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JHaröurg, Sonntag, 1. April 1883.
XVIII. Jahrgang.
—. „inen nimmt entgegen: Ob? ^ irpebition d.Blatte-, * ,^lnnoHcen.®ureaut
, ^.'Dietrich u. C-. in r‘ 2$ und Hannover; Th.
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ou dem mit dem 1. April begonnenen II. Quartal
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d nt Gesetzes vom 24. April 1878 in den Ruhestand getretenen Richter und Staatsanwälte in allen Fällen, in welchen der ten $ verstorbene die Pension in vierteljährlichen Raten im Vorau« let f beziehen hatte, ein Anspruch auf Bewilligung des Gnaden-
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Die Mühlen ÄotteS.
Kriminalnovelle von Georg Höcker.
Marten wies ihm statt aller Antwort einen Brief, besten kurzer Inhalt lautet:
„Ihr seit mir schon lange Geld schuldig, da« auf Euer Haus eingetragen ist und bereits vor einem halben Jahre fällig wurde. Ich brauche mein Geld jetzt selbst nötig und wenn ich binnen acht Tagen nicht befriedigt bin, so »erde ich Euch Hau« und Hof versteigern lasten.
Gebhart.-
««zeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatt««, sowie d.Annonee»'vme««k o#n® S. Daube u. So. in
Die Öberhesfifche Zeitung mit Souutagsblutt kostet «ierteljährig Mark 2,50 und daS Bestellgeld noch weitere jg Pig. Die Exped. der Oberhess. Ztg.
quartal« und nicht nur des GnadenmonatS zu. — Die in den liberalen Blättern auftauchcndr Nachricht, daß in dem Kultus-Ministerium vorbereitende Schritte unternommen werden, um dem Landtage im Herbste ein neues Lehrer- penstonSgesetz vorzulegen, wird zwar als aus „zuverlässiger Quelle" kommend bezeichnet, läßt sich aber, wie die „Äerl. Polit. Nachr." bemerken, schon auf den ersten Blick al«- sehr problematisch erkennen. Denn einerseits entbehrt Preußen bisher einer gesetzlichen Regelung der Pensionen der VolkS- schullehrer überhaupt noch, so daß von einem neuen Gesetz« über diese Materie nicht wohl die Rede sein kann. Andererseits ist auS den Mitteilungen deS Herrn KultuS- MinisterS bei Beratung de« Antrags v. Bennigsen bekannt, daß, wie wir bereits vor Monaten meldeten, die Bor- berütungen für ein besonderes Elementar-Schullehrer-Pen- sionSgesetz bereits vor Jahresfrist im Kultusministerium getroffen waren, die alsbaldige Verwirklichung des Planes aber an dem Mangel der erforderlichen finanziellen Mittel fcheiterte. Seitdem ist bekanntlich die HtnauSlofung dieser Frage aus dem Rahmen der allgemeinen SchuldotationS- Gefetzgebung wesentlich aus dem Grunde aufgegeben worden, weil die betreffende in der Thronrede bei Eröffnung deS Landtages bereit« angekündigte Vorlage so bald als möglich, thunltchst in der nächsten Session, dem Landtage vorgelegt werden sollte. Darüber, daß in dieser Beziehung andere Entschlüsse gefaßt sein sollten, liegen Anzeichen irgend welcher Art nicht vor. Vielmehr hat der Herr Finanzminister bei der Beratung deS Steuergesetzes am 16. d. M. im Herrenhause noch mit dem vollsten Nachdruck auf jene gesetzgeberischen Pläne auf dem Gebiete der Volksschule Bezug genommen. Auch ist eS durchaus unwahrscheinlich, daß die Staatsregierung sich durch die in der Frage liegenden PopularitätSmomente sollte bewegen lasten, von ihren wohlerwogenen im Zusammenhänge mit der Durchführung der Reichssteuerreform liegenden Plänen einen der wesentlichsten Teile vorwegzunehmen und so die Schwierigkeiten für die Verwirklichung de< Restes noch zu steigern. — Die Agitation zur Einsührung der obligatorischen Arbeitsbücher für alle gewerblichen Arbeiter ohne Unterschied deS Lebensalter» hat unter den Handwerkern Deutschland« in den letzten Wochen eine sehr leibhafte Gestalt angenommen. Veranlassung dazu haben die Vorgänge im Reichstage bei den Verhandlungen über die Revision einzelner Bestimmungen der Gewerbeordnung gegeben, die zunächst die schleunige Berufung einer Delegierten - Versammlung ter deutschen OrtSvereine seitens de« Zentralvorstandes nach Berlin zur Folge hatte. DaS Ergebnis jener Verhandlungen, an denen auch eine Anzahl von Abgeordneten der konservativen Fraktionen des Reichstags teilnahm«, war die Versendung eine« gedruckten identischen PetilionSsormu- larS an alle Innungen in Deutschland von Seiten deS Zentralvorstandes deS „Allgemeinen deutschen Handwerker-
kann. Mögen die Bedingungen dann auch noch so hart sein, Geld hat eben immer guten Klang und man vertröstet sich mit der Hoffnung, eS nach einer guten Ernte wieder heimzahlen zu können."
„DaS ist freilich sehr schlimm," schaltete Benno ein.
„Wenn man eS nur immer bezahlen könnte," rief Marten und trommelte mit den Fingern auf den Tisch, „aber wenn auch die nächste Ernte eine schlechte ist, was dann? Wenn der Hagel herniederfährt und die blühendste Hoffnung mit einem Streiche niederschmettert?"
„So gibt e« doch Versicherungen," versetzte Benno.
„Die thun sich nicht weh," gab der andere zur Antwort, „und wissen so abzuschätzen, daß einem der zehnte Teil der Ernte lieber gewesen wäre. Um eS kurz zu machen, ich war in Bedrängnis, wie ich eS Ihnen eben beschrieben habe, und da man mir sagte, der Müller verleihe Geld, so wenvete ich mich an ihn. Er gab es mir auch, frellich gegen übermäßig hohe Zinsen, und da ich ihm mm mehrere Jahre nicht bezahlen konnte, mußte ich ihm mein HauS verschreiben. Was bleibt mir jetzt andere« übrig, al« den Stock zu ergreifen und mit meiner Tochter hinauSzuziehen in die weite Welt und das liebe alte Häuschen dem Müller zu überlasten. Denn in acht Tagen zu zahlen, ist für müh eine Unmöglichkeit."
Benno sah ein, daß hier kein müßiges Wort tröstende Wirkung haben könne und schwieg dethalb über die Angelegenheit. Er ging vielmehr auf dir eigentliche Ursache seine» Kommen« über und ersuchte den Bauer, ihm seine graue Joppe vorzuweisen.
Marten blickte verwundert auf, gab aber dem Ersuchen Folge und ging, um st- herbei zu schaffen.
Die beiden jungen Leute waren nun mit einander allein,
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da der Gensarm vor der HauSthür zurückgeblieben war und vor derselben auf und ab patroullierte.
„Trösten Sie stch doch, Fräulein Gretchen," sagte der junge Manu sanft zu der noch immer heftig Weinenden und blickte sie dabei innig an.
„Was soll au« un« werd«," klagte da« wie gebrochen dasitzende Mädchen, „denn der Müller ist hart und läßt sich nicht erweichen."
„Man muß nicht immer gleich da« Schlimmste annehmen," gab tröstend der junge Mann zur Antwort.
,O, Sie kennen bett harten Mann nicht, er ist unerbittlich."
„Ob ich ihn kenne," rief Benno. „Wehe ihm, wenn ich ihn zu gut kenne. Aber denken Sie nicht an den böse« Mann," fügte der junge Mann weich hinzu und beugte stch innig über do« junge Mädchen. „So lange ich zu Ihrem Schutze gewärtigt bin, soll er Ihnen nicht« thun, gewiß nicht."
Unter Thräneu lächelnd sah Gretchen zu dem freund« lichen Trister empor.
„Vertrauen Sie mir?" fuhr Benno nach einer Weile fort und faßte die zarte kleine Hand de« Mädchen«, welche ste ihm nach einigem Widerstrebe« ließ.
„Warum sollte ich nicht," flüsterte dq« Mädchen errötend, „sind Sie doch ritt guter Mensch und ein Freund meine« BaterS."
„Nur Ihres Vater« Freund?" rief der junge Mann und seine Stimme zitterte. "O Gretchen bin ich auch nicht der Ihre?"
Da« junge Mädchen bückte verwirrt zu Boden.
(Fortsetzung folgt.)
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■X bett» a- anbtn 1883 werden Bestellungen auf die
bunde»" in Berlin, der in dieser Angelegenheit eine sehr große Rührigkeit entwickelte. Diese Petitionen, in denen die allgemeine Legitimationspflicht der gewerblichen Hüls«- kräste von der RetchSregierung und dem Reichstage erbet« und in kurzer, aber doch erschöpfender Weise begründet wird, haben, den bisherigen Mitteilungen zufolge, überall großen Anklang und eine rege Unterstützung gefunden. Die Zahl der auf diese Weise gesammelten Unterschrifteu wird sich jedoch erst in einigen Tagen genauer feststellen kaffen, da die Sammlung derselben durch de« genannten Zentralvorstand in Berlin behufS Übermittlung an den Reichstag erst gestern begonnen hat. Jude« kau« man wohl jetzt schon mit einer Bestimmtheit annehmen, daß die überwiegende Mehrzahl sämtlicher deutscher Handwerker- Innungen die Petition zu der ihrigen gemacht hat, den« daS Verlangen nach der Einführung obligatorischer Arbeitsbücher ist in Deutschland so weit verbreitet, als e« selbstständige Handwerker piebt. Wenn trotzdem vielleicht nicht alle der letzteren die Petition unterschrieben haben, so ist daS einesteils auf die Trägheit und Langsamkeit vieler Handwerker zurückzuführen, anbernteil» aber auch auf den Einfluß des Liberalismus, der nicht aufhört und nicht aufgehört hat, gerade die Handwerkerkreise direkt und indirekt zu bearbeiten und ihr Verständnis für notwendige und zweckmäßige Maßnahmen der Gesetzgebung irrezuführen. Was aber' die Nützlichkeit der Arbeitsbücher als Legiti- mationSpapier für gewerbliche Arbeiter jever Branche au- langt, so kann diese nur von der Unkenntnis oder von dem Uebelwollen bestritten werden. Schreiber dieses hatte vor wenigen Tagen noch Gelegenheit, einen Seemann, der jetzt der Kaiserlichen Marine angehört, nach seiner Anficht über den Wert der Seefahrtsbücher zu befragen, und erhielt von demselben wörtlich die Auskunft: „Unsere See- sahrtSbücher find da« feinste Papier, wa« es giebt; mit demselben können wir überall hin!" Wenn die- nun von den Legitimationspapieren der Seeleute gitt, warum sollen die gleichen Ausweise für gewerbliche Arbeiter eine» geringeren Wert haben oder gar ihre Inhaber, wie Herr Dr. Max Hirsch und seine sozialdemokratischen Freunde behaupten, zu „Menschen zweiter Klaffe" dekradieren? Eine gedankenlosere Behauptung als diese, ist wohl kaum noch ausgesprochen und nachgeredet worden. — Die „Krz.- Ztg." schreibt: „Bei den im Reichstag über die Militärverwaltung geführten Debatten war eS namentlich der Ton, welchen Herr Richter auch dem Heere gegenüber anzuschlagen beliebte und in die parlamentarische Debatte ein« zusühreu suchte, der alle monarchischen Kreise tief verletzt hat und verletzen mußte. Auch hier heißt eS: principiis obst», und eS wäre offenbar zu spät, wenn man erst nach Jahren eine parlamentarische Gewöhnung bekämpfen wollte, die der allgemeinen Verehrung für unser bewährte» Heer in allen seinen Teilen zuwider wäre. Gerade der Umstand
it zu ’d fei der Post noch angenommen. Aus dem Lande können die Bestellungen auch bei den Landpostboten gemacht werden.
In den Ortschaften, in denen stch Poststellen oder tiagenturen befinden, können die Zeitungen auf den jureaw abgeholt werden und ist dann die Zahlung von
Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendankin Berlin: W. ThieneS in Merfeld: C Schlotte in Bremen.
„Dar ist hart," rief Benno entrüstet. „Wie kann ein Mensch so hartherzig sein. Aber freilich, dem Müller ist clle« zuzutrauen," setzte er unwillig hinzu.
Marten nickte zum Zeichen de» Einverständniffe» und Sing seufzend in der Stube auf und ab.
„Ja, aber wie kam eS nur," frug Benno, „daß Sie !«h in die Hände des Müller« begaben?"
„Da ist viel und wenig zu antworten, je nachdem , 8«b Marten zur Antwort. „Wir klein« Bauern leb« d°s der Hand zum Mund. Ist daS Jahr gut gewesen, !° verursachen un« die Sorgen nicht ebm übermäßig viel ! Beschwerden. Man schafft seine Arbeit rüstig fori und t Üßt sich sauer werden. Hat man bann die Ernte ringe- heimst und den Erlös überzählt, so bleibt, wenn e« gut geht, vielleicht noch ein Stück Geld zur Anschaffung neuer und 3o2* j SdeckmLßiaerer Geräte übrig. Aber wenn der Himmel Unfruchtbarkeit schickt und in dem Stall wütet gar die ; beuche, wenn da« Eingeerntete kaum für den eigen« Ge- , brauch ausreichen mag und der Beutel leer ist, da« Gesinde ! iu bezahlen, was bleibt da dem kleinen Bauer übrig, al« i »ach Geld zu spähen und zuzugreifen, wo er e« erhalten
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Deutsches Reich.
Berlin, 30. März. Da« Dankschreiben des Kaiser« in den Magistrat lautet: „Nach guter alter Sitte sprach W der Magistrat auch in diesem Jahre zu Meinem Ge- turtstege seine Glückwünsche aus. Ich nahm dieselben gern entgegen; gestützt auf eine langjährige Erfahrung, bin Ich
in freu -miß, daß ste aufrichtigen Gesinnungen entsprungen sind. $ M danke daher dem Magistrat für die herzlichen Worte, ft bestätigen aufs neue feine Treue und Anhänglichkeit und ^berührten Mich angenehm durch den Ausdruck inniger Teil- rchme an allem, was das letzte Lebensjahr Mir und Meinem Haufe, wie dem Vaterlande an Gutem und Ueblem Wkfügt hat. Je höher Ich in der Zahl der Jahre auf» steige, umsomehr preise ich demütigen Herzen« de« Allmächtigen Güte, der Mich in körperlicher und geistiger Rüstigkeit bisher erhalten hat und Mir die Kraft verleiht, der Pflichten Meines fürstlichen Berufe« zu walten. Möge fein Segen ir r./ auf Meinen Bestrebungen für da« geistige, wie für da« 1 »materielle Gedeihen Meines Volke« immerdar ruhen. Der Magistrat darf sich versichert halten, daß Meine Gedanken ;en k stch ost und gern mit seinen Bemühungen zur Entwickelung [10 der Haupt- und Residenzstadt beschäftigen. Mit herzlicher Freude nahm Ich wahr, daß da« Gedeihen derselben mit dem wicdergekchrten Aufschwünge de« Handel« und der Gewerbe stetig fortschreitet. Dem ernsten Streben der städtischen Verwaltung, den Lebensbedingungen der Reichshauptstadt imb ihren von Jahr zu Jahr wachsenden Anforderungen stets Genüge zu thun, zolle Ich gern Anerkennung." — Nach einer Zirkular Verfügung de« Finanzminister« vom .[ ne 19. b. M. steht den Hinterbliebenen der au« Anlaß der -> Aistizreorganisation in Gemäßheit der 88 99 und 102 de«