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Marburg, Donnerstag, 2. August 1883.
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festgestellt ist. Unter denselben Bedingungen sind dte katholischen Schulen auszuschlteßen; den Schulen reformierter Konfession ist die Wer eigener Entschließung Vorbehalten. Auf die paritätischen Schulen, da sich aus ihrem Charakter ergiebt, daß die kirchlichen Feste der beiden Konfessionen seitens der Schule in gleicher Weise anerkannt werden, hat der allerhöchste Erlaß Anwendung. An Schulen, in welchen die Feier nicht begangen wird, bleibt zwar der UnterrichtS- bctrteb in regelmäßigem Gange, jedoch sind die Lehrer und Schüler evangelisch unierter oder lutherischer Konfession vom Unterricht zu dispensieren, um ihnen die Teilnahme an einer anderweiten Feier zu ermöglichen. Als notwendiger und hauptsächlicher Teil der Schulfeier ist bei den höheren Schulen ein Vortrag des Direktors oder Lehrers zu betrachten, welcher der Festversammlung die Bedeutung des Tages vergegenwärtigt. Jedoch ist es in allen Schulen den Lehrern zur ernsten Pflicht gemacht, sich der Angriffe auf andere Religionsgesellschaften zu enthalten; auch bei der Wahl der Bücher, welche etwa zur Verteilung gelangen, ist die entsprechende Rücksicht zu nehmen. Die vollste Anerkennung der reichen Segnungen, welche das Reformationswerk Luthers über Deutschland gebracht, sei mit dieser Rücksichtnahme durchaus vereinbar. Ob noch weitere Vorträge seitens der Schüler, Deklamationen u. s. w. stattfinden sollen, ist den Direktoren rc. der Schulen unter Zustimmung der vorgesetzten Behörde zu überlasten, aber jedenfalls soll die Feier mit Gesang eingeleitet und geschlosten werden. An den Seminaren, welche bei ihrem rein konfessionellen Charakter und der musikalischen Ausbildung ihrer Zöglinge eine reichere Gestaltung der Feier ermöglichen, soll eine solche, namentlich musikalische, mit Orgelbegleitung u. s. w. stattfinden. Bei den unteren Volksschulen schließt die große Verschiedenheit der Einrichtungen die Möglichkeit gleichmäßiger Anordnungen aus, doch sollen die Vorschriften des allerhöchsten ErlasteS je nach den Verhältnisten dort zur Ausführung gelangen. Womöglich ist die Feier in der Kirche abzuhalten. Ueberall soll endlich, wenn irgend wie angängig, die öffentliche Teilnahme an der Feier gestattet sein.— Der König hat mittelst Ordre vom 18. Juni cr. bestimmt, daß die Forst-Astestoren sowohl die Wald- als auch die Staatsuniform der Oberförster mit alleiniger Ausnahme der Oberförster-Achselabzeichrn, und an deren Stelle Achselabzeichen von 5 Streifen grüner resp. goldener 6 Mm. breiter Plattschnur glatt neben einander, am Aermeleinsatz eingelassen, oben unter dem Kragen an einem kleinen Wappenknopfe befestigt, die Forst-Referendare aber die Walduniform der bisherigen Forstkandidaten zu tragen haben, sowie daß die Forst-Referendare eine Staatsuniform nicht erhalten. — Zu den Eröffnungsfeierlichkeiten der Northern - Pacific - Eisenbahn in Amerika, deren Direktor Heniy Villard ein Deutscher ist, find eine größere Anzahl Deutscher eingeladen, z. B. der baierische Generalmajor
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"gruppe im Schlvßhofe.
Sie sprachen von diesem und jenem, und zwar mit et Offenheit, die deutlich zeigte, daß der wackere alte "ümmbart Frank ihr ganzes Vertrauen gewonnen hatte.
Es war leider noch keine Besterung in die Situation
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Sine Geschichte auS dem Leben von August Lutscher.
7. Entscheidungen.
Er waren vier heiße Wochen über Nestelbronn dahin- Hangen, „Nesselwochen", wie sich der alte Schön auS- Mifte, der die Hitze nicht auSstehen konnte. Der Sommer 'kigte sich wie müde grüßend zum Herbste hinab. Der JKU Herrscher versuchte mit Milde zu regiert« und kleidete in jene sanfte, kühle Pracht, dte mächtig anzieht, ohne i» begeistern.
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Deutsches Reich.
Berlin, 31. Juli. Dem Vernehmen nach findet die Lause des jüngsten SohneS des Prinzen Wilhelm in der zweiten Hälfte des August statt. Derselben wird der Kronprinz von Oesterreich beiwohnen. — Dir „National-Ztg." meldet: Der König von Spanien begtebt sich am 3. August über Parts nach München, von dort nach Wien und schließlich nach Berlin, wo er, von dem spanischen Kriegsminister, dem Minister des Auswärtigen, dem Oberst-Hofmeister Herzog von Sexto und von einem zahlreichen Gefolge höherer Offiziere begleitet, eintrifft. — Die Minister für Handel Md Gewerbe, sowie für geistliche Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten haben folgende Weisung erlassen: „Nach amtlicher Mitteilung sind in Jamaica Fälle von gelbem Fieber vorgekommen. Spuren dieser Krankheit haben sich auf einem der dort stationierten britischen Kriegsschiffe gezeigt. Ebenso ist glaubwürdigen Nachrichten zufolge diese Krankheit in Vera - Cruz au-gebrochen und richtet große Verheerungen unter der dortigen Bevölkerung an. Die Bestimmungen der Verordnung betreffend die gesundheitS- Mizeiliche Kontrolle der einen preußischen Seehafen an- laufenden Seeschiffe vom 5. d. M. finden hiernach bis auf weiteres auf diejenigen Schiffe Anwendung, welche aus Vera-Cruz oder auS den Hafenplätzen der Insel Jamaica kommen oder während der Reise mit einem dieser Häfen, oder mit einem Schiffe, welches einen solchen Hafen berührt holte, Verkehr gehabt haben." — In dem Erlaß deS Königs vom 21. Mai über daö am 10. und 11. November d. I. in den evangelischen Kirchen und Schulen abzuhaltende Lniherfest waren am Schluß die weiteren AuSführungS- dvftimmungen dem Kultusminister Vorbehalten. In bezng auf die Schulfeier sind tieselben jetzt, wie man hört, den Provinzial-Schulkollegien und durch diese den Schulvorständen bneitS zugegangen. Der Begriff „evangelischer" Schulen ist dahin definiert worden, daß darunter alle diejenigen schulen zu verstehen seien, deren konfessionell evangelischer kharakter durch die Stiftung und die Statuten oder durch die geschichtliche Entwickelung und den thatsächlichen Bestand
Hof gefahren. Ein ernster, schwarzer Herr mit einem Orden an der Brnst sprang rasch zur Erde.
»Joseph Zistko l" riefen, sich deckend, die vier Stimmen, ein einstimmiges Quartett.
Es ist begreiflich, daß die Ankunft dieses Manne- eine mehr oder minder große Sensation hervorrief, die sich mehr ober minder in den Mienen des BierblatteS aussprach. Gottlob« Augen rollten unheimlich, während Gottfried nur verlegen und Gotthold neugierig schien. Der Konzertmeister, obgleich etwas überrascht, begrüßte den Gast mit Auszeichnung und stellte ihn wie einen völlig Fremden den Drillingen vor, tn der Annahme, dies werde über die erste Verlegenheit am leichtesten hinweghelfen.
Der Ankömmling, der mit der Sicherheit eine« vollendeten Weltmannes auftrat, machte der Unklarheit der Situation sogleich ein Ende, indem tr bat, sich zu dm Herren setzen zu dürfen.
Man gestattete e« natürlich und er begann sofort: „Ich bin keineswegs darüber erstaunt, daß ein Teil Ihrer Gesellschaft — sein scharfes Auge streifte dabei des Sänger- Gesicht — mein Kommen mit Befremden oder noch anderen wenig schmeichelhaften Empfindungen sieht. Und dennoch ist mein Besuch, den ich sehr zu entschuldigen bttte, nach reiflicher Ueberlegung erfolgt, und vielleicht scheide ich unter Gefühlen Ihrerseits, die etwa« sympathischer fein dürften."
„Herr Konzertmeister Frank" — fuhr er fort — „hat mir in einem Briefe Dinge mitgeteilt, die mich so nahe zu berühren scheinen, daß ich sofort aus der Residenz aufbrach, um mit Ihnen, verehrter Herr Kollege" — er wandte sich an Gottlob — „persönlich mich auszusprechen."
(Fortsetzung folgt.)
herzen gestorben ist, eine Klärung bringen wird." stockte. „Was ist das? Mir scheint, bei Gott, ja, Klärung kommt in Person." Er erhob sich überrascht mit ihm die Drillinge.
Ein eleganter Landauer war fast geräuschlos in
gekommen und Gotthold und Gottlob zeichneten „Stimmungslieder" die von der Schönheit weit entfernt waren.
Gotthold, der feine kalte Berechnung ganz verloren hatte, hielt eben eine Jeremiade über fein „Sklaventum", das ihm nicht einmal die Mittel und die Freiheit gewähre, seinen Unternehmungen den nötigen Aufschwung zu geben, und schloß mit den Worten: „Wenn mich meine fieberheiß gewordenen Augen nicht trügen, muß aber auch bei meinen beiden — Damen nicht alles in Ordnung sein. Sie zischeln mir in letzter Zeit zu viel mit einander. Wenn sie ein Schlag träfe, mir könnte eS gleich fein, aber wenn er mich mittrifft, ruiniert er mich vollends. O elender Geldteufel l"
„Ja, ja, Sie haben ihn an die Wand gemalt und er ist gekommen," bemerkte Frank mit mehr Bedauern als Satyre.
„Geld, nichts al« Geld," sagte dumpf Gotthold, der Sänger und Spieler. „Es gibt einen Mann — und dieser bin ich — bei dem e« sich um Ehre und Würde und damit um alle» handelt. Ehre verloren, alles verloren!"
„Nicht so tragisch," tröstete jetzt warm der Konzertmeister. „Gehe e«, wie e« will, Sie haben die Ehre keineswegs verloren, sondern — eine Person, die ich nicht nennen will. Uebngens ist noch nicht alle» verloren, nämlich die Hoffnung nicht. Ich habe eigenmächtig einen Schritt gethan, den Sie vielleicht nicht billigen werden, wmn ich Ihnen denselben später erzähle, einen Schritt, der wenigstens, wenn noch nicht alles Ehrgefühl in allen Mannes-
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v. Xylander, je ein Vertreter von Bremen und Hamburg, aus Berlin die Abgg. Gneist und Georg v. Bunsen, der Geh. Rat und vortragende Rat im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Dr. Alfred von der Leyen, Geh. Rat Dr. A. W. Hofmann, Professor der Chemie in Berlin, und einige Herren von der Börse und der Presse, sowie Dr. Zittel, Professor der Geologie in München u. a. Dir Herren werden am 15. August mit der „Elbe" in Bremerhaven abfahren. — Die Thatsache, daß Herr v. Schlözer mehrere Tage in Berlin geweilt hat, ohne den Reichskanzler in FriedrichSruh zu besuchen, wird nun auch von der „Kreuz-Zeitung" gewürdigt. Sie meint, die preußische Regierung empfinde zur Zeit kein besonderes Empreffement, mit der Kurie weiter zu verhandeln. Fürst Bismarck könne aber so lange warten, wie die Kurie. In einem Widerspruch mit dieser Ansicht steht aber folgende ganz zutreffende Auslassung des Blattes: „Die Ausführung de« neuesten kirchenpolitischen Gesetzes erheischt zur vollen gedeihlichen Wirksamkeit desselben unbedingt die bereitwillige Mitwirkung der katholischen Kirche. Es wird sehr darauf ankommen, in welchen Formen die Bischöfe den Nachweis de« JndigenatS und der Vorbildung für jene Geistlichen führen lassen, welche sie jetzt ohne formelle Anzeige anstellen dürfen, und die Wirkung dcS Gesetzes wird in weitem Umfange davon abhängeu, in wie weit und in welcher Art die Bischöfe das Dispensationsrecht des Kultusministers für solche Geistliche in Anspruch nehmen, welche der gesetzlichen Vorschrift hinsichtlich des JndigenatS und der Vorbildung zur Zeit nicht genügen können. ES ist daher unleugbar, daß die katholische Kirche eS in der Hand hat, die wohlwollende Absicht der Staatsregternng durch ihren passiven Widerstand vielfach zu durchkreuzen. Andererseits aber liegt eS auch in ihrer Macht, den Segen deS Gesetzes auch da fühlbar zu machen, wo wegen Entfernung der Bischöfe dir volle Wirkung desselben zur Zeit sonst nicht eintreten könnte. Welchen Weg die Kurie rinschlagen wird, läßt sich noch nicht genau erkennen: wenn sie daS Interesse ihrer katholischen Glaubensgenossen ernstlich im Auge hat, kann sie darüber um so weniger zweifelhaft fein, als auch ihr sehr wohl bekannt ist, daß ein Entgegenkommen auf dem Gebiete der einschlägigen Personenfragen sicher von der StaatSregierung mit sehr freundlichen Maßnahmen beantwortet werden würde." Die „Germania" erinnert daran, daß die kirchenpolitische Novelle heute in Kraft tritt. — Die Verlegung eines Kavallerieregiment« noch Brombera, wovon die Stadt bereits offiziell benachrichtigt worden ist, soll nur ein Teil größerer Truppendislokationen fein, die in nächster Zeit erwartet werden und die hauptsächlich zur Verstälkung der Kavallerie in den östlichen Grenzprovinzen führen werden. Die jüngste Reise de« Grafen Waldersee nach Preußen hat, wie man allgemein annimmt, mit diesen Anordnungen im Zusammenhang gestanden.
Die Sonne stand im lichten Blau und übergoß mit «m schönsten Lichte die Erde, die sich allmählig zur Nacht« . W des Winters entkleidete. ES waren ihre Scheidegrüße, iiC in diese spannt sich ja alle Liebe und jene« zarte ^rgen, da« die Wehmut bannen soll und doch nur mehrt.
1 , Auch die Besucher von Nesselbronn standen am Ende to stet „Sommerfrische", die freilich ziemlich schwül auS- « Mllen war.
g . Ein Spätnachmittag voll Glanz und zarter Schönheit id M sich dem ziemlich heißen Mittage abgerungen. Die ? ™fuen hatten mit den „zwei Vätern" eine kleine Tour * 1’$ einem nahegelegenen Aussichtspunkte gemacht und die x Gillinge, die heute au« verschiedenen Gründen die Partie hatten mitmachen wollen, saßen mit dem Konzertmeister,
.'h .i und Hannover; Xb. kLchinssrantfnrtaM.; N-nfttin UjB°Ar
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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da« Quartal mit der wSchentlichen Beilage „JllnstrirteS SoMttngSblntt" durch die Expedition (X o ch'fche Buchdruckerei) bezogen 8'/. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiche« 8 Mark 60 Pfg. (erd. Bestellgebühr.) - JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Ufa.
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