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«..iaen nimmt entgegen: ^- Fxpedition d. Blattes, d.Annoncen-Bureaur

Dietrich u. Co. in LffI und Hannover; Th. Mrich i" Frankfurt a M-; hMfen'tein u. Vogler in Qfurt a. M-, Berlin, Ljxzig, Köln K.; Rudolf Be i« Berlin, Frank- SK !I furt a. M. rc-

Marburg, Donnerstag, 19. April 1883.

xvm. Jahrgang.

OlierWHr Leitung.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaur von (3. L. Daube u. C». in Frankfurt a. M-; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendankin Berlin; W. Thiene- in Elberfeld; C- Schlotte in Bremen.

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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllnstrtrtes Somltaatblatt" durch die Srvedition lK o L'sche Buchdruckerei) bezogen SV» Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches S Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) Jnsertionsgebühr für die gespaltene Bette 10 ®fn Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet '

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Der Minister der öffentlichen Arbeiten Maybach be­tonte den Ausführungen deS Borredners gegenüber, daß unser Staatskredit durch die Verstaatlichung wahrlich nicht gelitten hätte, und daß er auch sicher nicht leiden werde, wenn wir weitere 100 Millionen zu nützlichen, staatlichen Unternehmungen verwenden. Daß die Negierung ihre Vor­lagen auf einzelne Teile großer Linien beschränke, geschehe nicht bloß aus finanziellen Gründen. Es müßten ordnungs­mäßige Vorarbeiten gemacht werden, die lange Zeit bean­spruchen ; auch würde anderenfalls die Industrie leicht wieder in einen ähnlichen Schwindel wie 1873 geraten. Die Ver­staatlichung der Berlin-Hamburger Bahn stehe gar nicht in Frage, aber wenn man sie theoretisch wirklich annehmen wollte, würde man dann nicht bei den bezüglichen Verhand­lungen durch diese Vollbahn eine wesentlich günstigere Po- filiou haben. Ucdrigcns sei die Berlin-Hamburger Eisenbahn- gcsellschaft nur Eigentümerin der Strecke von Berlin bis Bergedorf. Eine direkte Verbindung des Staatsbahnnetzes mit der Provinz Schleswig-Holstein sei schon lange als ein Bedürfnis anerkannt. Von allen Linien, die in Vorschlag gekommen, sei die gegenwärtige namentlich auch in finan­zieller Beziehung als die zweckmäßigste herausgefunden. Mit dieser Linie trafen wir gerade die Mitte der Provinz und würden notwendig auf die dortigen Verwaltungen einen zwingenden Einfluß auszuüben in der Lage sein. Die qu. Bahn würde den Sachfenwald nicht durchschnciden aber wenn es fachlich notwendig wäre, würde man doch nicht verlangen wollen, daß künstlich ein Umweg geschaffen werde,

Berlin, den 17. April.

In der heutigen (52.) Plenarsitzung des Abgeord­netenhauses wurde zunächst rer Gesetzentwurf, betr. die nochmalige Verlängerung des im Gesetze vom 28. März 1877 ben LchnSbesitzern in den Provinzen Sachsen und Branden­burg gestatteten, bereits einmal verlängerten Wahlrechts um fernere zwei Jahre, in erster und zweiter Beratung debatte- los erledigt.

Den Hauptgegcnstand der Tagesordnung bildet die zweite Beratung der Sekundärbahn - Vorlage. Zum Bau einer Eisenbahn von Lauenburg nach Oldeöloe werden g600000Mk- ge ordert. Diese Linie führte, wie erinner­lich, schon bet der ersten Lesung zu ziemlich eingehender Debatte. Die Kommission beschloß inzwischen die Geneh­migung dieses Teils der Vorlage mit 13 gegen 10 Stimmen. Heute befürworteten den KommissionSbeschluß die Abgg. Harders und von Hildebrandt, während der Abg. Büchtemann in eingehender Weise darzulegen suchte, daß

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n^wttb^ tie hohen Kosten dieser vorgeschlagenen Vollbahn zu dem * geringen Effekt, den diese haben werde, in keinem richtigen Verhältnis stehe. Eine Sekundärbahn, die übrigens zu­gleich eine andere Trace haben müffe, werde den berechtigten wirtschaftlichen Interessen vollständig genügen.

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nur um den Besitzer deS Sachsenwaldes, den Herrn Reichs­kanzler, der sich ja unsterbliche Verdienste um die Nation erworben, durch solche Trace zu schädigen. Man könne wohl begreifen, daß vom Standpunkte der Aktionäre der Berlin-Hamburger und der Altona-Kieler Bahn diesem Punkte der Vorlage Widerspruch entgegengesetzt werde, eine andere Auffassung aber dürfe man in der preußischen Volks-« Vertretung erwarten. Denn die hier geforderten 9 Millionen Mark würden nicht bloß in politischer, sondern auch in wirtschaftlicher und militärischer Beziehung sich als wohl­angelegt erweisen. Er bitte also um Genehmigung der zur Verhandlung stehenden Nummer. (Lebhaftes Bravo rechts.)

Abg. Büchtemann bemerkte persönlich, cs hätte ihm fern gelegen, die Vermutung zu äußern, daß, um dem Fürsten Reichskanzler gefällig zu sein, eine andere als die zweckmäßigste Route traciert werde. Allerdings wäre ihm die Route über Büchen kürzer erschienen. Er glanbe übrigens schon deshalb nicht, daß dem Fürsten Bismarck die in Aussicht genommene Linie besonders erwünscht fei, da er als Waldbesitzer, wie er wiederholt geäußert, den Wald möglichst intakt erhalten wolle.

Nach kurzer Empfehlung des KommissionSbeschluffeS durch den Referenten Abg. v. Neumann wurde darauf die Linie Laueuburg-Oldesloe mit sehr erheblicher Majorität genehmigt.

Die Linien 2. von Deutz nach Kalk (1320000 Mk.), 3. von Proust über Zuckau nach KarthauS (3290000 Mk.) wurden debatteloS bewilligt.

Unter Nr. 4 enthält die Vorlage 384000 M. für eine Linie Bromberg. Fordon. Die Kommission hat diese Position gestrichen. Die Äbgg. Hahn und v. Oertzen (Bromberg) beantragen die Wiederherstellung der Re­gierungsvorlage, welche auch nach längerer Debatte, an der sich schließlich auch der Herr Minister mit wenigen Worten beteiligte, mit erheblicher Mehrheit beschlossen wurde.

Die Nr. 5 (Gnesen-Nakcl 4880000 M.) wurde nach der Vorlage bewilligt; an die Nr. 6 (Bentschen Meseritz 1914000 M.) knüpfte sich eine längere Debatte, da Peti­tionen vorliegcn, welche eine Linie Schwiebus-Meseritz vor­ziehen. DaS HauS beschließt, es bei der Vorlage zu be­lassen, deren Zweckmäßigkeit auch der Herr Minister noch kurz empfohlen hatte. In Nr. 7 werden für die Linie von Mtitelsteine bis zur Landesgrenze in der Richtung auf Ottendorf 1080000 M. (außerdem 76 000 M. an Grund- erwerbSkosten) gefordert und bewilligt.

Bei der Bahn Quedlinburg - Suderode - Ballenstädt be­merkt der Minister, er habe die Erschließung des Harzes keinen Moment aus den Augen gelassen. Die bezüglichen Vorarbeiten in verschiedener Richtung seien im Gange. Der Bahnbau wird bewilligt, ebenso wird der Bau der Bahn von Münster nach Rheda, wie nach Lippstadt und Hemer-Iserlohn genehmigt.

Bei der Bahn Lennep - KrebSagn - Dahlerau beantragt Abg. Dr. Lieber die Streichung der Forderung, weil er befürchte, daß durch die Bewilligung der Ausbau der voll­ständigen Wupperthalbahn gefährdet werden könne. Abg. v. Eynern plädiert für die Bewilligung, auch für die Annahme der von der Kommission vorgeschlagenen Reso­lution, welche die Regierung auffordert, baldmöglichst eine Vorlage wegen Ausführung der Wupperthalbahn zu machen. Minister Maybach bemerkt, die Bahn sei vorgeschlagen, um wenigstens ein Stück der durchaus nötigen Wupper­thalbahn jetzt schon auszuführen. Die Regierung habe nicht geglaubt, das Land mit der Bahn warten lassen zu sollen, bis die technisch sehr großen Schwierigkeiten bei Herstellung der vollständigen Bahn überwunden seien. Abg. Dr. Lieber erklärt sich durch diese Erklärung für befriedigt und zieht seinen Antrag zurück.

Die Forderung für die Linie Lennep - Dahlerau wird bewilligt, desgleichen die Bahnen Solingen-Vohwinkel, Aprath- Wülfrath, Kirchen - Freudenberg, Altenhüdern * Schmallen­berg, Hilchenbach - Laasphe mit der Abzweigung nach R a u m l a u d. Ferner werden die Linien Altenkirchen- Au, Grunebach-Daaden und Wengerohr-Wittlich genehmigt. Schließlich werden auch noch zu den Betriebsmitteln 7030000 M., sowie ein Zuschuß für die Bahnen Marien- burg-Mlawka von 38200 M. und zur Anlage von zweiten Geleisen auf den Bahnen Unna - Bönen und Werdohl- Plattenberg von 615000 M. ohne Debatten bewilligt. Fortsetzung der Beratung am Donnerstag.

Deutsches Reich.

Berlin, 17. April. Der Kaiser konferierte heute nachmittag mit dem Vize - Präsidenten de» Ministeriums v. Puttkamer. Die Abreise des Kaiser« nach Wies­baden erfolgt heute abend um 10 Uhr 12 Minuten. Die Kaiserin reist nach Baden-Baden am Donnerstag vormittags ab. Zur Beisetzung des Großherzogs von Mecklenburg wirs sich der Kronprinz nach Schwerin be­geben. Der Kaiser empfing nachmittags um 4 Uhr den Reichskanzler. Von einer Beantwortung der kaiserlichen Botschaft durch eine Adresse seitens des Fortschritts und der Sezefstonisten wurde abgesehen, nachdem die National­liberalen dazu sich nicht geneigt zeigen. DieVossische Zeitung" erklärt es n cht für richtig, daß die Fortschritts- Partei oder einzelne Mitglieder derselben den Sezessionisten den Erlaß einer Adresse an den Kaiser vorgeschlagrn hätten. I» der gestrigen Sitzung des Bundesrates stand eine Vorlage, betreffend die Herstellung einer landwirtschaft­lichen und gewerblichen Betriebsstatistik, auf der Tages­ordnung. Wir erfahren darüber folgendes Nähere: Nachdem der in den NcichShauShaltsetat für 1883/84 unter den einmaligen Ausgaben des Reichsamtes des Innern einge­stellte Betrag von 820000 M. zur Herstellung einer land-

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Auf Irrwege«.

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Der Mexikaner hob hastig den Kopf und einer der ihm eigentümlichen, schnellen, forschenden Blicke traf da» nicht schöne, aber charaktervolle Antlitz deS jungen Mannes.Ich bin aufrichtig erfreut," sagte er, ihm die Hand reichend, »Gras Sarcmba hat mir viel von Ihnen erzählt, und ich drang in ihn, mich Ihnen vorzustellen."

Welding antwortete sichtlich angenehm berührt von der Herzlichkeit des hochgestellten Fremden. Obwohl ihn Bnch- felb mit der zarten Rücksicht und Achtung behandelte, die er stets feinen gebildeten Untergebenen bewies, war feine Stel­lung in der Gef llfchaft doch eine recht schwierige, und die heutige Einladung z. B. verdankte er nur feiner pracht- dollen Stimme. Er sollte mit Fräulein Malvön ein Duett vortragen, das man im voraus als einen der Glanz- puukte des Vormittags bezeichnte.

In der That atmete Ferrandez, für oeffen feines Ohr Taremba bei den ersten Vorträgen nicht ohne Grund gebangt hatte, auf, sobald er die ersten Klänge von Fräulein Nalvöns Stimme vernahm, die jubelnd wie Lerchengesang ium Himmel aufzusteigen schien.Nicht wahr, sie singt herrlich?" fragte der junge Graf freudestrahlend, als sie Ätenbet.

Gewiß, Sie können nicht mehr entzückt sein al« ich aber wa» sehe ich, die Baronin v. Buchfeld wird auch stngen?"

Zweifeln Sie, daß ihr schöner Alt vortrefflich klingt?"

Aber ich denke, die Stimme macht« nicht allein, tchöri auch wohl ein wenig Empfindung"

Ach, Sie zweifeln noch immer an der Empfindung der Baronin!"

Ich zweifle freilich so lange, bis ich den Beweis vom Gegenteil habe."

Wie zur Antwort auf diese Herausforderung klang eS in diesem Moment innig, wie ans der Tiefe einer von Sehnsucht durchglühten Brust:

Treu und herzinniglich

Tausendmal grüß ich dich, Robin Adair!

Hab' ich doch manche Nacht Schlummerlos zugebracht, Immer an dich gedacht, Robin Adair!"

Tiefes, atemloses Schweigen lag auf der Gesellschaft, Ferrandez Hand umklammerte unwillkürlich die seines jungen Freundes.

Und eine feine Röte zog über das bleiche Antlitz der Baronin, und ihre Stimme bebte wie in verhaltenem Schluchzen, als sie vollendete:

Mancher wohl warb um mich, Treu aber liebt' ich dich, Robin Adair.

Mögen sie andere frei'n, Will ja nur dir allein, Leben und Liebe weih'n, Robin Adair."

Nun, was sagen Sie jetzt?" fragte Saremba.Nicht wahr, Sie sind beschämt?" fuhr er nach einer Panse fort, während welcher seine Blicke Fräulein Malvins meergrünes Seidenkleid unter den anderen Damenrvben zu erspähen suchten.

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Ich wäre, wenn ich nicht wüßte, daß solche wunder­vollen Altstimmen schon von selbst diesen ergreifenden Aus­druck haben, und daß eine gute Schule das Ihrige thut. Aber aufrichtig gesagt, mein Lieber, ich wundere mich über Sie l Wer Sie sonst kennt der müßte doch denken, eS wäre längst Zeit, daß Sie Fräulein Malvön die schuldige Be­wunderung für ihren Vortrag aussprächen."

Ja, da käme ich schön an!" antwortete der junge Mann seufzend.Wissen Sie nicht, daß die Dame auch das gerechtfertigste Kompliment für fade Schmeichelei nimmt und uns ein- für allemal daran gewöhnt hat, nicht, wie sie es nennt, auf ihre Leichtgläubigkeit zu spekulieren. Sie lachen wich au«? Ah, bitte, wollen Sie sich nicht selbst überführen? Thnn Sie mir die Freude, gehen Sie hin und sagen Sie Fräullin Malvön eine Artigkeit über ihren Gesang."

Gut, es sei, und was geben Sie mir, wenn ich freunb- lich ausgenommen werde?"

Verlangten Sie noch etwa« von mir Aermsten, wenn Sie dieses seltenen Glückes teilhaftig würden?" entgegnete der Graf mit leichter Verstimmung. Er sah darauf, wie Ferrandez auf die junge Dame zuschritt, die einsam am Fenster lehnte, wie diese bei feiner Annäherung sich hastig umwandte, wie sie auf seine Anrede mit einem Lächeln ant­wortete, ach, mit einem Lächeln, für das der arme Roman seine Seligkeit hingegeben hätte I wie sie ihm darauf den Stuhl an ihrer Seite anwieS und dann sichtlich angeregt auf feine Unterhaltung einging. Seine Stirn schwindelte, sein Blut war in Wallung geraten war e» doch das­selbe heiße Blut, da« seinen unglücklichen Vater in Armut und Tod gestürzt. (Fortsetzung folgt.)