Er folgenden Plan ins Auge Maßt: ES werde sich nicht empfehlen, zum Zweck der
ten -Fal Anstalten rascher vor sich geht, als die Verbefferungen . *" * iijmigen Fabrikeinrichtungen, welche für Leben und Ge- art mit «Idheit der Arbeiter Sicherheit gewähren. Wenn die Unter- Oel gtj ithmer namentlich der größeren Anstalten sich auch im Federn, tofjtn und ganzen bereit zeigen, den ihnen zu diesem Behuf Größen, j teilten Ratschlägen der Aufsichtsbeamten und den aus mit 13 ltunb von Abs. 3 deS § 120 der Gewerbeordnung ge»
arfieint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jllustrirte» vomttagSblatt" durch die Expedition (Ä o ch'sche Buchdruckerei) bezogen 21/« Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 8 Mark 60 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) — Jnsertionsgebühr für die gespaltene geile 10 Pf,.
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 26 Pfg. berechnet.
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mglisch,
i( Sicherung der Fabrikarbeiter gegen Unfälle.
In den jährlich erstatteten amtlichen Berichten der hiikaufstchtsbeamtcn nehmen die Erörterungen über Zahl . n,szche der stattgehabten Unfälle und über die Unans- Miichkeit der bestehenden SicherheitS- und VerstcherungS- I nri^tungen von Jahr zu Jahr einen breiteren Raum ein.
ras) ® die Zahl der in Fabriken und gewerblichen Anstalten Mmmenden Unfälle unverhältnismäßig größer ist, als "ZZT?; »rck chnittlich angenommen worden, war bereits durch die p tdT tcn Herbstmonaten deS Jahres 1881 auf Anordnung Reichsamts deS Innern angestellten Erhebungen fest- estlül und gleichzeitig ziffernmäßig nachgewiesen worden, daß 'l waJn manchen Orten kaum die Hälfte auch nur der schwereren ——Setzungen zur Kenntnis der Aussichtsbeamten gebracht £Ibe. Wie die seitdem erstatteten Berichte ergeben, gelangt "0 „och gegenwärtig in der Mehrzahl der Aussichtsbezirke .++L Bt ein Teil der stattgehabten Unfälle zur direkten Kenntnis f 1 [t Aufsichtsbeamten und Polizeibehörden, die in dieser tt“e' « Rücksicht vielfach auf private Erkundigungen, ZeitungS- *2_____ ^richten u. s. w. angewiesen sind. Daß die Zahl der
t-Kind« «richteten Unfälle von Jahr zu Jahr größer wird, ummibü Mt sich einerseits daraus, daß die bezüglichen Erhebungen st. Nr. 20 iit der erwähnten, einen ersten sicheren Anhaltspunkt ge-
selben die Unfälle besonders darstellen, so würde sich ergeben, daß die Gefährdung der Arbeiter hier eine beträchtlich größere ist, alS in den großen, seit langer Zeit in derselben Hand befindlichen Fabriken".
Einer durchgreifenden generellen Regelung der auf die Fabrikeinrichtungen bezüglichen Verhältnisse, stehen so erhebliche praktische Schwierigkeiten entgegen, daß eine Besserung der bestehenden Sicherheitseinrichtungen zunächst von den Wirkungen deS in der Vorbereitung begriffenen Unsall- verstcherungSgesetzeS — und von der wachsenden Einsicht der Unternehmer in dieser Rücksicht zu Hilfe zu kommen, hat ein namhafter Sachkenner, der Zivil-Ingenieur Albert Pütsch in Berlin, neuerdings ein nmsaffendeS Werk über „Sicherung bet Arbeiter gegen die Gefahren für Leben und Gesundheit im Fabrikbetriebe" (379 Seiten, Berlin bei Fr. Kortkamps) erscheinen laffen, welches der Aufmerksamkeit industrieller Kreise nachdrücklich zu empfehlen ist. Mit Hilfe seiner eingehenden Kenntnis der In dem Fabrikwesen aller industriellen Kulturländer gemachten Erfahrungen und der auf Fabrikanlagen und Ge- nehmigungSbedingungen bezüglichen Regierungsvorschriften deS In- und Auslandes hat der Verfasser ein nahezu erschöpfendes Bild deffen gegeben, waS auf dem wichtigen Gebiete der Arbeiterversicherung geschehen ist und noch zu geschehen hat. — Das wichtige und lehrreiche Werk zerfällt in drei Hauptteile. Der allgemeine Teil (S. 1 bis 23) erörtert in neun Abschnitten den „allgemeinen Betrieb", das heißt diejenigen auf die Dampf-, Gas- und Heißlust-Krast, die Transmissionen, Räder- und Hebewerke, Fahrstühle u. s. w. bezüglichen Bedingungen, welche in jedem größeren ober durch Maschinen unterstützten industriellen Unternehmen eingehalten werden müffen, wenn von einer „Sicherung" der Arbeiter überhaupt die Rede sein soll. Der zweite Teil (S. 123 bis 300) hat es in 27 Abschnitten mit allen speziellen Betriebsarten zu thun, deren Eigentümlichkeiten im einzelnen erörtert werden. Der dritte Test (S. 303 bis 337) umfaßt die sämtlichen bisher in Deutschland erlassenen gesetzgeberischen Maßnahmen, sowie diejenigen Ergebnisse der VereinSihätigkeit, welche der Sicherung der Arbeiter gewidmet sind; mit dankenswerter Ausführlich! st werden dabei der gegenwärtige Stand des Fabrikaufsichtswesens in Deutschland (47 Fabrik-Inspektoren bezw. Gewerberäte) geschildert, die gewonnenen Resultate besprochen und die für Preußen geltende, am 27. Mai 1879 erlassene „Dienstanweisung" für diese Beamten wiedergegeben. — Zahlreiche zur Erläuterung dienende Ab- bil-ungen und vier ausführliche Register erhöhen den Wert deS Buches, dem im Interesse der Humanität, wie im Interesse deS Fortschritts unserer vaterländischen Gewerbe- thätigkeit die weiteste Verbreitung zu wünschen ist.
Nächst den auf die Zahl der Unfälle bezüglichen Ausführungen des „Jahresberichts für daö Jahr 1882", bestimmungsmäßigen Verwendung des Ehrengeschenks den sehr umständlichen und zeitraubenden Weg der Nachsuchung von Korporationsrechten auf Grund eines zu entwerfenden Stiftungsstatuts einzuschlagen, wobei überzahlreiche Wünsche und Hoffnungen angeregt werden würden, welche infolge der Zersplitterung der Mittel keine Befriedigung finden könnten. ES sei deshalb einem Plane der Vorzug gegeben, welcher die alsbaldige Nutzbarmachung der Mittel für Zwecke der Wohlfahrt, insbesondere der Gesundheitspflege der Nation ermöglichen werde, und zwar durch eine Beschränkung auf bestimmt begrenzte Zwecke. Unter vielen an sich der Förderung werten Institutionen und Vereinen sei dabei eine engere Auswahl zu treffen zu gunsten solcher, die sich in einer anerkannten Wirksamkeit bereits befinden, sowie solcher, von deren Begründung und Ausdehnung ein segensreicher Erfolg mit Sicherheit zu erwarten sei. Eine Beschränkung in dieser Welse erscheine umsomehr geboten, als bei der Verwendung alle Telle des deutschen Reichs die nach den Umständen mögliche Berückstchtigung finden müffen. Darauf beruhe der folgende Verteilungsplan:
I. Durch Kapitalzuwendung soll eine Förderung zuteil werden: 1) dem Verein für häusliche Gesundheitspflege unter Protektorat der Kronprinzessin teils zum Zweck der Begründung des Viktoria-HaufeS zur Ausbildung für Krankenpflegerinnen (außer der von der Stadt Berlin dafür bereits zugesicherten Summe), teils zu den allgemeinen Zwecken des Vereins mit 170000 M.; 2) den Arbeiter- und Ackerbaukolonien nach dem System Wilhelmsdorf bei Bielefeld — schon bestehenden wie neu zu gründenden, in allen Teilen Deutschlands — vvrbehalt'.ich der Unterverteilung durch daS zu ernennende VerwaltungSkomitee mit 170000 M.; 3) dem Victoria-