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XVffl. Jahrgang.

Marburg, Dienstag, 7. August 1883.

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Ceebitton d. Blatle», Mnnoncen-Bureaux

Dietrich u. Go. in r,' unb Hannover; Th. ßchL »Ver

iMArint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wSchentlichen BeilageJllnstrirteS e#imtagl6lattM durch die Sxvedition (Ä o ch'fche Bu»biu<letei) bezogen 8'/. Rett, durch die Postämter des Deutschen «eiche» 8 Rar! 60 Pfg. (excl- Bestellgebühr.) - JnserttonSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

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A«m Kaifertag von Ischl.

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und R. :rung

Schon seit langer Zeit ist eS zur förmlichen Tradition morden, daß sich an die Gasteiner Nachkur, welche regel' vL den Beschluß der alljährlichen Badereisen Kaiser MelmS bildet, unmittelbar eine Zusammenkunft mit dem lemichischen Herrscher anschließt und an dieser Gewohnheit aci1 die beiden sich so eng befreundeten Monarchen auch diesem Jahre festgehalten. Gleich wie im vorigen Jahre, findet auch die diesmalige Zusammenkunft in Ischl, dem e reizend inmitten deS Salzkammergutes gelegenen Bade­

eichen zu säen und ihr festes Bündnis zu lockern, aber , ' Le diese Anstrengungen sind fruchtlos geblieben und fester steht die deutsch - österreichische Allianz da, besonder» dtbem sie sich auch auf Italien ausgedehnt hat. Inmitten 1 « Parteikämpfe, welche sowohl in Deutschland wie in Qau Österreich vorhanden sind und welche in letzterem Staate

ymfl0 rte und bevorzugten Sommeraufenthalte de« Kaisers von 3UU6 ^»erreich, statt, wo der deutsche Kaiser, von Salzburg 5 E ^aiend, am Mittwoch, den 8. August, eintrifft. Die mlttaoi figegnunqen zwischen beiden Herrschern pflegen vorwiegend in» a inen persönlichen Charakter zu tragen, welcher sich schon w gherlich durch das Fernbleiben politisch hervorragender or,tM firjönlichkeiten wie die« bis jetzt wenigsten» immer der ~~~ gst war dokumentiert, besten ungeachtet wohnt ihnen weben eine hohe politische Bedeutung bei, wenn dieselbe Weicht auch nicht gleich so greifbar zutage tritt. Auch It diesjährige Entrevue zwischen Kaiser Wilhelm und kisn Franz Joseph giebt zunächst der persönlichen Freund­haft zwischen beiden Fürsten, wie den innigen Beziehungen, «eiche daö HohenzollernhauS mit der Habsburgischen Kaiser« Me verknüpfen, ihren markanten Ausdruck, sie ist aber «ch zugleich ein beredtes Zeugnis dafür, daß da» politische rmndschaftsband, welches Deutschland und Oesterreich um« hlingt, auch auf weiterhin beide in so vielfacher Beziehung

uf einander angewiesene Reiche verbinden und somit auch l Clll mf weitere Jahre das feste Bollwerk bllden wird, an welchem ..... Le versuchten Störungen deS europäischen Friedens ab« Italien würden.

unö ® Wohl hat eS nicht an versteckten Versuchm gefehlt, Wrauen zwischen den beiden mitteleuropäischen Kaiser«

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m (T,,r. mch den unglückseligen Nationalitätenhader noch vermehrt k bei lecttn' hebt sich das Bollwerk dieses BündnisteS rein und ' 4 Nf hervor und selbst die Tschechen, Magyaren und Polen mstel tagen nicht hieran zu tasten. Zur Befestigung dieses Etn- «nehmens zwischen den Regierungen von Berlin und Wien , - J tagen aber die alljährlichen Monarchenzusammenkünfte aus _ OT sterreichischem Boden sicher ihren guten Teil bei und so lmer kfen die Völker Deutschlands und Oesterreichs auch von auf soz w heurigen Kaisertage in Ischl nur Ersprießliche« für die

[2 leitete gedeihliche Förderung der gemeinsamen Jnteresten ße 65i <ib!t Staaten erwarten. Und wie wir in diesem Sinne ------ i« diesjährige Zusammenkunft auf österreichischem Boden r MW teublg begrüßen, so bedeutet ste anderseits eine weitere

erm [1 1 Drei Brüder.

ttelitti »ine Geschichte au» dem Leben von August Butscher.

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>. Der Geigerfürst übernahm selbst die Antwort und 1883- «en ihm eine Art Vergnügen zu bereiten, denn er lächelte RäW» ?*er, als er sagte:O gewiß, meine Verehrtrste, und e« ot eigentlich gar nicht« Auffallende« darin, wie Sie r«

Sie trat rasch auf ihn zu, ergriff seine Hand und sagte mit Wenbem Atem:Welche Überraschung, Zistko I Nach so ginget Zeit erscheinst Du wie hergeweht unter un«. Aber so Wselhaft Dein Kommen ist, sei mir tausendmal gegrüßt!" 1, Der so herzlich Begrüßte verneigte sich artig und er« Werte kühl:Ich bin ebenfalls erfreut, Sie hier begrüßen 1 können, Frau Schön, um so mehr, als ich durch die diauere Bekanntschaft mit Ihrem berühmten Gemahl viel- ____[*? einigen Anspruch auf die Sympathieen mir erwerben M irfte, die Sie mir so gütig entgegenbringen."

Maja war verdutzt und ihre schwarzen, loderndm nzen wanderten wie erschreckt über sein unergründliche» inschtt 'sicht. Gottlob aber rieb sich mit grimmigem Vergnügen IuW z Hände, während Miß Douglas, die Dose zwischen den is-Ats 7-n Finger drehmd, mit einer Würde vortrat, die ihr wann fo8 ungemein Imposante« geben sollte und schnarrte: binaut ich bemerke, hat unsere teuere Vase schon länger ttcr J, ? Vergnügen, dem berühmten Künstler nahe zu stehen, Dietl * ^te eS an dem vertraulichm Du, das auf eine fast [2$ ^vandtschaftliche Intimität schließm läßt."

i»t®ie junge Frau errötete bi« unter die Haarwurzeln, vereinWnb Gotthold« kühle Frau einen kalt musternden und mir boshaft schillernden Blick auf der wenig geliebten

Erstarkung der freundschaftlichen Bande, welche die beteiligten Herrscher und ihre Häuser umschlingen und welche auch in dem innigen Verhältnis, daS zwischen den künftigen Erben der Kaiserkrone von Deutschland und Oesterreich obwaltet, hervortritt. Dasselbe findet seine abermalige Bestätigung durch den Besuch, den Kronprinz Rudolf von Oesterreich anläßlich der Taufe deS jüngst geborenen Sohnes deS Prinzen Wilhelm von Preußen am Berliner Hofe dem­nächst abstatten wird und auf diesen Besuch wirft die Be­gegnung Kaiser Wilhelms mit seinem erlauchten Alliierten in Ischl ihre leuchtenden Strahlen gleichsam Vorau«. Mögen sich in diesen Strahlen die Völker beider Herrscher sonnen, einander auch fürder treu verbünden, wie dies auch Kaiser Wilhelm und der Herrscher Oesterreisch - Ungarns ferner bleiben werden!

Deutsche» Reich.

Berit«, 4. Ang. Der Kronprinz wird sich dem Ver­nehmen nach am 19. d. M. abends zur Besichtigung des zur vierten Arrnee-Jnfpettion gehörenden XI. Arrnee-Korp« nach Heffen-Naffan und von da zur Inspizierung von Truppenteilen der der vierten Armee-Inspektion zugeteilten Bayerischen Armee nach Bayern begeben. DerReichs­anzeiger" veröffen-licht die Ernennung de» Regierungs­präsidenten Hagemeister zum Oberpräsidenten von West« falen. DaS letzteJusttz-Ministerial-Blatt enthält die Uebrrsicht der Geschäfte sämtlicher preußischen Amts-, Land« und Oberlandesgerichte für das Jahr 1882. Ein Ver­gleich mit den entsprechenden Zusammenstellungen der Vor­jahre erzieht in den meisten Geschäftszweigen eine nicht unerhebliche Abnahme der gerichtlichen Thätigkeit und zwar sowohl für die Zivilsachen, wie auch für die Strafsachen, für letztere allerdings zum Teil ungleichmäßig. Da die Zusammenstellung die Geschäfte summarisch für den ganzen Staat enthält, läßt sich übrigen- nicht beurteilen, in­wiefern die Zu- bezw. Abnahme der Geschäfte die ein­zelnen Oberlandesgerichtsbezirke bezw. Provinzen betrifft. Ueber die Ministerialsttzungen am Montag und Donners­tag waren bekanntlich widersprechende Mitteilungen ver­breitet worden. Nun erfährt diePost" aus guter Quelle, daß am Montag die Inkraftsetzung des spanischen Handels­vertrages erörtert worden ist, daß die für Donnerstag anberaumte Sitzung aber gar nicht stattgefunden hat; es kann also in derselben auch nicht, wie angeblich gut in­formierte Korrespondenten berichtet haben, über neue Vor­lagen de» Finanzministers v. Scholz beraten worden sein. In einem zuweilen offiziös bedienten Blatte wird mitge­teilt, daß Herr v. Schlözer vorläufig alle weiteren Reise- pläne aufgegeben hat und hier bleibt. Bevor er nach Rom zurückkehrt, werde er aber dem Fürsten Biömarck in Kisfingen oder an einem anderen Orte einen Besuch ab­statten. Diese Thatsache, daß Herr v. Schlözer und Fürst Bismarck sich anscheinend gar nichts zu sagen haben, ist

vorauszusetzen scheinen. Wer wie wir zwei die erste Jugend landauf landab unter dem Leinwandzelte eines Zigeuner- karrenS verbracht, wird wohl bekannt geworden sein. Und Frau Schön hat dieses schöne und poetische Schweifen durch Haiden und Wald nicht vergeffen, das beweist mir ihre vertrauliche Anrede. Diese Vertraulichkeit wage ich übri­gens nicht zu erwiedern, denn da« Alter, die Verhältnisse, die ganze Lebensstellung zieht eben Schranken, die nicht leicht zu überspringen sind, und ich begnüge mich auch be­scheiden mit der freundlichen Erinnerung, die mir die be­rühmt gewordene Signora Namen sind ja niemals die Sache zu widmen die Güte hat."

Da« «ar sein gesagt und that nach mehreren Seiten seine Wirkung. Während dieSignora" jetzt jäh er­bleichte, machte die alte Gouvernante einen Schritt zurück und maß mit ungläubigem Auge da« schöne Weib; ihre Nichte aber kräuselte spöttisch die schmalen Lippen und sagte unbeschreiblich malittö«:Ah, da« ist intereffant. Eine Bekanntschaft von der Haide, vielleicht die erste Neigung. Wir haben nicht gewußt, daß wir eine so weitgereiste Dame" zu den Unfern zu zählen da« Glück habm."

Maja« Augen flammten so jäh und wild auf, daß die schmale Figur der Rednerin sich scheu zurückzog unv mit der hochentrüsteten Tante in eine Nische trat, um fortan nur eine Statistenrolle zu spielen. Die dreiAlten" nebst Gottfried konnten sich eine« leisen Lächeln« nicht erwehrm und selbst Gottlob bewunderte im stillen den Mann, der ihm eine so glänzende Satisfaktion gab.

Die tief gedemütigte Maja aber war wie betäubt. Wa« «ar da«? Die Gedanken schoflen wie Blitze in ihrem Kopfe durcheinander. Einer blieb plötzlich haften. Ah, daS

ein nicht zu unterschätzende» Symptom der kirchenpolttischen Situation. Die Königliche Universität beging gestern den Geburtstag ihres Stifters, de« Hochfeligrn König- Friedrich Wilhelm HL, durch einen Festaktus in der Aula. Derselbe wurde etngeleitet durch den vom akademischen Ge« sangverein unter Profeflor Bellermanns Leitung gesungenen Psalm:Wer unter dem Schirm de» Höchsten sitzet." Dann betrat als Festredner Profeflor du BoiS-Reymond die Tribüne, um zunächst das Resultat der PreiSauS- schreibungen zu verkünden. Die Festrede galt dem Andenken der Gebrüder v. Humboldt. Der Gesang der Motette: Heil dem Tag, der dich gegründet" schloß die Feier. DaS militär-ärztliche Friedrich-WilhelmS-Jnstitut hatte den Gedenktag bereits tag« vorher durch einen Festaktu» in der großen Aula des Institut» gefeiert. Der von den Stu» dierenden vorgetragene Gesang:Salvum fac regem lei­tete die Feier ein. General-Arzt Schubert erstattete den Bericht über die Entwickelung des Institut» im letzten Studienjahre. Dir Festrede hatte Professor v. Bergemann übernommen. Nachdem 5 der Studierenden prämiiert worden waren, schloß Gesang die Feier. DerReichs- Anzeiger" publiziert das 9. Verzeichnis der von der inter­nationalen Entschädigungskommission in Alexandrien be­willigten Entschädigungen. Die Vollzugökommtfston für den Hamburger Zollanschluß wird ihre Verhandlungen vor« auSstchtlich am 20. d. M. in Hamburg beginnen. Al- Mitglieder sind in Aussicht genommen: für den Reichs­kanzler der Staatssekretär im Reichsschatzamt v. Burchardt; für Preußen der Geh. Rat v. Pommer-Esche; für Baiern der Ministerialrat v. Schmidt-Konz; für Sachsen der Geh. Finanztat Golz; für Hamburg neben dem Senator Dr. LerSmann Herr O'Swald. Die Kommission soll nur au» 5 Mitgliedern bestehen, eS wird daher der eine der Ham­burgischen Bevollmächtigten nicht als stimmführendrS, nur als beratendes Mitglied an den Verhandlungen tetlnehmrn. Wie dieBötsen-Ztg." schreibt, wird Minister May­bach nicht die Initiative zur Wiedereinbringung der abge­lehnten Kanalvorlage ergreifen; dagegen sollen au» Ab­geordnetenkreisen bezügliche Schritte in Form von Anfragen oder Anträgen bevorstehen. DieNational«Ztg." publi­ziert eine Zuschrift von Profeflor Adolf Wagner, worin derselbe die ihm in der russischen Presse zugeschriebenen Aenßerungen über die auswärtige Politik dementiert. Er habe zwar Sympathie für die Wiederherstellung Polm» auf Kosten Rußlands, habe aber immer die Ueberzeugung gehabt, daß bei den bekannten Prätentionen mit Polen Deutschland eine solche Wiederherstellung nicht wünschen könne. AnnexionStendrnzen bezüglich der russischen Ostsee­provinzen, sowie die Absicht, Elsaß-Lothringen im Notfälle an Frankreich preiszugeben, habe er niemals geäußert. DieKreuz-Ztg." schreibt:Die rumänische Regierung soll, Nachrichten zufolge, die uns ans Paris zugehen, dort versucht haben, ein großes Anlehen aufzunehmen, welche»

ist die Rache, dachte sie, für mein Schwanken von damals, und der Aerger über den Entschluß, der mich zu Gottlob» Weib machte. Es ist noch nichts verloren. Ich bin eben so gewandt, geschmeidiger Zigeuner. Sie erkünstelte mit allem Aufwand ihrer Willenskraft ein Lächeln und sagte heiter:Nicht übel gemacht, mein Freund! Sie haben ich acceptiere gerne da«Sie", Talent für die Bühne und wissen geschickt einen gewissen Erfolg zu erzielen. Sie haben mir zugleich dir Ueberraschung vereitelt, die ich den Meinigen gegenüber schon längst vorhatte und die ich der fehlenden paflenden Gelegenheit wegen immer wieder verschob. E« war nämlich meine Absicht, an einem geeigneten Abend au« meinem Tagebuche, da« ich führe, einen Abschnitt vor­zulesen, der darthun sollte, wie ein atme« Zigeunerkind durch Glück und Talent sich einen Weg gebahnt in dir höchsten Kreise, herrschend über die Träger der stolzesten Nationen und gefeiert von der Menge, die da« Talent ent­zückte. Am Schlufle wollte ich mich dann al» die Heldin dieses kleinen Stücke« zu erkennen geben und hätte die Sensation und wohl auch die Bewunderung auf meiner Seite gehabt. Um diese Genugthuung haben Sir mich ge« bracht, voreiliger Mann, und ich könnte Ihnen fast zürnen dafür. Daß ich mir einen Namen borgte, bi« ich mir einen eigenen gemacht, da« wird mir kein vornrtellsloser Mensch übel nehmen und Sie gewiß am wenigsten, da Sie ja selbst auf ähnliche Weise die Staffel erstiegen habm, die Sie einnehmen."

Eie lächelte dabei so süß und so sieghaft, daß man ihrer künstlerischen Begabung einen gewissen Grad von Bewunderung nicht versagen konnte. (Fortsetzung folgt.)