XVIII. Jahrgang.
Marburg, Mittwoch, 28. März 1883.
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tSalick außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für da- Quartal mit der wöchentlichen Berlage „JllustrirteS CmtnfagMfatt" butd^ ble Srpebitwn (S o ch sch« udi^oiuderei) bezogen ii*/t Wart, durch die Postämter de- Deutschen Reiche- 2 Mark 60 Pfg. (excl. Bestellgebühr ) —'Jnsertronsgebahr für btt gespaltene Zeile 10 Pfg.
Für in brr Expebition zu ertheilende Auskunft unb Annahme von Adressen werden 85 Pfg. berechnet.
L Oberhessische Zeitung
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Die Expedition der Oberhess. Ztg.
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sich hinter ter Mühle erstreckte.
(Fortsetzung folgt.)
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Die Mühlen ÄotteS.
Kriminalnovelle von Georg Höcker.
gegen hypothekarische Verpfändungen Geld bekommen und mit weiterer Ausdehnung dieser Verschuldungsform würde der Bauer nur noch leichter von HauS und Hof verjagt werden können.
Wenn man bei uns das Ziel erreichen will, welche« die amerikanische Gesetzgebung sich stellt, nämlich die Erhaltung einer Heimstätte, so kann man dieselbe nur nach ihrem Geiste übertragen, nicht aber direkt anwenden. Unsere Bauern müflen einen Schutz erhalten gegen die äußersten Folgen der hypothekarischen Verschuldung. Ein solcher läßt sich durch verschiedene Mittel herstellen. Zunächst würde etwa die Umwandlung der hypothekarischen Schulden in Rentenschulden, die Ablösung der Hypotheken durch eine Zettrente, worin der Schuldner außer dem jährlichen Betrage seiner Last allmählich auch den Kapitalwert derselben tilgt, in Frage kommen.
Weiter aber würde für den Fall, daß die Mißstände aus der hypothekarischen Verschuldung, über deren Größe ja erst eine Untersuchung im Gange ist, noch greller hervortreten sollten, die Beschränkung der Vertrags- und Ver- fügung-fähigkeit der Schuldner wie die Beschränkung der Rechte der Gläubiger erwogen werden können.
Die Beschränkung der VersügungSfähigkeit der Schuldner würde sich auf die gegenwärtige schrankenlose, aber für die Erhaltung eines lebenskräftigen Bauernstandes möglicher Weife doch mit großen Uebelständen verbundene Wechselfreiheit, auf die Verkauf«-, ParzellierungS- und Vererbungsfreiheit, sowie auf die BelastungSfähigkett der Grundstücke zu beziehen haben. Nach allen diesen Richtungen sind Ein- schränkungen denkbar und nicht ohne Vorgang. In Baiern z. B. darf die Parzellierung eines Grundstück daS Minimum von 1 Gulden Grundsteuerstmplum (nach dem Gesetze vom 11. Juni 1834) nicht unterschreiten. Ein weimartscheS Gesetz von 1862 verbietet. Felder unter 1, Wiesen unter r/z Acker (zu 5534,25 m Meter) zu verkleinern. Auch in Amerika ist die DerfügungSfreiheit deS Besitzer«, z. B. bei der Aufnahme von Hypothekenfchulten, eingeschränkt.
Die Beschränkung.der Rechte der Gläubiger würde in der Verminderung de« Recht«, Subhastation zu verlangen, bestehen können, ferner in der Entziehung eines bestimmten Teils deS Grundstücks von der Zwangsvollstreckung, ohne daß deshalb der Gläubiger de« Anspruchs auf die Erträg- nisie und Erzcugnisie deS zwangsweise nicht veräußerbaren Grundstücks verlustig zu gehen braucht: die Subhastation würde eben durch Sequestration ersetzt werden können. Ein Teil der Erzeugnisse und Geräte, welche zur Fortsetzung der Wirtschaft unentbehrlich sind, gelangen auch schon jetzt nicht zur Zwangsvollstreckung. Wenn da« Forderungsrecht des Gläubigers nach dem bestehenden Recht feine Grenze in bezug auf diese beweglichen Gegenstände findet, so kann eS nur als eine notwendige Folge und Ergänzung hiervon angesehen werden, daß dem Bauer auch
Damit wendete er fich zum Gehen.
»Halten Sie noch einen Augenblick,* tief ihm Scheffler nach, „soviel ich weiß, ist Jäger nur fein Adoptivname, wenn ich mich erinnere, so verlor er seine Eltern ichon in zartester Jugend und kam dann in eine Erz'ehungSanstalt. Sein rechter Name, meine ich, ist eigentlich Winkel oder Winkler. Am besten wird es fein, Sie fragen ihn selbst, obschon ich glaube, daß er auch nicht viel mehr von seinen Eltern zu berichten weiß.'
„Ich danke Ihnen,' sagte der Müller mit gepreßter Stimme und ging ohne Gruß. ,,
Der Untersuchungsrichter sah ihm verwundert nach und da eS Mondschein war, konnte er jede seiner Bewegungen auf daS deutlichste wahrn hmen.
Der Müller ging sehr rasch, dann mäßigte er plötzlich seinen Schritt, und dem Nachschauenden schien eS, als ob er schwanke und sich nur mühsam aufrecht erhalte. Bald entschwand er jedoch durch eine Biegung au« dem Gesichtskreise Schefflers.
Während dieser in den Krug zurückkehrte und seinen Freund Benno in hochgradiger Erregung vorfand, aber von ihm keinen Aufschluß darüber erhielt, war der Müller ziellos weiter in die Nacht gegangen.
Was gährte in seinem Innern und beschwerte sein sonst so trotzige« Herz, daß der Mann, der gewöhnt war, stolz erhobenen Haupte« die Dorfstraße zu durchschreiten, bleich und gebrochen daher wankte.
Der Müller stand plötzlich an dem tiefen Weiher, der
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dem mit dem 1. April beginnenden II. Quartal Z ersuchen wir die Bestellungen auf die
Deutsches Reich.
Berli«, 24. März. Der Kaiser, der an einem leichten Schnupfen leidet, hatte eine ziemlich gute Nacht und befindet fich bereits wieder wesentlich wohler. — Der „Reich»- anzeiger" publiziert folgenden Erlaß deS Kaiser« an den Reichskanzler: Wiederum habe Ich durch Gottes Gnade ein neues Lebensjahr begonnen; wiederum hat daraus die Nation Veranlassung genommen, Mir ihre Segenswünsche in ungewöhnlich zahlreichen Zuschriften und in dm mannigfaltigsten Kundgebungen darzubrtngen: Adreffen, Telegramme, dichterische und künstlerische Gaben, Blumenspenden, Angebinde der verschiedensten Art sind Mir von Stadt- und Landgemeinden, von Korporation, Vereinen, Festversammlungen und von einzelnen Personen innerhalb und außerhalb des deutschen Reich«, selbst aus fernen Weltteilen in reicher Fülle zugegangen. Diese Spenden, welche sämtlich da« lautere Gepräge aufrichtiger Liebe und Anhänglichkeit tragen, haben Mich tief bewegt. Ihre Durchsicht wie die Wahrnehmung, daß, wo Deutsche wohnen, Mein Geburtstag zu einem vaterländischen Feste benutzt wird, haben Mir das wohlthuende und ermutigende Gefühl gewährt, daß Mein unnachlaffendes Bestreben, den umfassenden Pflichten Meiner Würde für das stete Wachstum und fflr die Wohlfahrt Meines Volkes Genüge zu thun, in den He»zen Meiner Deutschen Wiederhall findet. Voll freudiger Befriedigung über die liebevollen Aufmerksamkeiten, durch welche diese Zeit Mir zu einer herzerhebenden Feier geweiht werben ist, muß Ich dem Gedanken, jedem Glückwünschenden besonders zu erwidern, als unausführbar entsagen, vielmehr Meine
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Illustrierte- Sonutagsblatt
der nötige Boden zur Fortsetzung der Wirtschaft nicht entzogen wird.
Die Verwirklichung dieser Gedanken, die ja überhaupt nur bei einer Vermehrung der Uebelstände der hypothekarischen Verschuldung in Betracht kommen würde, wird selbstverständlich nicht aus dem Auge lassen dürfen, daß hier große soziale Interessen auf dem Spiele stehen, die nicht einseitig verfolgt oder verleugnet werden können. Hier muß die gewissenhafteste Prüfung aller Verhältniffe gesetzgeberischen Thaten vorangehen.
Einstweilen wird die dem Landtage vorliegende Sub- hastationSordnung einen Damm gegen „Ausschlachtungen' von Bauerhöfen durch gewiffenlose Wucherer bilden. Aber Vorbehalten bleibt es, dem durch hohe Abgaben gedrückten Bauernstände auch einen Schutz gegen die wirtschaftlichen Verhältniffe, die ihn gleichfalls von Haus und Hof verjagen können, zu gewähren. Unsere ganze wirtschaftliche Gesetzgebung hat dieses Ziel im Auge, die Erhaltung einer „Heimstätte" aber mag das weitere Ziel fein, auf welche« wir loSzusteuern suchen müffen, wenn wir dem tüchtigen Bauern seine Heimat erhalten und den Bauernstand lebenskräftig machen wollen.
Die Sicherung der Heimstätte«.
III.
Wir haben in dem vorigen Artikel die amerikanische imstättengesctzgebung genauer kennen gelernt. ES fragt । nun, ob diese auf unsere Verhältnisse übertragbar ist d ob hierdurch das Ziel der Sicherstellung der Bauern r Verdrängung von ihrem Grund und Boden infolge n Verschuldung würde erreicht werden können.
Die amerikanischen Gesetze gewähren dem Landmann e Schutzwehr gegen die äußersten Folgen derjenigen nschuldung, an der er in Amerika leidet, nämlich der rsonalverschnidung. Daß diese Form der Verschuldung rt überwiegt, ist in einem Lande nicht zu verwundern, ches noch keine lange kulturelle Entwickelung hinter sich »! und wo noch so viel freie« nnbestedelteS Land verfüg- r ist. Indem die neuere amerikanische Gesetzgebung be- mt, daß ein gewisser Teil der beweglichen und unbeglichen Habe im Falle der Personalverschuldung nicht t Zwangsvollstreckung kommen kann, gewährt sie dem wiegend von Personalschulden bedrückten Landmann die özlichkcit der Erhaltung einer Heimstätte: unter jener naussetznng kann er „nicht von HauS und Hof" Verben werden.
Wollte man diese Gesetzgebung auf unsere Verhältniffe ertragen, so würde hiermit unseren Landleuten nicht ge- ifen werten. Denn die eigentliche Ursache der Notlage s-rer Bauern ist nickt die Personalverschuldung, sondern hypothekarische Verschuldung. Wenn man bei un« der crsvnalversckuldung die Wirkung zuschreiben wollte, daß Teil des Besitzstandes dadurch von der Exekution befreit ird, so würde der Personalkredit der Bauern, der sich behaupt schon In mäßigen Grenzen hält, geradezu völlig rmchtet werten. Die Bauern würden dann nur noch
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ES tagt.
Während dieser aufregenden Vorgänge in der WirtS- stube waren der Müller und der Untersuchungsrichter schweigend vor da« Haus getreten.
„WaS begehren Sie von mir?" fragte Scheffler den Müller erstaunt.
„Nur wenige Worte," bat Gebhart, gegen seine sonstige Art höflich und zuvorkommend.
„Reden Sie," gebot Scheffler.
„Ich möchte nämlich eine Frage an Sie stellen," holte Gebhart au«.
„Und die wäre?'
„Wer ist der junge Mann, der neben Ihnen saß?"
„Ihr Sohn denke ich," erwiderte Scheffler kurz.
,Meln Sohn, nicht möglich," stammelte der Müller und wurde bleich int Gesichte. „Sie sind auf falscher Fährte," fügte er nach einer Weile hinzu, „ich meine Ihren Freund, den andern jungen Mann."
„Wa« für ein Interesse können Sie daran haben? sagte der Untersuchungsrichter achselzuckend, unb ein fragender Blick streifte den Müller.
„E« liegt mir eigentlich nicht viel dran," versetzte dieser, „aber er hat viel Sehnlichkeit mit einem Verstorbenen und da dachte ich, eS könnte vielleicht ein Verwandter von diesem sein."
„Je nun, er heißt Benno Jäger und ist AmtSanwalt," versetzte Scheffler nach kurzer Pause der Ueberlegung trocken, „ich dächte aber, daS wäre Ihnen bekannt."
„Jäger heißt er, nur Jäger," versetzte Gebhart enttäuscht, „bann ist c« nicht der rechte." Verzeihen Sie, Herr, daß ich Sie in Anspruch nahm."
„nimmt entgegen: Äition d. Blattes. Ff^nnoncen.’.ßureaut K ®Utri* u. So- tn und Hannover; Th.
in Frankfurt a M.; ^5ttin u. Vogler in K a. >N., Berlin, Köln rc-; Rudolf Fr'm Berlin, Frank» r tuet a. re.
^Darf ich Sie um eine« bitten," sagte Benno, in brlchem die Ruhe wieder die Oberhand gewann, zn Binder, „so schweigen Sie vorläufig über die ganze haarige Geschichte."
, „Wie sollte ich," begehrte der alte Mann zornig auf, «ich könnte mich ja vor meinem gemordeten Vater im Himmel nicht sehen lassen."
. her Post recht bald erneuern zu wollen. Auf dem können die Bestellungen auch bei den Landpostboten »yrf't werden.
F3t 3n den Ortschaften, in denen sich Poststellen oder faitagenturen befinden, können die Zeitungen auf den tateaW abgeholt werden und ist dann die Zahlung von dsstellaelb nickt erforderlich.
Die Öberhesstsche Zeitung mit SonntagSblntt kostet itttdjäbrig Mark 2,50 und daS Bestellgeld noch weitere
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatte-, sowie d.Annoneen-Bureaux von <8- L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M.; Jligersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Invalid endank in Berlin; W. ThieneS in «berfeld; C- Schlotte in Bremen-
.Die Zukunft liegt schwarz vor mir," flüsterte der un- _ ksiiikkjche Ernst mit tonloser Stimme und sah ben Freunb kümmert an.
„Kops in die Höhe unb aufgeschaut,' ermunterte dieser, jaciH ,ei wird sich noch alle« zum besten wenden."
, Ernst schüttelte wehmütig ben Kopf und ging schweigend ® die dunkle Nacht hinan«.
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Ithl »Seien Sie unbesorgt," erwieberte Benno, „ich gebe II U‘ Rnen mein Wort als Ehrenmann und al« Verwalter de« 6flU$ Recht-, daß, wenn Ihr Verdacht sich bewahrheitet, Ihr I 81 Ml Ihnen nicht vorenthalten werden soll."
wel „Nnn gut, ich werbe ich schweigen," erwiderte Winkler, auf J dies einzuleuchten schien, „aber ich werde hier bleiben ernte h, Dorfe, bi« mir mein Recht geworden unb der Mörder
0 ächtet ist."
—- „Gut, bleiben Sie," erwieberte Benno, aber lassen Sie
stch nicht vor dem Müller sehen, damit er keinen Verdacht $U ichöpsen kann," setzte er mit leiser Stimme hinzu.
l .„Fasse Dick, Ernst," fügte er weich zu dem in düsterem “’üten hingesunkenen Jüngling hinzu, „der alte Gott lebt unb wirb Arglist unb Bosheit zu Schanden werben «fien."
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