Einzelbild herunterladen
 

- Si

-kk. 127.

Marburg, Sonntag, 3. Juni 1883.

XVM.,Jahrgmg

Iti

OIieWschr Mm

lohn,

rnung

andlrntj,

ienb aut

en Nr.?!

msen Nr,

llon von

richt

«r. 44.

83.

101

10*.

ml 1$ S^agt, er meinte aber, ich sähe immer so hübsch auS, daß

e E $ m*4 nicht zu putzen brauchte; dabei hat er meine Hand

2 ^griffen und fie, ehe ich es hindern konnte, eS war

Ü üö b lv VUP uiii -pyya gcycn uiupic

zA beiden am Hause ankamen, da war ich scho , gTl ^kppe und ich sagte ihm nur kurzgute Nacht

sortlrten legten

Spaltet! chueustti

i*o 101

10Si M

61 76

8*t zu dunkel auf dem Heimwege geküßt. Da» war gar nicht hübsch von ihm und ich habe ihm auch nicht ^ehr den Arm gegeben und bin immer einige Schrite vor- ^8 gelaufen, so daß er mit Papa gehen mußte; und al» je beiden am Hause ankamen, da war ich schon auf der

Dasselbe gilt auch bezüglich der nicht gewerbsmäßigen Verteilung von Stimmzetteln und Druckschriften zu Wahl­zwecken."

bezirks und die gewerbliche Niederlassung regelt. Nach S 43 Absatz 2 der bestehenden Gewerbe Ordnung kann die Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Vertreibung von Druck­schriften auf öffentlichen Wegen rc. nur unter den Voraus­setzungen des § 57 versagt werden. Nach einem Anträge des Abg. Ackermann und Genoffen sollen die Versagungs­gründe, nach Analogie der für den Hausierhandel im Um­herziehen bestehenden Versagungsgründe, erweitert werden. Ebenso sollen dieselben Paragraphen an die Stelle des im § 5 Absatz 1 des Preßgesetzes allein angezogenen $ 57 der

Die Absätze 2 und 3 des § 43, wie er in zweiter Lesung angenommen, lauten:

» . Loose

Am Sonntag kam er und brachte uns 2 BilletS für die heutige Vorstellung, es wurde dieBraut von Messina"

Die Beratung wird dann bei Artikel 5 fortgesetzt, welcher ben Betrieb des stehenden Gewerbes außerhalb des Gemeinde-

Abg. Geiger begründete als Unterantragsteller die An­träge Ackermann. Abg. Richter (Hagen) betont, daß sein Antrag nichts Neues, sondern nur gewissermaßen eine Deklaration des geltenden Rechts sei.

Bundeskommissar Geh. Rat Bödiker bittet um Ab­lehnung des Antrages Richter sowohl, als auch der beiden in zweiter Lesung beschlossenen Absätze 2 und 3 des § 43, weil die gewerbsmäßige Berteilung von Druckschriften be­treffenden Bestimmungen nicht in die Gewerbe - Ordnung gehörten.

In der Abstimmung werden indes die Anträge Acker­mann angenommen, dagegen der Antrag v. Kleist-Retzow abgelehnt, während der Antrag Richter (Hagen) angenommen wird (da letzterer Antrag nur handschriftlich vorliegt, ist eine zweite Abstimmung erforderlich).

Art. 6 wird unverändert angenommen.

Im Art. 7 sind die Bestimmungen über die HandlungS- reisenden enthalten. Die Anträge Ackermann bezwecken im wesentlichen, die Beschlüsse zweiter Lesung durch die Re­gierungsvorlage bezw. die Beschlüsse der Kommisstons- mehrheit zu ersetzen. Namentlich wird beantragt, dem § 44 folgenden dritten Absatz hinzuzufügen:

Das Aufkäufen von Waren darf ferner nur bei Kauf­leuten oder solchen Personen, welche die Waren produzieren, oder in offenen Verkaufsstellen, das Aufsuchen von Bestellungen auf Waren darf nur bei Kauf­leuten ober Gewerbetreibenben, in beten Ge­werbebetrieb ber angebotenen Art Verwenbung finben, erfolgen. Diese Beschränkung finbet keine Anwenbnng auf ben Gewerbebetrieb ber Wein- und TabakShänbler."

Abg. Baumbach will event. wenigstens im Anträge Ackermann hinterTabakhändler" hinzufügen:und auf ben Vertrieb von Druckschriften, anderen Schriften und Bilderwerken". Abg. Richter (Hagen) beantragt, die in dem Anträge Ackermann gesperrt gedruckten Worte zu streichen.

Abg. Frhr. v. Gag er n empfiehlt den Antrag Acker­mann im Jntercffe des stehenden Gewerbes. In Süd- deutschland seien die Geschäftsreisenden bereits zu einer wahren Landplage geworden.

Abg. Dr. Bamberger trat für die Prinzipien des freien Verkehrs in mehr allgemeinen Ausführungen ein. Die Zunahme der Handlungsreisenden beweise lediglich, daß dieselbe ein Bedürfnis sei. Er sei an sich durchaus kein Feind der Polizei, habe alle Achtung vor ihr. Aber was er bekämpfe, fei die patriarchalische und politische Polizei. BewndcrS ermahnt er das Zentrum, hier wenig­stens auch in praxi der Erweiterung der Polizeimacht ent­gegenzutreten, wie es daS immer in thesi thue. Wie würde wohl das Ausland über Gesetze denken, die uns um ein Jahrhundert zurück brächten. Aber daS Schlimmste sei,

U, npfehlendi

Papas Goldtochter.

Eine Skizze au£ dem Leben von Ludwig Wriehner.

Herr Gott, wo bin ich hingeraten? Da habe ich ja daS Theater ganz vergeffen. Dos läßt sich auch gar nicht beschreiben, das war eben zu schön. Ich habe auch geweint, ich war nicht die einzige, der so erging; es hat meine Sinne gepackt, erschüttert, erdrückt, das unendliche Leid der Menschenseele. Und doch fühle ich mich fo gehoben, so erbaut wie in der Kirche. Wenn Papa erlaubt, möchte ich wohl wieder einmal gern ins Theater gehen, wenn Herr von Tüngen mitspielt. Heute hatte er nichts zu thun, deshalb hat er auch gerade dieses Stück gewählt, wie er sagte; er wolle mich nicht gleich von vornherein vom Theaterbesuch zurückschrecken. Dabei lachte er und ich mußte auch lachen nnd drohte ihm mit dem Finger.

Die Lampe geht aus, ich will zu Bette gehen.

Freitag.

Ich bin so glücklich. Die ganze Woche ist er nicht dagewesen, und ich hatte solche Angst, er wäre mir böse, aber heute abend kam er und brachte mir eine Rose. Papa war gerade nicht da und kam erst nach ein paar Minuten. »Zar Versöhnung," sagte er, als er mir die Rose über­reichte.Ich bin nicht böse," antroortetete ich.Nicht, wirklich nicht?" fragte er und ergriff meine beiden Hände und sah mir lange und tief in die Augen. Ich hätte mich gerne losgemacht und ihn nicht angeblickt, aber ich konnte nicht, es war mir, als sei ich unter seinen Blicken zu Stein verwandelt. Dann, als er mich losließ, sagte ich in meiner Verlegenheitwie schön die Rose ist" und er antwortete, gleich und gleich gesellt sich gern." Es war gut, daß der Papa kam und er sich an ihn wandte; mir war gar so ängstlich zu Mute geworden. Dann haben wir einen ver­gnügten Abend verlebt; wir haben im Garten den Thee getarnten und mit ben Geschwistern Reifen und Ball ge-

nberiii llvtheiu gesprochen! ermit zur» 31. Mai! i Beck«

1 unoJJ Gewerbe-Ordnung treten. . venniey - -

»panische

IC.

gültigen nimmt entgegen: {ie Expedition d. Blattes, Wit d.Annoncen-Bureaux ' xh. Dietrich u. Co. in gM und Hannover; Th. Mirich in Frankfurt a M-; ßaafenftein u. Vogler in frantfurt a. M-, Berlin, jLjpiig, Köln rc-; Rudolf Moffe in Berlin, Frank­fun a. M- rc.

gegeben. Ich kenne das Schillersche Werk ja längst, denn Papa hat alle Klassiker in feinem Regal, aber jetzt weiß ich erst, wie wunderbar schön daö Drama ist. Ich sagte kein Wort, als er Papa die Billets übergab, aber das Herz klopfte mir. Wider Erwarten war Papa gleich bereit, MarvUi > mit mir ins Theater zu gehen, o, wie dankbar ich dem " guten Papa bin!Wir wollen hingehen," sagte er,es ist ein gutes, ernstes Stück, das die Trauer um die Mutter nicht entwürdigt." Ich wußte gar nicht, daß die Leute sich so schön putzen, wenn sie ins Theater gehen, ich war deshalb nur in meinem Hauskleid hingegangen und schämte jich ordentlich unter den festlich gekleideten Menschen. DaS habe ich auch Herrn v. Tüngen, als wir nach Hause gingen,

-r -rfv uuu IM, juy«. lyui um luijyuic viwu^t*. Mehr W er auch nicht gesagt, aber eS klang gar so traurig nb er thut mir jetzt so leib; e« war auch schließlich kein . ,-^k Zerbrechen, daß er mir die Hand küßte. Ich habe übri- Trust l^ gms, mir ich sehe, eine ganz hübsche Hand, sie ist jetzt ' ArdingS voller Tintenflecke; ob er sie dann wohl auch Mm würde?

Abg. v. Kleist-Retzow beantragt, die Worteund Druckschriften zu Wahlzwecken" zu streichen. Abg. Richter (Hagen) beantragt, dem § 43 ben Zusatz zu geben:In Kornef geschlossenen Räumen ist zu einer nicht gewerbsmäßigen Verteilung von Druckschriften oder anderen Schriften oder Bildwerken eine Erlaubnis nicht erforderlich".

rloren. I :ben straße 93

ilie wird Haushäi! n Lande.

Zur Verteilung von Stimmzetteln und Druckschriften zu Wahlzwecken bei der Wahl zu gesetzgebenden Körper­schaften ist eine polizeiliche Erlaubnis in der Zeit von der

ii |a?a,ienl1 eine pouzerucye vjriauome tn der Zett von der ItU Ul amtlichen Bekanntmachung des Wahltages bis zur Been­digung des Wahlaktes nicht erforderlich.

irr ., cs zu I 6 Juni 18

jetzt auch er«, Pst

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie d.Annoncen»Burea«x von ®. L. Daube u. C«. in Frankfurt a. M; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jn*alidendankin Berlin; W. Thiene» in Elberfeld; 6. Schlotte tu

. 5 Lectict ä 1 M.

r 101 ndbarlö

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirte» eoüntää«blatt" durch die Erv-diein» ZZZ Buchdruckerei) bezogen 2'/. Ltark, durch di- Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 . (efd.»efte1I9ebübr) -SnÄK« gesAtem Z-ile Lo Pfa^^

Für in ber Expedttlon zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet. U * °

daß diese Gesetze uns auch zum größett materiellen Schaden gereichen müßten.

Regierungskommiffar Geh. Rat Boediker betonte, daß die Ausscheidung des Hausiermäßigen ans dem Ge­werbe der HandlungSreisenden nötig fei; den ehrenhaften Elementen dieses Standes solle in keiner Weise zu nahe getreten werden. Zunächst weist der Redner auf die neuesten Berichte der Handelskammern von Frankfurt am Main und Hattau hin, welche sich vollständig im Sinne des Antrages Ackermann aussprächen und sich über die Kalamität ber Handlungsreisenden beklagten. Er bitte demgemäß, ben Antrag Ackermann anzunehmen.

Abg. Dr. Baumbach erkennt in ben beantragten Be­stimmungen eine schwere Kränkung des ganzen deutschen Handelsstandes. Was würde die Rechte wohl dazu sagen, wenn man solche Anschuldigungen, wie sie in ben Motiven ganz allgemein gegen die HandlungSreiseuben ausgesprochen, gegen den Offiziersstand erheben wollte. Er bitte also, den Antrag Ackermann abzulehnen. ES sprechen bann für ben letzteren Antrag der Abg. Günther; Abg. Richter für seinen Antrag, RegiernngskommiffariuS Geh. RegierungS- rat Boediker, um den letzten Vorredner zu widerlegen, Freiherr v. Minuigerode (der die von dem Abg. Baum­bach aufgestellte Parallele der HandlungSreisenden mit dem Offizierkorps als völlig unzutreffend nachwieS), Kriegs­minister Bronsart v. Schellendorff, ber bie wleder- holt im Hause auf bem Gebiete bet Sittlichkeit gefallenen Angriffe auf das Offizierkorps als durchaus unberechtigt und energisch zurückwies. Nachdem dann inzwischen noch die Abgz. Reiniger, Frohme, v. Schalscha gesprochen, kam Abg. Baumbach auf seine vorher gethane Aeußerung, be­treffend das Offizierkorps, zurück, die er nach dem steno­graphischen Berichte wiederholte. Er meinte, daß seine Aeußerung nicht derart gewesen, um hier Kanonen gegen Sperlinge aufzufahren. Kriegsminister Bronsart von Sch eil en dorff erwiderte darauf, daß die betreffenden Ausführungen des Abg. Baumbach, die er persönlich nicht gehört habe, jedenfalls zu Mißverständniffeu hätten Anlaß bieten können. Er wiederholt seine Bitte, daS Offizier­korps nicht ganz unnötig mit unangenehmen unb unsitt­lichen Dingen in Beziehung zu bringen.

Abg. v. Köller konstatiert, daß der Abg. Baumbach sich rückwäits konzentriere. Was derselbe gesagt habe, müsse jeden tief verletzen, der ein Herz für die Armee habe.

Abg. Dr. Dohrn hält bie von Baumbach gezogene Parallele nicht für unjutreffenb ober unzulässig

Der KriegSminlster erkennt an, baß bie Aeuße- tüngen des Abg. Baumbach nicht von Animosität gegen das Offizierkorps getragen seien; er bittet aber wiederholt, das Offizierkorps nicht auf eine so unerquickliche Art in Debatten zu ziehen, mit denen daS ganze Militärwesen nichts zu thun habe.

spielt. Montag gehen wir wieder ins Theater, eS wird Don Carlos" gegeben; er spielt den König Philipp, das hatte ich nicht erwartet, ich glaubte, er würde ben Marquis Posa ober ben Carlos spielen.

,, , , Montag nach bem Theater.

Jetzt sitze ich bereits eine halbe Stunde hier vor bem Tischchen und war es mir nicht möglich, die Ruhe zu ge­winnen, um bie Fülle ber Gedanken, bie auf mich ein« stürmen, niederzuschreiben.

Ich glaube es, ich fühle eS, mit mir ist heute eine Veränderung vorgegangen. Unb wenn ich au» all ben Bildern, aus all ben Gedanken, die vor meiner Seele vor» überziehen, ben herausgreife, der mich zumeist beschäftigt, so ist eS der: welch eine Menge des WiffenS, ber Erfah­rung, ber Kenntnisse giebt eS, von denen ich keine Ahnung habe: welch eine Summe von Dingen, edel, groß unb schön existieren in der Welt, von benen ich mir nichts träumen liefe; mein Wissen ist Stückwerk, mein Denken unbebeutenb, mein Können gering, nutzlos für bas Allgemeine. Ich will mich bessern. Ich fühle einen WiffenSdurst in mit erwachen, ein Sehnen nach ben Schätzen de» Geistes, das ich stillen muß um jeben Preis. Das Leben ist etwa» mehr als eine Blumenwiese, auf ber man al» bunter Schmetterling dahintändeln kann: das Leben ist ernst, aber sonnig für den, ber mit klarem, heiterem Blicke anschaut und ber nie aufhört zu streben. Noch weiß ich selbst nicht, was ich will und wohin das erwachte, ungestüme Drängen nachVorwärts" mich führen wird, aber daS weife ich, daß ich bis heute nichts geihan habe, das der Beachtung wert gewesen.

lFortsetzim, folgt.)

innen.

item

ordnungS-Novelle in nochmaliger Abstimmung über die in . . der 91. Plenarsitzung handschriftlich vorgelegenen Anträge

e1, Ruppert resp. Kabls - Winterer nochmals abgestimmt und beide mit großer Majorität abgelehnt. Demnächst wurde der § 56 b selbst unverändert in der Fassung der zweiten Lesung anscheinend einstimmig angenommen. ES bleibt also bie Einfügung aufrecht erhalten, daß die betreffende An­ordnung des Bundesrats resp. des Reichskanzlers dem Reichs­tage mitzuteilen, und wenn dieser die Zustimmung versagt, außer Kraft zu setzen ist.

W* Für den Monat Juui nehmen alle Post- anstalten (aus dem Lande die Landpostboten) auf die

Oberhesfische Zeitung

und deren Gratisbeilage

Illustriertes GouutagSblatt

Bestellungen entgegen.

Reichstag.

Berlin, den 1. Juni.

In der heutigen (93.) Plenarsitzung des Reichstags wurde bei Fortsetzung der drlttcu Beratung der Gewerbe-