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k. 168.

Marburg, Sonnabend, 81. Juli 1883.

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Drei Brüder.

Sine Geschichte aus dem Leben von August Butsch er.

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Deutsche« Reich.

Berlin, 19. Juli. Graf Moltke antwortete auf ein

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längst geahnt, sind Siel Ihre Hand ist es, die dm Schluß« stein einfügen muß in den Bau meines Leben«. Ja, Ihre Hand ist es, nach der ich mit aller Kraft ringe. Ich weiß, Sie können nur einem Manne gehören, der ein ganzer Mann und der seiner Zukunft sicher ist. O, versprech« Sie mir diese Hand für die Zukunft!« Er wartete atemlos, denn er fühlte sich doch nicht ganz sicher.

Frida hatte ihn anfänglich erstaunt angesehen, dann ging ein Zug des Unwillens über ihr schöne« Gesicht, da« sich zuletzt ganz zur Wolke verdüsterte.

Ich denke, wir trennen uns bester, Herr Buchhalter,« sagte ste dann kurz und kalt und legte die Gitterthüre zwischen sich und den Werber, der sich einmal gründlich verrechnet hatte.--

Mehrere Wochen waren seit der letzten tragi-komischm Begebenheit hingegangen, kalt und ruhig. Die Zeit gleicht dem Himmel, der sich über da« Schlachtfeld der Erde wölbt. Er läßt sie da unten toben, wüten und streitw, die Erdenzwerge, und bleibt immer gleich in seiner still« Majestät und dem unveränderten Lauf der Gesttme.

Kehren wir zu unseren Zwergen zurück.

_ Der Buchhalter verwand seine Niederlage mit einer Selbstbeherrschung, die in ihrer Art merkwürdig war. Er hätte seinen Brüdern um keinen Preis den Triumph ge­gönnt, seine Erniedrigung zu erfahren, da« Fehlschlagen der Berechnung in einem der wichtigstenGeschäfte" des Leben«. Sein elastischer Geist, anstatt mut- und machtlos zu «er­den, schnellte sich rasch wieder auf, und kehrte nüchtern und kaltblütig auf die Bahn de« Erreichbaren zurück, die er zu seinem Schaden verlast« hatte. Mit einer Keckheit und Ruhe, die einem Diplomaten Ehre gemacht hätte, trat er nach wmigen Tagen wieder vor Frida und bat sie in

schen H-, i1/* fN ,u einet Ehrensache, als eine Waffe; als Waffe ist ste stumpf und in, auf S unwirksam und dient höchsten« dazu, denjenigen unverträg-

welche damit Handel treiben, Ausnahmen zulasten. In dm Motiven zur Gewerbeordnung ist auf die Bijouterie- und Goldwaren-Fabrikate al« ein GewerbSzweig hingewiesm, in welchem die Art des Geschäftsbetriebe« üblich und unent­behrlich sei. Süddeutsche Handelskammern und Fabrikanten von Bijouterie- und Goldwaren haben bereit« mehrfache Anträge gestellt, daß der Bundesrat zu gunsten dieses Gr- werbszweiges eine Ausnahme zulaffe. Soeben haben nun auch die Nettesten der Kaufmannschaft von Magdeburg eine Eingabe an den Reichskanzler gerichtet, in welcher sie gleichfalls darum bitten, für den Vertrieb von Gold- und Silberwaren da« Mitführen der Waren selbst zu gestatt«. Sie führen zur Begründung das nicht uninterestante Faktum an, daß in Magdeburg eine Firma jährlich etwa 17 OOO Ringe fabriziert, welche der Inhaber derselben selbst auf seinen Reisen vertreibt, er führt auf denselben stet« ein Sortiment von mehreren Tausend Ringen mit sich. Die Existenz diese« JndustiezweigeS in Magdeburg wird außerhalb der Fachkreise bisher wohl fast allgemein unbekannt gewesm sein. Wir wollen aber bei dieser Gelegenheit nicht ver­schweigen, daß seitens der Uhrmacher und kleineren Juweliere starke Opposition gegen eine Aufrechterhaltung dieser Art von Geschäftsbetrieb gemacht wird, weil derselbe die kleineren Gewerbebetriebe arg schädigen soll. ES hat vor einigen Monaten in allen Kreisen, die sich für den Bau de« ReichStagSgebäudeS interessieren, ziemliche« Austehen gr- macht, daß ein bei der Konkurrenz mit einem zweiten Preise ausgezeichneter Architekt, James Seeling au« Berlin, noch während Herr Wallot mit der Umarbeitung feine« Projekte« beschäftigt war, zu den Fladen des preisgekrönten Wallot« schen Entwurfes eine andere Grundrißeinteilung entworfen und dem Reichskanzler eingereicht hat. Die Verurteilung dieses Manövers war in Reichskanzlerkreism, im Publikum und vor allen Dingen bei den Architekten eine einstimmige. Der. betreffende Herr hat daran auch wenig Freude erlebt. Gekümmert hat sich um seine Adoptiemng eine« fremden Entwurfes niemand; e« ist nicht bekannt geworden, daß der Reichskanzler ihm eine Antwort hat zu teil werden lasten, und im Reichstage ist er nur einmal und auch mißbilligend von Herrn August Reichensperger erwähnt worden, al« dieser dahin plädierte, daß Herr Wallot mit der Ausführung des Baues betraut werden solle. Run haben aber auch noch die Berliner Kollegen de« Herrn Seeling zu der Angelegenheit Stellung genommen. In der letzten Hauptversammlung des Architektenverein- ist da« Verfahren des Herrn Seeling so scharf al- durchaus un« kollegialisch kritisiert worden, daß Herr Seeling sich ver­anlaßt gefunden hat, in einem Schreiben an den Vorsitzenden de« Vereins die Einsetzung eines Ehrengerichts zu beantragen. Bei einer Schwurgerichtssitzung in Bromberg glaubte sich ein dortiger Rechtsanwalt und Reserveoffizier, der al« Verteidiger fungierte, durch eine Aeußerung des Vorsttzendm

Anzeigen nimmt etieewa: die Expedition b. Stern«, sowie b.Annonccn-Bureaux von ®. 8. Daube u. So. in Frankfurt a. M-; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Invalidendanl in

Berlin; W. Thiene« in Elberfeld: E. Schlotte in Bremen.

Schreiben, welches ihn zur Unterzeichnung eines Aufrufe« >ur Errichtung eines Lutherdenkmals in Berlin einlud, er beteilige sich grundsätzlich nicht an Ausrufen; dem Unter­nehmen selbst stelle er aber seine Mithilfe in Aussicht. Zm Anschluß an die Zirkular-Verfügung vom 6. Jan. d. I. hat der Finanzminister neuerdings bestimmt, daß bet einer auf Grund der Verordnung vom 7. September 1879 vor­zunehmenden Pfändung von dem Diensteinkommen oder der Pension der Beamten außer den Witwenkastenbeiträgen auch die nach dem Gesetze vom 20. Wai v. I. zu ent­richtenden Witwen- und Waisenbeiträze vorweg in Abzug zu bringen und erst von dem alsdann verbleibenden l'eber- reste die Teilbeträge zu berechnen sind, welche gesetzlich ge­pfändet werden dürfen. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: DieKölnische Zeitung" hielt in ihrer SonntagSauSgabe eineMusterung der staatlichen Waffen" gegen die römische sld vi^ Marchie und gelangte zu dem Resultat,daß daS staat- it emöfe liche Arsenal noch Waffen enthielte, welche auch für die ------- neue Lage noch völlig genügten, falls nur der pflichtmäßige Mut nicht fehlte, von denselben einen entschlostenen und nachhaltigen Gebrauch zu machen.« Wir find mit der .Kölnischen Zeitung" darüber einverstanden, daß die Waffen nicht fehlen. Waffen sind bisher überhaupt nicht aufgegeben. Die Anzeigepfltcht ist mehr eine staatliche Anstands- und

«, nach, iurgs l ime an I r girjj roße: gj 'sauffah :t Bett Seit, 2 er zu bei . Bl.

lichen Geistlichen, gegen welche ein Einspruch nicht erhoben dministr-I ist, den Nimbus der staatlichen Approbatton zu verleihen.

Der jetzige Fürstbischof von BreSlau hat 15 Jahre lang unter den Augen der höchsten preußischen Behörden in Berlin funktioniert, und trotz dieser langjährigen, nur in agt die wenigen Fällen möglichen Beobachtung hat die Regie- ö i rang doch nicht voraussehen können, daß gerade dieser Prälat, t-tt, fei es selbständig, sei e« unter dem Einflüsse seiner Rat- > i i^er, dem kirchlichen Frieden so viele Hinderniste bereiten könnte, wie bisher geschehen. Schon bei Anstellung der eigenen Beamten deS Staats zeigt es sich, daß die Regie­rang nicht im stände ist, prop ylaktische Anstellungen zu dnmciden, welche später bereut werden. Um wie viel

«,Die Kirchenpolitik in der

liucigennimmt entgegen: e Expedition d. Blatte«, fcrcie d.Annoncen-Bureaux j Th. Dietrich u. Co. in «flffäl und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; fiaofenftein u. Vogler in A-nkfurt M , Berlin L<niig, Köln rc.; Rudolf Koste in Berlin, Frank- fort a. M- rc.

Guten Morgen, Fräulein Frida I" beeilte er sich zu si iwidcrn,Sie sehen heute glänzend au«, und ich bin Mich, daß ein Strahl dieses Glanze« auf Ihren gehör­ten Diener fällt."

Man sieht, daß sie galant sein konnte, die mensch- Mtotbene Rechnungsmaschine. Die Phrasen gingen ihm Malt über die Lippen und währenddeffen kombinierte sein Mutter Verstand kalt und schlau und mit einer Schnellig- 5 die erstaunlich war. Miß Burnstde war für einige nuten versunken und vergessen. Er begleitete das Fräu- 68 als Kavalier die kurze Strecke bi« zur Villa, die sie 1011 dih zurückzulegen hatte, und beschloß, für jeden Fall

im Mkp gegebenen Vorteil zu benützen.

M & »Ihre Herren Brüder kommen so selten zu un« und 10i - r! auch," bemerkte sie im Verlaufe de« Gespräche«.Be-

1011 Jiters« c;t t;ulupi sich H».

*3 Otfried gar nicht mehr seh«. Es thut un« leid, wir A es herzlich gut mit ihm.

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Sackgasse",Ein Ausweg aus der Sackgaffe« rc. rc. Über- schriebenen Arttkeln selbst zu; sie ist aber zweifelhaft, ob nicht der Mut fehlen würde, von diesen Waffen Gebrauch zu machen. Wir sehen nicht recht ein, welche besondere Gattung von Mut dazu gehören könnte, bestehende Gesetze in einem geordneten Staatswesen zur Anwendung zu bringen Die Frage liegt gar nicht auf dem Gebiete von Mut und Kampf, sondern lediglich auf dem der ruhigen Erwägung deffen, wa« für den preußischen Staat und seine An­gehörigen nützlich ist. An dem Mute, da«, was ste für zweckmäßig erkannt hat, innerhalb der Gesetze zu erstreben und durchzuführen, wird einer preußischen Regierung schwerlich fehlen, und am wenigsten der jetzig«. Der Mut aber, etwas Andere« als das dem Vaterlande für dienlich Erkannte zu thun, verdient den anständigen Namen Mut« nicht. DieKöln. Ztg.« hat durch die leidenschaft­liche Ungerechtigkett ihrer Artikel über die neue kirchenpolittsche Novelle sich de« Recht«, der Regierung Rat zu erteilen, einigermaßen begeben, und die Regierung hat andere Rück­sichten zu nehmen als auf die Fraktionstaktik einzelner politischer Richtungen im Staate, welche in den Artikeln derKöln. Ztg.« ihren Ausdruck fanden. Wenn die römische Kurie für die katholischen Preußen nicht so viel Interesse hatte, um ihre Not in der Seelsorge zu beseitigen, wie sie aus der nicht gewollten aber thatsächlichen Straf­barkeit des SakramentespendenS und Meffelesrns sich ergab, so liegt e« nicht In den Traditionen des preußischen König­tums, in diesem Maße gleichgültig gegen die religiösen Bedürfniffe seiner Untertanen zu fein. Die Königliche Regierung hat lange Zeit gehofft, im Einverständnis mit der Kurie jenen aus den Maigesetzen indirekt sich er­gebenden Uebelständ« abhelfen zu können; nachdem sie sich aber überzeugt hat, daß auch die jüngste, durch das päpst­liche Schreiben vom 30. Januar eröffnete Phase der Ver­handlungen dieses Einverständnis in absehbarer Zeit nicht erhoffen ließ, hat sie nicht länger anstehen wollen, eine Konzession, die sie schon jetzt ohne Gefahr für die staat­liche Autorität machen konnte, und die sie bisher in Hoff­nung auf die päpstliche Mitwirkung verschoben hatte, auf dem Wege der Gesetzgebung ins Leben zu rufen, um die preußischen Katholiken auf die Teilnahme der Kurie an diesem Werke nicht länger warten zu lassen. In der vorgestern abgehaltenen mehrstündigen Ministerialsttzung hat es sich, wie verlautet, um die Feststellung der Ausführung zum neuen ktrchenpolitischen Gesetz gehandelt.

Nach § 44 der Gewerbeordnung in seiner neuen Fassung dürfen von den Waren, auf welche Bestellungen gesucht werden, nur Proben und Muster mitgeführt werden, doch kann der Bundesrat für bestimmte Waren, welche im Verhältnisse zu ihrem Umfange einen hohen Wert haben und übungsgemäß an die Wiederverkäufe,: im Stück ab­gesetzt werden, zum Zwecke des Absatzes an Personen, Vielleicht, ich dachte mir so, findet er die Wirklichkeit doch nicht so ganz dem kühnen Fluge feiner Phantasie ent­sprechend und hat sich den Himmel mit zu viel Sternen bevölkert. E« soll mir leid thun, wenn e« so ist. E« wäre vielleicht besser" sie stockte ein wenigwenn er sein Ziel nicht so hoch stecken würde. Mir scheint er wehr für ein ruhiges Glück geschaffen, daS ich ihm gerne gönnen möchte."

DaS war deutlich. Ganz richtig kalkuliert, dachte der große Rechner: Er hat sich« beikommen lasten, um ihre Hand anzuhalten, und sie läßt ihm durch mich sagen, er hätte besser gethau, auf dem Lande zu bleiben, als hier verrückte Dinge zu beginnen. Aber waS thue ich?

Sie haben ganz recht,« bemerkte er bann geschmeidig. Richt jeder, der sich berufen fühlt, ist auch auserwählt. Ich bedaure ihn auch herzlich und möchte wünschen, daß er meine Ausdauer besäße, meine Zähigkeit und die volle Hingabe an meine Zwecke, die fast immer den Erfolg ver­bürgen." Er schwieg lauernd.

Ja, Sie," sagte sie mit ihrem lieblichen Lächeln.Wer so wie Sie feinen Weg geht, dem kann endlich die Palme nicht entrinnen. Anderen wäre diese Zuversicht sehr zu wünschen. Dem Mutigen gehört die Welt!« Sie lächelte schwermütig. Das war deutlich. Sie standen eben an der Garlenthüre, über die sich eine Traueresche gleich einem riesigen Fitttg auf den KieSpfad herüberlehnte. Jetzt oder nie! dachte der Buchhalter, der wohl wußte, daß man die Siunde wahrnehmen muß, ehe sie entschlüpft. Er fühlte sich entschlossen.

Ja, dieser Mann bin ich," sagte er pathetisch und doch mit künstlerischer Dämpfung.Ich ringe unentwegt nach der Palme, und diese Palme, Sie haben eS wohl

Erscheint täglich außer an den Werktag« nach Sonn- und Feiertag«. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen BeilageJSnstrirteS CtauttaftWatt" durch die Srvediti»- (* n Buchd,uckerei) bezogen SV. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches S Mark 60 Pfg.(exclBestellgebühr)-^serti°nS^"ür die gefMtene Kel0«fc

Sar in der Expedition zu ertheil«de Auskunft und Annahme von Adressen werden 26 Pfg. berechnet. ö VT8*

-J .Sie sind sehr gütig," erwiderte er,ich meineSteil- £>6 mir stets da« größte Vergnügen daraus machen, Sie *Men zu dürfen. Wenn meine Brüder kalte Seelen 'i so kann ich nicht« dafür. Mein Herz schlägt wann Sie und Ihre HauSgenostm!«

»Ei, wie feurig!" lächelte ste.Ganz gegen Ihre "whnheit. Die Rollen scheinen ausgetauscht zu fein. 1 wieder auf Herrn Gottfried zurückzukommen, so dauert

ittniger vermag ste sich ein Urteil darüber zu bilden, wie tS-Systl **** Kandidat kirchlicher Armier sich entwickeln wird, wenn ( n erst, und zwar für den Staat unwiderruflich, in Reih _______ wib Glied mit allen anderen Priestern der vatikanischen «tunterri ^>plin unterliegt! Soweit auf Waffen ankommt, birb sie der Staat niemals in Präventiv-, sondern nur in iorhiaeb ^ressivmaßregeln finden können, und daß Waffen dieser

8tt noch vorhanden sind, giebt jetzt dieKölnische Ztg." «i) ihrem früheren übertriebenen Lamento in denDas