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Marburg, Mittwoch, 1. August 1883.

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Noch einmal das Gesetz vom 11. In».

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j5>ame einen blinkenden Gegenstand schob, ich konnte 7« nicht erkennen, rvaS eS war. Dann schritten ste

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,Unb was und wie?" klang eS dumpf aber entschlossen den Lippen der Fremden."

,3ch beugte mich vor. Aber «ar eS der erwachende viad oder krächzte die alte Eule weniger laut, ist verstand »t wenige abgerissene Worte und sah, wie er in die Hand

eS ratsam wäre, nach dem Vorgänge der sächsischen und einzelner süddeutschen Truppen, sowie Oesterreichs den Schleppsäbel allgemein in der deutschen Armee einzuführen, und zwar nicht nur für den Kriegsfall; davon scheint man vorläufig wieder zurückgekommen zu fein. Dem Vernehmen nach verfolgt die preußische Regierung den Plan, das meteo­rologische Institut Preußens, besten Umgestaltung schon seit Jahren von verschiedenen Seiten als dringend notwendig bezeichnet worden, in ein Reichsinstitut zu verwandeln und eS sind bereits diesbezügliche Verhandlungen mit der Reichs­regierung angeknüpft worden. Mit der Durchführung dieses Planes würde der erste Schritt zur Einrichtung eines ein­heitlichen meteorologischen Dienstes im Deutschen Reiche geschehen sein. Für eine Regelung der Sache von Reichs­wegen hat sich im vorigen Jahre auch die Majorität der Budgetkommisston des Abgeordnetenhauses ausgesprochen, indem sie anerkannte, daß nur so der ReichStagSbeschluß, den Reichskanzler zu ersuchen, die erforderlichen Maßregeln zu treffen, um einen billigeren und rascheren Bezug der Depeschen für Witterungsberichte zum praktischen Gebrauche der Landwirtschaft und Industrie im Deutschen Reiche herbei­zuführen', zur Ausführung gelangen könne.

Der geringe Wert der Privat-Jnvalidenkasten tritt durch die Beschlagnahme der Bücher der Htrsch-Dunckerscheu Jnvalidenkassen in ein grelles Licht. Früher enthielten die Statuten dieser Kasten die Bestimmung, daß der in­valide Arbeiter erst nach 5 Jahren vom Tage seiner In- Validität an die Pension bekam. Auf dem letzten Ser« bandStag in Stuttgart wurde die Karenzzeit auf 15 Jahre verlängert, weil die Kasten nicht im stände seien, die Pen- sionen schon nach 5 Jahren zu zahlen, wenn nicht die Jahresbeiträge der Mitglieder zu sehr erhöht »erben sollen. ES springt in die Augen, daß eine Kaste, die ihren Mit­gliedern erst nach 15 Jahren, vom Tage der Jnvalidttät an gerechnet, Pensionen zahlen kann, völlig wertlos ist; denn wie viele Invaliden werden diese 15 Jahre noch er­leben. Sie haben also ihre langjährigen Mitgliederbeiträge umsonst gezahlt. Solche Kasten können ihre Zweck nur erfüllen, wenn die Beiträge der Mitglieder sehr hoch sind oder wenn die Beteiligung an solchen Kaffen von allen Arbeitern zwangsweise vom Staate gefordert wird und auch die Arbeitgeber zu Beiträgen herangezogen werden. Nur solche ZwangSkassen, denen die Mitglieder und Beiträge nie fehlen können, sind wirklich leistungsfähig und bieten den Arbeitern, wenn sie invalide werden, wirkliche Hilfe. Die fortschrittlichen Arbeiter haben bisher, verleitet von ihren Führern, immer Partei ergriffen gegen die konser­vativ-sozialen Bestrebungen, welche das ArbeiterverstcherungS- wesen korporativ organisieren wollen. Als Beweis für die Leistungsfähigkeit der Privat - VereinSverstcherung werden

so daß sich nur noch ihre feine, braune Hand in ruhigen Schimmer badete. Sie that, als ob sie dem "Weifen nahe fei und erhob sich jetzt, indem sie gähnend >rne der GlaSthüren trat, durch welche die Nacht, wie begehrend, hereinfchaute.

3hr Mann aber faß, dar bleich gewordene Gesicht in Hände gestützt, mit funkelnden Augen da und ver- ,ln9 jedes Wort des Erzählers, während zuweilen ein °»cheS, schmerzliches Lächeln wie ein Irrlicht über feine T huschte.

junge Schloßherr hatte mit schmerzlichem Erstaunen Mtt, verbarg aber seine Erregung unter der Maske dleichgiltigkeit. Er war wohl der erste gewesen, der den

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87 Drei Brüder.

Sine Geschichte au- dem Leben von August Lutscher.

Zusammenhang begriff, der manchem auS der Gesellschaft unbekannt blieb.

Wie war der Konzertmeister zu der Erzählung gekom­men ? Hatte er auf übernatürliche Weise Kenntnis von den Beziehungen des Geigerfürsten zu der Signora erhalten, oder handelte er ganz ohne Absicht, als er dieses Abenteuer austischte? Ja oder Nein.

Von den angedeuteten Beziehungen wußte er lediglich nichts, aber in jenem Gespräch, das er erzählt, hatte er die Stimme der Sängerin zu erkennen geglaubt, was er wohlweislich verschwieg. Er hatte nur den Eindruck seiner abenteuerlichen Erzählung beobachten und daraus erkennen wollen, ob er sich geirrt habe oder nicht.

Sein Auge, das er geübt hatte, durchzudringen bis zur Seele des Menschen, hatte ihm sofort verraten, daß er sich nicht geirrt und mit tiefem Erschrecken mußte er sich sagen, daß es weit gekommen sei mit dem Riß zwischen den Ehegatten, besten Ueberbrückung er leichtherzig in das Reich der Wahrscheinlichkeit versetzt hatte.

Aber wie war die Anwesenheit der jungen Frau an jenem Orte erklärlich. Er sah seine stille Frage bald be­antwortet, denn Gottlob fragte jetzt in einem Tone, besten kalter Klang daS Branden seines Blutes verbergen sollte, nach der Sängerin hinüber:Meiner Berechnung nach befandest Du Dich zu jener Zeit in dem eine halbe Stunde von der Badestadt entfernten Lufkurort Eibenthal, nicht?'

Möglich,' sagte sie kurz mit gut beherrschter Stimme.

Wüßtest Du keine unter den Damen Deiner Bekannt­schaft, die excentrisch genug gewesen wäre, ein solches Zigeunerabenteuer auszuführen?

Was soll daS Gefrage?" war ihre zornige Erwide­rung.Glaubst Du, ich habe andere ausspioniert?'

Nicht im geringsten. Ich dachte nur, e« wäre mög­lich, daß irgend ein Zufall Dir dm Schlüssel zu dem

Deutsches Reich.

Berlin, 30. Juli. Die Militärverwaltung beschäftigt sich einiger Zeit mit der Frage einer ausreichenden Bewaff­nung der Offiziere, Feldwebel und sonstigen Personen der Unterosfiziercharge, welche im Kriegsfälle nicht mit dem Gewehr bewaffnet sind. Die Offiziere der Infanterie sollen im Kriege einen Schleppsäbel tragen und Revolver erhalten. Eine gleiche Bewaffnung soll für die Feldwebel und die angeführten Chargen erfolgen. Der Beschluß hängt indeffen noch von dem Ausfall eingeforderter Gutachten ab. Es ist bekanntlich früher bereits erörtert worden, ob und wie weit

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reizenden kleinen Geheimnis in die Hände gespielt hätte und Du vielleicht einen befriedigenden Schluß er dürfte auch tragisch sein zn liefern vermöchtest!'

Sie wandte sich rasch um, und aus ihren Augen stobm ;ene Blitze, deren Leuchten wir nur bei leidenschaftlich er­regten SüdlandSkinder beobachten können.

Ich verbitte mir ein- sür allemal solch beleidigende Unterschiebungen," zischte sie.WaS gehen mich solch hirn­verbrannte Gespenstergeschichten anl"

O nichts, gar nichts," sagte Gottlob mit einer Ruhe, deren Unnatur leicht durchschaut wird.Ich meinte nur sv, rS kommen einem hie und da ganzhirnverbrannte" Gedanken. Aber jedenfalls ich will jcht in daS Dir genehmere Gebiet der Kunst überschweifen hast Du Dir gewiß dortmals die Gelegenheit nicht entgehen lastm, den berühmten Geiger Zisiko wieder einmal zu hören, dm Mann mit dem zigeunerhaften Teint, dem die Damen zustrebm wie die Mücken der blendenden Flamme. Nicht?"

«Ich glaube, der Mensch phantasiert," sagte sie mit einem Lächeln, das mitleidig sein sollte.Ich war nicht in der Kur, um dm Herren Geigern nachzulaufen. Ich habe genug an einem, übergenug I"

Sie schloß mit einem hysterischen Lachen und rauschte stolz wie eine Fürstin durch die Thür, von Blickm be. gleitet, die teils eine Frage, teils Staunen und teUS schmerzliches Verständnis ausdrückten.

Zu Bett, zu Bett," sagte Herr von Weißdom, der nicht recht wußte, was er aus der Sache machen solle. Alle guten Geister loben Gott dm Herrn! Wir wollm dm guten Geist behalten, wenn wir ihn haben, und wer nicht brustrein ist, der möge ihn suchen!'

So schloß der Abend.

lS-rtsetzung folgt.)

Mm davon und ich gewann auf einem Umwegeun- pween" die Fahrstraße. Ist da- nicht selffam?" ! Der Erzähler schwieg.

L »Seltsam allerdings,' bemerkte Herr v. Weißvom,und an der spannendsten Stelle abgebrochen, daß es dem

Mniertesten Redakteur Ehre machen würde. Ich kann l* unter dem blinkenden Gegenstände nur ein Giftfläschchen p1 einen Dolch denken.'

| Die Damen schauderten.

Lpie Signora hatte langsam und in kaum bemerkbaren Men ihren Sessel au- dem Bereiche der Lampe ge-

ilik, D-wohh st eintabt Ui 1883,

KestkÜUNgkN für die Monate August u. September auf die

Oberhesfifche Zeitung

bst deren Gratisbeilage

Illustrierte- Souutag-blatt

Warum zerbrechen Sie sich meinen Kopf" soll ieiüi 01 Rothschild einem f. g. guten Freunde zur Antwort .£legeben haben, der ihm Besorgniffe über ein von dem größten Bankhause der Welt begonnene- Unternehmen au-« drückte.

, 6|- An diese treffende Abfertigung wird man erinnert, wenn MN immer wieder Zeitungsauseinandersetzungen darüber begegnet, daß es für unsere Regierung schwer, ja unmöglich jein werde, von dem am 11. Juli d. I. vollzogenen kirchen- Mischen Gesetze den erwarteten Nutzen zu ziehen. Die in dieser Rücksicht von der liberalen Preffe geäußerten Be­denken haben wir bereits zu erörtern Gelegenheit gehabt nnb dabei den Nachweis geführt, daß Preußen im Voll­besitz all der Mittel geblieben ist, deren eS zur Geltend­ien eH «achung der StaatSautorität bedarf. Die entgegengesetzten Einwendungen werden jetzt von der entgegengesetzten Seite, d. h. aus dem Lager der Zentrumspartei erhoben. Nach UnteW bem Vorgang gewisser römischer Zeitungen, welche im Ser«

Anzeigen nimmt eWegen: die Expedition b. Blatte-, sowie b.8nnoncen*8uretet "n ®. 8. Daube u. Co. in Frankfurt a. M.; Jägeffche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in

Berlin: D. Thiene« tu Elberfeld: E. Schlotte tu Btttncn»

Xerden von allen Postanstalten entgegen genommen; für J, Marburg bei bet unterzeichneten Expedition. Die Im Monat T M erschienenen Nummern des Illustrierten Sonn- if(fa eagSblatteS liefern wir gratis nach.

, Expedition der Oberhess. Ztg.

der Regierung an den Kardinal-StaatSsekretär war darauf hingewiesen worden, daß eS sich zunächst nur um eine Regelung der Anzeigepflicht handeln werde und daß wenn kirchlicherseits auf diesem Gebiete ein Entgegenkommen gezeigt würde, die Staatsregierung dazu die Hand bieten könne, diejenigen Gesetze einer nochmaligen Erwägung zu unterziehen,welche im Zustande des Kampfes zum Schutzs streitiger Rechte des Staates erforderlich waren, ohne für friedliche Beziehungen dauernd notwendig zu sein." In bet Folge ist bann im Sinne weiteren Entgegenkommens diesseittg die Bereitschaft ausgesprochen worden, die Ver­pflichtung zur Anzeige geistlicher Anstellungen auf die festen Anstellungen zu beschränken.

Auf diese Vorschläge ist mit der Forderung geantwortet worden, die Kirche müsse vorgängig größere Freiheiten für daS Hirtenamt und für die Erziehung der Geistlichen ver­langen. Ein direkter Versuch zu gemeinsamer Regelung der auf die Anzeigepflicht bezüglichen Fragen wurde mithin nicht beliebt. Auf diesen Punkt aber kam es der Re­gierung vor allem und zwar nicht in ihrem einseitigen Interesse, sondern in demjenigen bet katholischen Bevöl­kerung an, welche ohne Seelsorger blieb, weil man kirch­licherseits keine anstellte, um die Erfüllung ber Anzeigepflicht zu vermeiden.

Um diesem Zustande ein Ende zu machen, beschloß die Regierung, nachdem auf dem Wege der Verhandlung ein Resultat nicht erreicht werden konnte, einen anderen Weg, den ber inneren Gesetzgebung zu beschreiten. DaS ist butch baS Gesetz vom 11. Juli geschehen.

AuS bem Vorstehenden erhellt, daß ber Vorwurf, welchen man der Regierung auS ihremeinseitigen" Vorgehen machen zu können glaubt, ein völlig unbegründeter ist. Die Regierung hat gethan, was ste der katholischen Bevölkerung schuldig zu sein glaubte und was ihr allein zu thun Übrig blieb, nachdem ihre Vorschläge keine Berücksichtigung ge­funden hatten. In diesem Bewußtsein wird sie sich weder durch die von dieser, noch durch die von jener Seite erhobenen Vorwürfe beirren lassen.

«drei- für da- Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirtt- eonutag-blatt" durch die Expediti-N (Aoch'sche vuchdruckerei) de,»gen 8/» Vtmrl, but* bie Postämter be« Deutschen Reiche« 8 Mark 60 Pf«. (excl- Bestellgebühr.) JnsertionSgedühr für bie gespaltene Zeile 10 Ma

______ Mr w bet Expedition zu ertheilende AuSknnst und Annahme von Abreffen werden 85 Pf«, berechnet. * 0 19

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,utofi trauen des Vatikans zu stehen behaupten, suchen Korrespon- tg[£rfl(i toten katholischer Blätter den Nachweis zu führen, daß es i 1883 »»richtig gewesen sei, mit einem selbständigen Gesetze vor- edta Mhcn, wo man inmitten von Verhandlungen über die ton der Kurie namhaft gemachten Bedingungen für den Intetrij Unpolitischen Ausgleich gestanden habe. Eines der Haupt- Organe der ZcntrumSpresse hat dieses Verhältnis in die bei 6 folgende Formel bringen zu können geglaubt:

[ .Man fragt beim heiligen Stuhl an, wa« zur Erreichung be« ------- Stiebens nötig fei, und ist bereit, darüber zu verhandeln.

tttfür Der heilige Stuhl antwortet, indem er feine Wünsche auS- iu ffli Enderseht.

fr jj Man thut, al« ob man von dieser Auseinandersetzung nicht« 1 ' r bifit, und erläßt ein Gesetz, ohne darüber mit dem heiligen Stuhle ____] handelt zu haben."

«H, Bei dieser anscheinend klaren und einfachen Darlegung I16 Mt eine grobe und handgreifliche Unrichtigkeit unter. Bernfcl ^Mhl in dem Schreiben, welche- unser König an den ----gerichtet halte, wie in den amtlichen Mitteilungen the!