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Marburg, Sonntag, 17. Juni 1883.

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XVffl. Jahrgmg.

Brief,

AerMchc Zitms

Buchhandlung dal erbst;

Hermansche Buchhandlung daselbst; Invalid endant in

Berlin; D. ThieneS in

Slberfnd; 6. Echlottr in Bremen.

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Cäcilie, Du wirst mir doch nicht etwas verbergen

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Um so interessanter für mich, da dieselben doch nur

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~~ 7 r mich bestimmt sein _ 2 « Adresse, allerdings

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lt, sich zu erheben und zu stören. Endlich war er fertig

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m Reichstage abgeänderten Gesetzentwurf, betreffend die teuervergütung für Zucker, blieb für eine der nächsten lenarsitzungen Vorbehalten. Von den Ueberstchten der Er­

den betreffenden Bundesregierungen überwiesen. Der trag, betreffend den Erlaß der Abgabe für das bei Ueberschwemmungen gegen Ende des Jahres 1882 dorbene Salz, sowie der Verordnungsentwurf über Verbot der Einfuhr und der Ausfuhr von Pflanzen

22-26 42-47 74-79 65-70

konnten und somit doch noch an etwas spät, gelangen/

entwurf bezügliche Resolution des Reichstags wegen Her­stellung einer Aerzteordnung wurde dem Herrn Reichskanzler überwiesen, und mehrere durch den Gesetzentwurf veranlaßte Eingaben wurden für erledigt erklärt. Dem Anträge, be­treffend den Abschluß einer Vereinbarung mit Venezuela wegen gegenseitigen Markenschutzes stimmte die Versammlung zu. Mehrere, auf die Zolltarifierung von gesägtem Holz und von Eisenbahnschwellen bezügliche Eingaben wurden zurückgewiesen, die Eingaben von zwei Kommunen, wegen zollfreien EinlaffeS von Holz aus den diesen Kommunen gehörigen, jenseits der Grenze belegenen Waldungen, wurden

An­den ver- das und

R einen Stuhl, sie auf seinen Schoß setzend.

.Der Schatz, den ich mein nenne, ist größer, al« ich

U||| v Willi pwe« v * * üulö wiuyiuiuiv VVMe

»mer auf und ab. Dann blieb er vor ihr stehen, be­ttete sie lange, die nicht aufzublicken wagte und hob endlich in seinen Armen auf und trug sie wie rin Kind

iisetzentwurf über die Steuervergütung für Zucker und zu m Nachtrags Etat für 1883/84, sowie der Beschluß des Ächstags zu den Petitionen über den Impfzwang, wurden tm Herrn Reichskanzler, der Beschluß deS Reichstags über

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatte-, sowie d.Annonccn-Bureaux von ®. 8. Daube u. Co. in

Müssen überwiesen. Die Beschlußfassung über den von

PapaS Goldtochter.

Eine Skizze aus dem Leben von Ludwig Wrietzner.

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Doch, es sind alte Liebesbrief-/

Deutsche- Reich.

tzerltv, 15. Juni. Fürst Alexander I. von Bulgarien

1923 - _ . . _

itn In W Petition wegen Ersatzes der auf der Weltausstellung

S Melbourne erlittenen Verluste den zuständigen Aus-

- lOt tt (einer Lektüre. Er sah sie mit einem langen, vollen -. 'icke an, dann stand er auf und ging einigemale in dem )bligalw j8lm| - - ' ......

Ljgen nimmt entgegen: Spedition d. Blattes, Ld.Annoncen-Bureaux rrg. Dietrich u. Co. in und Hannover; Th. kLch in Frankfurt a M-; Lfenftein u. Vogler in Cffurt a- Bi., Berlin, Ejig, Köln ic.; Rudolf B[e in Berlin, Frank- * furt a. M. rr.

! Einige Wochen später war eS, als die junge Frau, in m Fächern ihres Schreibtisches kramend, ein Bündel

* g gestern nachmittag dem Fürsten Bismarck einen ein- , obigen Besuch gemacht. Die kirchenpolitische Kom- ~ 8 Hon des Abgeordnetenhauses hat Art. 5 der RegierungS- _ | rlage mit einem Amendement, nach welchem die staatlich _ g erkannten Bischöfe auch außerhalb ihrer Diözese geistliche .idlungen vornehmen dürfen, genehmigt und Artikel 6

Ich will sie Dir aber nicht zeigen, ich will nicht/ Ah, dos ist etwas anderes, wenn Du nicht willst" Er sagte es leichthin, ohne den Beleidigten zu spielen, er es lag doch etwas In seinem Tone, das sie aufschreckte, e eilte ihm nach.

Hier Leo, ich habe vor Dir keine Geheimniffe, lieS, lache mich nicht aus/

Ich Dich auslachen mein Lieb" er schloß ihren Nd mit einem Kusse und fing an zu lesen. Sie saß

Erscheint täglich außer an den Werktaaen nach Bonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS SotMtagSblatt" durch die Expedition (R o ch'fche Buchdruckerei) bezogen 2/t Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiche- 2 Mark 60 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) JnserlionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet-

7 ,verändert angenommen. Alle übrigen Anträge wurden

10 gelehnt. Damit ist die erste Lesung der Vorlage in der _ 2 emmifston beendet, morgen beginnt die zweite Lesung. , der am 14. Juni unter dem Vorsitz des Staatsministers

In/. n Bötticher abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesrats Brief.lt, seitens des Vorsitzenden die Vorlegung der Mit- _ " jlungen des Präsidenten des Reichstags über die Beschlüsse - iz S Reichstags zu dem Gesetzentwürfe, betreffend die Ab- ij chr und Unterdrückung der Reblauskrankheit; dem Gesctz- lt würfe, betreffend die Steuervergütung für Zucker; den _ itilionen, betreffend den Impfzwang; einer Petition, be- __ ifsend den Ersatz der auf der Weltausstellung in Mel- r.St.in! Hirne erlittenen Verluste; dem Gesetzentwürfe, betreffend

iol 8 gegenüber und sah, wie er die Blätter umschlug, die 101 i einst mit flüchtiger Hand in ihrem kleinen Stübchen hn H kierhause geschrieben.

22 Er las und la«, ohne sie ein einziges Mal anzublicken, _ R fie saß da mit niedergeschlagenen Augen, sie wagte

h _ i( iapiere in die Hand bekam, die sie mit den kleinen Fingern 11 kdeckend, den neugierigen Blicken des gestrengen Ehegemahls _ 11 entjieljen suchte.

Gäci", " 2 ' 2 '

_ i Alen?"

8 liniffe des HeeresergänzungSgeschästeS int Reichsgebiet für 22 1 i8 Jahr 1882 nahm die Versammlung Kenntnis. Den _ 2 ständigen Ausschüssen wurden zur Vorberatung überwiesen: _ . ! am 15. Mai d. I. unterzeichnete Konvention zwischen i m Deutschen Reich und dem Königreich Madagaskar und tr Antrag Oldenburgs, betreffend die Errichtung einer 22 g eien Niederlageanstalt in Nordenham«. Der Gesetzentwurf, _ treffend die Abänderung der Gewerbeordnung, fand in i r Mn dem Reichstag beschlossenen abgeänderten Faffung J k Zustimmung der Versammlung; die auf diesen Gesetz-

ter- jSBBBBHS MBSSSSSSSI " ». in riTl!ML..J ...I. i J fSB9SBg SBB

A Ergänzung der Etats für 1883/84 und 1884/85. ' hterem Entwürfe, welcher von dem Reichstage als Gesetz, il tnffend die Feststellung eines Nachtrages zum Reichs- A uShaltsetat für 1883/84, angenommen worden ist, erteilte 31 ! Versammlung in dieser veränderten Fassung ihre Zu- 21 smmung; die hierzu von dem Reichstag angenommene Wlution, ferner die Resolutionen des Reichstags zu dem

sammentreten u. A. m ), die in den letzten Jahren wieder­holt auch von anderer Seite gemacht worden sind, die aber noch immer größtenteils ihrer Durchführung harren. Die Konferenz erkannte das Wertvolle dieser Vorschläge auch an, erhärtete aber in längerer, eingehender Debatte ihre Ansicht, daß der Weg der Selbsthülfe auch der genossen­schaftlichen, nach den gemachten Erfahrungen allein dem Hand­werke nicht abhelfen könne, wenn nicht die nachdrückliche Unterstützung der Gesetzgebung durch Förderung und Stär­kung des korporativen Lebens, wie cs durch die JnnungS- Novelle vom 18. Juli 1881 erst angebahnt sei dazukomme. In sachlichem Zusammenhänge mit diesen Verhandlungen stand ein anderer Gegenstand der Tagesordnung: Austausch der seitherigen Erfahrungen und Mittheilungen der Re­sultate in betreff der Neubildung resp. Reorganisation von Innungen auf Grund der Novelle vom Jahre 1881. Hierzu hatte der Vorort Dresden eine Zusammenstellung der amtlich bekannt gewordenen Resultate aus den einzelnen deutschen Staaten vorbereitet, und gaben im Anschluß an dieselbe die Vertreter der einzelnen Kammern Auskunft über den Stand dieser Angelegenheit in ihren Bezirken. Im ganzen erhellte daraus, daß die Jnnungsbewegung nicht in allen Teilen Deutschlands bisher gleichen Schritt gehalten hat, daß man in einzelnen Staaten, insbesondere mit Unterstützung der oberen Behörden, zwar bereits recht erfreuliche Resultate erzielt hat, während dagegen in anderen wieder die Bewegung noch nicht in rechten Fluß hat kom­men können. Ohne Zweifel läßt sich auch hieraus der Schluß ziehen, daß zur Förderung des JnnungSwefenS in Zukunft nicht nur die Verwaltung, sondern namentlich auch die Gesetzgebung weitere Hülfe wird gewähren müssen. Der von der Konferenz gefaßte Beschluß, zur Ausarbeitung eines Normalstatuts für die von der Gewerbenovelle vorgesehenen Jnnnngsverbände eine Kommission niederzusetzen, wird sei­tens deS Handwerkerstandes gewiß mit großer Genugthunng willkommen geheißen werden. Eine sehr eingehende Be­handlung seitens der Konferenz, und zwar als erster Gegen­stand der Tagesordnung, erfuhr endlich die Frage wegen des öffentlichen LmbmifsionSwesenS, daS seit langem als ein Hauptkrebsschaden für den Gewerbestand und für die Industrie in Deutschland erkannt worden ist, für das eine entsprechende Reform aber bis heute noch gefunden werden soll. Ueber diesen Gegenstand haben sowohl daS Referat des HandelSkammerfekretärS Dr. Huber-Stuttgart, das als Denkschrift durch den Druck veröffentlicht werden soll, al« auch die sehr detaillierten Ausführungen der einzelnen Red­ner auf der Konferenz ein reichhaltiges Material ergeben, dessen praktische Verwertung hoffentlich nicht auSbleiben gefallenem, bleichen Angesicht, müde, sterbensmüde dasaß und die Augen starr auf das Büchlein geheftet hielt, da­vor ihm lag.

Papas Goldtochter." Also auch das noch; die Komö­diantin war so ehrgeizi?, so eitel geworden, daß sie ihre Geschichte, sein Leben und Leiden der neugierigen Menge preiszugeben wagte, daß sie, um von sich reden zu machen, das Vaterhaus, all; die heiligen und reinen Gefühle, die sie darin aufgesogen, all den Schmerz, den dies entartete Kind dem Vaterherzen zugefügt, mit frevelhafter Hand zu profanieren wagte.

Sie war tot für ihn gewesen in dem Augenblicke, al» sie sein Haus verlassen, um jenem Manne zu folgen, um eine Komödiantin zu werden. Sie war tot für ihn, für immer; er hatte nie nach ihr und ihrer Laufbahn ge­forscht, er hatte es ängstlich vermieden, jemals zufällig etwa» von ihr zu erfahren. Er hatte nie wieder irgend ein Theater besucht und war mit jener Scheu, die sich selbst nicht recht traut, allen Kreisen ausgewichen, die sich für Theater und Theaterangelegenheiten interessierten. Und nun war dieses unglückselige Büchelchen in sein Haus gekommen; wie so viele andere hatte es der Postbote am Morgen ge­bracht, und als die nichts ahnende Hand den Umschlag deS Kreuzbandes gelöst, war eS ihm eisigkalt durch alle Glieder geriefelt, als er den Titel erblickt. Dann war eine Flut von Gedanken in ihm aufgestiegen, mächtig, unaufhaltsam, seine Sinne gefangen nehmend, und dazwischen klang e» immer und immer wiedermeine Goldtochter", und c» klang wie lang verhaltene Sehnsucht, mahnend, dringend, lockend wie süße Musik. Und nun lag daS Buch vor ihm und die alten knöchernen Finger glitten darüber hin, wie liebkosend. Aber gegen die Gefühle, die aus übervollem Herzen hervorzubrechen drohten, lehnte sich der harte, felsen­feste Kopf auf, und hart, bleiern kam es von seinen Sippen .sie ist tot, längst tot". (Fortsetzung folgt)

sonstigen Gegenständen des Wein- und Gartenbaues, letzterer mit einigen nicht wesentlichen Abänderungen, fanden die Zustimmung der Versammlung. Eine Eingabe, betreffend die Aufnahme von Fabriken zum Vernieten eiserner Röhren unter die genehmigungspflichtigen Gewerbeanlagen/ wurde dem Herrn Reichskanzler Überwiesen. Schließlich faßte die Versammlung Beschluß Über die geschäftliche Behandlung mehrerer Eingaben von Privaten.

lieber die Gewerbekammern führt dieNordd. Allg. Ztg/ weiter aus: Was die Verhandlungen und Beschlüsse der Dresdener Gewerbekammerkonferenz anlangt, so ist es zunächst als bemerkenswert hervorzuheben, daß dieselbe den von Lübeck eingebrachten Antrag auf Einführung obligato­rischer Arbeitsbücher für gewerbliche Arbeiter auf« neue zum Beschluß erhoben hat, trotz der Ablehnung des Reichstags und trotz der insbesondere von den liberalen Parteien da­gegen geltend gemachten Gründe. Die deutschen Gewerbe­kammern haben diese Forderung seit nunmehr 10 Jahren fast alljährlich wiederholt und unbeirrt festgehalten; man wird also auch in der Zukunft wieder mit ihr rechnen müssen. Weiterhin hat natürlich das Jnmmgswesen eine eingehende Debatte hcrvorgerufen, in der zunächst eine längere Vor­lage der Dresdener Handels- und Gwerbekammern über Betriebsreformen im Kleingewerbe zur Verhandlung kam. Dieselbe faßt insbesondere die Konkurrenz iuS Auge, welche die Großindustrie dem Kleingewerbe in immer steigender Weise macht, und empfahl eine Reihe von gewerbe- und hardelStechnischen Reformen (gemeinsamen Maschinenbetrieb, Ausnutzung der neuesten Errungenschaften auf dem Gebiete der Mechanik, Physik, Chemie, Pflege des Kunstgewerbes, Ausbildung der Handwerker im gewerblichen Rechnungswesen, namentlich in der Buchführung, genossenschaftliches Zu­geglaubt habe," begann er,Du bist nicht nur eine große Schauspielerin, sondern auch eine geborene Dichterin."

Sie sah ihn erschreckt an, er aber fuhr fort:Es wird dies jeder bestätigen, der diese Blätter gelesen hat. Du weißt, daß ich stets der Meinung bin, das Talent nicht zu vergraben, sondern ihm Gelegenheit zu geben, sich zu entwickeln; das ist daS Recht des Talentes, daß eS sich frei emporschwingen darf, daß es nach Anerkennung streben soll und muß. Du hast da« Talent, mit der Feder einen neuen Ruhm zu ernten, Du darfst nicht zaudern."

WaS ihr Mann ihr gesagt, das hatte CScilien dunkel al« ein unfaßbares, gestaltloses Etwas längst vorgeschwebt, stand nun plötzlich als neues, schönes Ziel vor ihren Augen. Und wie sie nun, den Kopf in die kleine Hand gestützt, sinnend an dem Schreibtisch saß, da flog plötzlich ein freudiges Leuchten über ihr Angesicht und die Feder ergreifend schrieb sie mit festen Zügen nieder:PapaS Goldtochter."

Einige Monate später lag auf demselben Schreibtische ein zierliches Buck), auf dessen Titelblatt man lesen konnte: Papa« Goldtochter; eine Lebens-Skizze von Cäcilie von Türmen.

* *

ES war dasselbe Zimmer und auch die Einrichtung war dieselbe, wie an jenem Abend, da des Vaters Kind In die Welt hinausgegangen war, der ungewissen Zukunft entgegen. Es stand, e« lag alle« in Papa Walports Zimmer noch genau so da, wie ehedem, alles war geblieben wie vorher, nur der Mann, der, den Kopf in die Hand gestützt, vor dem altmodischen Schreibtische saß, war ein anderer geworden. Er war rasch gealtert, der gute Papa Walport, rascher, als man es, seinen Jahren gemäß, für möglich gehalten. Das Haar war ganz ergraut und nicht mehr vereinzelt zogen sich die Silberfäden der letzten Leben«- ftation hindurch. Der Mann machte einen Mitleid erregen­den Eindruck, wie er in so gebeugter Haltung, mit ein-