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Marburg, Sonnabend, 28. Juli 1883.

xvm. Jahrgang.

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Illustriertes SouutagSblatt

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Nischen Einigung deS Vaterlandes einen Anteil gehabt

« m: t, der nicht wohl unterschätzt werden kann. Deutschland L 'Vl Hile bei dem Beginne dieses Zeitraums zu denjenigen

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itibern des Weltteils, in welchen der Gedanke des natio- len Staats am schwächsten entwickelt zu sein schien. NichtS-

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llmbeten Thatsache geworden sein. Der Gang dieser Ent- iikelung ist in dem von G. Schmoller herauSgegebenen

stoweniger wird noch vor Beendigung deS seit Eröffnung 8 ersten deutschen Dampfschienenweges vergangenen Halb- hrhunderts der Uebergang aller für das deutsche und ropäische Verkehrsleben entscheidenden Hauptlinien Preußens staatliches Eigentum, bezw. in staatliche Verwaltung zur

worbenen Reichslanden verbinden sollte, bet dieser Gelegen- heit aber eine parlamentarische UntersuchungSkommtsstou niedergesetzt, welche die AuSkömmlichkeit der bestehenden ge­setzlichen Bestimmungen über daS KonzesstonSwrsen und die Verwaltung der Privatbahnen eingehend prüfen sollte. Daß Ergebnis war ein Votum, welches die Vereinigung aller Eisenbahnen in den Händen deS Staates „als das wünschens­werte Ziel der Entwickelung" und die Einsetzung einer Reichsoberinstanz zum Behuf der Beaufstchttgung deS Bahn- wesenS empfahl. Zu einer solchen war bereits früher die Initiative ergriffen und durch das Gesetz vom 27. Juni 1873 die Einsetzung eines Reichs - Eisenbahnamtes ausge­sprochen worden.

Inzwischen hatte sich auch in Preußen daS Bedürfnis nach einer Rückkehr zu dem niemals aufgegebrnen, aber zeitweise in den Hintergrund getretenen StaatSbahnstzstem geltend gemacht. Der Handelsminister Dr. Achenbach sprach sich im Mai des Jahres 1873 für die Notwendig­keit aus, daß der Staat auf allen Hauptlinien mit den Privatbahnen in Konkurrenz treten müsse; gleichzeitig wurde ein erster Versuch zur Herstellung eines einheitlichen deutschen Tarifsystems gemacht. Eine entscheidende Wendung in Sachen der preußischen und deutschen Eisenbahnpolitik trat indessen erst in den Jahren 1875 und 1876 ein, welche für die gesamte folgende Entwickelung maßgebend gewesen sind und besonderer Erörterung bedürfen. (Prov.-Korresp.)

Die Durchführung des EtaatsbahusystemS tu Preuße«.

I.

Jahren gemacht worden. Während die im Schoße der Provinzialausschüffe von 1842 und des vereinigten Landtags von 1847 geführten Verhandlungen eine dem System der Privatbahnen günstige Strömung der öffentlichen Meinung bezeugt hatten, brach die Einsicht von der Notwendigkeit staatlicher Leitung des wichtigen neuen Verkehrmittels sich schon im Jahre 1848 so weit Bahn, daß ein den Ankauf der vorhandenen Linien bezweckender Entwurf des Ministers Hansemann in Erwägung gezogen werden konnte, und daß ein Jahr später die von dem Minister von der Heydt vor­gelegten Gesetzentwürfe, betreffend die staatsseitige Erbauung dreier Bahnen (der Ostbahn, der Westfälischen und der Saarbrücker Bahn) die Zustimmung der Kammern erhielten. Während der folgenden Jahre ging die Niederschlestsche Bahn in den Staatsbesitz, die Oberschlestsche und Bergisch-Märkische Bahn in die Staatsverwaltung über und wurde das auf die StaatSeisenbahnsteuer bezügliche Gesetz vom 24. Mai 1853 erlassen. Noch wichtiger war eS, daß auf Veranlassung des­selben Ministers von der Heydt zu einer Organisation der Verwaltung und des Betriebes der im Staatseigentum be­findlichen Eisenbahnen geschritten wurde, deren glänzende Ergebniffe die weitverbreiteten Zweifel an der Ersprießlichkeit staatlicher Eisenbahn-Betriebsverwaltungen thatsächlich wider­legten und die ungeteilte Anerkennung der weitesten Kreise erwarben. Während der sodann folgenden Jahre wurden weitere Fortschritte im Sinne des Staatsbahnsystems nicht gemacht; das Bedürfnis nach beschleunigtem Ausbau und möglichster Vervollständigung deS preußischen Schienennetzes kam vielmehr in so hohem Maße zur Geltung, daß die Pri- vatthätigkeit für eine Weile wieder in den Vordergrund trat.

Eine wesentliche und folgenreiche Veränderung in den Beziehungen der Regierung zum Eisenbahnwesen brachten die Umwälzungen des Jahres 1866 mit sich. Die Staats­bahnen der neu erworbenen LandeStcile gingen in das Eigentum und die Verwaltung des preußischen Staats über, deffen Einfluß auf das Verkehrsleben dadurch ge­kräftigt wurde, dem aber gleichzeitig die schwierige Aufgabe zufiel, die preußischen Bahnverhältnisie dem zum Gegenstände der Bundes-, später der Reichsgesetzgebung gewordenen ge­samtdeutschen Eisenbahnwesen einzuordnen. Diese Aufgabe aber sollte in einer Zett gelöst werden, welche Anfor­derungen der verschiedensten Art gerecht zu werden hatte und die außerdem Zeugin eine« großen Krieges, eines auf diesen folgenden beispiellosen Aufschwungs des Handels­und Wirtschaftslebens, sowie einer krankhaft gesteigerten Spekulationssucht war. Es lag in der Natur der Sache, daß zu eingehender Beschäftigung mit den auf das Eisen­bahnwesen und deffen Organisation bezüglichen Fragen erst nach Befriedigung dringenderer Bedürfnisse und nach Ein­tritt normaler Verhältnisse geschritten werden konnte. — Zunächst wurde der Bau einer neuen staatlichen Linie be» schloffen, welche Berlin mit dem Westen und den neu er-

gsblattes liefern wir gratis nach.

Expedition der Oberhess. Ztg.

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Drei Brüder.

«ine Geschichte aus dem Leben von August Butsch er.

hinstrichen und die Sonne auf den Halmstoppeln wie in Millionen Kerzchen verglimmte, saß die ganze Gesellschaft auf der Terraffe. ES war ein Ort von stiller, rührender Schönheit. Gewaltige Fliederbüsche mit helllaubigen Akazien vermischt, drängten nach ihr hinauf und unter ihnen in zierlichen Bogen wand sich die Donau vorüber, ein schöner Spiegel für die Schönheit um ihn. Das Bild schien einzig für Unschuld und Friede geschaffen und hatte beides auch bis jetzt wiedergespiegelt. ES schien anders werden zu wollen.

Gottfried, so sehr ihn auch die Rolle des Wirtes zur Thäfigkeit verurteilte, fand Muße genug, zu beobachten, um zu einer Diagnose zu gelangen, die ihm die Wahl der Arznei erleichtern sollte, denn darüber, daß hier mehrere krankten, war ihm bald Klarheit geworden.

DaS Gespräch gab Gelegenheit genug, die verschiedenen Veränderungen wahrzunehmen, die eine kurze Frist hervor­gebracht, und die Charaktere zu studierm, die eine kleine Spanne Zeit gereift.

Der Sänger und Geiger lehnte über die Brüstung der Terraffe, um die sich Winden und grellrote Kapuziner­blumen rankten und blickte wie in Sinnen verloren dem Wellenspiel des Fluffes zu, während der Buchhändler rast­los auf- und abschritt und zuweilen etwas zwischen den Zähnen murmelte.

„Was denkst Du von der Gegend?" fragte Gottfried den wandernden Bruder. „Sie hat sich, wie mir scheint, seit unfern Kindertagen sehr zu ihrem Vorteile verändert."

„Nun ja," machte Gotthold, aus seinen spekulativen Gedanken auffahrend, in die er offenbar versunken war, und wandte sein kalt berechnendes Auge dem Thale zu. „Aber" — setzte er dann bei — „gut ausgenutzt scheint mir das Gut nicht zu sein. Dort hinten sind Torfstiche,

portofrei tis.

Kesteüungen für bie Monate August u. September die

Overhesfische Zeitung

t worden, deren Hauptmomente den weitesten Kreisen n die Gn Interesse sein dürften. Mit außerordentlicher Klarheit

Lnzeizen nimmt entae#en: bie Expedition b. BlatteS, sowie d.Amu>ncen-Burr«U von ®. 8. Daube u. 6e. in

ab Fon ale.

Borst, ifi deren Gratisbeilage

ES wird nächstens ein halbes Jahrhundert her fein, daß xch Eröffnung der ersten deutschen Dampfeisenbahn der 7 wnd zu dem System von Schienenwegen gelegt wurde, z gegenwärtig die verschiedenen Teile be« Deutschen Reichs t einander verbindet und das an der wirtschaftlichen und

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ust °as ist dann ein wahres Elend. Mir gruselt, wenn em schartiges Rasiermesser denke."

- ä späteren Abende, als lindere Lüfte über da» Thal

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--Zahrbuche für Gesetzgebung, Verwaltung und VolkSwirt- » sucht z -ft" (Jahrg. 7 H. 2) von dem Geh. Reg.-Rat v. d. Leyen per 1 m Gegenstände einer zusammenfassenden Darstellung ge­

Buchhondlung daselbst;

Hermansche Buchhandluua ♦ daselbst; Invalid endank ta

Berlin; 8$. Thiene» tu

Elberfeld; tt. Schlotte tu

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS SomrtagSblatt" durch die Expedition lK och'fche Buchdruckeret) bezogen 8V« Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 8 Mark 60 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Psa.

Für m der Expedition zu erthellende Auskunft und Annahme von Adressen werden 85 Pfg. berechnet.

Enke Suppet, eguetei

rt der Verfaffer den Nachweis, daß der Gedanke, Rege- 8 Md Förderung des Eisenbahnwesens gebührten vor 8-Svs lm b£m Staate, bereits der ersten, auf dieses Gebiet be- . ichen Willensäußerung der StaatSregterung, dem Eisen- ^uüuniG>h»gesetze vom 5. November 1838, zu Grunde lag. Die ff 0 e, wvirklichung dieses Gedankens ist durch politische Schwiertg- tuntem fcn und Bedenken wiederholt aufgehalten, zeitweise zu hkii.barem Stillstände gebracht worden: die demselben inne» Bchiscl chende, auf die Natur der Sache gegründete Macht hat h indeffcn stärker erwiesen, als die Summe der entgegen- fynbcn Hemmungen und schließlich den Sieg davon getragen. , Zum Gegenstände öffentlicher Erörterung ist die Stellung Staate« zu dem Eisenbahnwesen bereits in den vierziger

Deutsche- Reich.

»erlitt, 26. Juli. Der „Reichs-Anz." veröffentlicht die Ernennung des Herrn von Jbell zum ersten Bürger­meister von Wiesbaden. — Die Einstellung Einjährig- Freiwilliger bei den Jäger-Bataillonen (abgesehen von der Garde), welche bis jetzt nur am 1. Oktober erfolgte, soll nach einer neuerlichen Verfügung des Krieg-ministerS fortan auch am 1. April stattfinden können, damit den jungen Leuten, welche die Forstlaufbahn einschlagen, nicht ohne Not ein halbes Jahr verloren gehe. Die Bezeichnung befttmmter Jägerbataillone, welche berechtigt sind, am 1. April Ein­jährig-Freiwillige einzustellen, ist dem Inspekteur der Jäger und Schützen Vorbehalten. — In neuerer Zeit ist dem Vernehmen nach im Kultusministerium eine vollständige Ueberstcht über den Stand des Fortbildungsschulwesen» innerhalb der Monarchie aufgestellt worden. ES wird darin über alle Fortbildungsschulen, gewerbliche wie länd­liche, von der Staatsregierung unterstützte und ohne beten Unterstützung bestehende, insbesondere über deren Einrichtung und Frequenz nach dem Stande vom 2. Januar v. I». Auskunft gegeben. Bon dieser Ueberstcht hat im März d. I. die ständige Kommission für das technische UnterrichtSwesen Kenntnis genommen und dabei den Wunsch ausgesprochen, „daß die Unterrichtsverwaltung auch in den folgenden Jahren bestrebt sein möge, den im Vergleich zu dem Umfang der die ausgezeichnet verwertet werden könnten und auf denen nur saures Gras wächst, dort oben am Bache, der Fall genug hat, könnte eine Mühle schon längst gute Prozente abwerfen, dort unten der wilde, zwar etwas „romantische" Hügel, müßte mir schon längst aufgeforstet fein, die Garten­anlagen sind höchst unpraktisch verwertet und —"

„Um GotteSwillen, halt ein," fiel ihm der Schloßherr lachend in die Rede. „Du würdest ja einen Bauernhof und eine Fabrik zugleich gründen. Uns ist e« nicht darum zu thun, reich zu werden, wenn wir nur so viel haben, anständig zu leben und möglichst viel Gutes zu thun."

„Gerade mit Verbesserungen, wie ich sie Vorschläge, könnte man viele Leute beschäftigen und ihnen damit eine Quelle be« Wohlstandes aufschließen," beharrte der Ge­schäftsmann. „Freilich müßte die Haupternte dem Unter­nehmer zufallen, denn es ist immer gut, die Leute möglichst unter dem Daumen zu halten, und ihr Abhängigkeitsgefühl dürfte auch mehr wieder wachgerufen werden —"

„Bitte, Gotthold, hebe mir einmal mein Taschentuch auf," fiel hier seine Frau etwas gemessen ein. „Dann hole mir freundlichst den Shwal im Salon, e» wird doch etwas kühl."

Und — al- ob er eine Illustration für die Pflege be» „ Abhängigkeitsgefühls" abgeben wollte, vollführte Gottholb gehorsam die erhaltenen Aufträge und die „allen Herren" — der wackere Pfarrer war auch zugegen — konnten ein stilles Lächeln nicht ganz verwinden.

Kaum zurückgekehrt, wollte er in feinen Auseinander- sitzungen fortfahren, als ihn Mß Douglas, die wie eine braune Statue in ihrem Sessel lehnte, unterbrach und mit ihrer schnarrenden Stimme, der sie vergeblich eine Art mütterlichen Wohlklang» zu geben sich anstelllte, sagte: „O,

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7' 3ttlijLn nimmt entgegen: W M Expedition d. BlatteS, W A.ed.Änn°ncen-Bureaux

.. Dietrich u- Co-m »fttlon -l und H°nn°°«r; Th. Uhr mchin Frankfurt a-M-, U9t* Anstein u. Vogler m Igsaunt ntfurt M-, Berlin.

< ,,ig. Köln rc.; Rudolf , en»..,«»« Sranf«

, Das schien ein guter Rat und Gottfried nahm die «gelegenheit mit so viel Takt in die Hand, daß an einem Wien Augustabende Schloß Neffelbronn viel belebter als sonst.

, Da war vor allem eingezogen der ölte, grimmige ^ztrtmeisler, der mit einem „Ah" der Erleichterung in

starblll 1 kühlen Schloßhof eintrat und bei seinem Barte schwur, Pferde würden ihn vorerst nicht wieder herauSbriugen. Gegen Abend war Gottlob in einem Zweispänner ein» Hrtn, neben ihm seine „braune Gattin", beide, wie eS K verstimmt oder übermüdet oder blasiert, wer mochte fbarioil Wissen. Zuletzt war Gotthold eingerückt, sparsam wie 10*1 mit einem Lohnfuhrwerke, dem ein magerer Gaul ini » war. Er blickte verdroffen, während feine ]01l ’8< Gemahlin kühl und würdig neben ihm faß. Ihnen 67** iniüber, in einem Wirrwar von Schachteln und Koffern Mben, saß Miß DouglaS, die er „angeheiratet" und die 'ein wirklicher Drache sich entpuppt hatte, der zwar ’’ Feuer spie, aber zu Zeiten bedenklich schnaubte und "euerer Zeit unbedenklich schnupfte.

^.Ein ganzer Hexenbrei," murmelte Herr Frank, „ich Hetzen, ob etwas Genießbares daran« wirb. Du lieber ’97 reI' im Ehestand entwickeln oder zeigen sich eigentlich ’°*eg27( ^echt die schlimmen und guten Eigenschaften der Menschen, iziij ^vrber schleifen sie sich gegenseitig glatt ab, und da« ist 10* J cbtr man wird allzu scharf und da« macht schartig,

< jben von allen Postanstalten entgegen genommen; für LUD|) arburg bei der unterzeichneten Expedition. Die im Monat Ei erschienenen Nummern be« Illustrierten Sonn» >n '2 i .antfltte« liefern wir araiis nacb.