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stand, der dafür sorgt, daß eS in Preußen keine andere als ein Maß wirklicher Bildung gewährende, dir Aneignung der Religion ermöglichende und übrigens im nationalen Sinne wirkende Schulen giebt, und daß alle Hinterthürrn fehlen, durch welche ungeeignete Lehrer, ungenügende und dem Zweck der Sache zuwiderlaufende Schuleinrichtungen und säumige, ihre Pflicht nur zum Schein erfüllende Schulen einziehen können. Durchführen ließ das Institut des Schulzwanges sich eben nur, weil die öffentliche Schule auf eine allerseits anerkannte Höhr gehobru und wril au dem Grundsätze festgehalten wurde, daß unter da- Niveau der öffentlichen Schule nicht heruntergegangen werden dürfe; daß private Schulen nur unter der Bedingung genauer Erfüllung der an die öffentlichen Anstalten gestellten For> derungen zugelassen werden, erscheint danach al-notwendige Konsequenz de- Grundsätze-, daß der Schulzwang zugleich ein gewisses Minimum von Kenntniffen fordert.

Mit dem Vorstehenden ist zugleich gesagt, daß da-Ver­langen nach Minderung der vom Staate auf dem Gebiete des Unterrichtswesens zustehenden Befugnisse gleichbedeutend ist mit der Forderung einer Herabsetzung der bisher an die Bildung der Jugend gestellten Ansprüche und eine- Brr« zichts auf den ihnen bisher eigentümlich gewesenen natio­nalen Charakter. ES handelt stch bei diesen Bestrebungen einerseits um Minderung des staatlichen Einflüsse« auf die öffentlichen Schulen, andererfeitS um die Zulaffung von Schulen, welche einerlei aus welchen Gründen der staatlichen Aufsicht entzogen unb dadurch in die Lage ver­setzt werden können, das Maß der an die Schulen zu stellenden Forderungen und die Tendenz beliebig selbst zu bestimmen, d. h. unter Umständen beliebig herabzu­setzen. Diese Absicht hat um so weniger zweifelhaft bleiben können, als dieselben Redner, welche nicht den Schulzwang, sondern nur da- bekämpfen zu wollen erklärten, wa- sie da- Schulmonopol nannten, daß diese Redner im Ver­laufe ihrer Ausführungen dabet ankamen, die Ausdehnung der Schulzeit, wie sie bis jetzt besteht, al- bedenklich zu be­zeichnen, die Erschwerung von durch Schulkinder zu be­sorgenden häuslichen oder wirtschaftlichen Arbeiten zu be­klagen, dem Halbtagsschulwesen da- Wort zu reden rc. Aus der angeblichen Notwendigkeit, den konfessionellen Charakter der Volksschule festzustellen, wurde dann der Grund für den Widerspruch gegen ein Gesetz abgeleitet, das den Zweck der Sicherung der bestehenden Schul­pflicht verfolgt!

Zur Charakteristik der Bestrebungen, welche gegen einet der wertvollsten unserer nationalen Besitztümer gerichtet sind, weiteres anzuführen, dürfe um so überflüssiger sein, als wir gerade in jüngster Zeit wiederholte Veranlaffung gehabt haben, die Beschuldigungen zu widerlegen, al- ob das geschichtliche Verhältnis der Volksschule zur Kirche

Sie atmete heftig, hatte aber das Bewußtsein nicht ver­loren. Ja, sie fand sogar sogleich Worte, und statt dr« Danke« rief sie mit kindischem Eigensinn:Du bist wirk­lich ein galanter Junge, Gottfried, da- muß man sagen. Mich an den Zöpfen zu reißen! Das verkitt' ich mir!" Und sie stampfte mit den Füßchen, daß da- Wasser umher­spritzte.

Alle standen erstarrt, nur Gottfried sagte mit seinem ruhigen Humor:Ganz recht, daS nächste Mal werde ich zuerst nach einem Netze laufen und daS Backfischchen dann sorglich auffangen I"

Garstiger Mensch," schmollte Frida und sprang leicht wie eine Gazelle davon.

Die andern waren gar nicht zum Worte gekommen, denn alle» hatte stch so rasch abgewickelt, daß sogar Miß DouglaS die Dose aufzuheben vergaß, die ihr im ersten Schrecken entfallen. Sie wandte stch eben mit einem steifen Knix zum Gehen, al- ihr der Pfarrer respekwoll die Dose überreichte. E« war ein hübsche-, kleine- Ding au- Elfen­bein und von ziemlichem Werte.

Entrüstet wie- sie aber die Dose zurück.

Shoking," rief sie schnarrend,wie Wunen Sie glau­ben, daß ich schnupfe. Ich verbitte mir diese Unanständig­keit!" Damit rauschte fie wie eine brandende Welle davon.

Die Zurückgebliebenen lachten herzlich und der Pfarrer sagte:Da bin ich nun auf seltsame Weise zu einer Dose gekommen. Da, Gottfried, ich will sie Dir schenken, denn von den Lehrern schnupfen ja so ziemlich.die meisten, und ich will Dich später lieber au» diesem zierlichen Dinge schnupfen sehen, al- auS einem Ungetüm von Birkenrinde."

Gottfried dankte errötend, wihrmd Gottlob mit Ver­achtung, Gotthold aber mit Neid auf das Geschenk sahen.

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XVUI. Jahrgang.

Marburg, Sonnabend, 7. Juli 1883.

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Sine Geschichte au- dem Leben von August Butscher.

ES lag etwas echt Bürgerliches iu dieser kräftigen Persönlichkeit, und niemand hätte wohl beim ersten Anblick geglaubt, daß dieser Mann die sinnige Schönheit ringsum geschaffen.

Der Pfarrer studierte die Predigt für den kommenden Sonntag und rauchte dabei auS einem stlberbeschlagenen ^estgen Ulmerkopf. Zuweilen flog sein Auge über die Blumenschönheit, die stch überall um ihn aufthat, und h»nn stieg ein freudiger Glanz in dasselbe.

, Auf einmal ertönten fröhliche Stimmen, und durch die Hinlerthürc deS Pfarrhauses traten die Drillinge, die heute 8® Wanderern geworden. Jeder trug ein kleine- Ränzchen «uf dem Rücken und Gottlob hielt unter dem Arme noch leine geliebte Geige, die sorglich in ein grauS Säckchen gehüllt war.

lediglich eine Umgestaltung der bestehenden Einrichtungen im Sinne einer Beschränkung deSSchulmonopols" in der Absicht.

Ucber das Ziel dieser Bestrebungen und über die enge Verwandtschaft derselben mit den auf die sogenannteWteder- ewberung der Schule durch die Kirche" gerichteten Plänen Hot die öffentliche Meinung stch nicht täuschen lasten. Mit einer Einstimmigkeit, an welcher auch die zutage getretenen ReinungSverschiedenheiten über die Einzelheiten deS auf die Schulversäumniste bezüglichen Gesetzentwurfs nichts geändert worden ist, haben die Staatsregierung, die konservativen

und liberalen Parteien die Grundlagen deS preußischen Volksschulwesens für unantastbar und über aller Diskussion stehend erklärt. Maßgebend ist dabei die auf dir geschicht­liche Erfahrung gegründete Erwägung gewesen, daß die wirksame Durchführung des seit Jahrhunderten in Preußen, bestehenden, durch den Artikel 21 der Verfastung ausdrücklich anerkannten Grundsatzes des Schulzwangs nur unter den Voraussetzungen umfassender staatlicher Veranstaltungen für den Volksunterricht und genauer Beobachtung der dem Staate obliegenden Pflicht zur Beaufsichtigung aller Lehr­anstalten ermöglicht worden ist. Zu einer Wahrheit hat die vom Staate übernommene Bürgschaft dafür, daß für die Bildung der Jugend genügend gesorgt werde, nur dadurch gemacht werden können, daß der Staat die Sorge für die Befchaffung entsprechender Anstalten und Lehrer selbst in die Hand nahm. Es geschah das einerseits, durch die Er­richtung und Leitung in ihrer Weise mustergültiger öffent­licher Anstalten, andererseits durch Fürsorge dafür, daß den Privaten jedes Zurückgehen unter das Maß der von den Staatöanstalteu gebotenen Leistungen und jede bloße Abfindung mit der Schulpflicht unmöglich gemacht wurde. Die in bezug auf Qualifikation der Lehrer, Beschaffenheit der Lehrmittel und Lehrziele u. s. w. an die öffentlichen Schulen gestellten Anforderungen wurden für allgemein verbindlich erklärt, die Leistungen der Slaatöanstalteu aber in einem den fortschreitenden Anforderungen deS Zeitbedürf- niffeS entsprechenden Maße weiter entwickelt und dadurch in ihrer maßgebenden Stellung erhalten. Dadurch und dadurch allein ist eS möglich geworden, daß der Schulzwang in Preußen früher und wirksamer als sonst irgendwo durch­geführt worden ist, und daß er ein handgreifliches, all­gemein anerkanntes Resultat, nämlich den Besitz eines gewiffen BildungSmaßes für alle Staatsbürger, zur Folge gehabt hat.

Mit der Erreichung dieses Ziele» konnte die Aufgabe der Volksschule aber noch nicht erschöpft sein. Die durch diese Schule zu vermittelnde Bildung muß, wie fie einer­seits in der Religion ihre Grundlage finden soll, anderer­seits dem nationalen Charakter und der nationalen Aufgabe des Staates entsprechen. ES muß das Heranwachsende Geschlecht in dem Gedanken erzogen und befestigt werden, daß Kaiser und König, Vaterland und staatliche Gemein­schaft für die verschiedenen gesellschaftlichen Schichten, wie für die verschiedenen religiösen Bekenntnisse die gleiche sittliche Bedeutung haben, und daß alle Bürger des Staates sich al« Glieder eine» großen Körper- zu fühlen haben. Selbstverständlich wird die Forderung, in diesem Sinne zur Belebung und Befestigung der staatlichen Gemeinschaft beizutragen, in gleicher Weise an alle Schulen gestellt.

Was von gegnerischer Seite als Schul Monopol be­zeichnet wird, bedeutet daher In Wirklichkeit nut einen Zu-

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Restellunaen auf das dritte Quartal der Dber» hefsi hm Zeitung nebst Illustriertem Lonma» 'blatt werden noch von allen Post-

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Der Kampf um die Schule.

Die gegen das preußische Volksschulwesen bekanntlich in reuefier Zeit gerichteten Angriffe werden von derPro­vinzial - Korrespondenz" in nachfolgendem Artikel zurück-

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sie herantreten würden, die Aufgaben, die vor ihnen lagen und die Verführungen, die eine Stadt einem Netze gleich um die Jugend schlinge.

Habet immer Gott vor Augen," schloß er,traut nicht der Welt, die nur äußeren Schimmer hat. gibt ein ölte« Lied, das den Refrain hat:

Nm hinauf gefchaut, nur hinauf geschaut,

Und auf Gott, auf Gott vertraut"

ES ist eine tiefe Wahrheit in diesen schlichten Worten, möge ste wie ein Schutzengel mit Euch durch das Leben gehm."

O, da- Lied können wir singen," rief Gottlob mit einem freudigen Lächeln, das seltsam mit seinen thrinen- vollen Augen kontrastierte.

Er griff zu seiner Geige und von ben frischen Lippen der Drillinge klang eS hell hinaus:Armes Köhlerleben!"

Der Pfarrer war tiefgerührt, denn er hing wie ein Vater an diesen vielversprechenden Knaben.

Während deS Gesanges hatte stch die kleine Frida her­eingeschlichen und saß wie eine Nixe in dem Muschelkahn, den ste im Takte zu dem Rhythmus deS Liede« schaukelte.

Miß Douglas stand hinter einem Hollunderbnsche und schnupfte ungesehen.

Bravo, bravo," rief mutwillig da« dunkeläugige Schloßfräulein, stand auf, klatschte in die Hände und wiegte stch dabei so lebhaft in den Hüften, daß der Nachm um- klppte und da« Mädchen mtt einem gellenden Schrei im Wasser verschwand.

DaS gab ein Rufen und Rennen unter den Zuschauern, ein Händeringen und Weinen. Nur ter krause Gottfried fand einen Entschluß. Er stürzte sich ohne lleberlegung in den Teich, erfaßte die Sinkenoe an ben Zöpfen unb zog sie mit einer «rast, die weit über seine Jahre ging, an- Land.

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Debitier, angenommen.

" Die Exped. der Oberheff. Ztg.

?t- 3ui Walter wie auch von der unterzeichneten Ex- __P Jitior. angenommen.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedttion b. Blatte«, sowie d.Annoncen-Bure««r von 8. Daube u. So. in Frankfurt a. M.; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank« Berlin: W. Thiene« ta (Mbetfdb: » Schlotte in Sternen«

Geld.

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«rftbeint täglich außer an ben Werktagen nach Sonn- unb Feiertagen. Preis für ba« Quartal mit ber wöchentlichen BeilageJllnstrirtes GoMtMg-UM durch bie Expedition (R o ch'sche Buchdruckerei) bezogen 8*/* Mark, durch bie Postämter bei Deutschen Reiche- 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr) JnserttonSgebühr für bie gespaltene Zeile 10 Psg.

Für in bet Expedition zu ertheilende Auskunft unb Annahme von Adressen «erden 25 Pfg. berechnet

Guten Morgen, Herr Pfarrer!" klang e« im Einklang ihren Lippen und die hochaufgeschoffenen Knaben küßten Hand des ManueS, der ihr Wohllhäter gewesen vom ^"beginn ihre« Erdeudasein«.

Heute durften sie wandern, endlich wandern. Durch Schloßherrn und de« PfarreS Hilfe und Einfluß stan- ste am Ausgangspunkte der Laufbahn, die da« Ziel tytr Wünsche war. Gotthold kam zu einem Buchdrucker bie Lehre, Gottlob trat in da« Haus eine« Konzert- Mter« und Gottfried bezog ein Privatseminar. Eine ?tobt nahm alle drei auf und da« Wandern war vorerst B- Trennen. Nur den Vater und die Wohlthäter mußten

** heute verlassen.

-A^Der freudige Glanz in ihren Augen verbleichte bald, bet Pfarrer ihnen die Pflichten schilderte, die jetzt an

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Von derselben Seite, die stch bei ber diesjährigen Mig^Vnatung des Etats der Unterrichtsverwaltung zu einer Kriegserklärung gegen daS staatlicheUniversttätSmonopol" " veranlaßt gesehen hatte, ist bei Gelegenheit der Verhandlung über ben die Schulversäumniste betreffenden Gesetzentwurf

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lti,igen nimmt entgegen : "Expedition d. Blatte-, .itd-Annoncen-Bureaux y. Dietrich u. Co. tn a j und Hannover: Th, Erich i" Frantturt aM-;

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hfl ff ff ber Versuch angestellt worden, die bestehenden Ordnungen kUlrl unseres Volksschulwesens grundsätzlich In Frage zu stellen. , vers« Nach einer Meinung, für welche bereits seit einiger Zeit Pf- zoll! innerhalb wie außerhalb der parlamentarischen Kreise Pro­paganda gemacht wird, soll daS dem Staate Verfassung«- ressen mäßig zustehende Recht der Beaufstchtigung des Volksfchul- oesenS zu einer förmlichen Beschlagnahme sämtlicher auf den Volksunterricht bezüglicher Einrichtungen mißbraucht, in bedenklicher Weise überspannt und namentlich während blS letzten Jahrzehnts so gehandhabt worden sein, daß der gesetzlich bestehende Schulzwang stch in eine förmliche Nö­tigung zum Besuch einerZwangsschule", nämlich der staatlichen, verwandelt habe. Der staatlichen Volksschule den Charakter einer monopolisierten Zwangsschule zuzu­gestehen, erscheine aber um so bedenklicher und unzulässiger, als dieselbe gegen die Gefahr der Simultanifierung und damit der Entchristlichung keineswegs gesichert fei. Der von ben Vertretern dieser Anschauungen früher mit beson­derer Vorliebe gebrauchte Ausdruck, die Schule muffe von der Kirche wieder erobert werden, wurde bei der diesmaligen Debatte vermieden und ber Angriff so geführt, als liege